Reflexionen des Glases bzw. der Scheibe auf Sonnenbrillen, Motorradbrillen oder Skibrillen geben nicht immer den optimalen Einblick von der Umgebung wieder. Bilder mit spiegelnden Brillen werden insbesondere in der Werbung derart bearbeitet, dass die Umgebung optimal zur Gesamtaussage des Bildes passt. So werden etwa für Fotos mit Urlaubsfeeling in den Sonnenbrillen Meer und/oder Palmen integriert.
Auch Winterfotos eignen sich hervorragend für solche Bearbeitungen.

In diesem Tutorial habe ich zwei Fotos von Fotolia.de gewählt (Bildquelle: Martin Peitz, Imag’In Pyrénées @ Fotolia.com).

Der erste Schritt besteht darin, die Scheibe auszuwählen. Das kann über eine Ebenenmaske, Pfade oder sonstige Freistelltechniken erfolgen. Da die Scheibe am Rand eine harte Kante hat, wähle ich das Magnetische-Lasso-Werkzeug (L) und klicke an den Scheibenrand. Jetzt kann ich mit der Maus einfach den Rand entlanggehen und wie magnetisch richtet sich die Auswahl an dem Rand aus.

In diesem Bild gibt ein einen kleinen Problembereich: An der rechten Nasenseite ist die Kante zu hell. So wurde diese nicht richtig ausgewählt. Auch eine Kontrasterhöhung des Magnetischen-Lasso-Werkzeugs von 10 auf 100 Prozent bewirkte keine vollkommene Lösung. Daher wähle ich das Auswahlellipse-Werkzeug (M) und korrigiere die bestehende Auswahl, indem ich die betreffenden Stellen von der bestehenden Auswahl subtrahiere.

Die Auswahl – obwohl schon automatisch geglättet – werde ich noch um einen Pixel erweitern. Hierzu wähle ich im Menü Auswahl>Auswahl verändern>Erweitern.

In einer neuen Ebene fülle ich die Auswahl mit dem Füllwerkzeug (G) mit einer beliebigen Farbe.

Das Bild, das in der Scheibe platziert werden soll, füge ich über das Menü Datei>Platzieren ins Dokument.

Nun wird die Ebene mit dem Bild etwas gewölbt, um die Scheibenwölbung zu imitieren. Dazu wähle ich im Menü Filter>Verzerrungsfilter>Distorsion. Der Filter Distorsion sorgt für eine Stauchung des Bildes. Dadurch entsteht der Eindruck der Wölbung. Ein Wert in Richtung 100 Prozent staucht das Bild zu seinem Mittelpunkt. Ein Negativwert in Richtung -100 Prozent streckt das Bild nach außen. In diesem Beispiel wähle ich eine Stärke von -39.

Im nächsten Schritt füge ich der Ebene eine Schnittmaske über das Menü Ebene>Schnittmaske erstellen bzw. Strg+Alt+G hinzu. Dadurch wird nur der Bereich der Pixelinhalte der darunterliegenden Ebene sichtbar.

Mit Strg+T transformiere ich das Bild genau mit dem Ausschnitt, welcher in der Scheibe zu sehen sein soll. Über den Eckpunkt mit gehaltener Shift-Taste kann ich die Ebene proportional verkleinern.

Die Füllmethode setze ich auf Hartes Licht. Das sorgt für einen stärkeren Spiegelungseffekt und mehr Kontrast.

Da die über die Distorsion erreichte Bildwölbung immer je nach Bildmotiv wirkt, ist es hier sinnvoll, den Wölbungseffekt weiter zu verstärken. Dazu wähle ich die Ebene mit Pixelinhaltauswahl an und füge in den Fülloptionen eine Verlaufsfüllung hinzu.

Der Verlauf hat die Farben Weiß-Blau-Weiß.

Dadurch wird die Wölbung schön plastisch und auch der Sonneneinstrahlung wird elegant Rechnung getragen. Die Fülloption muss als eigene Ebene erstellt werden über Klick mit rechter Maustaste Ebene erstellen. Sonst gibt es Probleme mit der Schnittmaske.

Die Deckkraft der Verlaufsebene verringere ich auf 80 Prozent.
Der Schatten nach innen in einer Größe von 10 PX ohne Unterfüllen und Abstand sorgt dafür, dass die Kante der Reflexion nicht mehr so hart wirkt und sich natürlich in den Brillenrahmen einpasst.

Und fertig ist die neue Reflexion, die Abenteuer am Hang projiziert.

Ein 9-minütiges Video-Tutorial – alles Schritt für Schritt am Bildschirm erklärt – zu diesem Tutorial gibt es hier zum Download:
Spiegelungen oder Reflexionen der Umgebung auf Brillen tauschen
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