Neben dem klassischen, sprich: horizontalen Panorama – etwa einer Landschaftsaufnahme – kann Photomerge auch optimal für vertikale Panoramen von sehr hohen Gebäuden eingesetzt werden, die nicht mit einem Bild erfasst werden können.
Photomerge verbindet mehrere Einzelfunktionen von Photoshop zu einem Dialogmenü, welches optimal zum Erstellen von Panoramen ist.


Am besten ist die Fotoaufnahme mit einem Stativ, weil sich so der Standort nicht verändert. Bei der Freihand-Aufnahme wird der Körper gedreht in einer Rotationsbewegung um die Kamera, und nicht die Kamera um den eigenen Körper bewegen!
Zwar führt Photoshop eine Farb- und Belichtungskorrektur durch, doch kann es sinnvoll sein, die automatische Belichtungssteuerung der Kamera auszustellen und manuell die Belichtung für das Panoramamotiv zu wählen. Ebenso sollte die Brennweite nicht zu niedrig sein und gleich bleiben. Die Überlappung der Bilder sollte etwa 1/3 bis 2/5 betragen. Ab 2/3 wird es zu viel und Photoshop kann unter Umständen die Anschlüsse nicht mehr richtig zuordnen.
Fischaugenobjektive oder Weitwinkelobjekte mit hoher Verzerrungswirkung eignen sich nur bedingt für Panoramen.
Ich kann Photomerge starten über Photoshop im Menü Datei>Automatisieren>Photomerge. Da steht mir der Dateibrowser in Durchsuchen zur Verfügung bzw. ich ziehe mir bereits in Photoshop geöffneten Dokumente als Panoramateile in Photomerge.
Noch schneller geht es, wenn ich in Bridge die betreffenden Bilder markiere und über das Menü Werkzeuge>Photoshop>Photomerge… das Dialogfenster aufrufe.

Es stehen mir folgende Layoutoptionen zur Verfügung: Auto, Perspektivisch, Zylindrisch, Kugelförmig, Collage, Repositionieren. Jede Option hat ihre Spezifik.
Mit Perspektivisch wird das Mittelbild als Referenzbild angelegt und die anderen Bilder daran einheitlich überlappt, sodass ein Panorama entsteht. Die Seitenbilder können dabei neu positioniert, gedehnt oder gestaucht werden – je nachdem, wie notwendig es für das Panorama ist.
Mit Zylindrisch – gut für besonders breite Panoramen – vermeide ich weitestgehend die Stauchungen/Dehnungen. Die Seitenbilder werden einfach an das Referenzbild überlappend angelegt.
Mit Kugelförmig erstelle ich 360-Grad-Panoramen am besten, weil hier die Bildoptik einer Auskleidung einer Kugel von innen entsteht.
Collage und Repositionieren richten die Bilder einander überlappend aus. Bei Collage mit Verzerrungen einzelner Ebenen, bei Repositionieren ohne Verzerrungen.
Auto: Aus den oben genannten Optionen wählt Photomerge für die Bilder die passende aus und wählt diese automatisch für die Panoramaerstellung. Daher ist es empfehlenswert, immer als erstes Auto zu wählen, weil Photoshop wirklich sehr gute und vor allem treffsichere Ergebnisse erzielt.

Neben den Layoutoptionen gibt es noch drei Optionen für die Quelldateien:
Bilder zusammen überblenden:
Das sorgt für die Farb- und Belichtungskorrektur. Automatisch werden den Ebenen Ebenenmasken hinzugefügt, die für den glatten Übergang der Bilder sorgen.
Vignettierungsentfernungen:
Habe ich in meinen Bildern eine leichte Randabschattung, kann ich diese Option wählen und Photoshop entfernt die Vignette automatisch.
Korrektur der geometrischen Verzerrung:
Bei Fischaugenobjektiven oder Weitwinkelobjektiven, die zu Tonnenverzerrungen in den Bildern führen, kann ich diese mit Aktivieren der Checkbox korrigieren lassen.
Anschließend kann ich mit OK bestätigen und das Panorama wird automatisch erstellt.

Es ist an den Anschlussstellen sehr gut zu sehen, dass Photoshop den nahtlosen Übergang ohne Störungen realisiert hat.

Wenn ich die Ebenenmaske deaktiviere, ist die Farb- und Belichtungskorrektur zu erkennen, die von Photoshop durchgeführt wurde.
Jetzt muss ich mir nur noch mit dem Freistellungswerkzeug den Bereich auswählen, den mein Panorama haben soll.

Fertig ist mein Panorama:

Während Photomerge oft nur für die klassischen Panoramen eingesetzt wird, bietet diese Technik auch ihre Lösung bei vertikalen Panoramen. Sehr hohe Gebäude kann ich so mit der Kamera stückchenweise aufnehmen und mit Photomerge zusammensetzen lassen. Die Einstellungen in Photomerge sind die gleichen.
Vor dem Beschnitt:

Und fertig:

Auch ist es möglich, für sehr hochauflösende Erfordernisse – etwa für bestimmte Druckprodukte – diese Technik anzuwenden. Dabei fotografiere ich das gesamte Gebäude in Sektoren. Alle Aufnahmen füge ich dann zusammen und habe so ein Bild mit sehr hoher Auflösung.
Dieses Tutorial als Video-Training steht hier zum Download bereit:
Video-Tutorial: Das Panorama klassisch und vertikal erstellen mit Photomerge
Die Photoshop-Workshop-DVD - Basics & Tricks ist ein außerordentlich umfassendes Grundlagen-Lehrwerk zum Erlernen von Photoshop. Sie erleben praktisches Know-how, beschleunigte Arbeitsweisen und einen fortgeschrittenen Workflow für Ihre Arbeit mit Photoshop.
Referenzkarte für Photoshop:
Zend Framework Entwicklung, Portale und Communities