Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

24. Februar 2011 in Tutorials von Matthias Petri

Pickel, Glanzstellen, Altersflecken und Co. werden in der Regel mit den Retuschewerkzeugen von Photoshop bearbeitet. Diese Arbeitsweise ist allerdings destruktiv, d. h. zerstörend für die bearbeiteten Pixel. Besser ist es, eine nondestruktive Arbeitsweise für die Retusche zu nutzen.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Wie Leberflecke und Glanzstellen (Hotspots vom Blitzen) auf nondestruktive Weise retuschiert werden, zeige ich in diesem Tutorial.

Ein bisschen Reklame in eigener Sache:

Destruktives Retuschieren mit dem Ausbessern- und Reparatur-Pinsel-Werkzeug

Im ersten Beispiel – Bildquelle: Jörg Jahn – Fotolia.com – möchte ich die Blitzflecken mit dem Ausbessern-Werkzeug beseitigen.

Mit dem Ausbessern-Werkzeug ziehe ich – wie mit dem Lassowerkzeug - eine Auswahl. Dabei achte ich bereits darauf, dass ein Bereich in etwa der Größe meiner Auswahl auch benachbart vorhanden ist, den ich für den ausgewählten Bereich einsetzen möchte. Habe ich meine Auswahl erstellt, klicke ich mit dem Ausbessern-Werkzeug in die Umrahmung und ziehe mit gedrückter Maustaste in den Hautbereich, der als Quelle dienen soll.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Beim Loslassen der Maustaste kommt es sofort zur Anpassung des Quellbereichs mit den Werten Farbton, Kontrast, Helligkeit und Sättigung des Zielbereichs. Die Blitzflecken verschwinden.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Im zweiten Beispiel – Bildquelle: Marc Berger – Fotolia.com – möchte ich die Leberflecken am Arm mit dem Reparatur-Pinsel-Werkzeug entfernen.

Ich wähle mir eine kleinere Pinselgröße und mit der Alt-Taste einen Quellbereich im Bild. Der Quellbereich ist eine „normale“ Hautstelle. Und schon kann ich – in der Verfahrensweise des Kopierstempels – die Leberflecken retuschieren. Auch hier kommt es zu einer Anpassung der Quell- mit den Zielbereichswerten.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Non-destruktives Retuschieren mit dem Smartfilter Staub und Kratzer

In den beiden vorangestellten Verfahrensweisen wurde direkt auf die Pixel zugegriffen. Auch wenn ich die Originalebene jeweils dupliziert habe, ist es doch etwas umständlich, Retuscheschritte wieder rückgängig zu machen. Daher empfiehlt sich eine Bearbeitungsweise, die gar nicht erst auf die Originalpixel zugreift, sondern den gewünschten Effekt mit ihnen non-destruktiv verrechnet. Ich konvertiere meine Ebene in ein Smart-Objekt mit Klick rechte Maustaste auf die Ebene>In Smart-Objekt konvertieren.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Smart-Objekte haben den Vorteil, dass angewandte Filter jederzeit variierbar bleiben und Transformationen und Effekte nicht auf die Originalpixel wirken, sondern immer eine Art Verrechnung stattfindet.

Im nächsten Schritt wähle ich im Menü Filter>Rauschfilter>Staub und Kratzer.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Die Option Schwellenwert bestimmt die Stärke der Unterscheidung der Pixel, damit sie gelöscht werden. Die Option Radius bestimmt die Stärke der Weichzeichnung im Bild. Ich stelle beide Regler nach links und beginne, den kleinstmöglichen Wert für beide Optionen zu ermitteln, bis meine Blitzflecken im Bild verschwinden.

Anschließend fülle ich meine Smartfilter-Ebene mit schwarzer Farbe und beginne, mit weißer Farbe und mittlerer Deckkraft die entsprechenden Blitzflecken zu retuschieren.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Die gleiche Technik wende ich bei den Leberflecken an. Ich konvertiere die Ebene in ein Smart-Objekt und rufe den Filter Staub und Kratzer auf. Dort bestimme ich den Schwellenwert und den Radius und fülle die Smartfilterebene mit schwarzer Farbe. Anschließend kann ich mit einem weißen Pinsel die Leberflecken retuschieren.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Insgesamt empfiehlt sich diese Technik vor allem zur Körperretusche bei Altersflecken, Leberflecken und bei Pickeln. Bei großflächigen Hautstörungen stößt auch diese Technik im Detail an ihre Grenzen. Es kommt immer auf den Verwendungszweck und die Auflösungsgröße an.

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Für ein kleines Foto zum Ausdrucken kann ich selbst ein wenig die Sommersprossen im Gesicht abmildern oder komplett entfernen. (Das sollte aber mit dem Fotomodell abgestimmt sein, schließlich bilden auch Sommersprossen einen Teil der äußeren Identität).

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Bei Close-ups, in denen es auf jede Pore im Gesicht ankommt, ist diese Technik nicht geeignet, weil sie einfach zu stark in den großflächigen Elementen weichzeichnet.

Das Ergebnis – versehen noch mit einer Einstellungsebene Gradationskurve (typische S-Kurve) zur Steigerung des Kontrasts und der Sättigung im Vorher-Nachher-Vergleich:

Vorher

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Nachher

Hautunreinheiten retuschieren mit non-destruktiver Technik

Hinweis: Das ist noch keine fertige Retusche eines Bildes, sondern zeigt nur eine mögliche Technik für einen Abschnitt einer Retusche.
Ein Video-Training zu diesem Tutorial gibt es hier zum Download: Hautunreinheiten entfernen mit non-destruktiver Technik als Alternative zu Retuschewerkzeugen

 

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