Dragan-Effekt

Tutorials 7. Mai 2012 – 0 Kommentare

Dragan-Effekt

Bildquellen: Fotolia_21678831_M-© D. Ott – Fotolia.com. Rechts: © V. Kudryavtsev – Fotolia_3283580_M

Mit dem Dragan-Effekt, benannt nach dem polnischen Fotografen Andrzej Dragan, erhalten Porträts einen interessanten und unverwechselbaren Look. Wie man diesen Effekt in Adobe Photoshop nachempfinden kann, wird in diesem Tutorial erklärt. Während der Bearbeitung kommt ein Grafiktablett zum Einsatz. Die Nutzung wird für ein besseres Ergebnis empfohlen – ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Ich verwende als Ausgangsbild ein Foto einer Person mit deutlich gezeichnetem Gesicht. Das wirkt sich unterstützend auf den gezeigten Effekt aus, da bei dieser Bearbeitungsweise in besonderer Art und Weise auf die jeweiligen Gesichtszüge eingegangen wird.

Unser Ausgangsbild (links: Fotolia_21678831_M-© D. Ott – Fotolia.com. Rechts: © V. Kudryavtsev – Fotolia_3283580_M).

Das Resultat in Bildern:

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Schritt 1: Geraderücken

Zunächst öffne ich das Bild und rücke es in die richtige Perspektive. Dazu bediene ich mich der klassischen Transformationswerkzeuge. Je nach Ausgangsbild sind das im Wesentlichen die Funktion Drehen oder Perspektivisch verzerren.

Danach beschneide ich das Bild mit dem Freistellen-Werkzeug.

Schritt 2: Tiefen und Lichter

Das Ausgangsbild wirkt noch sehr hell und etwas fad. Um dies zu ändern, benutze ich im Folgenden die Korrekturoption Tiefen/Lichter über das Menü Bild>Korrekturen. Je nach Ausgangsbild treffe ich verschiedene Einstellungen, um ein ausgewogeneres Gesamtbild zu erhalten.

Für mein verwendetes Foto nehme ich folgende Einstellungen vor:

Regler Stärke bei den Tiefen: ca. 30 %

Regler Tonbreite bei den Tiefen: ca. 40 %

Der Stärkeregler bei den Lichtern wird auf ca. 10 % gesetzt

Schritt 3: Einstellungsebene

Ich benutze für die weitere Optimierung eine Einstellungsebene. Dazu klicke ich in der Ebenenpalette auf das entsprechende Icon und wähle die Tonwertkorrektur aus.

Die Tiefen werden auf den Wert: 35,

die Mitteltöne auf 1,00 und

die Helligkeitswerte auf 215 gesetzt.

Nun verfüge ich über mehr Sättigung und Kontrast.


Merke: Der entscheidende Vorteil einer Einstellungsebene ist, dass sie jederzeit ohne die Veränderung der Originaldatei abgeändert bzw. angepasst werden kann.

Schritt 4: Monochrom

Ich möchte nun den Bearbeitungsstand sichern und füge auf einer neuen Ebene alle Arbeitsschritte zusammen. Dazu erstelle ich mir zunächst eine neue (leere) Ebene und benenne diese in „Zusammengefasst“. Bei markierter Ebene drücke ich die Tastenkombination Umschalt+Strg+Alt+E, um alle sichtbaren Ebenen auf dieser neuen zusammenzufassen. Diese neue Ebene wird anschließend über den Menüpunkt: Bild>Korrekturen>Sättigung verringern bearbeitet.

Schritt 5: Tonwerte

Ich füge erneut eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur hinzu und verwende dabei die Werte (von links nach rechts):

Tiefen: 25

Mitteltöne: 1,00

Lichter: 235

Ich erziele dadurch einen höheren Tonwertumfang im Bild. Erneut füge ich alle sichtbaren Ebenen über die Tastenkombination Umschalt+Strg+Alt+E zusammen und benenne diese Ebene „Zusammengefasst 2“.

Schritt 6: Umkehren, Weichzeichnen und verblenden

Die Ebene „Zusammengefasst 2“ soll nun umgekehrt werden. Dazu drücke ich Strg+I auf meiner Tastatur.

Zusätzlich wende ich nun einen Weichzeichnungsfilter an. Den Radius setze ich dabei auf einen Wert zwischen 10 und 15 Pixeln in Abhängigkeit vom Ausgangsbild.

Die so entstandene weichgezeichnete Ebene versehe ich mit der Füllmethode Ineinanderkopieren und regle die Deckkraft etwas herunter.

TIPP: Auch die erste zusammengefasste Ebene bekommt eine Anpassung der Deckkraft auf ca. 80 Prozent.

Schritt 7: Tiefen und Lichter durch Überlagern (neutralgraue Ebene anlegen)

Um den besonderen Kontrasteffekt zu erreichen, muss man dafür sorgen, dass Teile des Bildes abgedunkelt (nachbelichtet) oder aufgehellt (abgewedelt) werden. Damit man die Änderungen korrigieren kann, empfiehlt es sich, nicht direkt auf dem Ausgangsbild zu malen, sondern sich einer Hilfsebene mit einem neutralen Grau zu bedienen.

Dazu legen wir eine neue Ebene mittels der Tastenkombination Umschalt+Strg+N an. Beim Modus im Dialogfenster stelle ich die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ein und setze den Haken bei Mit neutraler Farbe … Zur besseren Orientierung benenne ich diese Ebene noch in „Lichter und Schatten“ um.

Änderungen am Bild sind durch den Modus Ineinanderkopieren noch nicht zu erkennen und werden erst mit den folgenden Schritten sichtbar.

Schritt 8: Gesichtszüge nachbearbeiten

Mittels schwarzer und weißer Pinsel kann man jetzt die Gesichtszüge betonen. Schwarze Pinsel dunkeln das Bild ab – weiße hingegen hellen bestimmte Bereiche auf. Ich benutze ein Grafiktablett und setze bei einer großen, weichen Pinselspitze mit Schwarz die Schattenbereiche des Gesichtes in Szene. Dabei gehe ich mit geringer Deckkraft von ca. 10 % an die zu bearbeitenden Bereiche heran. Dank einer Deckkraftregulierung und variabler Pinselspitzengröße (Tasten Ö & # zum Vergrößern und Verkleinern) kann ich sehr detailliert vorgehen.

Achtung: Diese Arbeit ist die wichtigste Komponente und beansprucht etwas mehr Zeit.

Im sogenannten Schichtmodus modelliere ich die Schatten förmlich aus dem Gesicht heraus. Dabei liegt das besondere Augenmerk auf den Falten, die charakteristisch für ein Gesicht sind und ihre eigenen Geschichten erzählen.

Helle Bereiche werden mit einer weißen Pinselspitze bewusst betont. Auch hier sollte man die nötige Sorgfalt walten lassen. Je nach Ausgangsbild und weil unser Fokus beim Betrachten von Gesichtern im Wesentlichen darauf liegt, betone ich die Augen, indem ich das Augenweiß und die Iris entsprechend nachbearbeite. Hierzu stelle ich eine kleine Pinselspitze ein und setze die Deckkraft etwa auf 30 % hoch.

Schritt 9: Farbige Ausgestaltung

Das Ausgangsbild hat nun verschiedene Bearbeitungsschritte hinter sich und nähert sich dem Finish. Damit ich eine homogene Farbwirkung erziele, füge ich erneut alle Ebenen über Umschalt+Strg+Alt+E zusammen. Dazu erstelle ich zunächst eine neue, leere Ebene und benenne sie in „Färben“ um. Mit Strg+J dupliziere ich die soeben erstellte Ebene gleich noch einmal und blende die Kopie vorübergehend aus.

Auf der zuerst erstellten Ebene nehme ich nun Korrekturen bei Farbton und Sättigung vor. Dazu gehe ich über das Menü Bild>Korrekturen>Farbton/ZEILENUMBRUCHSättigung. Im Dialogfeld senke ich die Sättigung auf einen Wert von -30.

Nun wird die Ebenenkopie „Färben Kopie“ wieder eingeblendet und erneut das Dialogfeld Farbton/Sättigung aufgerufen. Ich setze den Haken in der Checkbox auf Färben und verstelle mittels Regler den Farbton auf ca. 30 und die Sättigung ca. auf den Wert 15.


Die Füllmethode dieser Ebene wird auf den Modus Ineinanderkopieren gesetzt. Die Deckkraft der Fläche & Ebene kann daraufhin auf den Wert von ca. 60 % gesetzt werden.

Die Ebene „Tiefen und Lichter“ kann bei Bedarf zusätzlich nach oben im Ebenenstapel verschoben und deren Deckkraft für einen „dramatischeren“ Look reduziert werden.

Schritt 10: Das Wesentliche hervorheben

Mein Porträtfoto enthält zurzeit noch unwichtige Elemente, die vom eigentlichen Effekt ablenken. Diese sollen in den folgenden Schritten ausgeblendet werden. Dazu erstelle ich eine neue Ebene und drücke die Tastenkombination Umschalt+ F5. Im Dialogfeld stelle ich unter Verwenden:ZEILENUMBRUCHSchwarz ein. Diese nun erstellte Ebene erhält eine Ebenenmaske.

Mit Schwarz und Weiß kann ich nun störende Details in unmittelbarer Nähe des Gesichtes ausblenden. Ziel ist es, einen schwarzen Hintergrund zu erhalten, der nur das eigentliche Porträt beinhaltet und dies damit zur Geltung bringt.

Schritt 11: Zusätzliche Arbeiten/Fertigstellung

Eventuell ist es wie auf meinem Ausgangsfoto so, dass bestimmte Bildteile wie hier der Turban eine weitere Bearbeitung erfordern. In meinem Beispiel habe ich diesen vom Originalbild entnommen, mittels einer Maske freigestellt und den Ebenenmodus Luminanz gewählt.

Abschließend erstelle ich eine neue Ebene und füge alle vorhanden Ebenen über Umschalt+Strg+Alt+E zusammen. Ich möchte gern einen höheren Schärfegrad erreichen und benutze den Filter Scharfzeichnungsfilter>Unscharf Maskieren mit den Werten:

Stärke: 232

Radius: 0,5

Schwellenwert: 6.


Das Bild ist nun fertig.

Wer mehr über den Fotografen erfahren möchte und sich für diese Technik interessiert, kann sich auf seiner Homepage: http://andrzejdragan.com/ umsehen.

Das Video zum Dragan Effekt findest Du hier.

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