Glaseffekt für Typo und Layout erstellen

Tutorials 28. Mai 2012 – 1 Kommentar

In diesem Tutorial möchte ich zeigen, wie ein transparenter Glaseffekttext erstellt werden kann, der den Hintergrund in sich gebrochen wiedergibt und jederzeit in der Platzierung veränderbar bleibt. Ich werde dazu zwei Entstehungswege für den Glaseffekttext vorstellen.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks

Der erste Glaseffekt wird aus dem Hintergrundbild herausfließend/ausgestanzt wirken und somit eine Einheit mit dem Hintergrund bilden.

Der zweite Glaseffekt wird nicht mit dem Hintergrund verschmolzen sein, sondern eher aufliegend und in der Optik stumpf bis leicht milchglasig.


Bildquellen in diesem Tutorial: archaeopteryx_stocks

1. Teil: Statischer Glaseffekttext erstellen

Der erste Glaseffekttext wird leicht flüssig, wie reines Glas wirken, welches leicht herausgestanzt aus dem Hintergrund aussieht.

Schritt 1: Neues Dokument erstellen

Ich erstelle ein neues Dokument über Strg+N in der Größe 1600×1200 px. Je nach Dokumentgröße können Einstellungen in den Fülloptionen und Filtern variieren.

Schritt 2: Hintergrundbild wählen

Optimal ist es, für diesen Effekt ein Hintergrundbild mit Details zu wählen, damit die Brechung durch die Glasschrift auch erkennbar ist. Denkbar schlecht sind etwa Wolkenbilder. Ich wähle ein Blütenbild, in dem klare Strukturen der Blüte zu sehen sind.

Schritt 3: Text platzieren

Um einen abgerundeten Glaseffekt zu erzielen, ist es vorteilhaft, wenn die gewählte Schriftart von sich aus auch schon Rundungen enthält. Ich schreibe mit einer 640-Punkt-Army die Buchstaben PSD in einer schwarzen Farbe in das Dokument.

Schritt 4: Matrix-Ebene für Lichtbrechnung mit Verzerrung erstellen

Ich klicke mit Strg in die Ebenenminiatur meiner Textebene, damit die Buchstaben ausgewählt werden.

Ich rufe den Dialog Kante verbessern über den Shortcut Strg+Alt+R auf. Dort stelle ich eine Abrundung und eine weiche Kante von jeweils ca. 15 Pixeln ein. Die Abrundung ist wichtig, weil zwar die Serifen der Schriftart schön rund sind, aber die Buchstabenteilung an sich – also der Armyeffekt des Fonts – zu kantig ist. Die weiche Kante dient dazu, den Effekt bei der Verrechnung mit dem Glasfilter weicher im Übergang zu gestalten.

Ich erstelle eine neue Ebene mit Strg+Shift+Alt+N und fülle diese mit weißer Farbe. Das Füllen mit Weiß geht am schnellsten, wenn ich die Standardfarben in der Werkzeugleiste über den Shortcut D einstelle und dann die Hintergrundfarbe zum Füllen über den Shortcut Strg+Rückstelltaste einsetze. Es wird nur der Auswahlbereich mit Weiß gefüllt!

Mit Strg+D hebe ich die Auswahl auf. Ich erstelle eine neue Ebene, die unterhalb der weißen Buchstabenebene liegt – mit Strg und Klick auf das Neue Ebenen-Symbol im Ebenenbedienfeld wird dann auch gleich die neue Ebene unterhalb der aktuellen Ebene angeordnet! – und fülle diese mit Schwarz. Sofern die Standardfarben in der Werkzeugleiste eingestellt sind, geht das Füllen mit der Vordergrundfarbe am schnellsten über Alt+Rückstelltaste.

Alle sichtbaren Ebenen reduziere ich auf eine, indem ich sie markiere und den Shortcut Strg+E wähle. Es ist wichtig, dass die übrig gebliebene Ebene eine Hintergrundebene ist, weil der nachfolgende Filter die Matrix als Hintergrundebene benötigt. Ist die Matrix keine auf Hintergrundebene reduzierte Ebene, so wird die Brechung über den Glasfilter nicht wie gewünscht gelingen.

Über das Menü Ebene>Neu>Hintergrund aus Ebene wandle ich eine Transparenzebene in eine Hintergrundebene um.

Nun speichere ich das Dokument als PSD-Datei mit Namen Matrix-01-Original.psd.

Schritt 5: Verzerrungsfilter Glas mit Matrix-Struktur anwenden

Ich wähle als Erstes den Shortcut Alt+Z so häufig, bis sich meine ursprüngliche Arbeitsdatei wieder zeigt. Ich kann also in der aktuellen Arbeitsdatei weiterarbeiten.Vorteilhaft ist, wenn ich die überflüssigen Ebenen der Matrix-Struktur lösche und die Arbeitsdatei als PSD-Dokument speichere.

Anschließend wähle ich meine Hintergrundebene an. Sofern diese noch kein Smart-Objekt ist, kann ich sie über Klick rechte Maustaste im Ebenenbedienfeld in ein Smart-Objekt konvertieren. Der Vorteil an Smartfiltern besteht darin, dass ich sie jederzeit verlustfrei variieren kann. Sofern eine Ebene in ein Smart-Objekt konvertiert wurde, lassen sich Filter als Smartfilter anwenden.

Über das Menü Filter>Verzerrungsfilter>Glas rufe ich den Glasfilter auf. Ich wähle eine Verzerrung von 20 und eine Glättung von 15.

Wichtig ist, dass ich jetzt als Strukturvorgabe meine Matrix ins Spiel bringe. Das mache ich, indem ich das Struktur-Menü>Struktur laden aufrufe. Im sich öffnenden Browser wähle ich meine zuvor gespeicherte Matrix-PSD-Datei an. Jetzt zeigt sich in der Vorschau, wie anstelle der Buchstaben ein verschwommener Glaseffekt entsteht.

Der bisherige Effekt sieht so aus:

Schritt 6: Textebene wieder aktivieren

Ich aktiviere die schwarze Textebene, die ich am Anfang zur Erstellung der Matrix-PSD-Datei erstellt habe.

Vorteilhaft ist es, die Textebene in ein Smart-Objekt zu konvertieren. So bleibt der Text an sich geschützt im Smart-Objekt-Original (der PSB-Datei), während die weiteren Bearbeitungen non-destruktiv erfolgen.

Schritt 7: Texteffekt erstellen

In den Fülloptionen der Textebene kann ich eine leichte abgeflachte Kante weich gemeißelt mit folgenden Werten einstellen:

Tiefe: 400 Prozent

Größe: 8 Pixel

Weichzeichnen: 4 Pixel

Winkel: 120 Grad

Höhe: 30 Grad

Tiefenmodus: Multiplizieren mit 40%-iger Deckkraft und 70%-iger Helligkeit (B)


Die Füllmethode der Ebene setze ich auf Ineinanderkopieren.

Da in diesem Tutorial häufiger von Helligkeitswerten die Rede sein wird, möchte ich kurz erklären, was ich damit meine. Der Farbwähler in Photoshop entspricht am ehesten dem HSB-Modell mit den drei Werten: Farbton (Hue), Sättigung (Saturation) und Helligkeit (Brightness). Der Farbton (Hue) ist die rechte Farbleiste, die Sättigung (Saturation) lasst sich mit einer Links-Rechtsbewegung im Farbwähler einstellen und die Helligkeit (Brightness) mit einer Up-Down-Bewegung. Beziehe ich mich in diesem Tutorial auf einen Helligkeitswert, so meine ich ausschließlich den B-Wert nach dem HSB-Modell, ohne Bezug auf Farbton oder Sättigung.

Der Tiefenmodus wurde mit 70 % Helligkeit festgelegt. Demnach sieht das Bild im Farbwähler folgendermaßen aus.

Der Effekt sieht bisher so aus:

Schritt 8: Kunstfilter Kunststofffolie einsetzen

Um den Effekt noch ein wenig zu verstärken, werde ich den Kunstfilter anwenden. Vorab konvertiere ich meine Textebene in ein Smart-Objekt, sodass nach wie vor Fülloptionenänderungen etc. verlustfrei möglich sind.

Ich wähle in dem Kunstfilter Kunststofffolie die höchstmöglichen Reglereinstellungen:

– Glanz: 20

– Detail: 15

– Glättung: 15

Der Effekt wirkt gleich viel glasiger, ähnlich wie in Glasmurmeln.

Schritt 9: Filter noch einmal anwenden

Damit der Effekt noch mehr zur Geltung kommt, wähle ich einfach Strg+F zum nochmaligen Anwenden des letzten Filters.

Im Ebenenbedienfeld werden zum Smart-Objekt zweimal die Smartfilter Kunststofffolie angezeigt, die ich jetzt auch bei Bedarf noch einzeln verändern kann.

Schritt 10: Schatten nach innen und Schlagschatten

Als Letztes kann ich meiner Ebene noch einen minimalen Schatten nach innen bei 85 Prozent Helligkeit hinzufügen, damit die Buchstaben auch ganz leicht, im Grunde kaum merklich, eingefasst sind.

Ich rufe dazu die Fülloptionen zur Ebene auf und stelle die Helligkeit des Schattens über den Farbwähler ein. Folgende Einstellungen nehme ich zusätzlich vor:

Deckkraft: 70 Prozent

Abstand: 1 Pixel

Größe: 1 Pixel

– halbrunde Kontur

Da der Schatten nach innen von einem Lichtwinkel aus berechnet wird, muss ich auch einen Schlagschatten anlegen, der auf der gegenüberliegenden Seite den gleichen Effekt bewirkt.

Die Einstellungen sind die gleichen wie bei Schatten nach innen.

Schritt 11: Variationen

Der Effekt ist sehr einfach variierbar. Ich kann beispielsweise einfach in den Fülloptionen zu den Smartfiltern verschiedene Modi wählen und schauen, wie sich der Effekt ändert. Auch lässt sich einfach meine Textebene duplizieren und in verschiedenen Ebenenmodi verrechnen.

Mir steht auch jederzeit offen, weitere Filter auf die Textebene anzuwenden. So stehen mir beinahe unendlich viele Variationsmöglichkeiten offen.

In diesem Beispiel könnte ich mir einen flüssigeren Übergang vom Hintergrund zum Glaseffekt vorstellen. Daher wähle ich noch einmal die Buchstaben des Textes mit Strg und Klick auf die Ebenenminiatur auf und rufe den Dialog Kante verbessern auf. Die Auswahl erhält eine Abrundung und eine minimale weiche Kante, damit der Übergang von Text zu Hintergrund flüssiger wird.

Ich erstelle mit dem Shortcut Strg+Shift+Alt+N eine neue Ebene und fülle diese mit schwarzer Farbe; bei aktivierten Standardfarben in der Werkzeugleiste nutze ich den Shortcut Alt+Rückstelltaste.

Die Auswahl hebe ich mit Strg+D auf. Jetzt kann ich mit Alt einfach via Drag&Drop die bestehenden Fülloptionen und Smartfilter der bisherigen Textebene auf meine neue Ebene ziehen. Die Fülloptionen und Smartfilter werden dupliziert. Den Schlagschatten und Schatten nach innen deaktiviere ich in diesem Fall. Ebenso kann ich im Anschluss die ursprüngliche Textebene deaktivieren und die neue Textebene in den Ebenenmodus Ineinanderkopieren setzen.

Mein Endeffekt sieht dann im Übergang weicher und flüssiger aus. Hier habe ich noch als kleine Variation die Technik bei Abgeflachter Kante und Relief auf Hart meißeln gesetzt.


Nachteil an diesem Glaseffekt ist, dass ich meinen Text in der Platzierung nicht mehr ohne Weiteres ändern kann. Ändere ich die Position, so muss ich auch meine zugehörige Matrix ändern. Es gibt aber eine Möglichkeit, wie ich meinen Glaseffekttext dynamisch gestalten kann, sodass sich die Lichtbrechung jederzeit mit einer neuen Position des Textes anpasst.

2. Teil: Dynamischen Glaseffekttext erstellen

Der dynamische Glaseffekttext wird die Besonderheit haben, dass ich die Buchstaben jederzeit textlich und in der Größe ändern, aber auch den Text als Ganzes im Dokument verschieben kann. Die Lichtbrechung bleibt jederzeit erhalten und passt sich automatisch dem neuen Hintergrund an.

Als Beispieltext wird mein Text nicht ganz so reinglasig-ausgestanzt wirken wie im ersten Beispiel, sondern etwas stumpfer bis milchglasig und auf den Hintergrund aufgelegt. So seht ihr in diesem Tutorial zwei mögliche Wege, um verschiedene Glaseffekttexte zu gestalten.

Schritt 1: Neues Dokument erstellen

Ich erstelle ein neues Dokument über Strg+N in der Größe 1600x1200px. Je nach Dokumentgröße können die Einstellungen in den Fülloptionen und Filtern variieren.

Schritt 2: Hintergrundbild wählen

Ich wähle auch in diesem Beispiel das Blütenbild, in dem klare Strukturen der Blüte zu sehen sind.

Schritt 3: Text platzieren

Um einen abgerundeten Glaseffekt zu erzielen, ist es vorteilhaft, wenn die gewählte Schriftart von sich aus auch schon Rundungen enthält. Ich schreibe mit einer 640-Punkt-Army die Buchstaben PSD in einer beliebigen Farbe in das Dokument.

Schritt 4: Fläche auf 0 Prozent reduzieren

Den Flächeregler reduziere ich auf 0 Prozent. Der Unterschied zwischen Deckkraft und Fläche wird in diesem Tutorial besonders sichtbar. Während über den Deckkraftregler die Ebeneninhalte sowie Ebenenstile in der Transparenz variiert werden können, ist es mit dem Flächeregler möglich, ausschließlich den Ebeneninhalt anzusprechen. Die gewählten Ebenenstile (über die Fülloptionen) bleiben sichtbar.

Da anfänglich noch keine Fülloptionen vorgenommen wurden, ist die derzeitige Ansicht der Textebene komplette ausgeblendet.

Schritt 5: Glaseffekt einstellen

Mit mehreren Fülloptionen erreiche ich es, dass meine Buchstaben einen gläsernen Effekt erhalten. Wichtig: Je nach Dokument- und Buchstabengröße muss ich die Einstellungen in den Fülloptionen anpassen.

Schlagschatten:

Der Schlagschatten erhält eine 45%-ige Helligkeit mit folgenden Optionen:

– Füllmethode Multiplizieren

– 60 Prozent Deckkraft

Abstand 12 Pixel

Größe 10 Pixel

– halbrunde, geglättete Kontur

Der Schlagschatteneffekt:


 

Schatten nach innen:

Der Schatten nach innen erhält eine 90%-ige Helligkeit mit folgenden Optionen:

– Füllmethode Multiplizieren

– 85 Prozent Deckkraft

Abstand 15 Pixel

Unterfüllen 30 Prozent

Größe: 57 Pixel

– lineare, geglättete Kontur

Schein nach außen:

Der Schein nach außen erhält eine 20%-ige Helligkeit mit folgenden Optionen:

– Füllmethode Negativ Multiplizieren

Deckkraft: 60 Prozent

Größe 10 Pixel

– halbrunde, geglättete Kontur in einem 70%-igen Bereich

Abgeflachte Kante und Relief:

Die abgeflachte Kante innen ist hart gemeißelt. Als Variation bietet sich auch abgerundet an!

Folgende Optionen sind zu wählen:

Tiefe: 100 Prozent

Größe: 20 Pixel

Weichzeichnen: 8 Pixel

Winkel 120 Grad

Höhe 70 Grad

Tiefenmodus mit 60%-iger Helligkeit bei 40 Prozent Deckkraft

Der bisherige Effekt mit den vorgenommenen Einstellungen:

Glanz:

Der Glanz erhält eine 70%-ige Helligkeit mit folgenden Optionen:

– Füllmethode Farbig abwedeln

Deckkraft: 40 Prozent

Winkel 100 Grad

Abstand 100 Pixel

Größe 100 Pixel

– lineare, geglättete Kontur


Fertig ist der Buchstabe im gläsernen Stil. Mit Variationen in den Fülloptionen kann ich den Glaseffekt auch sehr schön individuell anpassen.

Ich habe bewusst mit Graustufen in den Ebenenstilen gearbeitet, damit der Glastext auch sehr einfach bei anderen Hintergründen angewendet werden kann, ohne dass man extra in den Fülloptionen die Farbe zur Verrechnung dem neuen Bildhintergrund angleichen muss. Die Füllmethode Farbig abwedeln im Register Glanz sorgt schon für den nötigen farblichen Pep!

Schritt 6: Matrix-Ebene für Lichtbrechung mit Verzerrung erstellen

Die Textebene dupliziere ich über den Shortcut Strg+J. Mit Strg und Klick auf das Neue Ebene-Symbol im Ebenenbedienfeld erstelle ich eine neue Ebene, die unterhalb meiner soeben duplizierten Textebene liegt. Diese Ebene fülle ich mit einem Grauton mit 60 %-iger Helligkeit.

Alle Fülloptionen bis auf Schatten nach innen werden werden in der Textebene deaktiviert. Den Schatten nach innen bearbeite ich in den Fülloptionen noch. Dort verringere ich den Helligkeitswert meines Graus auf einen Wert um die ZEILENUMBRUCH50 %, sodass der Schatten nach innen etwas kräftiger ist.

Ich markiere alle Ebenen und reduziere diese auf eine über den Shortcut Strg+E. Wichtig ist, dass nach der Reduzierung auf eine Ebene diese als Hintergrundebene angelegt ist, weil der nachfolgende Glasfilter die Matrix als Hintergrundebene benötigt. Ist die Matrix keine auf Hintergrundebene reduzierte Ebene, so wird die Brechung über den Glasfilter nicht wie gewünscht gelingen. Über das Menü Ebene>Neu>Hintergrund aus Ebene kann ich eine Transparenzebene in eine Hintergrundebene umwandeln.


Die Matrix ist erstellt. Nun speichere ich das Dokument als PSD-Datei mit Namen matrix-02-original.psd.

Schritt 7: Glasfilter mit Matrix-Struktur anwenden

Ich gehe die Schritte mit dem Shortcut Strg+Alt+Z zurück, bis ich wieder meinen ursprünglichen Bearbeitungszustand vor der Anlegung der Matrix habe.

Als Erstes dupliziere ich mit Strg+J mein zu Beginn platziertes Hintergrundbild.

Ich rufe das Duplikat auf und wähle den Verzerrungsfilter Glas. Als Struktur lade ich mir meine Matrixebene.

An den Reglern kann ich meinen Verzerrungseffekt beliebig einstellen. Ich wähle:

Verzerrung: 18

Glättung: 12


Ich bestätige mit OK. Genau an der Stelle, wo sich mein Text befindet, ist nun mein Text gebrochen. Der Glaseffekt wirkt durch die Lichtbrechung nahezu realistisch.

Damit sich der Effekt auch wirklich nur im Bereich des Textes zeigt und keine gebrochenen Ränder ergeben, wähle ich einfach den Text mit Strg und Klick auf die Ebenenminiatur im Ebenenbedienfeld aus und füge die Auswahl meinem Glasfilter als Smartfiltermaske hinzu. Dann wird der Effekt genau auf diesen Bereich beschnitten, wo er auch wirken soll.

Fertig ist der Effekt. Wem der Weg über die Matrix zu umständlich ist, kann auch einfach den Filter Schwingungen anwenden. Der Effekt ist zwar nicht wirklich optimal, reicht aber an eine authentische Lichtbrechung nahe heran.

Möchte ich meinen Text jetzt bewegen, bemerke ich, dass sich die Lichtbrechung in der duplizierten Hintergrundebene nicht mit bewegt. Das ist ärgerlich, weil ich jetzt umständlicherweise wieder eine neue Matrix anpassen müsste für die finale Platzierung meines Textes.

Schritt 8: Standardmatrix erstellen

Besser ist es, von vornherein eine Standardmatrix für diesen Effekt zu kreieren, worin alle möglichen Platzierungen des Textes gut wirken.

Ich rufe erneut meine matrix-02-original.psd auf, dupliziere den Text mehrfach und platziere die Duplikate platzdeckend im Dokument. Das kann ich, da die PSD-Datei nur aus der Hintergrundebene besteht, am schnellsten mit dem Kopierstempel machen.


In diesem Beispiel wurde einfach der PSD-Text kopiert. Es bietet sich ebenso an, einfach mit einem dunklen Pinsel bestimmte Strukturen in die Matrix zu malen, die dann später verrechnet wird. So lässt sich sicherstellen, dass im Anschluss bei der Glasverrechnung auch keine Zeichen erkennbar sind.

Anschließend speichere ich das Dokument als matrix-02-standard.psd.

Schritt 9: Glasfilter mit der Standardmatrix ausführen

Da der Verzerrungsfilter Glas als Smartfilter angewendet wurde, rufe ich diesen erneut mit Doppelklick auf. Ich aktualisiere im Filtermenü die Strukturvorgabe mit der neuen Matrixdatei matrix-02-standard.psd.

Schritt 10: Ebenenaufbau neu ordnen

Die Smartfiltermaske kann ich jetzt wieder löschen. Denn wenn sich der Text im Dokument bewegen soll, ist eine Maske zu statisch. Die Ebene mit dem neuen Filtereffekt platziere ich an unterster Stelle im Ebenenbedienfeld. Darüber liegt dann das ursprüngliche Hintergrundbild.

Die Ebene mit dem Filtereffekt muss ich dann noch von einer Transparenz- in eine Hintergrundebene umwandeln. Das mache ich über das Menü Ebene>Neu>Hintergrund aus Ebene.

Schritt 11: Ausspartechnik anwenden

Der Effekt ist aufgrund des neuen Ebenenaufbaus nicht mehr sichtbar. Im folgenden Schritt holen wir den Lichtbrechungseffekt zurück ins Bild.

Ich rufe die Fülloptionen meiner Textebene auf und aktiviere unter den erweiterten Fülloptionen eine starke Aussparung.

Nun werden alle Transparenzen im Dokument ausgehend von der Textform von der Textebene bis zur Hintergrundebene ausgespart. Es ist wie eine Art Ausstanzung im Dokument, gleichgültig, wie viele Ebenen im Dokument sichtbar sind. Die Transparenzebenen werden genau an dieser Stelle des Textes ausgeblendet. Da die Hintergrundebene keine Transparenzen kennt, wird immer an dieser Stelle der angewendete Filter der Hintergrundebene sichtbar.

So kann ich meinen Text an jede beliebige Stelle bewegen und der Lichtbrechungseffekt bleibt in den Buchstaben bestehen. Die zuvor duplizierte Hintergrundebene sorgt dafür, dass alle andere Bereiche ohne Lichtbrechungseffekt angezeigt werden.

Schritt 12: Alternative zum Aussparen: die Schnittmaske

Die Ausspartechnik ist leider nicht ganz so bekannt und für Variationen des Effekts auch etwas statisch. Es gibt aber noch eine gute Alternative, die eher zu den bekannten Gefilden Photoshops gehört und für Variationen flexibler ist: die gewöhnliche Schnittmaske.

Ich gehe mit den Shortcuts Strg+Alt+Z zurück, sodass ich die Hintergrundebene wieder zurückgewandelt in ein Smart-Objekt mit dem Smartfilter Glas erhalte. Die Aussparung deaktiviere ich in den Fülloptionen der Textebene. Die Lichtbrechungsebene, d. h. das soeben wiedergewonnene Smart-Objekt, platziere ich oberhalb der Textebene.

Mit Klick zwischen Text- und Lichtbrechungsebene im Ebenenbedienfeld lege ich eine Schnittmaske an. Gleiches kann ich auch mit dem Shortcut Strg+Alt+G erreichen.

Die Schnittmaske bewirkt, dass die Lichtbrechung zugeschnitten auf die Textebene angezeigt wird.

Sichtbar wird der Effekt, wenn ich den Flächeregler von 0 Prozent zurück auf 100 Prozent setze. Vorteil am Weg über die Schnittmaske ist auch, dass ich hier keine Hintergrundebene benötige und theoretisch die Ebene auch als Smart-Objekt mit Smartfiltern und der Möglichkeit zur verlustfreien Variation des Effekts einsetzen kann.

Schritt 13: Variationen

Variationen sind bei den Textbuchstaben sehr leicht über andere Schriftarten sowie über die Fülloptionen möglich.

Der Lichtbrechungseffekt kann im Verzerrungsfilter Glas variiert werden; das geht auch beispielsweise sehr gut mit der Vorgabe Quader. Es lassen sich auch Kräuseln oder Ozeanwellen für Brechungseffekte gut anwenden. Ist der Brechungseffekt zu schwach, wende ich den Filter einfach über Strg+F erneut auf die Ebene an.

Da der Effekt in den Fülloptionen farbneutral angelegt wurde – d. h. es wurde hauptsächlich mit grauen Werten zur Verrechnung gearbeitet sowie der Farbig abwedeln-Füllmethode unter Glanz -, können auch sehr einfach neue Hintergründe zur Schrift platziert werden. Die dann nötigen Anpassungen begrenzen sich darin, dass die Matrix im neuen Hintergrund einmalig über den Glasfilter laufen muss.

In diesem Beispiel habe ich ein neues Hintergrundbild platziert, dieses dupliziert. Das Duplikat wird auch als Schnittmaske zur Textebene angelegt. Mit Alt kann ich den Smartfilter der bestehenden Lichtbrechungsebene auf meinen neuen, duplizierten Hintergrund ziehen. So schnell ist der Effekt bei einem anderen Hintergrund angepasst.

Weitere Möglichkeiten der Variationen bestehen etwa darin, die Lichtbrechung leicht weich- oder scharfzuzeichnen. Das ist besonders bei einer Standardmatrix sinnvoll, um harte Strukturen im Effekt auszubügeln. Es reicht schon ein Weichzeichnungswert von 2 Pixel.

Statt der Weichzeichnung wirkt die Scharfzeichnung über den Smartfilter Hochpass sehr gut. In den Smartfilterfülloptionen setze ich die Füllmethode auf Ineinanderkopieren! So hole ich mir ein bisschen mehr Schärfe und Kontrast in die Brechung, wodurch der Lichtbrechungseffekt noch realistischer wirkt.

Zum Abschluss noch einmal das Ursprungsbild mit Hochpassfilter:

Das Video zum Glaseffekt für Typo und Layout findest Du hier.

Wir empfehlen:
Camera Raw-Video-Training

Jetzt bist du gefragt!

Dir hat das Tutorial gefallen? Hast du Kritik, eine Frage zu diesem Tutorial oder möchtest einfach nur ein Lob aussprechen? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar. Du kannst dieses Tutorial auch weiterempfehlen, wir sind dir für jede Unterstützung dankbar!

Unsere Empfehlung für dich

Freistellen mit Photoshop

Freistellen mit Photoshop

Du willst wissen, wie du Personen und Tiere, Haare und Felle, Gläser und Flaschen, Wolken und Feuer, Bäume und andere filigrane Objekte freistellen kannst? Dann ist das genau dein Praxis-Training!

  • 8 Stunden Video-Training - Schritt für Schritt alle Freistelltechniken ergründen
  • Geeignet für Photoshop ab CS3, komp. mit MAC, PC & Tablets (iPad)

Mit diesem Training wechselst du als Einsteiger zu den Profis!

Zum Training

Eine Antwort zu “Glaseffekt für Typo und Layout erstellen”

  1. timo sagt:

    ich finde dies schrift art nicht welche ist den noch gut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Folgende HTML-Elemente sind erlaubt:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>