Lokalkontrast erhöhen in Photoshop

Allgemein 23. November 2015 – 0 Kommentare

Der Lokalkontrast erhöht im Vergleich zum Gesamtkontrast nicht die Gradation des ganzen Bildes, sondern nur die der Kanten. So entsteht ein kontrastreicher, grafisch wirkender Look. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Bereits seit CS5 besitzt Photoshop ein super Werkzeug zum Optimieren der Kontraste. Dieses funktioniert über die lokale Kontrasterhöhung.

Schritt 1

Das Werkzeug hierzu heißt HDR-Tonung und kann wie folgt aufgerufen werden:

Schritt 2

Was macht nun die HDR-Tonung? Sie versucht, aus dem vorhandenen Bildmaterial ohne weitere Bilder einen HDR-Look zu erzeugen. Man benötigt keine Belichtungsreihe, sondern das Werkzeug erstellt den HDR-Look aus einem einzigen Bild.

Dieses Werkzeug kann auch auf das gesamte Archiv angewendet werden.

Die HDR-Tonung erhöht sowohl den Lokalkontrast als auch den Gesamtkontrast. Dieses Werkzeug stellt eine sehr gelungene Mischung aus beidem dar. Den Gesamtkontrast wollen wir hier in unserem Fall aber nicht verändern.

Ein erstes Ergebnis ist bereits nach dem Öffnen dieses Korrektur Bereiches zusehen. Diese erste Veränderung nehmen wir zunächst zurück, indem wir die Schatten wieder ein wenig aufhellen:

Schritt 3

Damit wir in etwa wieder das Ursprungsbild bekommen, ziehen wir die Toning-Kurve im Histogramm etwas hoch.

Schritt 4

Wir werden nun hauptsächlich einen Regler bedienen; dieser wird uns die gesamten Feinheiten und Strukturen aus dem Bild herausarbeiten. Es ist der Regler Detail, die Grundeinstellung ist +30 %.

Schritt 5

Nun verschieben wir den Detail-Regler auf +78 %. In der Vorher- und Nachher-Ansicht ist ein klarer Unterschied sichtbar.

Schritt 6

Feinere Abstufungen erhaltet ihr über den Radius; bei 0 Px verschwindet die vorher erreichte Verbesserung fast vollständig. Die Größe des Radius hängt davon ab, wie weit ihr die Furchen vertiefen wollt. Am besten etwas experimentieren. Grundsätzlich gilt: Je filigraner das Bild, desto kleiner der Radius und umgekehrt.

Die Stärke beeinflusst in Abhängigkeit mit dem Radius und den Details die Ausprägung. Ab einer gewissen Größe der Stärke passiert im Bild nichts mehr. Ganz häufig ist es so, dass eine Linie zwischen Radius, Stärke und Detail gezogen werden kann.

Schritt 7

Schauen wir uns doch mal an, was wir bisher geschafft haben. Der Unterschied ist schon extrem. Leider funktioniert dieser Look nur mit einer Ebene.

Schritt 8

Wenn nun mehrere Ebenen im Composing vorhanden sind, hilft folgender Trick:

• Kopieren: Alles auswählen und in die Zwischenablage kopieren.
• Zurückgehen im Protokoll auf Öffnen.
• Und zum Schluss als neue Ebene aus der Zwischenablage einfügen.

Schritt 9

Nun könnt ihr über die Deckkraft die Intensität der HDR-Ebene beeinflussen.

Schritt 10

Oder ihr könnt mit gedrückter Alt-Taste eine Ebenenmaske anlegen. Die Kombination von beiden ist natürlich am effektivsten.

Nun könnt ihr mit einem weichen weißen Pinsel (denn die Maske wurde ja durch die Alt-Taste bereits schwarz eingefärbt) die Kontraste dort hervorheben, wo diese erwünscht sind. Zum Beispiel auf dem Fels. Es muss nicht überall sein.

Schritt 11

Bei diesem Bild wurden zuerst ein paar Tonwertkorrekturen durchgeführt, nun soll der Kontrast ebenfalls erhöht werden. Denn die Wolken sehen hinterher wesentlich plastischer aus. Dies funktioniert nicht mit dem Gesamtkontrast, da sonst die Gefahr besteht, dass es „ausgefressene“ Lichter gibt und die dunkleren Stellen zu dunkel werden. Wir benötigen also einen Filter / ein Werkzeug, der/das nicht mit Helligkeitswerten in Verbindung steht, sondern aufgrund von Pixeln, also von hellen zu dunklen Pixeln, arbeitet. Hier bietet sich der sogenannte Hochpassfilter an.

Schritt 12

Wir wollen nun den Kontrast mit dem Hochpassfilter erhöhen.

Schritt 13

Wird der Hochpassfilter einfach so aktiviert, so wird das Ergebnis nur grau sein, wie in der Vorschau.

Schritt 14

Denn der Hochpassfilter erfordert zwei Dinge:

1. Ihr müsst mit dem Radius spielen.
2. Und ihr müsst den Hochpassfilter auf ein Duplikat der Ebene anwenden, warum, wird gleich ersichtlich.

Nach dem Kopieren mittels Drag&Drop auf das Ebenensymbol oder Strg+J steht die neue Ebene bereit und es kann erneut der Filter bemüht werden. Vorher wird die Ebene in einen Smartfilter umgewandelt. Das geschieht wie folgt:

Schritt 15

Nun haben wir die Möglichkeit, den Radius jederzeit abzuändern. Der Hochpassfilter wird erneut ausgewählt:

Schritt 16

Erst, wenn wir den Radius radikal nach oben ziehen, können wir die ersten Konturen erkennen.

Schritt 17

Wird der Radius zu weit nach oben gezogen, verliert der Filter seine Wirkung und es entsteht das gleiche Bild, nur mit einer Art Grauschleier.

Schritt 18

1000 Pixel sind deutlich zu viel, wir benötigen einen Radius zwischen 30 und 40 Pixeln. Also runter mit dem Wert.

Nun erscheint das Bild wie eine Art Relief, es sind Erhebungen und Vertiefungen ersichtlich. Als eine grobe Faustregel kann folgende Formel gelten: „Megapixel der Kamera * 2 = Radius“. In diesem Fall ist es eher mal drei, aber es ist ja nur eine grobe Faustregel.

Schritt 19

Nach dem Bestätigen des Hochpassfilters muss der Ebenenmodus auf Ineinanderkopieren gestellt werden.

Schritt 20

Zum Vergleich Vorher und Nachher. Die Wolken haben wesentlich mehr Grip. Der Hochpassfilter wirkt schärfend, wenn ein besonders kleiner Radius gewählt wird, so zwischen 0,1 und 5. Wird der Radius auf um die 30 Pixel hochgezogen, so wird der Kontrast geändert.

Übrigens ist der Hochpassfilter ein naher Verwandter des Unscharf-maskieren-Filters.

Schritt 21

Wir wollen uns nun den lokalen Kontrasten in einem anderen Beispiel widmen. Ausgangspunkt ist dieses Bild:

Schritt 22

Damit man den Unterschied zwischen normaler Kontrasterhöhung und lokaler Kontrasterhöhung sehen kann, dupliziere ich im ersten Schritt die Hintergrundebene. Die Kopie blende ich aus und rufe die Gradationskurven auf. Ebenfalls suche ich mir einen interessanten Ausschnitt aus.

Schritt 23

Nachdem wir die Lichter angehoben und die Tiefen/Schatten abgesenkt haben, können wir sehen, dass die Gradationskurve hier ein tolles Ergebnis geliefert hat.

Schritt 24

Jetzt aktiviere ich die kopierte Ebene und konvertiere diese Ebene mit der Funktion Für Smartfilter konvertieren, siehe Menüpunkt Filter. Anschließend wird der Filter Unscharf maskieren aufgerufen.

Schritt 25

Bilder können über diesen Filter geschärft werden, wenn der Radius unter 1 Pixel bleibt. Die Stärke der Schärfung kann durch die Stärke in % reguliert werden.

Wir wollen nun jedoch den lokalen Kontrast erhöhen. Hierzu stelle ich die Stärke auf ca. 30-38 % und gehe mit dem Radius auf ca. 115 Pixel.

Von den 115 Pixeln gehen wir dann wieder deutlich runter auf 77, mehr würde ich hier nicht machen.

Schritt 26

Die Frage ist: Wo ist denn da der Unterschied? Beides sind ja nun Kontrasterhöhungen.

Nach dem Ausblenden der Ebenenkopie wird der Unterschied deutlich. Bei der Gradationskurve ist an dieser Stelle kaum noch Zeichnung vorhanden. Besser ist da der Filter Unscharf maskieren. Der Filter Unscharf maskieren ist also die erste Wahl, um Dynamik auch an den schwierigen Stellen, wie hier im hellen Bereich, zu behalten und den Gesamtlook stark zu verbessern.

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