Objektivkorrekturen in Camera Raw

Tutorials 17. Januar 2016 – 0 Kommentare

Kein Objektiv ist frei von Fehlern, doch diese könnt ihr bereits im Raw-Konverter beseitigen. Der Raw-Konverter greift dabei auf die Metadaten der Datei zu, erkennt Kamera und Objektiv und korrigiert perfekt, ohne dass euch ein Arbeitsaufwand entsteht. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr beim Film Raw vs. Jpg dieses Grundlagentrainings.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Neben der Korrektur der Belichtung, des Lokalkontrasts, der Tiefen, Schatten und Lichter gibt es noch mehr, was ihr in Camera-Raw ziemlich gut korrigieren könnt.

Dazu öffne ich das Bild _MC_8186.cr2, auf dem ihr eine Innenraumszene seht.

Ich möchte an den Farben nicht so viel ändern. Wir könnten vielleicht das Bild netterweise mit dem Werkzeug Weißabgleich auf diesen Marmorfußboden hin neutralisieren.

Wie ihr seht, haben wir noch ein mächtiges Problem: Wir haben eine sehr starke Vignettierung hier drin, welche durch ein schlechtes Objektiv kommen könnte. In diesem Fall wurde allerdings ein richtig gutes Objektiv verwendet, diese Vignettierung kommt hier dadurch zustande, dass wir diese seltsame Beleuchtung dieser Szene haben: einen sehr hellen Spot in Form der Deckenöffnung, der einen Lichtabfall zu den Ecken hin provoziert, aber auch durch die Charakteristik des Objektivs, denn gerade bei Weitwinkeln passiert es sehr leicht, dass wir einen starken Lichtabfall zu den Kanten hin haben.

Das liegt daran, dass zum Beispiel die Ecke unten rechts im Vergleich zu dieser sehr kurzen Brennweite viel weiter vom Zentrum des Objektivs entfernt ist, als wenn ihr eine lange Brennweite verwendet, deswegen gibt es einfach einen stärkeren Unterschied zwischen Ecke und Mittelpunkt.

Schritt 3

Nun wollen wir das endlich einmal korrigieren und uns nicht über die Theorie auslassen, wie das Ganze entstanden ist. Die Korrektur findet ihr ganz einfach in den Objektivkorrekturen.

Dort seht ihr die zwei Möglichkeiten: Ihr könnt das Profil über das Häkchen bei Objektivkorrekturen aktivieren im Reiter Profil richten lassen …

… oder manuell im Reiter Manuell Korrekturen vornehmen.

In diesem Bedienfeld fällt als Erstes die Objektivvignettierung auf. Probiert die Regler mal aus.

Den Regler Stärke müsst ihr ziemlich weit nach rechts schieben, bis etwas passiert, doch dann ist es auch schon schnell überkorrigiert – die Ecke oben rechts ist zum Beispiel heller als der Bereich um das Oberlicht herum.

Dann versuche ich den Regler vom Mittenwert ein wenig nach unten, das heißt nach links zu ziehen, z.B. auf den Wert 33, und danach den Stärke-Regler wieder ein wenig nach unten zu korrigieren (z.B. auf 93) und habe dadurch schon eine verhältnismäßig coole Korrektur hinbekommen.

Das könnte ihr vergleichen, wenn ihr die Vorschau deaktiviert und wieder aktiviert.

Jetzt könnt ihr sehen, wie stark die Korrektur ausgefallen ist. So dunkel wolltet ihr das Bild sicher nicht haben, so etwas wäre vielleicht für ein Porträt angebracht, bei dem man dunkle Bereiche ganz gerne ein wenig stärker abdunkelt. Dann könnt ihr den Stärke-Regler noch weiter nach links ziehen.

Doch im Normalfall möchte man das nicht, deshalb setze ich den Stärkeregler wieder auf Null und lasse die Korrektur automatisch machen: Ich setze das Häkchen bei Objektivprofilkorrekturen aktivieren im Register Profil.

Wenn ich jetzt wieder die Vorschau aktiviere, seht ihr, dass nicht nur die Vignettierung korrigiert wurde, sondern auch noch die sogenannte Verzeichnung.

Unter Verzeichnung versteht man sozusagen die Abbildungsgradlinigkeit – man sieht, wenn man die Vorschau wieder rausnimmt, dass mein Bild irgendwie verzogen und ein wenig ausgebeult aussieht, und dass, sobald die Korrektur zum Tragen kommt, das weg ist.

Das bedeutet auch, dass Photoshop meine Kamera erkannt hat, und, was noch viel wichtiger ist, das Modell meines Objektivs: Das ist ein EF 24-70mm, in diesem Fall aufgenommen mit 24mm. Und genau darum geht es: Je weitwinkliger eine solche Aufnahme ist, desto stärker fällt normalerweise die Verzeichnung und die Vignettierung aus.

Gerade deswegen ist es am schnellsten und am einfachsten, vor allem aber auch am besten, wenn ihr ganz einfach dieses Häkchen setzt, um die Objektivprofile auf das jeweilige Bild anzuwenden.

Wenn ihr manuell danach suchen wollt, gibt es in den Auswahlfeldern von Marke und Modell auch noch ein paar andere Objektivprofile, zu welchen immer noch welche dazukommen.

Abgesehen von der automatischen Korrektur gibt es noch zwei weitere Korrekturmöglichkeiten.

Das Erste ist die Vignettierungsverstärkung, die ihr auch natürlich noch manuell dazusetzen könnt; ich habe vorher schon mal erwähnt, dass sie eben in diesem Bild auch dadurch zustande kommt, dass es in der Mitte hell ist, weil wir das gesamte Licht von oben haben. Das andere ist die Korrektur der Verzerrung, was hier nicht gebraucht wird.

Deswegen könnt ihr mit dem Regler Vignettierung noch ein wenig weiter korrigieren und zu der automatischen Korrektur von Photoshop noch einen kleinen Wert addieren, damit die Vignettierung noch ein wenig schwächer ausfällt.

Tipp:
Wenn man einen Regler schnell auf Null bzw. auf den Ausgangswert setzen will, genügt ein Doppelklick auf den Anfasser des Reglers.

Das Letzte, was ihr hier drin habt, ist die sogenannte Chromatische Aberration. Auch die kann man entfernen. Wenn ich den Haken setze, seht ihr erst mal keinen Unterschied, denn die chromatische Aberration könnt ihr nur sehen, wenn ihr sehr dicht an das Bild heranfahrt.

Ich nehme das Häkchen wieder heraus und zoome mit dem Zoomwerkzeug tief in die linke obere Ecke.

… und ein zweites Mal:

Jetzt könnt ihr sehen, was ich meine:

Die chromatische Aberration beruht auf der Tatsache, dass nicht alle Lichtfarben gleich stark vom Objektivglas gebrochen werden. Zwar versucht natürlich der Objektivhersteller da entgegenzusteuern, indem die Linsen unterschiedliche Glassorten haben, unterschiedlich weit voneinander positioniert sind, teilweise asphärisch geschliffen werden – all diesen technischen Schnickschnack machen sie schon.

Trotzdem gibt es hier Probleme – in einem solchen Bereich sieht man es deutlich, dort wird rotes Licht und das blaue Licht unterschiedlich stark gebrochen und findet deswegen auch an unterschiedlichen Stellen auf dem Chip Platz. Blöd, für uns heißt das, wir sehen diese chromatische Aberration, oder diesen chromatische Verirrrungsfehler, so kann man es, glaube ich, auch nennen.

Also ganz einfach das Häkchen in dem Kontrollfeld setzen und der Fehler ist weg. Der Grund ist, weil die Farbkanäle jetzt gegeneinander verschoben werden. Die werden so gegeneinander verschoben, dass sich diese Probleme relativ gut, in diesem Fall sogar perfekt aufheben (s. Vorher-Nachher-Bild ohne Korrektur und mit Korrektur der Aberration), und im Gegensatz zu anderen Photoshop-Versionen wird dabei erstaunlich wenig Unschärfe ins Bild gebracht.

Das Verschieben von Farbkanälen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen, führt leicht dazu, dass wir eine leichte Unschärfe kriegen, die in diesem Fall aber wirklich nicht zum Tragen kommt, da muss ich sagen, hat sich in CS6 noch mal eine Menge getan.

Auf diese Art und Weise lassen sich Bilder korrigieren im Sinne von dieser Vignettierung, die wir da vorhin hatten, und der Verzeichnung bis hin zu diesem Ergebnis, und das finde ich sehr überzeugend.

Trainer: Uli Staiger

Wir empfehlen:
Camera Raw-Video-Training

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