Schwarz-Weiß in Photoshop

Tutorials 20. Januar 2016 – 0 Kommentare

Zwar kann man einem Bild über den Befehl „Farbton/Sättigung“ einfach die Farbe entziehen, doch es gibt sinnvollere Möglichkeiten, ein SW-Bild zu erzeugen. Schaut euch an, was ihr mit dem Kanalmixer oder der Einstellungsebene „Schwarzweiß“ alles machen könnt! Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Schwarz-Weiß in Photoshop

Die Fotografie ist in einigen Jahren schon 200 Jahre alt; in den ersten 120, 130 Jahre ging es hauptsächlich um Schwarz-Weiß-Fotografie. Genau darum soll es in diesem Tutorial nun auch gehen. Die Schwarz-Weiß-Fotografie gibt es natürlich bis heute; die Farbfilme haben also die Schwarz-Weiß-Fotografie nicht verdrängt – im Gegenteil, manche haben sogar eine eigene Kunstform daraus entwickelt, dadurch, dass sie den Schwarz-Weiß-Film als das Besondere haben dastehen lassen, und viele Leute haben das kultiviert. Und ich möchte euch mal zeigen, wie man quick&dirty ohne viel Nachdenken aus einer solchen Farbdatei ein Schwarz-Weiß-Bild machen kann.

Schritt 1

Wie mache ich das nun? Es gibt mehrere Methoden; manche eignen sich zwar für die schnelle Bearbeitung, allerdings haben wir dann auch Abstriche in Kauf zu nehmen. Eine Methode für den Quick&Dirty-Weg wäre es, einfach über Bild>Modus>Graustufen zu gehen, und wir haben ein Schwarz-Weiß-Bild. Das hat einen großen Vorteil und einen großen Nachteil. Der Nachteil ist, dass uns ab genau diesem Zeitpunkt restlos alle Farbinformationen fehlen, das soll heißen, absolut gelöscht sind, und wir wirklich nur noch Hell- und Dunkelinformationen haben, die Graustufen, aus denen wir kein Farbbild mehr machen können.

Der Vorteil wäre, dass man die Dateigröße enorm verringert – denn wir löschen ja dabei zwei der drei Farbkanäle und erhalten dann einen einzigen, neutralen, den Graukanal.

Genauso ist es über den Befehl Bild>Korrekturen>Sättigung verringern. Der Name ist nicht wirklich passend, denn ihr verringert die Sättigung nicht nur, sondern ihr bringt sie auf Null. Hierbei bleibt die Dateigröße dieselbe, aber auch hier könnt ihr nicht später wieder Farbe reinbringen.

Diese beiden Methoden, speziell die zweite, zeige ich euch nur, um euch davor zu warnen; das ist so ziemlich die schlechteste Methode, denn ihr könnt bei diesen beiden Methoden die Farbtöne nicht beeinflussen, also nicht beeinflussen, welcher Farbton im Bild welchen Grauwert hinterlässt. Insofern: Die erste Methode hat in gewisser Weise ihre Berechtigung darin, dass sie zumindest die Dateigröße verringert, die zweite aber, Sättigung verringern, solltet ihr einfach nicht anwenden, wenn ihr ernsthaft Schwarz-Weiß machen wollt. Trotzdem: Ihr habt zwei einfache Methoden kennengelernt; wem das reicht, der kann die natürlich nehmen, aber: Seid vorsichtig damit.

Photoshop besitzt zwei wirklich tolle Werkzeuge, um aus einem Farbbild ein Schwarz-Weiß-Bild zu erstellen, die ich euch gleich vorstellen werde. Schon bei der Aufnahme selbst lohnt es sich aber, in Schwarz-Weiß zu denken. Wir müssen uns vielleicht schon zuvor überlegen: Wie stark kommen die Kontraste in hell und dunkel rüber, welches Motiv eignet sich besonders? Mit der Zeit weiß man dann einfach: Wann wirkt ein Bild aufgrund der Farbe und wann aufgrund der Kontrastverhältnisse und Linien?

Ich habe hier einmal ein wunderbares Beispiel dazu gefunden, mit dem wir auch gleich direkt beginnen können. Dieses Bild könnte ganz genauso gut oder sogar besser als Schwarz-Weiß-Bild wirken.

Warum ist das so? Wir haben hier ganz viele gerade Linien, im Treppenaufgang viele filigrane Linien, und für den Himmel brauchen wir nicht unbedingt die Farbe, um zu erklären, dass das der Himmel ist; das weiß man auch so. Genauso wie dieser Steg: Das ist ein schon ein wenig ausgebleichtes Holz, ein von der Sonne angestrahlter Beton vermutlich, und wenn wir da jetzt die Farbe reduzieren, dann wird jeder trotzdem den Steg erkennen, das Geländer, und auch das Meer wirkt nicht aufgrund seiner Farbe, im Gegenteil; dieses Bild ist für mich eines der perfekten Schwarz-Weiß-Motive schlechthin.

Der erste Weg, um nun zu einem Schwarz-Weiß-Bild zu kommen, geht über die Korrekturenpalette mit dem Kanalmixer, den man für Freistellungen verwenden kann.

Schritt 2

Dann öffnet sich dieses Fenster dazu:

Schritt 3

Bisher ist das Bild noch nicht umgewandelt, dies können wir jetzt aber mit einem Klick bewerkstelligen: Wir setzen einfach einen Haken in die Checkbox bei Monochrom und das Bild verwandelt sich in ein Schwarz-Weiß-Bild.

Schritt 4

Wir bekommen jetzt eine leichte Unterbewertung des Blau-Kanals und eine leichte Überbewertung des Grün- und Rotkanals, was damit zu tun hat, dass der Blau-Kanal sehr häufig bei den meisten Bildern relativ grob und fleckig aussieht.

Schritt 5

Der Gesamtwert liegt jetzt bei 100 %. Diesen Wert solltet ihr möglichst immer einhalten, wenn ihr die einzelnen Werte verändert. Für das Feintuning können wir nun an den einzelnen Reglern noch ein wenig variieren, je nach Geschmack können wir dann die Einstellungen wählen. Die 100 % können wir uns als Richtlinie merken, zumindest annähernd, bei + / – ein paar Prozent ist es auch noch völlig in Ordnung. Sollten dann doch mal ein paar Prozent fehlen, damit wir auf die 100 % kommen, gibt es noch die Möglichkeit, dieses Defizit über den Konstante-Regler auszubalancieren.

Wie gesagt, es muss nicht genau 100% glatt erreicht werden, aber annähernd sollte es so sein. Wunderbar können wir z.B. so mit dem Blauregler viel mehr Dynamik in unseren Himmel bekommen den wir nun ein wenig dunkler bekommen können, jedoch immer den Wert von 100% nicht aus den Augen verlieren und immer ein wenig an dem Mischverhältnis spielen.

Schritt 6

Wir nehmen für die nächste Möglichkeit ein neues Bild. Die zweite Möglichkeit ist es, über die Korrekturenpalette eine Schwarzweiß-Einstellungsebene zu erstellen.

Schritt 7

Diesmal müssen wir keine Checkbox anwählen, aber wir können nun sehen, wie wichtig es ist, dass wir die einzelnen Kanäle auswählen und bearbeiten können. Das Bild ist schon umgewandelt in Schwarz-Weiß, allerdings wirkt es bisher nur einheitlich grau. Der Himmel ist eine Masse und auch das Schiff ist nicht mehr rot-weiß-grün, sondern aus wie aus einer einzigen Farbe gestrichen.

Schritt 8

Dem können wir aber entgegenwirken, indem wir in diesem Fall den Rotregler ein wenig dunkler ziehen und den Grünregler ein wenig heller ziehen und schon haben wir den Eindruck erschaffen, dass es zwei verschiedene Farben sind.

Schritt 9

Noch einen Schritt leichter haben wir es, wenn wir das Handsymbol aktivieren:

Schritt 10

Und nun mit dem Cursor zu der von uns zu ändernden gewünschten Farbe gehen und mit gedrückter Maustaste entweder einer Rechts- oder Linksbewegung machen, um die Tonung anpassen zu können.

Schritt 11

Diese Methode eignet sich auch wunderbar, um den Himmel wieder ein wenig mit Kontrast zu versehen. Wir klicken in den vermeintlichen Blauton, ziehen bei gedrückter Maustaste den Pfeil nach links und es dunkelt sich alles ab, was zuvor blau gefärbt war.

Im Ganzen betrachtet sieht unser Bild nun so aus und wir können dank der leichten, aber dennoch wichtigen Unterschiede in der Helligkeit der Graustufen verschiedene Farben erkennen. Und der große Vorteil dieser Methode ist es, dass keinerlei Farbinformationen aus dem Bild verloren gehen, sie sind alle noch vorhanden und wir haben uns somit die Möglichkeit offengehalten, dieses Bild später noch einmal in Farbe zu gestalten.

Trainer: Uli Staiger

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