Kontrast bearbeiten in Photoshop

Tutorials 25. Januar 2016 – 0 Kommentare

In diesem Video-Training erfahrt ihr, wie man den Gesamtkontrast eines Bildes ändert, ohne dabei Tonwerte zu vernichten. Sowohl das Gradationskurvenwerkzeug als auch die Tonwertkorrektur sind sehr nützliche Werkzeuge, um zu flau oder zu kontrastreich geratene Bilder zu reparieren. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks

1. Gradationskurven

Mit den Gradationskurven kann man ganz wunderbar Tonwerte wieder „geradebiegen“.

In unserem Beispielbild seht ihr, dass aufgrund der großen Entfernung zwischen Fotograf und Ballon keine wirklich dunklen Tonwerte mehr vorhanden sind und auch die übrigen Tonwerte könnten an der einen oder anderen Stelle etwas heller sein. Anders ausgedrückt: Das Bild ist äußerst kontrastarm und bedarf einer dringenden Überarbeitung.

Dafür öffnen wir über Korrekturen>Gradationskurven eine Einstellungsebene, auf der wir die notwendigen Änderungen vornehmen können.

1.1. Schwarzpunkt – Mitteltöne – Weißpunkt

Da seht ihr 3 Pipetten, die ihr vielleicht auch aus der Tonwertkorrektur kennt und die tatsächlich verwandt sind. Sie funktionieren genau gleich. Damit kann man den Schwarzpunkt, den Weißpunkt und einen Graupunkt setzen und alles definieren, was schwarz, weiß und neutral sein soll.

Das ist natürlich nicht in jedem Fall sinnvoll: Wenn ihr beispielsweise ein Bild habt, das eigentlich alle Tonwerte, alle Lichter und Tiefen, beinhaltet, wie das linke hier, da möchte ich keinen Schwarz- oder Weißpunkt setzen, weil der Kontrast eigentlich verringert werden muss.

Soll der Kontrast hingegen erhöht werden, wie beim rechten Bild, dann gibt es zwei Methoden, die ich euch im Folgenden zeigen möchte.

Um einen Schwarzpunkt zu setzen, zoome ich erst mal etwas näher ins Bild hinein. Dann aktiviere ich die obere Pipette, die für den Schwarzpunkt zuständig ist.

Den Schwarzpunkt setze ich an der Stelle im Bild, wo ich keine Zeichnung mehr haben möchte. Das soll der dunkelste Punkt in meinem Bild werden.

Jetzt möchte ich noch den hellsten Punkt im Bild finden. Der müsste am oberen Ballon irgendwo sein, aber ehrlich gesagt, heller als das, was wir hier haben, soll es auf gar keinen Fall werden. Das soll auf keinen Fall die Zeichnung wegnehmen.

Im Histogramm kann man es auch ganz schwach sehen, dass die Tonwerte in den hellen Bereichen eigentlich vorhanden sind.

Deshalb belassen wir das in diesem Sonderfall einfach so und verzichten auf den Weißpunkt.

Jetzt möchte ich noch einen Punkt festlegen, der neutral sein soll. Das fällt mir in diesem Fall ein wenig schwer, weil dieser Ballon so bunt ist. Man könnte sagen, in dem weißen Werbebanner müsste der neutrale Punkt zu finden sein, und ich versuche es einfach mal.

Ich aktiviere die mittlere Pipette und klicke damit in den Banner hinein (links), denn Weiß sollte schließlich Weiß sein. Aber dieser Klick führt dazu, dass das Weiß etwas gelblich wird (Mitte).

Deshalb nehme ich besser eine andere Ecke, klicke hinein (Mitte) und dann haben wir an dieser Stelle wieder einen neutralen Ton (rechts).

Und damit habe ich zumindest mal den Schwarzpunkt festgelegt. Und ich habe auch festgelegt, wie die Aufnahme neutral werden soll. Nämlich am Ballon oben rechts, da, wo es Grau sein sollte.

Das Ergebnis kann uns allerdings noch nicht wirklich überzeugen.

Das Problem ist aber leicht behoben: Sobald ich die Deckkraft auf etwa 50% reduziere und das Ganze somit zwischen dem ursprünglichen Bild und meiner leichten Überregulierung platziere, sieht das schon viel besser aus.

Im Vergleich zu unserem Ausgangsbild, das wie durch ein Milchglas fotografiert wirkt, sieht unser korrigiertes Bild doch sehr gut aus.

1.2. Kurvenwerkzeug

Eine andere Möglichkeit, den Kontrast in unserem Bild zu erhöhen, ist, die Gradationskurve „aufzusteilen“ bzw. die Lichter heller zu machen und die Schatten ein wenig tiefer.

Um zu sehen, was wir tun, blenden wir die zuvor erstellte Einstellungsebene aus und legen über Korrekturen eine weitere Gradationskurve an.

Jetzt verwenden wir das Kurvenwerkzeug, das auch gleich automatisch angewählt ist, und verändern die Kurve im Histogramm so, dass wir sie im helleren Bereich (rechts) höher ziehen und die Schatten (links) ein wenig tiefer.

Wir erhalten ein ähnlich gutes Ergebnis, wobei die Änderungen mit dem Pipette-Werkzeug (links) etwas farbneutraler daherkommen.

1.3. Das Hand-Werkzeug

Anders verhält es sich bei unserem nächsten Beispielbild. Zwar sind die Lichter und auch die Schatten ausreichend vorhanden, aber es sollte ein wenig mehr Zeichnung in diesen Bereichen sein. Deshalb nutzen wir jetzt eine dritte Möglichkeit, den Kontrast mithilfe der Gradationskurven zu verändern.

Dafür öffnen wir über Korrekturen>Gradationskurven erneut eine Einstellungsebene und aktivieren dieses Mal das Hand-Werkzeug, das uns erlaubt, exakt die Tonwerte zu verändern, die wir auch verändern wollen.

Wir klicken nun in den dunklen Bereich rechts im Bild und ziehen bei gedrückter Maustaste ein Stück weiter nach oben, um die dunklen Tonwerte aufzuhellen. Am Histogramm der Kurve können wir erkennen, welche Tonwerte genau wir verändern.

Ähnlich verfahren wir im hellen Tonwertbereich, um die Zeichnung des Hintergrundes zu verstärken.

Bei der Wahl des Ausgangspunktes müssen wir allerdings aufpassen: Entscheiden wir uns für einen Punkt aus den hellsten Tonwerten, wird unser gesamtes Bild einfach nur grauer.

Deshalb wählen wir einen Bereich der Fenster, wo der Hintergrund noch schemenhaft zu erkennen ist, klicken und ziehen mit gedrückter Maustaste nach unten, um die Tonwerte so weit abzudunkeln, bis von der Hintergrundzeichnung etwas mehr zu sehen ist.

Dadurch verliert das Bild dann zwar etwas an Kontrast – was man auch an der Kurve im Histogramm sehen kann, die jetzt anti-S-förmig gebogen ist, …

… aber die Zeichnungen in den Schatten und Lichtern sind nun deutlich besser erkennbar:

2. Tonwertkorrektur

Alles, was in Photoshop als Bild angezeigt wird, ist aus sogenannten Pixeln aufgebaut. Das ist nichts Neues, aber trotzdem müssen wir natürlich immer schauen, dass die Pixel im richtigen Helligkeitsverhältnis zueinander stehen. Das passiert natürlich zuerst beim Fotografieren, da muss ich schauen, dass die Belichtung stimmt und ungefähr das wiedergibt, was ich gesehen habe. Das ist in diesem Bild eigentlich schon ganz gut gelungen.

Im Nachhinein gibt es aber auch noch eine Reihe von Möglichkeiten, Tonwerte zu verändern, Tiefen aufzuhellen, Lichter anzupassen, usw. Angefangen bei der RAW-Konvertierung über die Gradationskurven bis hin zur Tonwertkorrektur.

Und die Tonwertkorrektur wollen wir uns im Folgenden etwas genauer anschauen. Wir rufen sie über Korrekturen>Tonwertkorrektur auf.

Natürlich könntet ihr die Tonwertkorrektur auch über das Menü Bild>Korrekturen>Tonwertkorrektur aufrufen, aber dann wird keine eigene Einstellungsebene angelegt und die brauchen wir hier.

Angenommen, ihr wollt nur wissen, wie die Tonwerte aussehen, dann braucht ihr diese neue Einstellungsebene natürlich nicht. Dann reicht es, wenn ihr das Histogramm direkt über das Symbol in der Leiste anklickt. Ist euch die Ansicht zu klein, könnt ihr auch die Erweiterte Ansicht anwählen.

Das Histogramm zeigt in der Einstellung Kanal: Farben auf Anhieb verschiedene Kanäle an:

Nur da, wo Grau-Grün ist, sind sämtliche Kanäle zu sehen. Da, wo nur Rot zu sehen ist, ist der Rotkanal ziemlich stark, wo wir Gelb sehen, sind es der Rot- und der Grünkanal, und ähnlich ist es bei Blau: Oben sehe ich nur Cyan, da ist der Cyankanal, und unten links, wo Blau ist, sind der Cyan- und der Rotkanal.

Ihr seht, dass das also ganz gut übereinanderliegt.

In den Lichtern (rechts) haben wir einen leichten Überhang von Gelb und Rot und das spiegelt die Tatsache wider, dass wir hier sehr warme Farben haben, vor allem in den hellen Fassaden, weil die Sonne kurz vor dem Untergang ist. Das kann man auch am Histogramm ablesen.

Man könnte sogar daran ablesen, dass wir höchstwahrscheinlich eine Fernaufnahme haben, also eine Aufnahme, die von weit weg gemacht wurde. Denn wie ihr auf der linken Seite sehen könnt, sind da keine Tonwerte vorhanden.

Um das besser zu erklären, stelle ich den Kanal mal auf RGB, denn da habe ich sämtliche Farbtöne auf einmal und wir sehen das ganz gut:

Links fehlen uns Farbtöne, da sind einfach keine da. Und das ist typisch für eine Fernaufnahme, denn der Dunst schluckt dunkle Tonwerte. Ich sehe natürlich schon noch, dass die Straße dunkel ist, aber ich sehe nicht mehr viel von dem Schwarz, denn ich habe aus etwa 700-800 m Entfernung fotografiert und zwischen mir und der Straße befindet sich eine Menge Dunst. Dunst ist hell. Hell schluckt dunkel und deshalb kann das im Histogramm auch nicht auftauchen.

Spätestens, wenn ich daran etwas ändern und die Lichter (rechts) und die Tiefen (links) stärker ausgeprägt haben möchte, müssen wir in die Tonwertkorrektur einsteigen.

Um nun in unserem Bild die Schatten wiederherzustellen und die Lichter ein bisschen anzupassen, wählen wir als Werkzeug die Tonwertkorrektur über Korrekturen>Tonwertkorrektur und bekommen auf diesem Weg automatisch eine Einstellungsebene.

Die Tonwertkorrektur bietet uns hier schon einige Möglichkeiten an: Wir könnten uns einfach aus den Vorgaben („Presets“) von Photoshop etwas aussuchen, aber diese Voreinstellungen sind nur Vorschläge von Photoshop, was bei den meisten Bildern möglich sein könnte. Ihr könnt die eine oder andere mal ausprobieren, aber uns wird keine dieser Einstellungen genügen.

Alternativ bietet Photoshop auch noch die Auto-Optionen. Die finde ich über das Icon oben rechts und klicke sie an:

Ich probiere alle Vorschläge mal aus, zum Beispiel Schwarzweiß-Kontrast verbessern. Sobald ich die Option anwähle, wird das sofort aufs Bild angewendet. Allerdings laufen da die Schatten zu.

Ich wähle Kontrast kanalweise verbessern. Das ist sehr interessant, denn hier erkennt Photoshop den Gelbstich im Bild und entfernt ihn sofort.

Das ist natürlich für unser Motiv etwas kontraproduktiv, denn den Gelbstich möchte ich ja wegen der Abendstimmung haben.

Photoshop versucht bei der dritten Option Dunkle und helle Farben suchen, einen Ausgleich zwischen hellen und dunklen Farben hinzubiegen. Dass also sowohl der hellste als auch der dunkelste Ton im Bild zu finden sind. Und damit steigt natürlich auch der Kontrast an.

Und als letzte Option haben wir noch Helligkeit und Kontrast verbessern. Das ist die übliche Art und Weise, wie die Auto-Korrektur durchgeführt wird.

Dennoch bin ich der Meinung, dass wir das mit anderen Methoden noch besser hinbekommen.

Ich mache das also von Hand und bewege zuerst den linken Schieberegler für die Schatten ein Stück nach rechts. Zu viel darf es natürlich nicht sein, denn sonst „saufen mir die Schatten ab“, wie man so schön sagt.

Also bewege ich den Regler ein klitzekleines Stückchen nach rechts und drücke dann gleich auch noch die Alt-Taste, während ich langsam weiterschiebe.

Das Bild wird weiß. Erst, wenn ich ein Stück weiter nach rechts schiebe, sehe ich allmählich, wo die Schatten zulaufen. Je weiter ich den Regler zur Mitte hin schiebe, umso mehr wird schwarz im Bild (siehe oben). Das will ich natürlich nicht.

Ich versuche also, so zu korrigieren, dass die Schatten tiefer werden, aber nirgendwo zulaufen, d.h., ich schiebe den Regler nur so weit, wie das Weiß keine Flecken bekommt. Hier lasse ich ihn beim Wert 21 stehen.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Das Gleiche versuche ich jetzt noch mit den Lichtern, wobei ihr da schon am Histogramm seht, dass es auf dieser Seite nicht ganz so einfach gehen wird. Trotzdem wollen wir es in den Lichtern ein klein wenig heller haben.

Ich schiebe den Regler bei gedrückter Alt-Taste leicht nach links und sehe, dass da schon sehr schnell Teile ausfressen. Und wenn wir noch weiter zur Mitte hinfahren, dann wären all das die Tonwerte, die dann nicht mehr vorhanden sind:

Am Himmel darf natürlich überhaupt nichts passieren und auch in den Fassaden ist zu viel weggebleicht.

Ich gehe mal nur so weit, dass wirklich nur vereinzelt Fenster ausfressen, denn die reflektieren die Sonne und deshalb ist es nicht ganz so schlimm, wenn da etwas passiert:

Ich lasse den Regler auf 143 stehen und lasse die Alt-Taste los, um zu sehen, wie das Bild jetzt aussieht …

Das sieht gut aus. Dieser Grauschleier, der zu Beginn über dem Bild lag, der ist jetzt auch verschwunden.

Und wenn ihr – so wie ich jetzt – anschließend findet, dass das Bild insgesamt noch ein klein wenig zu dunkel ist, dann könnt ihr das über den mittleren Schieberegler verändern. Ich schiebe diesen ganz vorsichtig nach rechts, auf den Wert 1,07. Das genügt schon.

Was man relativ selten braucht, ist die Skala unter der Kurve. Damit kann man ganze Tonwerte wegschneiden.

Ich könnte also dunkle Werte wegschneiden, indem ich den linken Regler Richtung Mitte ziehe. Ebenso könnte ich helle Tonwerte wegschneiden, indem ich den rechten Regler Richtung Mitte ziehe.

Wenn ich es übertreibe und die beiden Regler sich dann auf einem Punkt in der Mitte treffen, dann bleibt ein reines Graubild.

Oder wenn ich es noch weiter übertreibe und den schwarzen Regler entgegengesetzt ganz nach rechts und den hellen Regler ganz nach links ziehe, dann bekomme ich ein Negativ.

So funktioniert diese Skala, aber die werdet ihr wahrscheinlich relativ selten brauchen.

Das meiste, was ihr macht, stellt ihr oben in der Kurve ein. Entweder mit der Auto-Korrektur oder ihr drückt die Alt-Taste beim Verschieben der Regler. Dann wisst ihr immer, wann ihr gerade dabei seid, einen Tonwert auszublenden bzw. Schatten zulaufen zu lassen und wann nicht.

Unser Bild sieht nach Abschluss dieser Bearbeitung so aus:

Trainer: Uli Staiger

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