Füllmethoden in Photoshop

Tutorials 28. Januar 2016 – 0 Kommentare

Füllmethoden verrechnen die Pixel übereinanderliegender Ebenen miteinander. Die Methode „normal“ stellt die Pixel der darüberliegenden Ebene dar, wie sie sind, alle anderen berechnen nach unterschiedlichen Algorithmen verschiedene visuelle Effekte. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Vielleicht habt ihr im Zusammenhang mit Ebenen schon einmal das Wort Füllmethode gehört. Damit kann man erst einmal nicht so viel anfangen, weil man nicht weiß, was da gefüllt werden soll. Und immer dann, wenn man nur eine einzige Ebene hat – so wie ich hier beispielsweise nur eine Hintergrundebene – dann gibt’s noch gar nichts mit diesen Füllmethoden anzufangen, denn man kann sie noch gar nicht verändern. Füllmethoden beschreiben, wie zwei Ebenen miteinander verrechnet werden. Und wenn ich nur eine Ebene habe, dann kann ich sie natürlich auch nicht mit irgendwas verrechnen.

Schritt 1

Hier oben, in diesem im Moment noch grauen Fenster, wo man noch nichts anklicken kann, genau dort kann ich diese sogenannten Füllmethoden einstellen. Dazu habe ich mir mal diese Aufnahme herausgesucht, an der ich euch zeigen möchte, was man beispielsweise mit Füllmethoden anrichten bzw. ausrichten kann. Man kann auch viel damit anrichten, man kann ziemlich großen Schaden damit anrichten, aber ich möchte euch hier eher zeigen, wie man damit sinnvoll arbeiten kann.

Schritt 2

Es gibt eine Unzahl von Möglichkeiten, mit diesen Dingern umzugehen, aber das Prinzip möchte ich an diesen drei Aufnahmen, die ihr hier seht, demonstrieren.

Schritt 3

Also wie gesagt, eine Hintergrundebene kann noch nicht mit einer Füllmethode belegt werden. Sobald ich diese aber dupliziere, indem ich sie auf das Ebenensymbol ziehe (1), habe ich zwei Ebenen und kann nun plötzlich etwas einstellen. Und jetzt kann ich euch nur eines raten: Probiert damit mal ein bisschen rum, bis ihr so langsam begriffen habt, worum es geht (2).

Schritt 4

Beispielsweise könnt ihr das mal auf Aufhellen stellen. Und dann seht ihr, da passiert gar nichts. Auf Negativ multiplizieren passiert aber genau das, was ich an diesem Beispiel zeigen wollte, denn wir haben hier eine klassische Unterbelichtung. Eine Unterbelichtung kann man damit in den Griff bekommen, dass man eine unterbelichtete Ebene dupliziert und diese Kopie mit der Füllmethode Negativ multiplizieren verrechnet. Und schon haben wir hier die perfekte Belichtung.

Schritt 5

Das Gleiche können wir uns auch einmal mit einer Überbelichtung ansehen. Da geht das genauso. Auch da kann man mit Füllmethoden arbeiten. Das Vorgehen ist genau das Gleiche. Erst einmal muss ich diese Ebene duplizieren und dann kann ich anfangen herumzuspielen.

Schritt 6

Oder, wenn ihr euch gerade gemerkt habt, was ich bei der Unterbelichtung gemacht habe, nämlich Negativ multipliziert, dann müsste es bei einer Überbelichtung genau umgekehrt funktionieren, also mit der Füllmethode Multiplizieren. Das testen wir jetzt einfach und – die Aufnahme ist richtig belichtet.

Schritt 7

Das finde ich toll. In diesem Fall würde ich zwar sagen, dass es vielleicht ein bisschen zu viel war. Da hätte unser Bild ein bisschen weniger vertragen können, aber diese Füllmethoden lassen sich nun mal nicht „nur ein bisschen“ anwenden. Die wendet man entweder an oder nicht. Aber die Deckkraft, die danebensteht, die sorgt natürlich dafür, dass die obere Ebene nicht mehr zu 100% mit der darunter verrechnet wird, sondern wie hier gerade mal mit 74%.

Schritt 8

Das sind gerade mal zwei von ganz ganz vielen Füllmethoden, die es gibt. Probiert es einfach aus. Ihr werdet feststellen, dass vieles nicht funktioniert oder unsinnig ist, aber ihr bekommt auf jeden Fall ein Gefühl dafür, wenn ihr mit diesen verschiedenen Füllmethoden arbeitet.

Ihr könnt euch jetzt schon einmal merken: Eine Überbelichtung wird mit Multiplizieren korrigiert und eine Unterbelichtung wird mit Negativ multiplizieren korrigiert.

Schritt 9

Jetzt gibt es noch eine Gruppe von Füllmethoden, die ich euch sehr ans Herz legen möchte. Dazu gucken wir uns mal dieses Bild „Kontrast“ an. Jetzt stellen wir fest, dass wir hier sowohl eine leichte Überbelichtung (links oben), als auch eine Unterbelichtung haben. Eine solche Belichtung kann man nicht einfach dadurch korrigieren, dass man eine Füllmethode wählt, die plötzlich alles gut macht. Das geht natürlich nicht.

Schritt 10

Ich möchte mal diese ganz leichte und nur sehr partiell vorhandene Überbelichtung außer Acht lassen und euch zeigen, wie man eine Unterbelichtung partiell korrigieren kann. Dazu muss ich in diesem Fall die Ebene nicht duplizieren, sondern ich lege eine ganz neue Ebene an und gebe dieser Ebene über Bearbeiten>Fläche füllen einen Grauwert von etwa 50%. Die Deckkraft steht auf 100%. Das bedeutet, die Farbe ist auf jeden Fall zu 100% aufgetragen – diese liegt zwischen Schwarz und Weiß genau in der Mitte – ein 50-prozentiges Grau bzw. der Tonwert 128.

Schritt 11

Jetzt haben wir alles hübsch zugekleistert mit dieser Farbe und ihr fragt euch „Was soll das?“, aber sobald wir jetzt wieder eine ganz bestimmte Füllmethode nehmen, verschwindet das Grau wieder. Und zwar muss es eine dieser fünf Methoden sein: Ineinanderkopieren, Weiches Licht, Hartes Licht, Strahlendes Licht oder Lineares Licht. Diese Füllmethoden sorgen dafür, dass das Grau unsichtbar ist.

Schritt 12

Dann fragt ihr euch sicher „Was haben wir denn jetzt gewonnen, wenn das Grau überhaupt nicht sichtbar ist?“, und da kann ich nur sagen: Im Moment habt ihr dadurch natürlich noch nichts gewonnen. Aber sobald ihr jetzt anfangt – beispielsweise mit Weiß –, in eurem Bild zu malen, seht ihr, dass ihr nicht weiße Farbe, sondern Aufhellungen ins Bild malt. Als Deckkraft nehme ich mal fünf oder sechs Prozent und male mit meinem Pinsel Licht ins Bild. So kann ich eine partielle Unterbelichtung wunderschön aufhellen.

Schritt 13

Ich hatte ja von fünf Methoden gesprochen. Hier hatte ich jetzt Strahlendes Licht genommen. Zum Beispiel Ineinanderkopieren funktioniert im Prinzip genauso, nur ein wenig schwächer. Probiert aus, welche dieser fünf Methoden sich am besten eignet. Für die Aufhellung dieses Bildes, das ich euch geöffnet habe, funktioniert Strahlendes Licht am besten, aber ihr werdet da nicht umhinkommen, ein bisschen zu experimentieren. Merkt euch auf jeden Fall, dass ihr mit einer dieser fünf Füllmethoden Unterbelichtung ohne Probleme partiell korrigieren könnt.

Trainer: Uli Staiger

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