Regen bauen in Photoshop

Tutorials 1. Februar 2016 – 0 Kommentare

Regen zu erzeugen, ist mit dem Rauschenfilter und dem Bewegungsunschärfefilter nicht schwierig. Da die Regentropfen auf einer grauen Ebene erzeugt werden, ist die Technik obendrein non-destruktiv. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Die Wetterbedingungen in Photoshop zu ändern, ist nicht besonders schwer. Jedoch wird schnell übersehen, dass in solchen Composings die Stimmung des Bildes optimalerweise an die beabsichtigten Bedingungen angepasst werden sollten, in diesem Fall also an Regenwetter. Wie das geht, zeige ich euch in diesem Tutorial.

Das ist unser Originalbild:

Schritt 1 – Bildstimmung anpassen

Als Erstes wollen wir die Grundstimmung des Bildes anpassen, sodass es nach einem grauen Regentag aussieht. Hierzu fügen wir ein Bild mit Regenwolken in unsere Datei ein.

Das einzufügende Bild sollte gleich groß sein. Dann können wir mit dem Verschieben-Werkzeug (siehe roter Pfeil) und bei gedrückter Shift-Taste die Regenwolken einfach in unser Bild ziehen.

Als Nächstes gehen wir an den Ebenenmodus (siehe roter Pfeil) der frisch eingefügten Wolken-Ebene, um das gewünschte schlechte Regenwetter zu erstellen.

Hierzu klicken wir, bei ausgewählter Ebene, auf das Feld für den Ebenenmodus und wählen den Modus Multiplizieren.

Obwohl die Wolken nun auch die Häuser überlagern, muss dies nicht unbedingt weiter bearbeitet werden. So sieht es nach Nebelwolken aus, die das Gesamtbild nicht negativ beeinträchtigen.

Der einzige Schönheitsfehler ist in der unteren Bildhälfte der im Hintergrund durchscheinende Horizont des Wolkenbildes, der eine unschöne Linie im Gesamtbild hinterlässt:

Dies beheben wir aber schnell, indem wir einfach über Bearbeiten>Transformieren die Option Skalieren auswählen …

TIPP: Es ist von Vorteil, die Bilddarstellung vor der Durchführung dieses und des nächsten Schritts etwas zu verkleinern.

… und die Ebene nach unten ziehen, bis die Horizontlinie des Wolkenbildes verschwunden ist.

Schritt 2 – Eine Ebene für Regen anlegen

Um nun Regen in unser Bild zu bekommen, erstellen wir als Erstes eine neue Ebene. Dazu klicken wir das Symbol Neue Ebene erstellen unten rechts an.

Als Nächstes füllen wir die neue Ebene mit 50-prozentigem Grau. Hierzu wählen wir über Bearbeiten die Option Fläche füllen

… und wählen bei Inhalt–Verwenden>50% Grau.

Den Ebenenmodus stellen wir auf Ineinanderkopieren:

Nun haben wir die erste Regenebene erfolgreich angelegt.

TIPP: Die Ebenen von Anfang an richtig benennen!

Schritt 3 – Regen erstellen mithilfe von Filtern

Da wir jetzt eine Ebene für den Regen haben, wird es Zeit, auch den Regen zu erstellen. Dies realisieren wir mithilfe diverser Filter.

Zunächst konvertieren wir die Ebene „Regen“ für Smartfilter. Das ist wichtig, um die angewandten Filter nachträglich bearbeiten zu können.

Hierzu wählt ihr Filter>Für Smartfilter konvertieren.

Dann wenden wir einen Rauschfilter auf die Ebene an, um den Regen zu erzeugen. Über Filter>Rauschfilter>Rauschen hinzufügen… öffnen wir das entsprechende Einstellungsfenster.

Die voreingestellte Stärke von ca. 23% ist in unserem Fall völlig in Ordnung, es kann aber gerne mit verschiedenen Einstellungen experimentiert werden. Wichtig ist nur, dass über die Stärke nicht die Größe, sondern der Kontrast der Punkte geregelt wird. Möchte man größere Punkte, würde man dies über die Ebenenskalierung anpassen.

Da Regen nicht bunt ist, müssen wir in der Checkbox noch ein Häkchen bei Monochromatisch setzen, bevor wir die Einstellungen mit Klick auf OK anwenden.

Schritt 4 – Regentropfen anpassen

Nachdem wir nun die Regentropfen erstellt haben, müssen wir diese noch etwas anpassen und in die Länge ziehen. Wenn wir uns nämlich vorstellen, wir würden ein solches Bild real fotografieren, dann würden wir eine längere Belichtungszeit verwenden. Während dieser legt der Regen eine bestimmte Strecke zurück und die Tropfen sehen dann aus wie Fäden, was wir selbstverständlich auch hier darstellen wollen.

Das erreichen wir mit einem Unschärfefilter: Über Filter>Weichzeichnungsfilter wählen wir Bewegungsunschärfe… aus.

Bei den Einstellungen der Bewegungsunschärfe wählen wir – für eine Unschärfe von oben nach unten – einen Winkel zwischen 85° und 95° aus. Idealerweise sollte der Winkel nämlich nicht 90° betragen, da Regen nur selten genau senkrecht fällt.

Bei Abstand tragen wir einen Wert von 36 Pixeln ein. Hier gilt: Je höher der Wert, desto länger die Regentropfen (was einer längeren Belichtungszeit entspräche). Natürlich können auch hier nach eigenem Geschmack verschiedene Werte ausprobiert werden.

Schritt 5 – Regen weiter verfeinern

Nun haben wir schon ansehnlichen Regen erstellt. Trotzdem können wir noch ein paar Feinheiten anpassen. Da jetzt noch viele dunkle Linien vorhanden sind, kann man die Regenschnüre noch nicht so gut voneinander unterscheiden.

Das können wir aber über den Ebenenstil korrigieren. Diesen öffnen wir, indem wir die Ebene „Regen“ doppelt anklicken.

Unter dem Menüpunkt Ausblenden verschieben wir nun den Regler nach links, um die dunklen Regenschnüre auszublenden.

Wir können diese Auswahl bei Bedarf noch verfeinern, indem wir mit gedrückter ALT-Taste auf den Regler klicken. Dadurch kann dieser geteilt werden und wir können so noch weichere Übergänge generieren.

Schritt 6 – Weitere Regenebenen

Nach diesen Schritten haben wir schon sehr schönen Regen erzeugt. Nur ist dieser noch zu gerade und kommt nur aus einer Richtung.

Um dem Ganzen ein wenig mehr Variation und Leben zu geben, duplizieren wir die Regenebene einmal. Hierzu markieren wir die Ebene „Regen“ und wählen über das Menü Ebene>Ebene duplizieren…

Die zweite Regenebene bearbeiten wir mit dem Verformen-Werkzeug, um Windböen zu simulieren und so die gewünschte Variation zu erzeugen.

Das Verformen-Werkzeug rufen wir über Bearbeiten>Transformieren>Verformen auf.

Es folgt eine Warnmeldung, dass im Verfomen-Modus die Smartfilter deaktiviert werden, solange eine Bearbeitung stattfindet. Diese kann man aber getrost ignorieren.

Jetzt können wir die Anfasser beliebig verschieben, um die Ebene zu verformen. Es muss gar nicht viel geändert bzw. stark verformt werden, wichtig ist nur, dass man überhaupt ein wenig mit diesem Tool arbeitet.

Nach diesem Schritt sind wir mit unserer Komposition fertig und haben eine sehr schöne Regenstimmung erzeugt.

Wer jetzt noch mag, könnte – je nach Geschmack – die Regenebene noch ein drittes Mal kopieren und verformen, um noch dichteren Regen zu bekommen.

Trainer: Uli Staiger

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