Retuschewerkzeuge in Photoshop

Tutorials 8. Februar 2016 – 0 Kommentare

Retuschieren von unerwünschten Bildinhalten gehört seit Anbeginn zu Photoshop. Schaut euch mal an, welche Werkzeuge sich aus dem simplen Kopierstempel inzwischen entwickelt haben! Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Wenn ihr heutzutage in Photoshop retuschieren wollt, dann steht euch im Prinzip ein riesiges Arsenal an verschiedenen Retuschewerkzeugen zur Verfügung. Dennoch: Angefangen hat das Ganze mal mit einem ganz simplen, einfachen Werkzeug, dem sogenannten Kopierstempel.

Warum der so heißt, ist relativ schnell erklärt: Er kopiert die Inhalte von der einen Stelle an eine von euch bestimmte andere Stelle. Und das hat er früher einfach so gemacht, ohne sich selbst darüber groß Gedanken zu machen, was er tut.

Der Kopierstempel – Schritt 1

Inzwischen ist auch aus diesem doch recht einfachen Werkzeug ein Werkzeug geworden, das man sehr viel besser, intuitiver und vor allem zielgerichteter einsetzen kann als früher.

Die Rede ist von diesem Ding. Das ist der sogenannte Kopierstempel, aber bevor ich den benutze, zoome ich uns mal ein bisschen näher heran.

Stellt euch einfach vor, ich möchte auf dieser Seite ein Bild aufhängen oder ein Plakat plakatieren und ich möchte da einen gewissen Abstand zu dieser Palme haben oder ich möchte dieses wirklich schöne Design hier nicht haben, sondern es lieber ersetzen durch die blauen Kacheln – dann mache ich das folgendermaßen:

Der Kopierstempel – Schritt 2

Ich klicke mein Werkzeug an (1), hole mir hier irgendwo meinen Bildton (2) und jetzt fang ich an, hier drin zu stempeln und es passiert das (3).

Das kennt ihr schon, denn es ist leider ziemlich üblich, dass das passiert. Oder zumindest war es früher üblich, denn die Fugen passen überhaupt nicht aufeinander.

Der Kopierstempel – Schritt 3

Was macht man? Man guckt, was das Werkzeug inzwischen draufhat und das ist eine ganze Menge:

Wenn wir ins Menü Fenster gehen, dann findet ihr hier den leicht rätselhaften Namen Kopierquelle, der sich aber ganz schnell erklärt, wenn man sich diese Checkbox anguckt:

Hier kann man die Quelle ziemlich genau bestimmen und anhand dieser Kopierquelle, die man mit gedrückter Alt-Taste aufnimmt, bestimmte Dinge ablesen.

Der Kopierstempel – Schritt 4

Zunächst mal müssen wir das auf null bringen (1), sonst haben wir nachher hier einen ganz hässlichen Versatz drin.

Dann guckt mal, was hier drinsteht: Hier steht 244 und 45 Pixel (2). Was soll das?

Das erklärt sich, wenn ich hier meine Kopierquelle aufnehme: Jetzt geht der Wert nämlich auf null, und sobald ich mich wegbewege (achtet auf diese Pixelangabe – ihr bekommt die ganz genaue Angabe, 3a und 3b), wo sich – bezogen auf meine ursprüngliche Quelle – der Kopierstempel jetzt befindet (4).

Der Kopierstempel – Schritt 5

Das braucht ihr nicht unbedingt zum Arbeiten. Was ihr wirklich zum Arbeiten braucht, ist das sogenannte Überlagerung anzeigen. Das solltet ihr unbedingt anklicken, dann seht ihr schon, was hier passiert:

Jetzt sehe ich ganz genau, wo sich denn eigentlich meine Quelle befindet. Super!

Der Kopierstempel – Schritt 6

Fangen wir an. Ich hole mir eine etwas kleinere Pinselspitze (1) und vor allem hole ich mir hier einen neuen Punkt, eine neue Quelle (2) und klicke genau hier in das Zentrum mit gedrückter Alt-Taste.

Ihr seht, ich nehme diesen Punkt einfach mit, z. B. setze ich hier unten an oder auch hier oben (3) und ich setze ihn so an, dass ich möglichst ganz, ganz, ganz genau auf die alten Fugen treffe. Das ist mir hier auch ganz gut gelungen.

Jetzt kann ich einfach drauflosstempeln und diese Fugen einfach wegmalen bzw. wegstempeln (4).

Man muss natürlich aufpassen, dass man ab und zu wieder absetzt, sonst stempelt man sich lauter Wiederholungen rein. Ich kann jetzt hier noch mal ansetzen und ihr seht, es funktioniert immer noch ganz wunderbar.

Der Kopierstempel – Schritt 7

Erst vielleicht für den nächsten Punkt muss ich mir hier eine neue Quelle suchen, einfach deshalb, weil natürlich diese Abstände nicht 100% gleich sind, denn diese Kacheln sind sicherlich von Hand gesetzt. Da gibt es ein paar Millimeter Differenz zwischen den beiden Kacheln und deshalb setzen sich diese Fugen auch nicht mathematisch genau fort.

Der Kopierstempel – Schritt 8

So könnte ich weitermachen und auf die Weise die gesamte Wand palmenfrei stempeln. Einfach deswegen, weil ich diese Überlagerung anzeigen verwenden kann.

Wichtig, wichtig, wichtig: Setzt das unbedingt auf Beschränkt (1). Wenn ihr das nicht beschränkt macht, dann wird das gesamte Bild mitgenommen und erst dann, wenn ihr loslasst, wird der Teil gestempelt, den ihr haben wollt. Das ist natürlich unglaublich kontraproduktiv, denn ihr seht nicht mehr den Ausschnitt eurer Pinselspitze, sondern ihr seht den gesamten Brocken, den ihr da mit euch rumschleppt. Das möchte natürlich niemand haben.

Also unbedingt auf Beschränkt setzen, dann wird nur der Teil angezeigt (2), den ihr auch tatsächlich unter eurer Pinselspitze mit gedrückter Alt-Taste aufgenommen habt.

Der Kopierstempel – Schritt 9

Das war es schon beinahe, aber noch nicht ganz, denn dieses Werkzeug kann noch ein bisschen mehr.

Dazu habe ich noch ein anderes Bild dabei: Wenn ich diese Sechs hier vervollständigen will, dann könnte ich ja auch ein Stück von der Null herüberstempeln.

Eigentlich ziemlich schlau gedacht, das lässt sich natürlich auch machen, bisschen größere Spitze vielleicht.

Nebenbei: Anhand dieses hellblauen Bereiches, den ihr hier seht, erkennt ihr, dass ich offenbar von einem Bild zum anderen stempeln kann, aber darum geht es mir hier gar nicht. Ich möchte dieses Bild hier retten, möchte diese Sechs hier vervollständigen.

Der Kopierstempel – Schritt 10

Was würde sich da besser eignen als dieser Teil von der Null (1). Den mühsam auszuwählen, herüberzukopieren, hinzudrehen – das müsst ihr nicht machen.

Ihr könnt das auch mit dem Kopierstempel machen, denn der hat die Möglichkeit, einen Winkel anzugeben (2) und damit kommt man da eigentlich gut klar. Versuchen wir es mal mit 69/70 Grad (3).

Allerdings muss ich mir mit gedrückter Alt-Taste natürlich noch eine neue Quelle (4) holen.

Der Kopierstempel – Schritt 11

Und jetzt seht ihr schon – ich mach die Pinselspitze mal größer – das passt auf jeden Fall noch nicht so richtig hier hin (1).

Vermutlich müssen wir in die Nähe von 180 Grad kommen. Jetzt sind wir bei 164 – das passt auch noch nicht so richtig, 174 – jetzt kommen wir der Sache langsam näher.

Wenn ich jetzt mal hier ansetze, müssten wir eigentlich klarkommen. Denn jetzt habe ich den Winkel von etwa 190 Grad, den diese Quelle annimmt, wenn sie dort drüben aufgetragen wird. Das ist also gerade so, als würde ich in etwa achsensymmetrisch bzw. punktsymmetrisch spiegeln. Dieses Spiegeln, das wird durch diesen Winkel hier eingetragen (2).

Der Kopierstempel – Schritt 12

Meine Pinselspitze habe ich schon, ich brauche sie nur etwas kleiner, um hier unten anzusetzen. Die große Spitze, die ich gerade habe, ist ganz gut, um zu zeigen, wie es denn insgesamt aussieht (1).

Also bleibe ich genau an der Stelle, mache sie jetzt aber kleiner, um hier wirklich schön malen zu können. Schaut, jetzt komme ich ganz genau hin und kann diese Sechs vervollständigen (2).

Bis oben hin wird es einwandfrei gemacht und nur ganz oben nehme ich noch eine etwas kleinere Spitze mit einer etwas härteren Kante, um diese Sechs zu einem schönen Abschluss zu bringen.

So einfach geht das, ohne dass ich mir da besonders viele Gedanken machen muss (3), weil ich den Winkel, mit dem ich die Stempelkopierquelle auf dieser Seite auftrage, bestimmen kann (4).

Der Kopierstempel – Schritt 13

Wenn es um ein paar größere Retuschen geht, also wenn nicht nur ein paar Pixelchen oder ein paar Pickelchen wegretuschiert werden sollen, sondern beispielsweise in diesem Fall die beiden Damen komplett, dann ist der Stempel manchmal nicht mehr das richtige Werkzeug dafür, weil er einfach bei großen Flächen, sagen wir mal, „technisch“ an seine Grenzen stößt.

Was das genau bedeutet, können wir uns anschauen, indem ich es einfach mal versuche.

Der Kopierstempel – Schritt 14

Ich habe hier den ganz normalen Kopierstempel (1) und möchte diese beiden Damen wegstempeln. Mit der Alt-Taste hole ich mir eine neue Kopierquelle (2) und fange an, mit einer schönen Überlagerung zu malen, wegzustempeln, zu kopieren und jetzt seht ihr schon, dass wir ein Problem bekommen:

Es ist weniger das Muster; dass das nicht ganz dasselbe ist, das fällt kaum auf – aber wir bekommen diese Fleckigkeit rein. Man sieht, dass hier vorher mal etwas anderes war, und das fällt einfach auf (3).

Das ist nicht besonders toll, also müssen wir was anderes finden und machen das noch mal rückgängig.

Der Reparatur-Pinsel – Schritt 1

Noch was: Genauso wie beim Kopierstempel, den ich euch jetzt gerade gezeigt habe, kann man natürlich auch bei dem Werkzeug, das ich euch jetzt gleich zeigen werde, nämlich dem sogenannten Reparatur-Pinsel, eine neue Ebene anlegen.

Wenn ihr hier oben, wo Aktuelle Ebene steht, draufgeht, könnt ihr von Aktuelle Ebene auf Alle Ebenen wechseln.

Und das bedeutet: Wenn ich jetzt die Farbe aufnehme, dann werden alle Ebenen aufgenommen. Es wird aber nur in die „Ebene 1“ hineingemalt, hineinkopiert, weil die „Ebene 1“ die aktive Ebene ist und das ist natürlich super. Ihr werdet gleich sehen, warum.

Der Reparatur-Pinsel – Schritt 2

Fangen wir an: Ich nehme den Reparatur-Pinsel.

Genau wie der Kopierstempel braucht auch dieses Werkzeug eine Kopierquelle (1). Die hole ich mir wieder an derselben Stelle und fange an, hier einfach mal reinzumalen, reinzustempeln (2). Ihr seht natürlich: Wir haben immer noch dieses Problem mit den dunklen Bereichen, die hier zu sehen sind. Man erkennt, dass hier ehemals etwas vorhanden war.

ABER: Sobald ich loslasse, rechnet Photoshop und hellt diesen Bereich ganz wunderbar auf. Hier ist wirklich nichts mehr zu sehen.

Jetzt muss ich nur noch diesen dunklen Schatten wegbekommen (3), das dürfte man aber auch hinbekommen, indem man hier unten reinklickt und noch einmal drübergeht. Im ersten Moment erscheint es noch etwas fleckig, Photoshop rechnet es aus und diese Stelle sieht ganz hervorragend aus (4).

Der Reparatur-Pinsel – Schritt 3

Alles, was wir hier gemacht haben, hat die Hintergrundebene nicht verletzt, denn sobald ich das aus- und einblende, seht ihr, dass die gesamten Korrekturen auf der „Ebene 1“ gelandet sind und somit separat behandelt werden können.

Wenn es gewünscht wird, kann noch aufgehellt oder mit einer Ebenenmaske versehen werden.

Zweck ist es, die „Hintergrundebene“ separat zu erhalten, und sollte mir später irgendwann einfallen – oder vielleicht meinem Kunden, für den ich dieses Bild retuschiert habe –, dass die Damen doch eine Rolle spielen, sind sie ganz einfach wieder da.

Der Reparatur-Pinsel – Schritt 4

Im Bereich der intelligenten Retuschewerkzeuge hat sich in Photoshop eine Menge getan. Wenn ihr nur mal vergleicht, was zwischen CS2, CS3, CS4 usw. passiert ist – die Werkzeuge sind immer intelligenter geworden und haben immer besser funktioniert, also auch die Algorithmen hinter den Werkzeugen sind verbessert worden –, dann überrascht es auch nur bedingt, dass zwischen CS5 und CS6 noch mal ein Riesensatz gemacht wurde, also tatsächlich noch mal einiges verbessert worden ist.

Schon allein deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach, die CS6-Version zu besorgen. Was dieser Unterschied ist, das möchte ich euch einmal anhand dieses Beispiels hier zeigen:

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 1

Wir haben eine ganz normale Aufnahme, sagen wir mal, eine halbnormale Aufnahme, weil sie doch ein klein wenig nach links kippt. Die eine Kante ist zwar halbwegs parallel zur linken Bildkante, aber dadurch fällt natürlich um so mehr auf, dass die rechte Bildkante böse nach links rüberstürzt.

Wir nehmen sie einfach mal so und schauen uns die Teile der Aufnahme an, die wir tatsächlich über die Retuschemaßnahmen retuschieren bzw. beheben können.

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 2

Ich zoome uns mal an das Problem heran. Wir haben hier diese hässlichen Flecken, die müssen unbedingt weg.

Das sind Flecken, die auf dem Chip sind. Manchmal passiert es eben, dass der Chip verunreinigt wird. Je nachdem, mit welcher Blende ihr fotografiert, wird dieser Dreck schärfer oder unschärfer aussehen, aber nach Murphys Gesetz ist er immer genau an der Stelle, wo ihn jeder sieht.

Wäre er z.B. zwischen den Fenstern, würde er überhaupt nicht auffallen. Aber auf dem blauen Himmel tut er das schon. Also weg damit.

Jetzt könnt ihr sagen: „Na ja, Kleinigkeit, ich bin ein geübter Retuscheur, ich mache das mit dem ganz normalen Kopierstempel.“ Dann nehmt ihr die Alt-Taste (1), klickt ins Bild, klickt auf den Fleck und habt ein viel zu helles Bild (2).

Das sieht nicht gut aus, und wenn ich dichter rangehe, sieht man es immer noch. Obwohl dieser Himmel sehr, sehr gleichmäßig ist und noch gleichmäßiger aussieht, als er in Wirklichkeit ist, haben wir auf kleinsten Distanzen schon relativ heftige Farbverschiebungen.

Also ist das nicht das Werkzeug, mit dem ich so etwas ohne Weiteres wegbekomme. Ich müsste ziemlich viel probieren, bis ich den richtigen Blauton habe.

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 3

Das geht mit dem Bereichsreparatur-Pinsel (1) besser weg. In unserem Fall würde es ausreichen, hier einfach draufzugehen, drüberzumalen, loszulassen und der Fleck wäre weg.

Ich mache es aber ein bisschen anders, denn stellt euch vor, ihr müsst vielleicht in der Beautyretusche Hautunreinheiten retuschieren. Unreinheiten, Leberflecken, Pickelchen – all das sollte man unbedingt auf einer separaten Ebene retuschieren. Deswegen klicke ich auf Neue Ebene erstellen (2), denn wenn sich später herausstellt, dass ihr zu viel weggenommen habt, dann habt ihr das alles auf einer eigenen Ebene liegen.

Ich muss nur sicherstellen, dass Alle Ebenen aufnehmen (3) angeklickt ist und jetzt kann ich genau das Gleiche machen wie vorher: Hier drübergehen, drübergehen und noch mal drübergehen (4) und jetzt habe ich sämtliche Retuschen auf dieser „Ebene 1“ und könnte sie rein theoretisch auch wieder einblenden.

In diesem Fall ist das nicht nötig, da es sich hier wirklich nur um Dreck handelt. Von daher kann ich jetzt mit rechtem Mausklick Auf Hintergrundebene reduzieren.

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 4

Das alleine ist es noch nicht, denn da ist ja noch mehr, was stört: dieses gewaltige Dach da. Es ließ sich leider bei der Aufnahme nicht vermeiden, muss also jetzt im Nachhinein auch noch retuschiert werden.

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 5

Das Werkzeug kennt ihr jetzt schon. Ich nehme eine viel größere Spitze (Wert 300) und dann male ich da einfach drüber.

Ich sorge dafür, dass die Kante auf jeden Fall schön mit dieser dunkelgrauen Farbe zugemalt ist.

Dann lasse ich los und nun denkt Photoshop nach. Und denkt und denkt und daran sehen wir schon, dass es unsicher ist, ob das so ohne Weiteres funktioniert und wir werden sehen, dass wir uns damit wahrscheinlich ein neues Problem eingefangen haben.

Denn Photoshop analysiert sämtliche Kanten um mein übermaltes Bild, also um die dunkelgraue Fläche, und stellt dann fest, dass es eine Mischung machen muss aus dem alten und dem neuen Bild.

Der Bereichsreparatur-Pinsel – Schritt 6

Das Ergebnis sieht so aus und das nennt man „ausbluten“ und es sieht auch irgendwie schon ein bisschen so aus.

Das ist auf jeden Fall nicht die Retusche, die wir haben wollen, und lang genug gedauert hat es auch. Wir machen es rückgängig.

Das Ausbessern-Werkzeug – Schritt 1

Dafür gibt es aber auch ein anderes Werkzeug, das besser funktioniert. Das ist durchaus verwandt mit dem Bereichsreparatur-Pinsel: das Ausbessern-Werkzeug.

Das klicke ich an und mache genau das Gleiche wie vorher: Ich gehe einmal um das Dach herum, lasse los und ziehe dann diese Fläche an eine andere Stelle, lasse hier los und dann schauen wir mal, was Photoshop jetzt macht.

Das Ausbessern-Werkzeug – Schritt 2

Ihr seht schon, dass es schneller geht, diese Reparatur zu machen – nicht wesentlich, aber doch ein ganzes Stück schneller.

Und es sieht netter aus, weil wir kein Muster mehr drin haben, aber das Problem ist prinzipiell dasselbe: Wir haben auch hier dieses Ausbluten und genau das – jetzt komme ich auf meine Einleitung zurück – genau das kennt ihr aus Photoshop CS5.

Das ist es also auch nicht und wir machen es wieder rückgängig.

Das Ausbessern-Werkzeug – Schritt 3

Aber ihr könnt was ganz Großartiges machen! Ihr könnt ganz einfach das machen, was wir vorhin gemacht haben:

Zuerst eine Neue Ebene erstellen, und jetzt würde ich natürlich gerne meine Retusche auf einer eigenen Ebene haben, das geht aber nicht, weil ich hier diese kleine Checkbox vermisse.

Sobald ich jedoch den Modus des Werkzeuges verändere, von Normal auf Inhaltsbasiert, bekomme ich sie wieder.

Und jetzt kann ich wieder erstens Alle Ebenen aufnehmen und zweitens Ausbessern: Inhaltsbasiert.

Das Ausbessern-Werkzeug – Schritt 4

Wenn ich jetzt mein Werkzeug nehme und die Fläche hierher ziehe – ich muss nur darauf achten, nicht diese Wolkendoppelung zu bekommen – und einfach hier loslasse, stellt ihr fest, dass ich erstens meine Retusche auf einer eigenen Ebene habe und dass sie zweitens ganz hervorragend funktioniert hat.

Das Ausbessern-Werkzeug – Schritt 5

Im Bereich des blauen Himmels ist die Anpassung eigentlich egal. Wir haben hier die Möglichkeit, die Anpassung zwischen Sehr streng und Sehr ungenau zu wählen. Dabei betrifft das diese Kante, die hier mit unserer Retusche verrechnet wird.

Wir sind jetzt mal Sehr streng, gehen dicht ran – und ihr seht wirklich nicht, wo die Retusche stattgefunden hat.

Wir können schauen, ob sich das ändert, wenn wir von Sehr streng auf Sehr ungenau gehen: immer noch gleich. Solange nämlich die Auswahl noch aktiv ist, könnt ihr das auch im Nachhinein noch umstellen.

Aber diese Retusche ist so einwandfrei, dass die Anpassung in diesem Fall keine Rolle spielt. Das wird anders sein, wenn man ein anderes Werkzeug verwendet, das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug zum Beispiel, mit dem man das natürlich auch machen kann.

Aber in diesem Fall Ausbessern: Inhaltsbasiert spielt es keine Rolle und wir haben diese Ecke hervorragend weggebügelt.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 1

Eigentlich ist das eine ganz hübsche Aufnahme von diesen drei Kamelen in der Wüste in Dubai, aber eigentlich sollten sie doch ein bisschen weiter zusammenstehen, dann würde sich die Aufnahme nicht ganz so weit auseinander zerren. Es könnte auch sein, dass es sogar so sein muss, weil es aus irgendeinem Grund für das Layout wichtig ist. Auf jeden Fall möchte ich diese drei Kamele ein bisschen enger zusammenbringen.

Man könnte also entweder das linke Kamel dichter an die beiden anderen heranrücken, dann wäre die Aufnahme auf der linken Seite relativ leer. Also ist es mir lieber, die beiden anderen dichter an das einzelne heranzubringen.

Das kann man entweder so machen, indem man sie sehr sauber freistellt, in eine eigene Ebene überführt, sie weiter herüberrückt und natürlich hinten alles wieder füllt, wo die Kamele ausgeschnitten wurden. Das geht, es ist vielleicht eine dreiviertel Stunde Arbeit, damit es gut aussieht, und dann wären wir schon fertig.

Oder wir nutzen das neue Werkzeug – das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug. Damit müssten wir eigentlich schon so nach einer Minute fertig sein. Schauen wir mal, wie gut das Ding funktioniert.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 2

Dieses Werkzeug ist, weil es möglichst non-destruktiv arbeiten sollte, natürlich am besten einzusetzen, wenn ihr es auf einer eigenen Ebene verwendet.

Erstellen wir also eine neue Ebene und nennen sie „Retuscheebene“. Und schon können wir dieses Werkzeug verwenden.

Ich zoome etwas heran, damit wir sehen, was wir tun.

Das Werkzeug finden wir hier bei den Retuschewerkzeugen, es heißt Inhaltsbasiert Verschieben-Werkzeug. Das verwenden wir und gucken mal, was passiert, wenn wir das nun verschieben. Die eigene Ebene ist ausgewählt und Alle Ebenen aufnehmen ist angeklickt.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 3

Und nun nehme ich eine ganz grobe Auswahl um diese Wüstenschiffe herum.

Jetzt muss ich diese Auswahl nur noch nach links verschieben. Allerdings achte ich schon jetzt darauf, dass meine Linien einigermaßen zusammenkommen, an der vordersten Pfote schaue ich schon, dass der Boden, dass die Kanten da abschließen. Ich möchte es mir ja nicht schwerer machen, als es sein muss.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 4

Ich lasse los und lasse Photoshop mal rechnen. Photoshop analysiert und gibt uns auch Bescheid: Entfernen, Retuschieren – Photoshop macht alles auf einmal.

Und das kommt dabei heraus – wow! Jetzt mal ehrlich, das hättet ihr nicht gedacht, oder? Das ist doch fast perfekt, da fehlt nicht viel. Das ist wirklich ganz wundervoll.

Wir gehen ein bisschen dichter heran und ich blende mal diese Auswahl aus, damit man besser sehen kann, was passiert ist.

Ein paar kleine Anschlussfehler haben wir drin, die sind aber minimal. Vor allem fasziniert es mich, wie gut das hinten aussieht. Vielleicht ein bisschen viel Wüstenei wild durcheinandergehend, dennoch finde ich, dass es wunderbar funktioniert hat. Vor allem in Anbetracht der Geschwindigkeit, die wir da gerade an den Tag gelegt haben.

Und nicht vergessen: Ich habe das Ganze auf einer eigenen Ebene. Ich kann also an den Stellen, wo mich etwas stört, tatsächlich noch eine ganze Menge machen.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 5

Jetzt möchte ich aber trotzdem das andere Kamel noch etwas dichter heranholen, damit die drei noch etwas enger beieinander sind. Also mache ich das Ganze noch einmal.

Ich klicke auf die Ebene „Hintergrund“, dann auf das Symbol Neue Ebene erstellen und nenne sie „Kamel vorn Retusche“.

Ich wähle jetzt das Kamel aus und ziehe die Auswahl etwas nach rechts, sodass die Kamele so stehen, wie ich sie gerne hätte.

Schauen wir uns an, was Photoshop daraus macht.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 6

Photoshop denkt und macht das hier. Prima!

Ich gehe mal ein bisschen dichter heran und wir sehen, dass wir hier diesen hässlichen Versatz (1) drin haben. Den versuche ich jetzt noch wegzubekommen. Denn es gibt ja neben dem Modus: Verschieben noch die Möglichkeit der Anpassung, die von Sehr ungenau bis Sehr streng (2) reicht.

Wählen wir also Anpassung: Sehr streng, um das komplette Gegenteil zu sehen, und schauen, wie diese neue Ebene hier nun mit dem Hintergrund verrechnet wird.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 7

Und ihr seht: Das passt jetzt wesentlich besser. Man muss also darauf achten, dass man die richtige Anpassung wählt, dann passt es am Horizont, wo das Tier steht, ganz wunderbar zusammen.

Das war es schon wert, zu schauen, ob Sehr streng vielleicht besser funktioniert in der zweiten Retuscheebene.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 8

Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ihr im richtigen Modus arbeitet.

Wir haben hier den Modus: Verschieben. Da gibt es aber noch einen anderen, nämlich Modus: Erweitern, und dafür habe ich mal ein anderes Bild aufgemacht.

Hier machen wir wieder erst einmal das Gleiche – wir klicken auf Neue Ebene anlegen, achten darauf, dass das Häkchen bei Alle Ebenen aufnehmen gesetzt ist, und wenn ich jetzt auf den Modus Erweitern gehe, kann ich das Werkzeug verwenden.

Ich könnte beispielsweise diesem Jet hier ein drittes Triebwerk an die Tragfläche anbauen.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 9

Machen wir es einfach mal. Ich muss auch hier nichts anderes tun, als ein Triebwerk einigermaßen sauber auszuwählen.

Und wenn ich das jetzt mal hier herüberziehe, dann haben wir an dieser Stelle schon das dritte Triebwerk.

Ich lasse los und Photoshop verrechnet die Umgebung, was hier zugegebenermaßen nicht ganz so wunderbar funktioniert.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 10

Da ich eine eigene Ebene verwende, kann ich dieser über das Symbol in der unteren Leiste eine Ebenenmaske zufügen.

Ich zoome etwas näher heran und male jetzt mit einem ganz normalen Pinsel das weg, was mir nicht gefällt, sodass wir innerhalb kürzester Zeit eine perfekte Anpassung haben.

Der Schatten im Hintergrund geht wieder durch, wie er durchgehen soll, und wenn wir vielleicht noch diese geöffnete Ladeluke wegnehmen, dann haben wir ein komplett rundes Triebwerk.

Mehr ist es nicht und ich habe damit das dritte Triebwerk innerhalb von ganz kurzer Zeit an die perfekte Stelle retuschiert.

Das Inhaltsbasiert verschieben-Werkzeug – Schritt 11

Worauf müsst ihr achten? Wichtig ist, in welchem Modus ihr arbeitet, ob ihr Verschieben oder Erweitern angeklickt habt.

Außerdem ist die korrekte Anpassung wichtig, die ihr ja wählen könnt von Sehr streng bis Sehr ungenau.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Schritt 1

Die meisten von euch kennen wahrscheinlich solche Aufnahmen, die üblicherweise im Rahmen von Familienfesten entstehen. Man blitzt und dadurch, dass der Blitz sehr nah am Objektiv dran ist, wie bei kleinen Kompaktkameras üblich, bekommen wir diese „wunderbaren“ roten Augen.

Die eigentliche Begründung ist übrigens die, dass hier Licht reflektiert wird von der Retina, also der Netzhaut, die besonders stark durchblutet ist, und wenn das Licht darauf fällt, wird es durch die Linse derartig gebündelt, dass wir hinterher diesen Rote-Augen-Effekt haben. Also was wir da sehen, diese rote Farbe, ist tatsächlich nichts weiter als Blut.

Es sieht natürlich nicht gut aus, also muss man dagegen was machen. Und es gibt das Werkzeug dafür nun schon seit einiger Zeit, das Rote-Augen-Werkzeug. Nur habe ich bisher noch nie so richtig verstanden, wie dieses Ding nun tatsächlich funktioniert.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Schritt 2

Also nehmen wir doch mal dieses Bild zum Anlass und gucken, wie wir diesem Werkzeug beikommen und vielleicht ein bisschen darüber erfahren können.

Natürlich könnte ich es einfach nur anwenden – was ich ja auch mache –, aber wie ihr seht, gibt es noch ein paar andere rote Flecken im Bild, und mal sehen, wie wir diesem Werkzeug ein bisschen auf die Schliche kommen und herausfinden, wie es tickt, wie es denkt.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Schritt 3

Erst einmal brauchen wir das Werkzeug, das Rote-Augen-Werkzeug – aber ihr könnt damit natürlich keine roten Augen machen, ihr könnt sie wirklich nur entfernen.

Ich empfehle euch, auch einigermaßen dicht heranzugehen. Es ist nichts weiter als ein Klick und noch ein Klick und die roten Augen sind entfernt. Übrig bleibt die schwarze Pupille und wenn wir noch dichter herangehen, ist immer noch ein bisschen Farbe zu sehen.

Wen es stört, dass die Pupille noch ein paar Reflexe hat, wo sie doch eigentlich komplett schwarz sein müsste, der kann da natürlich drübermalen. Aber ich bin damit zufrieden und kann es so lassen.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Schritt 4

Jetzt machen wir mal weiter mit dem Werkzeug. Ich klicke es noch einmal an und probiere es auch bei diesen Weinflaschen, ob das da auch funktioniert: Klick – funktioniert, klick – funktioniert.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Schritt 5

Da ist eine rote Kerze: Klick – funktioniert nicht!

Wir zoomen heran und schauen es uns an. Offenbar ist es so, dass dieses Werkzeug nur runde Reflexe retuschiert? Nein, auch eckige, und so könnte ich diese Kerze langsam schwarz machen.

Aber es scheint eine Priorität zu geben für rund oder elliptisch, denn das ist ja auch die Form, die einem normalerweise so rot entgegenleuchtet.

Da haben wir noch etwas rundes Rotes, das Etikett an der Weinflasche. Da klicke ich mal drauf. Damit wäre zumindest eine Hälfte abgedunkelt. Aber es ist mehr als ein Abdunkeln, es ist tatsächlich ein Entfernen der Farbe, denn die Reflexe bleiben ja alle erhalten.

Das Rote-Augen-Werkzeug – Fazit

Also eigentlich ein tolles Werkzeug, das für normale rote Gegenstände nur funktioniert, wenn sie ziemlich klein sind, wie diese Verschlüsse der Weinflaschen ebenso wie Pupillen, die im Gesamtbild normalerweise auch ziemlich klein sind.

Also dieses Werkzeug funktioniert hauptsächlich wirklich für rote Augen, bei diesem Rote-Augen-Effekt, da funktioniert es kompromisslos wunderbar.

Verwendet das Ding, es ist eine Kleinigkeit, ihr braucht es auch nicht auf einer eigenen Ebene zu machen, denn wer will schon diese roten Augen behalten? Wendet es an, wenn ihr es seht, einfach draufklicken – fertig.

Trainer: Uli Staiger

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