Bilder altern lassen

Alte Bilder haben etwas Besonderes. Sie beinhalten neben der interessanten Motive auch immer den latenten Wunsch nach Beständigkeit und Integration. Wer die Spuren der Zeit in einem neuen Motiv legen möchte, kann ein Bild mit Photoshop ganz einfach altern lassen. Natürlich sollte das Motiv nicht gerade ein Transrapid oder ein iPod oder eine andere Sache aus der modernen Zeit sein.

Die beliebtesten Bearbeitungen auf alt für Bilder sind:

  • Sepiatönungen
  • Texturen für Alterserscheinungen
  • Texturen für Knittereffekte
  • Flecken, Risse und Löcher
  • Körnung/Störungen (Fotograin)
  • Vignettierungen
  • Büttenränder

Bilder altern lassen in Photoshop

Einen Weg, ein Bild auf alt zu trimmen, möchte ich hier vorstellen.

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Bilder altern lassen in Photoshop

Für dieses Tutorial habe ich ein Bild von Fotolia.de gewählt.
(Bildquelle: © Lev Dolgatshjov – Fotolia.com).

Erster Schritt: Sepiatönung hinzufügen

Eine Sepiatönung lässt sich sehr leicht über die in Photoshop bereitstehende Aktion erstellen. Ich erstelle die Sepiatönung ganz einfach über die Einstellungsebene Schwarz-Weiß für die Hintergrundebene mit einem Farbton in Sepia. Die Einstellungsebene hat den Vorteil, dass ich jederzeit den Farbton anpassen und Kontraste im Bild verändern kann.

Bilder altern lassen in Photoshop

Zweiter Schritt: Altersspuren hinzufügen

Jetzt werde ich eine Textur über das Bild legen. Wichtig ist hierbei, dass das Bild genug unstrukturierte Bildelemente enthält, auf denen die Textur wirken kann. Ein Laubwaldfoto macht sich für Texturen, die Kratzer oder Altersmerkmale hervorrufen soll, schlecht. In diesem Bild gibt es den Himmel, der für meine Textur für den gewünschten Effekt genügt. Die Textur sollte auch nicht zu unstrukturiert und vielfarbig sein. Es eignen sich vor allem Strukturen von Erde, Stein, altem Mauerwerk etc.

Bilder altern lassen in Photoshop

Ich platziere meine Textur im Ebenenmanager mit der Füllmethode Ineinanderkopieren (ehemals Überlagern) und füge eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung hinzu. Das Bild wird nun völlig entsättigt mit einem Wert von -100. Als Nächstes füge ich der Ebene eine Schnittmaske (Strg+Alt+G) hinzu, damit sich die Entsättigung nur auf die Ebene und nicht auf das ganze Bild auswirkt. Die Texturebene erhält eine Deckkraft von 40 Prozent.

Bilder altern lassen in Photoshop

Dritter Schritt: Vignettierung hinzufügen

Alte Bilder haben oft Vignettierungen, die auf die Fototechnik zurückzuführen sind. Eine Vignettierung ist eine Abschattung zum Bildrand. Diese kann ich ganz leicht über Camera Raw einstellen oder auf einem alternativen Weg über Photoshop. In Photoshop gehe ich folgendermaßen vor: Als Erstes werde ich meine Hintergrundebene in ein Smart-Objekt konvertieren mit Klick rechte Maustaste auf die Ebene im Ebenenmanager und im sich öffnenden Dialogfenster In Smart-Objekt konvertieren. Das hat den Vorteil, dass ich angewandte Filter immer wieder neu bearbeiten kann und diese nur die Ebene des Smart-Objekts betreffen. Die Ebenenvorschau im Ebenenfenster hat nun ein Zeichen für die Smart-Objekt-Miniatur. Ich wähle jetzt den Filter Renderfilter>Beleuchtungseffekte. Dort stelle ich mein Spotlight mit den angegebenen Werten ein.

Bilder altern lassen in Photoshop

Und schon erhalte ich die gewünschte Vignettierung und fertig ist mein Bild:

Bilder altern lassen in Photoshop

Ich kann jetzt noch an den Beleuchtungseffekten feinjustieren oder farblich in der Einstellungsebene den Sepiaton verstärken oder verringern. Doch im Grunde ist dieses Bild genügend auf alt getrimmt. Weitere Altertumseffekte wie Knitter etc. sind nicht notwendig und lenken nur vom Bildinhalt ab.

Weitere Möglichkeiten:

Es gibt noch einige weitere Möglichkeiten, ein Bild auf alt zu bearbeiten. Dazu gehören etwa Büttenränder, Risse und Löcher und Knittereffekte. Grundsätzlich sollten nicht alle Effekte in einem Bild enthalten sein, weil sonst die Effekthascherei in den Vordergrund und der Bildinhalt in den Hintergrund rückt. Texturen, die Kratzer und andere Alterserscheinungen enthalten, funktionieren am besten bei Bildern, in denen Platz zum Wirken der Textur vorhanden ist. Wenn dieser Platz aufgrund von vielen Bildelementen nicht gegeben ist, sollte eher auf Büttenränder und Knittereffekte zurückgegriffen werden. Den Knittereffekt erzielt man ganz einfach, indem man ein weißes Blatt knittert und danach einscannt oder abfotografiert. Ebenso können Tintenkleckse als Textur erstellt werden. Jeder sollte sich für die verschiedensten Anwendungen in der Bildbearbeitung eine gute Texturensammlung anlegen. Eine besondere Empfehlung gilt dieser DVD, von der auch die Textur aus diesem Tutorial kommt: Texturen für Grafiker und Bildbearbeiter.

Risse lassen sich über Pinsel einfügen. Es stehen für Risse und Grungeeffekte zahlreiche Pinsel bereit, die einfach dem Bild hinzugefügt werden können. Hier gibt es Grunge-Brushes zum Download. Den Büttenrand kann man entweder aus einer Vorlage nehmen, selbst erstellen oder die Hilfe einer vorhandenen Aktion in Anspruch nehmen. Auch dafür steht Aktion zur Generierung eines Büttenrandes zum Download bereit.

Ein Video-Tutorial mit allen Schritten ganz genau erklärt gibt es hier zu diesem Tutorial:
Bilder altern lassen – Video-Training

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Camera Raw-Video-Training

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