Bilder verlustarm vergrößern

Eine Bildverkleinerung ist selten ein Problem, weil keine Pixel in das Bild neu hinzugerechnet werden müssen. Eine Bildvergrößerung hingegen kann ein Bild pixelig, weniger detailgenau und leicht unscharf wirken lassen. Der Grund dafür ist die Neuberechnung, die zusätzliche Pixel in das Dokument einfügt. Dabei werden Farben benachbarter Pixel als Durchschnitt genommen und den neuen Pixeln in weichen Tonabstufungen zugewiesen.

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Photoshop bietet dennoch Wege, Bilder verlustarm zu vergrößern.
Dieses Bild soll auf die Postergröße A3 vergrößert werden.

Bilder verlustarm vergrößern

Bildquelle: Ontario Ltd. @ Fotolia.de

Es bieten sich mehrere Möglichkeiten an, das Bild auf A3 zu vergrößern.

Methoden zur Bildvergrößerung

1. Foto vergrößern direkt nach dem Platzieren

Wenn das A3-Dokument bereits erstellt ist und ich anschließend mein Foto in Originalpixelgröße platziere, kann ich es mit Strg+T transformieren. Ich skaliere einfach das Bild auf A3 über die Eckpunkte der Transformationssteuerung. Wichtig ist, dabei die Shift-Taste gedrückt zu halten, damit das Skalieren proportional geschieht.

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Der Nachteil an diesem Weg besteht darin, dass ich keinen unmittelbaren Einfluss auf die Art der Neuberechnung der Bildpixel habe. Die Pixel werden nach der Standardeinstellung der Voreinstellung neu berechnet.

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In den Voreinstellungen (Strg+K) ist standardmäßig unter Bildinterpolation Bikubisch (optimal für glatte Verläufe) eingestellt. Die Einstellmöglichkeiten Pixelwiederholung und Bilinear sind veraltet und verhindern nicht die an Kontrastkanten entstehenden Treppeneffekte/Artefakte. Sie bedürfen daher keiner weiteren Aufmerksamkeit.

Bikubisch enthält eine präzise Methode zum Neuberechnen der Farbwerte und Tonabstufungen für die neuen Pixel. Mit dieser Bildinterpolation werden Qualitätsverluste im Allgemeinen auf ein Mindestmaß begrenzt.

Im Speziellen bietet sich zum Verkleinern Bikubisch schärfer und zum Vergrößern Bikubisch glatter an. Es empfiehlt sich, Bikubisch als Standardeinstellung in den Voreinstellungen zu belassen. Denn unter dem Dialog Bildgröße kann bei Änderungen die Neuberechnungsmethode separat eingestellt werden.

2. Foto vergrößern über den Dialog Bildgröße

Über das Menü Bild>Bildgröße bzw. Strg+Alt+I kann ich die Bildgröße direkt auf meine Wunschgröße ändern.

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Ich achte darauf, dass die Checkbox unter Proportionen beibehalten aktiviert ist. Unter Bild neu berechnen mit stelle ich Bikubisch glatter ein. Damit werden noch glattere Ergebnisse erzeugt als nur unter Bikubisch. Extra für Bildvergrößerungen wurde diese Methode entwickelt.

Da das Bild nicht optimal in das A3-Format 420x297mm passt, wähle ich als Bezugsgröße die 297mm. Die Verkettung sorgt dafür, dass die Proportionen erhalten bleiben. Ich erhalte als Maß 297x445mm. Beim Drucken kann das Bild zentriert werden. Der Rand fällt dadurch ab. So ist es aber besser, als die Proportionen im Bild aufzugeben und eine minimale Unform des Körpers in Kauf zu nehmen.

3. Bilder vergrößern über eine Aktion

Scott Kelby hat in seinem Buch “Photoshop CS für digitale Fotografie” eine These aufgestellt, wonach eine Bildvergrößerung in 10%-Schritten für den Qualitätserhalt der favorisierte Weg sein soll. Er verändert dazu die Maßeinheit auf Prozent und gibt bei der Dateigröße 110 Prozent ein. Die Neuberechnung erfolgt nach der Methode bikubisch glatter.

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Dieser Schritt kann optimalerweise als Aktion angelegt werden, um so mit einem Befehl die Schritte zur Vergrößerung auf die notwendige Postergröße zu vollziehen. Im Aktionenbedienfeld erstelle ich eine neue Aktion und nehme genau den soeben beschriebenen Schritt auf. Jetzt kann die Aktion mehrfach mit einem Klick abgespielt werden, bis die Wunschgröße erreicht ist.

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Eine Frage bleibt, nämlich, ob es sinnvoll ist, das Foto gerastert oder als Smart-Objekt hinterlegt zu lassen. Denn bei einem Smart-Objekt erfolgen Neuberechnungen immer bei dem hinterlegten Smart-Objekt-Original. Daher würde theoretisch jeder Schritt immer wieder die 100 Prozent als Original als Berechnungsgröße nutzen. Der Effekt mit den kleinen Schritten basiert aber gerade darauf, sich mit präzisen Kleinstberechnungen dem großen Ende zu nähern.

Effektiv kann man den Qualitätsunterschied wahrnehmen, wenn man die Resultate aus den Bildvergrößerungen in einem Dokument übereinander legt und dann den Ebenenmodus Differenz wählt. Dann wird, sofern die Bilder deckungsgleich sind, das Dokument komplett schwarz angezeigt. Das ist aber bei den hier besprochenen Methoden nicht der Fall.

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In meinem nicht repräsentativen “Feldversuch” erhielt ich das Ergebnis, dass bei der Methode mit dem Smart-Objekt das Rauschen geringfügig stärker im Bild vorhanden war als bei der Methode ohne das Smart-Objekt.

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Generell wirkt das Bild, das über den Dialog Bildgröße in einem Rutsch vergrößert wurde, weniger unscharf als bei den Varianten über die 10%-Schritte.

Bildverlusten entgegenwirken

Bildvergrößerungen können natürlich auch ohne eine Neuberechnung der Pixel durchgeführt werden. Im Dialog Bildgröße bleibt die Checkbox für die Neuberechnung deaktiviert. So sollen Unschärfe und entstehende Detailungenauigkeiten vermieden werden. Auch in der Photoshop-Hilfe steht zum Ändern der Druckausgabegröße und der Auflösung: “Die beste Ausgabequalität erzielen Sie i. d. R., wenn Sie zunächst nur die Maße und die Auflösung ändern, ohne eine Neuberechnung durchzuführen.”

Aus meiner Erfahrung kann ich nicht sagen, was generell besser ist, weil es immer von den Motiven und Kontrastkanten im Bild sowie den gewünschten Auflösungen und Druckausgabegrößen abhängt. Es kann daher bei dem einen Bild eine Neuberechnung empfehlenswert, bei dem anderen Bild keine Neuberechnung besser sein.

Sichtbare Unschärfen, die vor allem bei Bildverkleinerungen auftreten, kann es auch bei Bildvergrößerungen geben. Ein Tipp, wie diese ausgeglichen werden, ist folgender:

Ich konvertiere meine Ebene in ein Smart-Objekt und wähle den Hochpassfilter aus. Dort wähle ich eine Einstellung, dass ich gerade eben ein paar Konturen im Bild erkenne. Diese Konturen werden betont mit dem Hochpassfilter.

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Ich wähle die Smartfilter-Optionen und stelle als Fülloption Ineinanderkopieren ein. Jetzt sehe ich das Ergebnis.

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Bei 100% – generell sollte man die Schärfe immer bei der 100%-Ansicht beurteilen! – kann ich genau schauen, ob die Schärfe in Ordnung ist oder nicht. Mit Doppelklick auf den Smartfilter Hochpass kann ich Änderungen bei der Schärfe verlustfrei vornehmen.

Bei einem Bild, das etwa bereits in Originalauflösung starkes Rauschen hat, werden alle Bildnachteile ebenso vergrößert angezeigt. Es empfiehlt sich daher, Bildfehler oder Ungereimtheiten bereits vor der Vergrößerung zu beseitigen.

Wer mit Photoshop keine überzeugenden Ergebnisse erreicht, kann auch Plugins probieren. Zur Auswahl stehen unter anderem:

– New Edge-Directed Interpolation
– AviSynth
– IrfanView
– Silkypix
– reshade
– Genuine Fractals
– SmillaEnlarger

Ein 14-minütiges Video-Training – zum besseren Verständnis empfohlen! – zu diesem gezeigten Tutorial gibt es hier zum Download:

Ein 10-minütiges Video-Training zum Vergrößern von Bildern mit dem Plug-in SmillaEnlarger gibt es hier zum Download:

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