Der Mischpinsel – Auszug aus DOCMA 3/2011

Photoshop CS5 bietet ein neues Malwerkzeug an, das das Verhalten echter Farbpigmente auf Leinwand besser nachahmt, da sich bereits vorhandene Farben mit aufgetragenen vermischen. Doch Wirkungsweise und Verwendung sind erklärungsbedürftig.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks

Wie Photoshops Kunstprotokollpinsel oder die Impressionismus-Variante des Musterstempels verhilft der neue Mischpinsel dazu, gemäldeartige Ergebnisse auf der Basis von Fotovorlagen zu erzielen. Das kommt Anwendern entgegen, die gern Malerisches vorweisen möchten, aber wenig Erfahrung damit haben. Der Mischpinsel ist eher eine Weiterentwicklung des Wischfingers, ausgestattet mit etlichen ergänzenden Wirkungsparametern. Diese sind allerdings recht gewöhnungsbedürftig; ihre Abhängigkeit voneinander ist so stark, dass sich oft schwer vorhersagen lässt, was auf dem Monitor erscheinen wird. Hinzu kommt, dass sich bei einigen zwischen 1 und 2 % Stärke sehr viel ändert, dann aber bis 100 % nur noch wenig. Seltsam sind zudem die erheblichen Unterschiede, die bei Verwendung von Maus und Grafiktablett-Stift zustande kommen – hier wurde fast immer der Stift eingesetzt. Sie sollten sich also mit dem Werkzeug gut vertraut machen, bevor Sie ein anspruchsvolles Malprojekt starten. Vieles können Sie diesem Tutorial entnehmen (und sich so einige Tage des Experimentierens ersparen, die ich für das Verständnis des Mischpinsels gebraucht habe). Anderes finden Sie durch eigenes Ausprobieren und Üben am besten heraus.

Stift und Maus

Im Prinzip können Sie alle Pinselspitzen auch für den Mischpinsel verwenden; die besten Ergebnisse erzielen Sie jedoch mit den neuen “natürlichen” Pinselvarianten (rechte Bildhälfte sowie Abb. 3 und 4). Eine einfache runde Spitze (links), bei A mit dem Grafiktablett-Stift von oben nach unten, bei B umgekehrt geführt, erzielt etwa dasselbe Ergebnis wie C mit der Maus. D und E zeigen den Einsatz des neuen Pinsels bei Stift-Nutzung, F, kaum erkennbar, dieselbe Spitze bei identischen Werten mit der Maus. Auch für G wurde die Maus eingesetzt, aber mit einer anderen Spitze und größerem Durchmesser. Einzelne Borsten bleiben bei Maus-Nutzung meist besser erkennbar.

Besonderheiten des Mischpinsels

Zunächst einmal erreichen Sie das Werkzeug nicht per Umschalt- und B-Taste (unten links); Sie müssen es in der Werkzeugpalette direkt wählen. Malfarbe nehmen Sie wie beim Pinsel auf, indem Sie bei gedrückter Alt-Taste ins Bild klicken; aber das Ergebnis ist keine einzelne Farbe, sondern es sind alle Farben des angeklickten Bereichs! Dieser Aufnahmebereich hängt vom aktuell gewählten Spitzendurchmesser ab. Die erste Spur zeigt einen mit kleiner Spitze aufgenommenen Ausschnitt, die zweite ebenso, aber mit größerer Spitze gemalt. Wählen Sie eine Farbe aus der Palette Farbfelder oder aktivieren Sie bei der Aufnahmevorschau (Lupe) die Option Nur Volltonfarben laden (Abb.5), so entsteht ein Ergebnis wie das ganz rechts.

Neue Pinselvarianten

Die besten Ergebnisse mit dem Mischpinsel erzielen Sie wie erwähnt mit Photoshops neuen “natürlichen” Pinselspitzen. Aktivieren Sie das Symbol Borstenpinselvorschau (hier am Fuß der Pinselpalette rot markiert), so wird Ihnen ein Feld angezeigt, das wichtige Pinselmerkmale wie Form, Anzahl, Länge und Stärke der Borsten sowie bei Stiftverwendung dessen Neigung anzeigt (links oben). Die maximale Größe dieser Spitzen liegt bei 300 Pixeln. Wie sie bei ansonsten identischen Parametern wirken, zeigt die Abbildung.

Auto-Foto als Malvorlage

Wollen Sie den Mischpinsel nicht zum freien Malen einsetzen, sondern zur Überarbeitung einer Fotovorlage, erzeugen Sie zunächst eine neue, leere Ebene. Denn anders als beim Kunstprotokollpinsel greift das Werkzeug nicht auf die ursprünglichen Bildpixel zu, sondern verwischt die aktuell vorhandenen Farben. Die Anwendung des Mischpinsels auf einer leeren Ebene hebt also die Wischfarben auf diese Ebene. Das hat den Vorzug, dass Sie nicht das komplette Bild, Großflächiges und Details, zusammen malen müssen. Beginnen Sie mit groben Übermalungen von Himmel und Wiese und legen Sie jeweils neue Ebenen an.

Weitere Informationen zum Mischpinsel gibt es in der aktuellen DOCMA-Ausgabe 3/2011.

Wir empfehlen:
Camera Raw-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Du möchtest deine Bilder und Fotos bearbeiten, darin einzelne Elemente auswählen und entfernen, bestimmte Effekte erzeugen oder Retuschen durchführen und bei all dem das Programm verwenden, das als Flaggschiff der Bildbearbeitung gilt?!

  • Photoshop für Anfänger: 46 Lektionen in einem 5,5-stündigen Video-Tutorial von Gabor Richter
  • Verschaffe dir Überblick: Menüs und Funktionen, die für deinen Einstieg wichtig sind
  • Verstehe das Prinzip von Ebenen und Masken, lerne alle für dich relevanten Werkzeuge und Filter kennen
  • Inklusive: 35 Übungsdateien zum Mitmachen und zum praktischen Lernen

Zum Training

Löse das Quiz und teste dein Wissen: