Feuerwerk freistellen mit Photoshop

Das Freistellen von klassischem Feuerwerk ist relativ leicht, auch wenn es im ersten Moment schwierig anmutet. In diesem Tutorial möchte ich mehrere Wege für Feuerwerksfreistellungen und -verrechnungen zeigen. Die Ergebnisse enden in diesem Tutorial mit der Freistellung! Eine Montage des Feuerwerks in den neuen Hintergrund ist damit i. d. R. nicht abgeschlossen und bedarf noch der Anpassung von Farbe, Spiegelung, etc. Die weiteren notwendigen Schritte für so eine Montage sind nicht Bestandteil dieses Tutorials!

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Freistelltechniken beim Feuerwerk

Grundsätzliches

Der Vorteil am Feuerwerk besteht meistens darin, dass ein hoher Kontrast zwischen dunklem Himmel und hellem Feuerwerk besteht. Das begünstigt die Freistellung über die klassischen Wege.

Bildbeurteilung


Bildquelle: Imageman Rez @ Fotolia.de

In diesem Bild herrschen so ziemlich Optimalbedingungen zum Freistellen. Schwarzer Hintergrund bei einem hellen Objekt, das freigestellt werden soll. Es bieten sich die klassischen Freistelltechniken über Kanäle oder Farbbereichsauswahlen an. Da bei diesen beiden immer noch ein dunkler Saum vom Hintergrund bestehen bliebe, wähle ich eine weniger bekannte Freistellungstechnik.

1. Freistellungstechnik: Kanalauswahl

Ich prüfe die Kanäle nach dem höchstmöglichen Kontrast und dupliziere daraufhin den Rotkanal.

Kontrastverstärkung

Auf das Duplikat wende ich zur weiteren Steigerung des Kontrasts eine Tonwertkorrektur an. Dabei verschiebe ich die äußeren Regler ein Stück in die Mitte.

Kanalauswahl

Mit Strg klicke ich in die Kanalminiatur, um die Pixel auszuwählen. Jetzt wechsele ich wieder in die RGB-Ansicht und füge der zuvor duplizierten Hintergrundebene eine Ebenenmaske hinzu. Die Ebenenmaske besteht nun aus der Auswahl. Zur besseren Ansicht habe ich eine blaue Ebene daruntergelegt.

Maske verbessern

Über den Dialog Maske verbessern (Alt+Strg+R) kann ich die Ebenenmaske bei Bedarf noch in Kontrast und Umfang optimieren.


Die dunklen Farbsaumrückstände kann ich durchaus lassen, weil sie nicht negativ ins Bild fallen. Wer sie entfernen möchte, kann das leicht über eine Einstellungsebene machen.

2. Freistellungstechnik: Vordergrund erzwingen über Extrahieren

Als Erstes dupliziere ich die Hintergrundebene und wähle danach im Menü Filter>Extrahieren.


Wer den Extrahierenfilter in CS4 vermisst, findet ihn auf der Installations-DVD unter „Zugaben/Optionale Zusatzanwendungen“. Oder ihr schaut, sofern ihr noch Photoshop CS3 auf dem Rechner installiert habt, im Filterverzeichnis von PS CS3 nach und kopiert euch die ExtrahierenFilter-Datei. Sie hat den Namen: ExtractPlus.8bf und befindet sich unter Adobe Photoshop CS3/Zusatzmodule/Filter. Einfach diese Datei kopieren und bei der Version CS4 in die entsprechende Ordnerstruktur einfügen.

Farbe festlegen zum Vordergrund erzwingen

Anders als bei der klassischen Anwendung des Extrahierenfilters wird hier kein Bereich, der freigestellt werden soll, gefüllt. Ich wähle stattdessen zu Beginn die Option Vordergrund erzwingen und wähle im Farbwähler eine Farbe, die dem Feuerherz am ehesten gleicht. Mit dem Kantenmarker markiere ich alle Bereiche, die Feuerstrahlen beinhalten.

Vorschau prüfen

Nun kann ich Vorschau wählen und bei mehreren Hintergrundfarben prüfen, wie der Extrahierenfilter die dunklen Farbbereiche löscht und den Vordergrund mit den Feuerstrahlen erzwingt.

Das Feuerherz ist freigestellt ohne Farbsaum

Jetzt kann ich mit OK bestätigen. Das Feuerherz ist freigestellt. Und das sogar ohne Farbsaumrückstände.

Ergebnis non-destruktiv nutzen

Tipp: Da Extrahieren eine destruktive Freistelltechnik ist, empfiehlt es sich, das Ergebnis non-destruktiv zu verwerten.


Ich kann jetzt die Pixel der freigestellten Ebene auswählen und als Maske der Urspungsebene hinzufügen. Dann kann ich non-destruktiv mit dem Ergebnis weiterarbeiten.

3. Freistellungstechnik: Hintergrund-Radiergummi

Das erste Beispiel war denkbar einfach, weil der schwarze Hintergrund in einem optimalen Kontrast zum Vordergrund stand. Wenn der Hintergrund keinen optimalen Kontrast aufweist, aber eine sich einigermaßen absetzende Farbe zum freizustellenden Motiv hat, kann mit dem Hintergrund-Radiergummi die Freistellung schnell erfolgen.


Bildquelle: cornelius @ Fotolia.com

Ich wähle die einmalige Aufnahme bei nicht aufeinanderfolgenden Grenzen in einer mittleren Toleranz. Mit Alt bestimme ich die zu schützende Vordergrundfarbe: einen hellblauen, fast weißen Farbton aus dem Feuerwerk.

Hintergrund wegradieren

Jetzt kann ich mit dem Hotspot in die blaue Hintergrundfarbe klicken und den Hintergrund wegradieren. Zur besseren Sichtbarkeit und Überprüfung erfolgt die Freistellung mit einem neuen schwarzen und weißen Hintergrund. Ich muss dabei mehrfach mit dem Hotspot die zu löschende Hintergrundfarbe anwählen und mit gedrückter Maustaste die Farbbereiche wegradieren.

Ergebnis non-destruktiv nutzen

Nun lassen sich die Pixel der Freistellung auswählen und als Ebenenmaske der Hintergrundebene hinzufügen. Die Freistellung kann jetzt non-destruktiv verwendet werden.


Tipp: Wenn die Freistellung nicht ganz so sauber erfolgte und Rückstände in der Ebenenmaske sichtbar sind, kann ich Folgendes machen. Ich wähle meine Ebenenmaske mit Alt an. Diese wird jetzt im Dokument sichtbar.

Unsauberkeiten ausgleichen

Anschließend rufe ich die Bildkorrektur Tonwertkorrektur auf. Den Gammaregler oder den linken Schieberegler verschiebe ich nach rechts, bis die Reststellen aus dem Bild verschwinden.


Alternativ kann ich diese, sofern sie mit dem Pinsel fassbar sind, auch direkt mit schwarzer Farbe auf die Ebenenmaske malen. Im Maskenfenster kann ich auch die Maske verbessern. Ich erhöhe einfach den Kontrast um ca. 15 Prozent. Das hat denselben Effekt wie die Tonwertkorrektur.

Feuerwerk aufpeppen

Wenn ich noch eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur als Schnittmaske zur Feuerwerksebene anwende, kann ich das Feuerwerk noch etwas deutlicher zum Strahlen bringen.

Zwischenbemerkung

Das waren jetzt drei Beispiele, wie sich ein Feuerwerk bei einem schwarzen oder dunkelblauen Hintergrund freistellen lässt. Man kann genauso gut andere Wege des Freistellens wählen; wie es einem beliebt. Die drei Beispiele wurden in diesem Tutorial aber nur der Vollständigkeit halber gezeigt, um auch dem Titel des Tutorials gerecht zu werden. Es gibt deutlich effektivere Wege, ein Feuerwerk in ein neues Bild zu integrieren. Es wird nicht freigestellt, sondern verrechnet. Der Eindruck ist trotzdem der eines freigestellten Feuerwerks.

4. Verrechnungstechniken beim Feuerwerk

Ich habe hier ein Bild in typischer Kitschromantik. Diese kann man noch auf den Höhepunkt treiben, wenn ein Feuerwerk im Himmel zu sehen ist. Gleichzeitig nutze ich den unteren dunklen Bereich für mein Feuerherz und eine Beschriftung.


Bildquelle: phat @ Fotolia.com

4.1: Feuerherz mit Aufhellen/Hellere Farbe/Linear Abwedeln (Hinzufügen)

Als Erstes platziere ich das Feuerherz in das Bild über Menü Datei>Platzieren. Es wird als Smart-Objekt in das Dokument geladen.

Ebenenmodus Linear Abwedeln (Hinzufügen)

Den Ebenenmodus ändere ich von Normal auf Linear Abwedeln (Hinzufügen). Das sorgt für eine Verrechnung des Herzbildes mit dem Hintergrund des Kitschromantikbildes. Die Helligkeit wird etwas erhöht und der dunkle Hintergrund des Kitschromantikbildes kommt voll durch.


Wenn ich die Herzebene durch das Bild bewege, sehe ich, dass der schwarze Hintergrund voll ausgeblendet wurde. Die Verrechnung im Modus Linear abwedeln sorgt dafür, dass der Kitschhintergrund überall angezeigt wird.

Zwei weitere Füllmethoden, die sich für die Herzebene eignen, sind Aufhellen und Hellere Farbe. Auch hier wird der schwarze Hintergrund ausgeblendet, weil alle anderen Farben im Bild heller sind. Die Herzstrahlen werden angezeigt, weil sie zum größten Teil heller als der Kitschhintergrund sind. Mit einer Einstellungsebene Tonwertkorrektur als Schnittmaske zur Herzebene kann ich die Strahlen noch etwas heller leuchten lassen.
Jetzt schreibe ich noch einen kleinen Text am unteren Rand hin, der einen hellen Schein nach außen erhält.

4.2: Feuerwerk mit schwarzem Hintergrund über ‘Hellere Farbe’ in das Bild platzieren

Nun folgt das Feuerwerk am Himmel. In diesem Tutorial wird es nur beispielhaft verwendet, ohne Spiegelung im Wasser etc. Es soll nur die Technik verdeutlichen, wie ein Feuerwerk schnell freigestellt/verrechnet bzw. in ein neues Bild integriert werden kann. Ich platziere wieder ein neues Feuerwerkbild in das Bild. Auch dieses hat einen schwarzen Hintergrund.


Bildquelle: Matthias Falke @ Fotolia.com

Aufhellen/Hellere Farbe in Verrechnung mit dem schwarzem Hintergrund

Im Modus Aufhellen erhalte ich ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ebenso eignen sich die Modi Linear Abwedeln (Hinzufügen) und Hellere Farbe. Wer einen schnellen Vorher-Nachher-Vergleich durchführen möchte, kann den Ebenenmodus Normal mit Alt+Shift+N und den Ebenenmodus Linear Abwedeln (Hinzufügen) mit Alt+Shift+W bzw. Alt+Shift+G für Aufhellen abwechselnd einstellen. Hellere Farbe gibt es erst seit CS3 in Photoshop. Einen Tastaturbefehl gibt es für diese Füllmethode leider nicht.

Feuerwerk aufpeppen

Eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur als Schnittmaske erhöht noch ein wenig die Helligkeit und die Sättigung des Feuerwerks, wenn der Gammaregler ein Stück nach links geschoben wird.

Auch in Illustrationen verwendbar

Diese Variante der Freistellung macht sich nicht nur im Foto schön, sondern auch in Bildern im Vektorstil. Ich dupliziere dazu die Ebene in einen Flyer, der zum romantischen Tanzabend einlädt, und behalte die soeben getroffenen Einstellungen bei.


Bei Bedarf können die Einstellungsebenen noch etwas angepasst werden.

Farbpapiercollage anwenden

Wer es noch etwas illustrativer mag, kann den Smartfilter Farbpapiercollage auf das Feuerwerk anwenden. Dann wirkt das Feuerwerk wie ins Bild gemalt.

4.3: Feuerwerk mit unterschiedlichen Hintergrundfarben in das Bild einfügen

Jetzt wird es etwas anspruchsvoller. Ich platziere ein Feuerwerkbild in das Dokument, dessen Hintergrund mehrere Farben aufweist.


Bildquelle: starush @ Fotolia.com

Hellere Farbe reicht nicht für blauen Hintergrund

Den Ebenenmodus des Smart-Objekts stelle ich auf Hellere Farbe. Wie befürchtet, werden zwar die Feuerwerkstrahlen angezeigt, aber auch der nach unten heller werdende Ursprungshintergrund.

Gradationskurve als Schnittmaske

Ich erstelle eine Einstellungsebene Gradationskurve als Schnittmaske. Dort stelle ich die Kurve derart ein, dass das Feuerwerk etwas betont wird und der Hintergrund leicht verschwindet. Einige Restteile des Hintergrundes sind noch sichtbar.


Tipp: Die Einstellungsebenen Gradationskurve und Tonwertkorrektur arbeiten in diesem Beispiel auf ähnliche Weise. Welcher Korrekturmöglichkeit ich den Vorzug gebe, ist reine Geschmackssache.

Blautöne verdunkeln über Farbton/Sättigung

Um das Blau vollständig aus den Hintergrund zu bekommen, erstelle ich eine weitere Einstellungsebene als Schnittmaske, und zwar Farbton/Sättigung. Dort rufe ich die Cyan- und Blautöne auf und verringere die Helligkeit auf -100. Die Blautöne verschwinden aus dem Bild.

Restbereich in Maske schwarz ausmalen

Dem Smart-Objekt füge ich eine Ebenenmaske hinzu und male den unteren irrelevanten Bereich schwarz aus, damit diese aus dem Bild verschwinden.

5. Blau-weißes Feuerwerk mit blauem Hintergrund in das Bild einfügen über Farbbereichs-/Tonwertausblendungen

Als letztes Beispiel möchte ich noch eine weitere interessante Technik zeigen, die über Tonwertausblendungen funktioniert.

Füllmethodenverrechnungen stoßen an ihre Grenzen

Die Ebenenmodiverrechnungen stoßen bei diesem Bild etwas an ihre Grenzen. Der Hintergrund ist blau in einem ähnlichen Ton wie das Feuerwerksblau. Daher erhalte ich bei Hellere Farbe, Aufhellen oder Linear Abwedeln kein ordentliches Ergebnis.

Dunkle Tonwerte ausblenden

Die Verrechnung über eine Tonwertausblendung bietet sich an. Ich öffne die Fülloptionen und wähle den grauen Farbbereich. Mit dem linken Regler kann ich die dunklen Farbbereiche mit Verschieben nach rechts aus dem Bild nehmen. Mit Alt kann ich von dem Regler ein Dreieck abziehen und den Übergang glätten. Ich wähle für dieses Beispiel einen Wert um die 30/100.

Feuerwerk aufpeppen

Mit einer Einstellungsebene Tonwertkorrektur als Schnittmaske kann ich dem Feuerwerk wieder etwas mehr Pep geben.


Dem Smart-Objekt füge ich noch eine Ebenenmaske hinzu und male störende Randelemente schwarz aus, damit diese aus dem Bild verschwinden.

Auch im Illustrativen gut anwendbar

Auch mit diesem Feuerwerk mache ich im Tanzflyer eine gute Figur, wenn dieses rechts platziert wird. Die Palmen habe ich ausgeblendet und noch Sonnenstrahlen in den Hintergrund gelegt.

Tipp: Du kannst eine leere Ebene erstellen und diese mit der aktuellen Ebene auf eine reduzieren. Anschließend markiere die Pixel und füge diese als Ebenenmaske der zuvor duplizierten Originalebene hinzu. So kannst du dieses Ergebnis auch non-destruktiv nutzen und optimal weiterbearbeiten!

Fazit

Eine Freistellung von Feuerwerksstrahlen ist wegen der Ausgangsbedingungen auf Feuerwerksbildern (dunkler Hintergrund, helles Feuerwerk) selten notwendig. Es reicht völlig, das Feuerwerk mit einem neuen Hintergrund verrechnen zu lassen. Störende Elemente wie Rauch können durch eine Einstellungsebene Gradationskurve/Tonwertkorrektur etc. in einem Zug mit der Akzentuierung des Feuerwerks entfernt werden.

Schau Dir auch das Video Feuerwerk freistellen mit Photoshop an.

Autor: Matthias Petri

Bildquelle: phat, cornelius, Imageman Rez, Matthias Falke, starush – Fotolia.com

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