Smashing-Porträt – der Pixelquadratureffekt

Vorbemerkung

Bildquelle: Amir Kaljikovic – Fotolia.com

Die Einstellungswerte in den Bedienfeldern und Filtern müssen bei anderen Bildmaßen entsprechend angepasst werden.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks

Schritt 1: Motiv auswählen

Der erste Schritt besteht darin, dass ich das Hauptmotiv vom Hintergrund freistelle. Da der Effekt an sich nicht wirklich Freistellungsfehler in den filigranen Randbereichen bei den Haaren aufdeckt, kann ich ruhig etwas rabiater bei der Freistellung vorgehen.

Ich wähle das Schnellauswahlwerkzeug W und wähle bei aktiviertem Status Der Auswahl hinzufügen die Person aus. Wenn bei der Auswahl Bereiche ausgewählt wurden, die nicht freigestellt werden sollen, wie etwa zwischen den Beinen, dann kann ich mit gedrückter Alt-Taste der bestehenden Auswahl die nicht benötigten Bereiche wieder abziehen.

Schritt 2: Ebenenmaske anlegen

Die Hintergrundebene wandle ich mit Doppelklick in eine Transparenzebene um. Anschließend wähle ich das Icon zum Erstellen einer Ebenenmaske. Die zuvor angelegte Auswahl ist nun als Ebenenmaske gesetzt. Mein Motiv wurde grob freigestellt.

Schritt 3: Hintergrund mit einem Verlauf

Mit Strg und Klick auf das Icon zum Erstellen einer neuen Ebene lege ich an unterster Stelle in der Ebenenhierarchie eine neue Ebene an. Diese fülle ich mit einem leichten Verlauf, der von Dunkelblau zu tief Dunkelblau geht. Das Blau ist dabei nur leicht gesättigt.

Über das Verlaufswerkzeug kann ich mir in der Menüleiste den gewünschten Verlauf anlegen. Mein Verlauf hat die Farben: 100e18 zu 0a0910.

Ich ziehe mit dem Verlaufswerkzeug mit der Einstellung Radialverlauf von der Mitte in den Außenbereich meiner Ebene, sodass in der Mitte der hellere Bereich des Verlaufs liegt.

Schritt 4: Pinselvorgabe festlegen

Photoshop bietet einige quadratische Pinselvorgaben. Diese zeigen in einer hoch aufgelösten Anwendung allerdings einige Unschärfen an den Kanten. Daher legen wir uns jetzt zwei Pinselvorgaben an, mit denen wir die Pinselquadraturen später einzeichnen.

Ich erstelle ein neues Dokument (Strg+N) in der Größe 2000×2000 Pixel, 300 dpi.

Mit D stelle ich die Standardfarben in der Werkzeugleiste ein und mit Alt+Enter fülle ich meine Ebene mit der Vordergrundfarbe (Schwarz).

Über das Menü Bearbeiten>Pinselvorgabe festlegen lege ich nun meine neue Pinselspitze fest. Im sich öffnenden Dialogfenster gebe ich meiner Pinselvorgabe den Namen “Pixelquadrat”.

Schritt 5: Noch eine Pinselvorgabe festlegen

Da ich später noch eine rechteckige, eher schmale Pinselspitze benötige, wähle ich nun das Freistellungswerkzeug C und wähle meine gesamte Arbeitsfläche aus.

Über den Seitenpunkt verkleinere ich meine freizustellende Fläche und bestätige mit Enter.

Wiederum wähle ich über das Menü Bearbeiten den Befehl Pinselvorgabe festlegen und kann nun die schmale Pinselspitze im sich öffnenden Dialogfenster mit dem Namen “Pinselrechteck” speichern.

Schritt 6: Zurück in das ursprüngliche Dokument und kleine Vorbereitungen

Im ursprünglichen Dokument wird nun die Ebene mit der freigestellten Person dupliziert.

Die Ebenenmaske wende ich bei der duplizierten Ebene an und erstelle ich eine neue Ebenenmaske. Damit die Ebenenmaske gleich invertiert ist, halte ich beim Klick auf das Icon für die neue Ebenenmaske einfach die Alt-Taste gedrückt.

Da ich schon jetzt weiß, dass ich diese Ebene mit der invertierten Maske noch mehrmals benötige, kann ich auch schon jetzt diese Ebene dreimal erneut duplizieren. Damit ich nicht durcheinanderkomme, kann ich diese ja benennen nach: Duplikat 1, Duplikat 2, 3 und 4.

Die Ebene mit der freigestellten Person nenne ich „Freistellung Motiv“ und reduziere bei ihr die Deckkraft auf 10 Prozent.

Schritt 7: Pinseleinstellungen

Ich wähle nun das Pinselwerkzeug B und öffne das Pinsel-Bedienfeld F5. Dort finde ich meine beiden zuvor angelegten Pinselvorgaben, wovon ich die erste auswähle.

Folgende Einstellungen wähle ich:

Pinselform:

Größe: 14 px

Abstand: 220 Prozent

Form-Eigenschaften:

Größen-Jitter: 70 Prozent

Mindestdurchmesser: 30 Prozent

Streuung:

Streuung: 600 Prozent

Schritt 8: Malen in der Ebenenmaske der Ebene “Duplikat 1”

Mit X tausche ich die Vordergrundfarbe mit der Hintergrundfarbe, sodass jetzt die weiße Farbe vorn steht. Ich wähle die Ebenenmaske von “Duplikat 1” an und los geht’s. Ich male mit dem Pinselwerkzeug bei weiß eingestellter Vordergrundfarbe in meine Maske. Beim Gesicht beginne ich.

Um ein wenig die Größe zu variieren, kann ich die Pinselspitze auch noch ein Stück vergrößern. Das geht am einfachsten über die Alt-Taste+Rechte Maustaste+Links-/Rechtsbewegung mit der Maus. Beim Gesicht achte ich darauf, dass die wesentlichen Merkmale zum Erkennen des Gesichts – also Augen, Nase und Mund – besonders intensiv bebrusht werden.

Gerade bei den flächigen Bereichen wie den Beinen und dem Shirt sollte ich ein wenig größere Pinselauftragungen vornehmen.

Um Lücken in der Auftragung besser festzustellen, kann ich auch die Ebene „Freigestellte Person“ zwischenzeitlich einfach mal ausblenden. Dann zeigt sich schon das Zwischenergebnis, wo ich bisher stehe.

Schritt 9: Malen in der Ebenenmaske der Ebene Duplikat 2

Nun aktiviere ich die Ebenenmaske der Ebene “Duplikat 2”.

Im Pinsel-Bedienfeld wähle ich mein zuvor erstelltes Pinselrechteck mit folgenden Einstellungen:

Pinselgröße: 50 Pixel

Abstand: 600 Prozent

Form-Eigenschaften:

Größen-Jitter: 90 Prozent

Mindestdurchmesser: 30 Prozent

Streuung:

Streuung: 600 Prozent

Mit diesem Pinsel male ich nun in der Ebenenmaske horizontale Streifen in mein Bild.

Wie zuvor kann ich dann, nachdem eine erste Schicht an Brushes in der Maske auftragen ist, die Pinselspitze ein wenig vergrößern und erneut eine Schicht auftragen.

Schritt 10: Pinselspitze drehen

Im Pinsel-Bedienfeld drehe ich nun meine Pinselspitze, indem ich bei der Winkeleinstellung 90 Grad eintrage. So kann ich sehr einfach vertikale Streifen in die Maske malen kann.

Schritt 11: Malen in der Ebenenmaske der Ebene “Duplikat 3” und Farbe kommt ins Spiel

Mit dem gleichen Pinsel male ich nun horizontale und vertikale Streifen in die Ebenenmaske der Ebene “Duplikat 3”. Wenn ich genügend Streifen im Bild habe, erstelle ich eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung als Schnittmaske.

Den Farbtonregler ziehe ich ein Stück nach links, sodass sich meine Streifen ins Rötliche färben. Ist die Färbung zu stark, verringere ich die Sättigung um 10 bis 20 Prozent.

Schritt 12: Wiederholung mit Ebene Duplikat 4

Ich wiederhole Schritt 11, nur dass ich jetzt die Ebenenmaske von “Ebene Duplikat 4” aktiviere.

Nach dem Brushen in der Ebenenmaske erstelle ich wieder eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung und verschiebe den Farbtonregler ein Stück nach rechts.

Schritt 13: Feintuning

Die Ebenen mit der freigestellten Person kann ich – sofern noch nicht vorher geschehen – jetzt ausblenden. Sofern sich noch Lücken in meinen Pinselauftragungen zeigen, kann ich diese in der Ebenenmaske der Ebene “Duplikat 1” idealerweise mit dem Pinselquadrat in kleiner Größe von etwa 12-14 Pixel füllen.

Schritt 14: Smashing-Kontur

Ich erstelle eine neue Ebene und nenne diese “Konturspritzer”.

Mit dem Kopierstempel kann ich auch meine Pinselquadrat-Vorgabe anwählen. Ich wähle wieder folgenden Einstellungen für die Pinselspitze:

Größe: 12 px

Abstand: 600 Prozent

Form-Eigenschaften:

Größen-Jitter: 100 Prozent

Mindestdurchmesser: 30 Prozent

Streuung:

Streuung: 1000 Prozent

Ich blende die Ebene mit der freigestellten Person ein mit 100 Prozent Deckkraft. In der Menüleiste des Werkzeugs Kopierstempel wähle ich die Füllmethode Farbton, aktiviere die Checkbox Ausger. (Ausgerichtet) und wähle bei Aufnehmen Aktuell und darunter.

Mit Alt klicke ich jetzt in den Randbereich meines Motivs und kann jetzt in der neuen Ebene die Konturspritzer malen. Über diesen Weg habe ich sogleich die gleichen Farben wie benachbart in meinem Hauptmotiv.

Wenn die Spritzer zu stark wirken, kann ich die Deckkraft der Ebene auf 40 bis 50 Prozent reduzieren.

Schritt 15: Hintergrund akzentuieren

Ich erstelle eine neue Ebene, die über der Hintergrundebene platziert wird.

Mit einem großen weichen Pinsel male ich verschiedene farbige, dunkle Punkte in den Hintergrund.

Damit der Farbeffekt sauber im Übergang wirkt, wird die Ebene mit dem Gaußschen Weichzeichner mit einem sehr hohen Radius bearbeitet. Anschließend schaue ich, welche Füllmethode am besten wirkt. In diesem Fall ist es Differenz bei einer Deckkraft um die 50 Prozent.

Schritt 16: Große Quadratfläche

Ich erstelle eine neue Ebene und rufe den Quadratpinsel auf bei aktiviertem Kopierstempel mit folgenden Einstellungen:

Größe: 350 Pixel

Abstand: 630 Prozent

Größen-Jitter: 100 Prozent und 30 Prozent Mindestdurchmesser.

Mit Alt wähle ich Farbpunkte aus der darunterliegenden Ebene. Im Modus Farbton kann ich nun verschiedene farbige Quadrate in den Randbereich des Modell platzieren, um den Effekt noch zu den Dokumentseiten hin abzurunden. Ich wähle immer wieder neue Farbquellen, um verschiedenfarbige Quadrate zu erhalten.

Ich reduziere anschließend die Deckkraft auf ca. 30 Prozent und schaue, bei welcher Füllmethode der Effekt am besten wirkt. In diesem Fall ist es Luminanz.

Schritt 17: Mosaikeffekt

Im letzten Schritt dupliziere ich alle sichtbaren Ebenen reduziert auf eine Ebene mit dem Shortcut Strg+Shift+Alt+E.

Die Ebene konvertiere ich zu einem Smart-Objekt und rufe anschließend den Smartfilter Mosaikeffekt über die Vergröberungsfilter auf.

Ich stelle einen Wert von ca. 60 Quadrat ein.

Die Ebene verschiebe ich in der Ebenenhierarchie nach unten und reduziere die Deckkraft auf einen Wert um die 40 Prozent. Jetzt ergibt sich an den Konturen des Motivs ein zusätzlicher schöner abgerundeter Quadrateffekt.

Und fertig ist das Smashing-Porträt.

Das Videotraining zur Pixelquadratur findest Du auf PSD-Tutorials.de.

Wir empfehlen:
Camera Raw-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Du möchtest deine Bilder und Fotos bearbeiten, darin einzelne Elemente auswählen und entfernen, bestimmte Effekte erzeugen oder Retuschen durchführen und bei all dem das Programm verwenden, das als Flaggschiff der Bildbearbeitung gilt?!

  • Photoshop für Anfänger: 46 Lektionen in einem 5,5-stündigen Video-Tutorial von Gabor Richter
  • Verschaffe dir Überblick: Menüs und Funktionen, die für deinen Einstieg wichtig sind
  • Verstehe das Prinzip von Ebenen und Masken, lerne alle für dich relevanten Werkzeuge und Filter kennen
  • Inklusive: 35 Übungsdateien zum Mitmachen und zum praktischen Lernen

Zum Training