Fünf Quickys für klassische Typo-Effekte

1. Formsatz: Texte in Formen platzieren

Schritt 1: Grundprinzip des Formsatzes in Photoshop

Formsatz in Photoshop ist ganz einfach. Hierzu notwendig ist ein Arbeitspfad, auf dem der Text eingefügt wird.

So lässt sich ganz einfach mit dem Rechteck-Werkzeug eine Form aufziehen. Mit dem Textwerkzeug klicke ich dann in das Rechteck und kann meinen Text schreiben bzw. einfügen.

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Schritt 2: Eigene Formen für Formsatz nutzen

So viel zum Grundprinzip. Ich kann jetzt mit den Zeichenwerkzeugen meine Pfade ändern, wie es mir beliebt, um eine Form für den Text vorzugeben. Noch einfacher ist es, wenn Formen bereits als Vorgabe vorhanden sind. Mit dem Eigene-Formen-Werkzeug wähle ich die Sprechblasenform und ziehe sie auf. Im nächsten Schritt klicke ich mit der Maus wieder in die Sprechblase und schreibe meinen Text. Der Text passt sich der Sprechblasenform wunderbar an.

Über die Fenster Absatz und Zeichen kann ich noch ein wenig Feintuning machen, indem ich Blocksatz einstelle, die Zeichenabstände anpasse, die Zeilenabstände für die Größe der Form wähle etc. Im Ergebnis kann der Text in einer Herzform so aussehen:

2. Konturenführung: Text um Objekte fließen lassen

Schritt 1: Grundprinzip der Konturenführung

Während es in Adobe InDesign ein eigenes Bedienfeld nur für die Konturenführung mit wirklich fantastischen Möglichkeiten wie z. B. Kanten suchen gibt, muss in Adobe Photoshop ein alternativer Weg für den Textfluss um Objekte gefunden werden. Die Lösung ist ein Arbeitspfad, welcher den Konturen des Objekts entspricht, in dem der Text platziert wird. Das Grundprinzip dahinter ist dem des Formsatzes gleich.

Für dieses Tutorial habe ich ein Bild von Fotolia.de gewählt (Bildquelle: © Robert Kneschke – Fotolia.com).

Ich möchte jetzt, dass mein Text elegant um die Person herumfließt. Das Bild hat einen schwarzen Hintergrund, der nicht freigestellt ist. Ich werde, da der Hintergrund schwarz ist, einfach meinen Zauberstab benutzen, um den Hintergrund auszuwählen.

Schritt 2: Auswahl verkleinern und einen Arbeitspfad erstellen

Da die Auswahl bis dicht an die Person herangeht, verkleinere ich die Auswahl noch über das Menü Auswahl>Auswahl verändern>Verkleinern um ZEILENUMBRUCH10 Pixel. Hinweis: Es ist in jedem Fall sinnvoll, die Auswahl auf die Größe des gewünschten Textrahmens zu begrenzen. Mit Alt und dem Auswahlwerkzeug kann ich Auswahlen verkleinern und mit Shift und Auswahlwerkzeug vergrößern. Daher sollte ich noch vor der Erstellung des Arbeitspfades die Auswahl auf die Textrahmengröße hin optimieren.

Jetzt öffne ich mein Pfadfenster und erstelle aus der Auswahl einen Arbeitspfad mit Klick auf das entsprechende Symbol.

Schritt 3: Text einfügen

Im letzten Schritt klicke ich mit dem Textwerkzeug einfach in die Form und füge meinen Text ein bzw. schreibe den gewünschten Text. Der Arbeitspfad bildet jetzt den Textrahmen für den Text.

Über mein Textwerkzeug kann ich den Textrahmen dennoch bearbeiten. Ergebnis: Der Text umfließt linksseitig elegant die Person.

3. Text auf einem Pfad

Einen Text entlang einem Pfad zu platzieren, ist recht einfach.

Schritt 1: Pfad aufziehen

Mit dem Zeichenstiftwerkzeug ziehe ich einfach den gewünschten Pfad, auf dem der Text platziert werden soll.

Schritt 2: Text platzieren

Mit dem Textwerkzeug gehe ich an den Pfad, sodass sich eine leicht gepunktete Linie zeigt. Jetzt kann ich auch schon lostippen.

Schritt 3: Textformationen

Textformationen kann ich über das Zeichenbedienfeld nach wie vor vornehmen.

Mit dem Direktauswahlwerkzeug kann ich meinen Textpfad auch anfassen und den Anfangspunkt des Textflusses verschieben sowie bestimmen, ob der Text oberhalb oder unterhalb des Pfades angezeigt werden soll.

Schritt 4: Pfad über die Formwerkzeuge

Auch über die Formwerkzeuge kann ich Pfade anlegen. Ich erstelle im Pfade-Bedienfeld einen neuen Pfad und ziehe mit einem Formwerkzeug, in diesem Beispiel mit dem Eigene-Form-Werkzeug, eine Handform auf.

Jetzt kann ich auch darin meinen Text platzieren.

Schritt 5: Pfad aus Auswahlen erstellen

So kann ich auch aus Bildern Auswahlen erstellen und diese in einen Pfad umwandeln, um sie für typografische Textflüsse zu nutzen.

Mit dem Schnellauswahlwerkzeug wähle ich ich den Hintergrund auf diesem Bild (Bildquelle: iofoto – Fotolia.com) aus. Ich kehre die Auswahl mit Shift+Strg+I um und erstelle aus der Auswahl einen Arbeitspfad. Diesen nutze ich wieder für meinen Text.

Schritt 6: Konturakzentuierungen mit Typografie

Gleiches geht auch bei Bildern, die farblich etwas vielschichtiger sind, wie dieses Baumbild (Bildquelle: archaeopteryx_stocks).

Mit dem Schnellauswahlwerkzeug wähle ich den Baum aus und erstelle aus der Auswahl wieder einen Arbeitspfad: Ich klicke auf das Arbeitspfad aus Auswahl erstellen-Symbol im Pfadbedienfeld. Nun kann ich auch diesen Pfad für meinen Text nutzen.

4. Texte mit Bildern gruppieren über eine Schnittmaske

Der Klassiker schlechthin bei den Typoeffekten ist die Füllung eines Textes mit einem Muster, einer Textur oder einem Bild. Das Bild, das füllend in meinem Text angezeigt werden soll, platziere ich in mein Dokument direkt oberhalb meiner Textebene im Ebenenbedienfeld.

Mit dem Shortcut Strg+Alt+G oder mit Alt und Klick zwischen Text- und Bildebene lege ich die Schnittmaske an. Jetzt zeigt sich das Bild nur noch dort, wo der Text steht. Es ist in der Ansicht beschnitten auf den Inhalt der darunterliegenden Ebene.


Diesen Texteffekt sieht man häufiger, ganz einfach ohne Fülloptionen auf schwarzem oder weißen Hintergrund, auf Produktkatalogen, auf Flyer und Co. mit einem Lifestyle-Hintergrund – kürzlich erst gesehen auf einem Produktkatalog eines Fernsehherstellers. Auch “Die Buy And Hold Bibel” von Gerd Kommer hat diesen einfachen Effekt auf dem Buchcover.

Gern wird der Schnittmaskeneffekt eingesetzt mit Materialtexturen. Die Fülloptionen (Abgeflachte Kante/Relief mit Schlagschatten und Co.) sorgen dann für einen Marmortext, einen Metalltext oder dergleichen, womit beim Fachmarkt von nebenan die neuesten Steinkollektionen des Anbieters xy angepriesen werden.

5. Konturenfüllung mit Pinselvorgaben über Arbeitspfade

Eine sehr einfache, aber effektive Technik ist es, Textkonturen mit Pinselvorgaben zu füllen.

Schritt 1: Schriftart auswählen, Text schreiben und Arbeitspfad erstellen

Als Erstes suche ich mir einen Font, der möglichst breit ist. Ich schreibe mit einer 120-Punkt-Franklin Gothic Heavy die Buchstaben PSD in mein Dokument.

Mit Rechtsklick auf die Textebene im Ebenenbedienfeld>Arbeitspfad erstellen kann ich aus meinem Text einen Arbeitspfad erstellen. Dieser ist hinterlegt im Pfade-Bedienfeld.

Schritt 2: Pinselvorgabe einstellen

Die Textebene kann ich ausblenden. Im Pinselvorgaben-Bedienfeld wähle ich eine Pinselspitze aus, die füllend als Kontur zu meinem Text eingesetzt werden soll. Ich wähle einen Blattpinsel aus.

Mit F5 öffne ich das Pinsel-Bedienfeld. Darin kann ich die Form meines Pinsels einstellen.

Ich wähle in:

• dem Register Pinselform einen Abstand von 60 Prozent bei einer Größe von 40 Px. Diese Einstellung ist bei meiner Textgröße optimal, damit der Abstand der einzelnen Pinsel fließend im Übergang ist.

• den Formeigenschaften einen Winkel-Jitter von 25 Prozent. Das sorgt für eine Drehung meiner Pinselvorgabe.

• den Farbeinstellungen 12 Prozent beim Farbton-Jitter und 12 Prozent beim Helligkeits-Jitter. Dadurch erhalte ich im roten Farbton eine ansprechende leichte Unregelmäßigkeit, was einen schönen Herbsteffekt in der Schrift hervorruft.

Schritt 3: Arbeitspfad aktivieren und neue Ebene erstellen

Nun erstelle ich eine neue Ebene und aktiviere den Arbeitspfad im Pfade-ZEILENUMBRUCHBedienfeld. Mit Klick auf das zweite Icon in der Fußleiste des Pfade-Bedienfeldes fülle ich die Pfadkontur mit dem eingestellten Pinsel. Wichtig ist, dass das Pinselwerkzeug ebenfalls aktiviert ist.

Wenn ich den Pinsel noch etwas in der Größe anhebe, ergibt sich eine angenehme Größenvariation des Effekts. So lässt sich über die Pinseleinstellungen die Konturfüllung effektreich den jeweiligen Bedürfnissen anpassen. In diesem Beispiel mit einem eher herbstlichen Anstrich.

Schritt 4: Variation in der Pinselvorgabe

Wenn ich jetzt einen Blütenpinsel als Vorgabe nutze und den Farbton-Jitter prozentual noch ein wenig nach oben ziehe, erhalte einen leichten, aber schönen Sommereffekt.

Schritt 5: Weiterbearbeitung

So lassen sich mit Konturfüllungen auf einfache Weise schnelle Typoeffekte umsetzen. Der bisherige Effekt bedarf in der Regel aber sicher noch der einen oder anderen Weiterbearbeitung, damit er als Ganzes attraktiv ausschaut.

Eine mögliche Weiterbearbeitung für einen herbstlichen Look könnte sein, dass ich einfach den Innenbereich des Textes mit meinem Blatt-Pinsel in einer neuen Ebene fülle und die vorab angelegte Pinselkontur mit Strg und Klick auf die Ebenenminiatur dieser Ebene auswähle und als Ebenenmaske zu meiner neuen Ebene verwende.

So nutze ich die vorherige Kontur als Ebenenmaske und erhalte damit auch einen Kontureffekt für meinen Text.


Das Video zu “Fünf Quickys für klassische Typo-Effekte” findest Du hier.

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