Neue Funktionen in Photoshop CS6: kleine Neuerungen

In diesem Tutorial stelle ich einige der kleineren Neuerungen in Photoshop CS6 vor. Dazu gehören ein verbessertes Druckmenü, eine neue Importmöglichkeit für Bilder aus Kameras und Scannern, die Verbesserungen der Bridge und Mini-Bridge, die neue Vorgabe “Hauttöne” bei der Farbbereichsauswahl, die neuen skriptbasierten Muster, die verbesserten Auto-Korrekturen sowie die neue Einstellungsebene Color Lookup.

Bildquellen: auremar, Robert Kneschke, Vladimirs Poplavskis, Light Impression – Fotolia.com

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Aufgeräumtes Druckmenü

Neu ist, dass in der Vorschau des Druckmenüs (Strg+P) der nicht mitgedruckte/abgeschnittene Bereich mit einer gestrichelten Linie angegeben wird.

 

Die Einstellungsparameter können nun ein- und ausgeklappt werden.

 

Wird Photoshops eigenes Farbmanagement eingestellt, kannst du den Ausdruck simulieren (Softproof) und dir eine Farbumfang-Warnung anzeigen und das Papierweiß simulieren lassen.

 

Es besteht in CS6 auch die Möglichkeit, im Dokument getroffene Auswahlen zu drucken. Aktiviere dazu einfach die Checkbox Auswahlbereich drucken unter Position und Größe. In diesem Bild wurde der obere Website-Bereich zuvor ausgewählt.

 

Importieren von Bildern von Kameras und Scanner

Über das Menü Datei>Importieren findest du die Möglichkeit, Bilder von Geräten mit einer WIA-Schnittstelle in Windows zu importieren. Das heißt also, direkt von der Kamera oder dem Scanner rein in Photoshop. Das ist nicht wirklich neu. Denn die WIA-Unterstützung gibt es auch schon in CS5.

 

Da WIA für Windows Image Acquisition steht, wird vielleicht deutlich, dass diese Funktion bisher nur Windows-Nutzern vorbehalten war. Neu ist, dass in CS6 auch Mac-User eine Funktion erhalten haben, Bilder vom Scanner oder der Kamera zu importieren. Der Dialog heißt Bilder von Gerät und befindet sich auch unter Datei>Importieren.

 

Und so sieht der sich öffnende Dialog aus:

 

Neue Funktionen in der Bridge und Mini-Bridge

Da die Anwendungsleiste in Photoshop CS6 weggefallen ist, kannst du für den Schnellzugriff auf Bridge über das Bedienfeld Mini Bridge gehen. Dort siehst du ein Icon für die Bridge.

64-Bit-Unterstützung
Neu ist in Bridge, dass jetzt mit 64-Bit-Leistung gearbeitet wird und so die Power des Rechners auch voll ausgenutzt werden kann. Vor allem wird diese Verbesserung deutlich beim Zoomen, Bildwechsel im Betrachtungsmodus und anderen rechenlastigen Aufgaben in Bridge.

 

Neuer Aufbau in der Mini-Bridge

Die Mini-Bridge wurde ein wenig umgestellt im Navigationsmenü. Während in CS5 noch zwei Spalten für die Navigationsmenüs vorhanden waren, in denen links die Favoriten, letzte Ordner, letzte Dateien und Sammlungen gewählt wurden und sich dann in der rechten Spalte die zugehörige Ordnerstruktur aufgebaut hat, wird jetzt in CS6 die linke Spalte als Drop-down-Menü gelöst. Das gibt mehr Platz für den Inhalt.

Auch das Suchfeld wird jetzt nicht mehr mit Klick auf das Icon aktiviert, sondern ist gleich als Eingabefeld im Kopf des Inhaltsfeldes platziert worden.

 

Bessere Autokorrekturen

Die Einstellungsebenen Helligkeit/Kontrast, Tonwertkorrektur und Gradationskurven haben jeweils einen Auto-Button, mit dem du eine Autokorrektur vornehmen lassen kannst.

Neu ist nicht nur diese Automatik bei der Einstellungsebene Helligkeit/Kontrast, sondern auch die Möglichkeit, an dem Ergebnis der Autokorrektur auch nachträglich Änderungen vorzunehmen.

 

In den Auto-Optionen der Bedienfeldmenüs zu den Einstellungsebenen Tonwertkorrektur und Gradationskurven findet sich in CS6 auch eine vierte Option: Helligkeit und Kontrast verbessern. Dabei greift die Autokorrektur hauptsächlich im Bereich der Mitteltöne ein, um so ein besseres Ergebnis hervorzurufen.

 

Positiv ist, dass die Einstellungen jetzt variierbar sind. Dennoch ist die Automatik in keinem Fall der manuellen Korrektur vorzuziehen. Bei flauen Bildern mit viel Verbesserungspotenzial kommt man kaum an umfangreicheren Korrekturen vorbei, wozu sich dann schon wieder eher der Abstecher zu Camera Raw lohnt.

Als Beispiel einmal mein Feuerbild mit den Autokorrekturen mit einem Zeitaufwand von 10 Sekunden und die schnelle Bearbeitung in Camera Raw (Bild rechts) mit einem Zeitaufwand von 30 Sekunden. Was gefällt dir besser? Genau …

 

Farbbereichsauswahlen unter Berücksichtigung von Hauttönen und einer Gesichterkennung

In meinem ersten Beispiel (Bild Kopfhörerdame) werde ich über das Menü Auswahl die Farbbereichsauswahl starten. Dort finde ich unter den Vorgaben Hauttöne. Des Weiteren findet sich hier eine Checkbox Gesichter erkennen, die ich zusätzlich aktiviere. Und in der Tat zeigt sich eine Verbesserung, indem Photoshop Teile der Auswahl beim Hemd unterdrückt.

 

Nun kann ich die Auswahl bestätigen und beispielsweise als Ebenenmaske für eine Einstellungsebene Dynamik einsetzen, wenn ich etwa die Haut ein wenig verblassen lassen möchte. Hier im Beispiel hat der Schieberegler für Dynamik einen Wert von -55 Prozent.

 

Diese Neuerung hat aber auch ganz klar Grenzen. Zweiter Versuch bei einem Bild, das nicht ganz so einfach von den Farben und Kontrasten gehalten ist. Hier erkennt Photoshop weder die Hauttöne richtig, noch kann es das Gesicht korrekt zuordnen. Die Farbe der Bekleidung weist zu große Ähnlichkeiten zum Hautbild auf.

 

Neue Einstellungsebene Color Lookup

In Photoshop CS6 ist eine neue Einstellungsebene hinzugekommen, die in der Wirkungsweise sehr an bestimmte Videolooks erinnert, die etwa mit After Effects einem Film verpasst werden können. Man denke nur an den 300-Look oder dieses sonnige Flair von CSI Miami. Diese Stimmungslooks wurden durch Farbindextabellen umgesetzt, die dafür sorgen, dass Farben und Helligkeiten mit denen aus den Indextabellen verrechnet werden. So entstehen coole Looks.

 

Color Lookup bietet verschiedene Vorgaben für Farblooks, die du deinem Bild verpassen kannst. Ob Nachthimmel oder Mondlicht, Kerzenschein oder Tageshelligkeit, ob warm oder kalt, goldblau oder grün-rot … in drei Kategorien stehen zahlreiche Vorgaben zur Verfügung und bei Bedarf können sogar noch weitere geladen werden. Kompatibel ist die Einstellungsebene mit folgenden Dateitypen: .CUBE, .3DL, .3DLS, .1DLS, .LOOK und .CSP unter 3D LUT und .ICM und .ICC unter Device-Link (was seine Anlehnung an Farbänderungsmöglichkeiten aus dem Druckbereich hat).

Insgesamt eine coole Neuerung, mit der Fotografien schnell neue Looks erhalten können. Auch die Contestplayer unter uns wird es freuen, denn oft wird am Ende eines Composings noch am Look gefeilt und jetzt stehen durchaus sinnvolle Vorgaben zur Verfügung, die dank der Einstellungsebene auch noch in der Deckkraft und Füllmethode variiert werden können.

 

Skriptbasierte Muster

Über den Tastaturbefehl Shift+F5 bzw. über das Menü Bearbeitung lässt sich der Befehl Fläche füllen öffnen. Bisher war es möglich, Flächen mit Farben, Muster oder inhaltsbasiert zu füllen.

Neu ist in Photoshop CS6 die Möglichkeit, auch skriptbasiert Flächen mit Mustern zu füllen. Dazu stehen fünf Skripte als Vorgabe zur Verfügung: Ziegelfüllung, Dreherbindung, Zufällige Füllung, Spirale, Symmetrische Füllung.

 

Um eine Praxisanwendung für diese Neuerung zu nennen: Im Modus Luminanz mit verringerter Deckkraft lassen sich damit ziemlich schnell Strukturen erstellen, die sich gut für Hintergründe (Websites, Flyer, …) eignen.

 

Noch ein Beispiel – in diesem Fall mit der Dreherbindung als Vorgabe:

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