Neue Funktionen in Photoshop CS6: Arbeitsbereich, JDI, Autosave und Co.

In diesem Tutorial möchte ich eine Vielzahl von Neuerungen und Verbesserungen in Photoshop CS6 vorstellen und erklären. Hierzu gehören die neue Benutzeroberfläche und die Arbeitsbereiche, die Funktion zum automatischen Speichern und zur Wiederherstellung, Neuerungen aus der JDI-Initiative, der Im- und Export von Vorgaben sowie die kontextbedingten Transformationswerte bei der Bedienung von Werkzeugen.

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Programmoberfläche und Hintergrundfarbe

Gleich auf dem ersten Blick wird klar: Hier hat sich einiges getan. Es gibt jetzt in Photoshop CS6 eine dunkle Benutzeroberfläche und Menüsteuerung, wie sie auch schon bei Photoshop Elements und Photoshop Light oder After Effects und Premiere standardmäßig umgesetzt sind.

 

Wer lieber den helleren Grauton mag, kann sich diesen in den Voreinstellungen wieder einstellen. Insgesamt stehen vier Grauwerte für die Programmoberfläche zur Verfügung.

 

Die Hintergrundfarbe kannst du auch über einen Rechtsklick in den Hintergrundbereich umstellen. Neben den vier vorgegebenen Graustufen hast du auch die Möglichkeit, eine eigene Farbe für den Hintergrund zu wählen.

Es wurden auch einige Icons in der Optik angepasst, Bedienfelder verschlankt und wenige Begrifflichkeiten verändert. So heißt das aus Photoshop CS5 bekannte Füllen oder Reparieren im Modus inhaltssensitiv in der Version CS6 inhaltsbasiert.

 

Weniger Schaltflächen, mehr Übersichtlichkeit

Während in Photoshop CS5 noch Schaltflächen zur Verfügung standen, um die Arbeitsbereiche und Anordnungen für Dokumente einzustellen, ist in Photoshop CS6 die Anwendungsleiste weggefallen. Das heißt, du kannst in Photoshop CS6 die Einstellungen nur noch über das Menü Fenster vornehmen. Dadurch ist der Arbeitsbereich ein Stück weit übersichtlicher. Und zugegeben: So häufig brauchte man diese Schaltflächen auch gar nicht.

 

Und so wurde für eine verbesserte Übersichtlichkeit auch bei den Filtern einiges zusammengelegt und anderes ist weggefallen. Am augenscheinlichsten wurde der Renderfilter Beleuchtungseffekte verbessert, der jetzt die gesamte Arbeitsoberfläche für die Anwendung nutzt und zusätzlich neue Funktionen erhalten hat.

Auch zeigt sich bei den Weichzeichnungsfiltern, dass nun ein paar neue Filter wie etwa der Tilt-Shift-Filter zur Verfügung stehen. Zu den Neuerungen in den Filtern wird es noch ein separates Tutorial geben, in dem ich näher auf die neuen Funktionen eingehe.

 

Neuerungen dank der JDI-Initiative in Photoshop CS6

JDI heißt „Just do it!“ und war eine Initiative zur Verwirklichung kleiner Optimierungen, die sich Anwender schon immer wünschten. Insgesamt gibt es über 60 solcher kleineren JDI-Verbesserungen. Ein paar möchte ich an dieser Stelle vorstellen. Größere Neuerungen aus dieser Initiative erfährst du in den folgenden Themen.

• Neu ist, dass jetzt auch 32-bit-Daten als TIFF-Datei speicherbar sind.
• Erhöhung der maximalen Pinselgröße auf bis zu 5000 px.
• Die Größe des Pinsels im Verflüssigen-Filter kann jetzt durch Klicken und Ziehen geändert werden.
• Neuer Modus für Bildgrößenänderungen: Bikubisch automatisch. Dieser wählt automatisch das optimale Interpolationsverfahren (Bikubisch, Bikubisch glatter oder Bikubisch schärfer), je nachdem, welche Skalierung du vornimmst.
Kontaktabzug II und die PDF-Präsentation sind wieder da und befinden sich im Menü Datei>Automatisieren.
• …

Aber: Nicht überall wurden Verbesserungen konsequent umgesetzt. Besonders im Kontrast der Runderneuerung des Renderfilters Beleuchtungseffekte zum Weichzeichnungsfilter Gaußscher Weichzeichner. Nach wie vor ist dieser in hellgrau und in einer zu kleinen Vorschau.

 

Neuerungen unter der Haube: Performance und Grafik-Engine

Mit Photoshop CS6 gibt es nun eine plattformübergreifende 64-Bit-Performance. Dadurch werden rechenintensive Arbeitsabläufe beschleunigt. Neu ist auch die sog. Mercury Grafik-Engine, die die Prozessorleistung der Grafikkarte mit in die zur Verfügung stehende Recheneinleistung einfließen lässt. Dadurch werden die Reaktionszeiten bei rechenintensiven Bearbeitungen wie beim Verflüssigen, beim Arbeiten mit dem Formgitter oder beim Mischpinsel viel schneller.

 

Vorgaben importieren und exportieren

Jeder richtet sich seinen Arbeitsplatz ganz nach seinen speziellen Bedürfnissen und Anforderungen ein. Dazu gehören an den Workflow angepasste Arbeitsbereiche, neu definierte Tastaturbefehle, Pinsel und Muster, Eigene Formen, etc. Gerade nach der Installation von Photoshop CS6 bietet es sich an, die Vorgaben von CS5 in CS6 zu übernehmen.

Das funktioniert über das Menü Bearbeiten>Vorgaben>Vorgaben migrieren …

 

Im sich öffnenden Dateibrowser wählst du dir den Ordner mit den zu importierenden Vorgaben und schon sind diese auch in CS6 für dich verfügbar.

Falls du Photoshop an mehreren Rechnern nutzt, kannst du deine Vorgaben auch exportieren und sie dir an deinem zweiten Arbeitsplatz genauso importieren.

 

Automatisches Speichern und Wiederherstellung nach Programmabsturz

Auch Photoshop ist nicht sicher vor Programmabstürzen, und so hat Adobe eine sehr sinnvolle Neuerung umgesetzt. Das Programm speichert automatisch alle 5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten das Dokument. Den genauen Intervall kannst du in den Voreinstellungen im Register Dateihandhabung einstellen.

 

Direkt darüber befindet sich auch die voreingestellte Checkbox für Im Hintergrund speichern. Auch das ist eine nützliche Neuerung. Denn jetzt speichert das Dokument – ob automatisch oder selbst von dir veranlasst – im Hintergrund. Gerade bei größeren Dokumenten dauerte bis CS5 der Speichervorgang von ein paar Sekunden bis teilweise ein paar Minuten.

Je größer die Datei und je schwächer die Rechenleistung, desto länger dauerte das Speichern. Nun speichert Photoshop die Dateien im Hintergrund und du kannst während des Speicherns weiterarbeiten.

Und kommt es dann zum Programmabsturz und du öffnest Photoshop später, so werden die Dokumente, die du beim Programmabsturz offen hattest, wiederhergestellt und gleich mit geöffnet.

 

Kontextbedingte Transformationswerte bei der Bedienung von Werkzeugen

Intuitiv lässt sich ein Werkzeug in der Größe über Alt+Rechtsklick+Bewegung der Maus in der Größe und Härte verändern. Neu ist, dass bei den Malwerkzeugen zusätzlich noch Informationen zu Durchmesser, Härte und Deckkraft angezeigt werden.

 

Auch bei weiteren Werkzeugen bekommst du diese Zusatzinformationen über den aktuellen Status der Werkzeuganwendung.

So etwa erhältst du beim Aufziehen von Auswahlen die Breite und Höhe der aufgezogenen Fläche, bei Skalierungen den Winkel der Rotationsfläche, etc.

Wo das Feld mit den kontextbedingten Transformationswerten eingeblendet werden soll, kannst du über die Voreinstellungen im Register Benutzeroberfläche einstellen.

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