Neue Funktionen in Camera Raw 7

Zum Release von Photoshop CS6 kommt es in Camera Raw 7 mit der Prozessversion 2012 zu einigen Neuerungen, die in diesem Tutorial vorgestellt werden.

Bildquelle: archaeopteryx-stocks

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Prozessversion 2012

Mit Camera Raw 7 werden Bilder im Modus Prozess 2012 bearbeitet – zumindest, wenn diese noch nicht vorher schon in Camera Raw unter Prozess 2010 oder Prozess 2003 korrigiert wurden.

Bei neuen Bildern wird automatisch die neue Regleransicht von Camera Raw aktiviert. Bei bereits in einer der Vorversionen von Camera Raw korrigierten Bildern geschieht dies nicht, und die alten Regler werden angezeigt. Das hat Sinn, denn einige Regler wurden getauscht oder verbessert. So bleibt es bei der Trennung, je nachdem, mit welcher Version die Korrektur erstmalig erfolgte.

 

Unter Kamerakalibrierung kannst du die drei Prozessversionen jeweils ansteuern. Und bereits da wird sichtbar, dass mit der neuen Version 2012 ein weitaus besserer Umgang mit kritischen Lichtern und Tiefen gegeben ist. Hierzu ist in diesem Bild die Warnung für die Lichterbeschneidung aktiviert.

 

Neues in den Grundeinstellungen

In den Grundeinstellungen ist der Kontrast-Regler an die zweite Position gerückt. Die Einstellungen für Wiederherstellung, Aufhelllicht, Helligkeit wurden ersetzt durch die Schieberegler für Lichter, Tiefen und Weiß. Die Regler sind von der Anordnung auch benutzerfreundlicher, denn nun arbeiten sie alle von der linken Seite mit dem dunklen Fokus zur rechten Seite mit dem hellen Fokus.

Die neuen Regler sind in der Wirkung nicht ganz so brachial wie ihre Vorgänger und auch der Klarheit-Regler wurde neu justiert und liefert jetzt bessere Ergebnisse und weniger Artefakte und Abschattungen bei hohen Einstellungswerten.

Während Lichter die oberen Tonwerte fokussiert, setzt Weiß nur bei den hellen Spitzlichtern an. Genauso verhält es sich bei Schwarz zu Tiefen. Tiefen nimmt sich die unteren Tonwerte vor und Schwarz korrigiert ausschließlich die dunkelsten Stellen, ohne in die Mitteltöne abzudriften.

Besonders deutlich wird die Wirkungsweise bei diesem Feuerbild. Als Erstes erhöhe ich die Klarheit, damit das Motiv auch richtig schön knackig wird. Mit den Tiefen- und Lichter-Reglern komme ich mit den Korrekturen zu sehr in den Mitteltonbereich rein. Daher empfiehlt es sich, hier die Tiefen- und Lichterbeschneidung über die Schwarz- und Weißregler zu entfernen.

 

Lokale Korrekturen

Durch die Grundeinstellungen habe ich die Ausfressung der Lichter an der Flamme nicht ganz wegbekommen – zumindest ohne die Mitteltöne in Mitleidenschaft zu ziehen. Was sich anbietet, ist daher eine lokale Korrektur.

Dazu aktiviere den Korrekturpinsel. Im Lichter-Regler stelle ich -50 ein und kann jetzt meine letzte ausgefressene Stelle einfach und schnell korrigieren.

 

Lokale Rauschreduzierung

Im 100-Prozent-Zoom siehst du ein wenig Rauschen, das global im Bild über die Rauschreduzierung im Register Details entfernt werden kann. Dazu musst du einfach den Luminanz-Regler erhöhen. Nachteil ist, dass das Rauschen im Grunde nur beim dunklen Hintergrund stört, bei der globalen Anwendung aber durch eine leichte Weichzeichnung auch Details des Holzscheits betroffen sind.

Jetzt kannst du auch lokal Rausch reduzieren. Aktiviere dazu den Korrekturpinsel, stelle ihn auf einen höheren Wert und los geht’s. Mal die Bereiche ab, die entrauscht werden sollen.

 

In diesem Beispiel wurden nur die detailarmen Hintergrundbereiche entrauscht. Siehe Vorher-Nachher-Ansicht:

 

Lokale Farbkorrekturen

Im gleichen Dialog kann ich nun lokale Farbkorrekturen mit dem aktivierten Korrekturpinsel vornehmen. Dazu stelle ich in meinem Beispiel einen Wert von -31 bei der Farbtemperatur ein und kann jetzt mit einem großen Pinsel mittleren Flusses ohne automatische Maskierung meinem Holzscheit noch einen kälteren Ton als schönen Kontrast zum Feuer geben.

 

Korrekturen in den einzelnen Kanälen der Gradationskurven

Neu ist ebenfalls, dass du jetzt – wie aus Photoshop bekannt – auch kanalweise die Gradationskurven korrigieren kannst. So kannst du auch die einzelnen Farbkanäle nach deinen Vorstellungen bearbeiten, um ein Bild punktuell zu korrigieren.

In diesem Beispiel nehme ich den Blaukanal, um das „globale“ Blau noch ein wenig herunterzuregeln.

 

Entfernung chromatischer Aberrationen

Die Entfernung chromatischer Aberrationen ist nicht mehr an ein Objektivprofil gebunden und kann im Register Objektivkorrekturen über die Checkbox aktiviert werden.

 

Verlustreiche Komprimierung beim Speichern als DNG

Das DNG-Format wurde als digitales Negativ von Adobe zur standardisierten Archivierung von Rohdaten eingeführt. Nicht jede Kamera vermag es, RAW in verringerter Größe anzubieten. Daher lassen sich jetzt die Rohdaten auch verkleinert exportieren.

Aktiviere dazu einfach die Checkbox Verlustreiche Komprimierung verwenden und gib die Beschränkung der Größe an.

 

Fazit: Ein paar coole Neuerungen warten auf den Bearbeiter in Camera Raw

Allein mit den Neuerungen konnte eine ordentliche Verbesserung innerhalb weniger Einstellungen erreicht werden.

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