Perestroika!

Vielleicht ist der Gedanke etwas zu romantisch, er ist aber dennoch richtig: Würde man weniger Geld für Waffen, dafür mehr für Agrartechnik ausgeben, würde es vielen Menschen auf unserem Planeten besser gehen. Diese Vorstellung leitete mich bei der Entwicklung eines etwas anderen Agrarfliegers. Der besteht aus einem bis an die Zähne bewaffneten Kampfhubschrauber russischer Produktion, der friedlich Dienst auf dem Acker schiebt. Schwerter zu Pflugscharen!

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01 Panorama zusammenbauen

Das Kornfeld wird aus drei Aufnahmen zusammengebaut. Sie besitzen eine Überlappung von 50% und werden im Auto-Modus zusammengefügt. Vergesst auf keinen Fall, die Vignettierungsentfernung und die Korrektur der geometrischen Verzerrung im unteren Teil der Box anzuklicken!

02 Entzerrung

Fügt nun die Einzelebenen mit dem Befehl Auf eine Ebene reduzieren zusammen, dann öffnet ihr das Formgitter aus dem Bearbeiten-Menü. Setzt ganz links und ganz rechts je einen Pin auf den Horizont. Den dritten Pin setzt ihr auf die Unterkante des Kornfelds und zieht ihn behutsam nach unten, bis der Horizont gerade verläuft.

03 Arbeitsfläche vergrößern

Schafft durch Vergrößern der Arbeitsfläche über das Bildmenü ein wenig mehr Platz. Ein Klick auf das mittlere Quadrat der untersten Reihe der Matrix sorgt dafür, dass die neue Höhenangabe von 2450 Pixeln am oberen Teil des Bildes angelegt wird. Genau dort wird sie für den Himmel auch benötigt.

04 Himmel einfügen

Öffnet die Datei "Himmel.jpg" und zieht sie auf das Bild. Der Himmel ist etwas größer als notwendig, ihr habt also einen gewissen Spielraum beim Platzieren der Ebene. Legt sie sie am besten so an, dass die Himmelunterkante knapp unter dem Horizont des Kornfeldes liegt.

Tipp: Wenn ihr das Bild mit dem Freistellwerkzeug von den hässlichen weißen Kanten befreien wollt, so verwendet in der Anwendungsleiste am besten die Option Ausblenden anstelle von Löschen. So lässt sich durch Vergrößern der Arbeitsfläche bei Bedarf der weggeschnittene Bildinhalt ohne Weiteres wiederherstellen, ohne dass die Dateigröße unnötig aufgeblasen wird.

05 Pinselvorbereitung 01

Den weißen Himmel der Kornfeldebene einfach wegzuradieren würde unecht aussehen, also werden wir einen speziellen Pinsel nutzen. Wenn ihr im Pinselvorgaben-Fenster auf den oberen rechten Pfeil klickt, so könnt ihr aus den Pinselbibliotheken die Faux-Spitzen auswählen. Wir nehmen die letzte Spitze in der Liste: die gemaserte Feder.

06 Pinselvorbereitung 02

Damit der Pinselstrich so natürlich wie möglich aussieht, teilt ihr in den Formeigenschaften einen Größen-Jitter von 50 bis 60% zu. Wichtiger noch ist der Winkel-Jitter: Wählt hier einen Wert zwischen 10 und 20%. Der Winkel-Jitter sorgt für die unterschiedliche Neigung der Pinselspitze während des Arbeitens. Die Steuerung der jeweiligen Jitterwerte kann über den Zeichenstiftdruck erfolgen, doch funktioniert der Jitter auch dann, wenn man die Steuerung auf Aus schaltet. In diesem Fall teilt Photoshop innerhalb der vorgegebenen Toleranz zufällige Werte zu.

07 Horizont malen

Legt in der Feldebene eine neue Ebenenmaske an. Seit CS4 kann man dies über das Maskenbedienfeld tun, aber es geht auch über das Ebenenmenü. Malt mit einer Größe von 15 px und einer Deckkraft von 60% mehrfach über den Horizont, bis der Himmel verschwunden ist. Der klareren Darstellung wegen wurde hier eine temporäre schwarze Ebene unterlegt. Übrigens: Die Pinselspitze gemaserte Feder eignet sich nicht nur, um den Horizont des Kornfeldes zu maskieren. Auch Kurzhaarfrisuren, Fell, Vegetation und viele andere fusselige Kanten lassen sich mit geringfügig anderen Jitterwerten problemlos freistellen. Die Methode funktioniert auch dann, wenn Auswahlmethoden aufgrund von Farb- oder Helligkeitsunterschieden versagen.

08 Aufhellung Horizont

Der Horizont ist noch zu dunkel und wirkt deshalb viel zu nah. Legt eine neue Ebene an, füllt sie mit mittlerem Grau und setzt die Füllmethode auf Ineinanderkopieren. Dann malt ihr mit einem sehr großen, weichen und absolut runden Pinsel Weiß auf den Horizont. Zieht den Pinsel mehrfach mit 10% Deckkraft über das Bild.

09 Hubschrauber einfügen

Das langweilige Freistellen des Hubschraubers mit dem Zeichenstift-Werkzeug habe ich euch an dieser Stelle erspart. Wir öffnen die Datei "Hubschrauber.psd" und ziehen den Chopper so ins Bild, dass er im richtigen Größenverhältnis zum Korn sitzt. Zu weit oben wirkt er zu groß, zu weit unten wie ein Modell. Was die Retusche betrifft: Leider ließ es sich beim Fotografieren nicht ganz vermeiden, etwas vom Absperrseil mitzufotografieren. Den vorderen, unteren Teil könnt ihr getrost unretuschiert lassen, er wird später verdeckt. Das Halteseil jedoch müsst ihr mit dem guten alten Kopierstempel Stück für Stück wegstempeln!

10 Schattenseite

Der Hubschrauber soll das Hauptlicht von rechts oben erhalten. Legt also eine Tonwertkorrektur-Einstellungsebene an und reduziert den Tonwertumfang (untere Skala!) von 255 auf 120. Klickt dann auf das Schnittmaskensymbol, um die Tonwertänderung auf den Chopper zu begrenzen.

11 Sonnenseite

Klickt die Ebenenmaske der Tonwertkorrektur an und füllt sie mit Schwarz. Zeichnet dann den Schatten in der Ebenenmaske mit einem großen, weichen Pinsel und 50% Deckkraft ein: Die grüne Umrandung zeigt die sonnenabgewandte Seite, also die, auf der der Schatten sichtbar werden soll.

12 Rotormechanik

Weil ich keine geeignete rotierende Rotormechanik gefunden habe, habe ich sie in CINEMA 4D gebaut. Das erleichtert das Einfügen, denn wenn ihr die Datei nun öffnet, werdet ihr feststellen, dass es bereits eine Ebenenmaske gibt. Zieht die Mechanik mitsamt der Ebenenmaske unter die Hubschrauberebene.

13 Rotorblatt bauen

Natürlich sollten die Rotorblätter ebenfalls Bewegungsunschärfe besitzen. Legt eine neue, quadratische Arbeitsfläche mit einer Kantenlänge von 2000 px an. In einer neuen Ebene zieht ihr eine längliche Rechteckauswahl auf und füllt sie mit Schwarz. Dann wendet ihr den kreisförmigen Radialen Weichzeichner mit einer Stärke von 20 px an.

14 Fünfe grade

Zieht die gefilterte Ebene nun ins Bild und richtet sie an einer der fünf Ansätze der Rotormechanik aus. Durch Duplizieren, Drehen und Verzerren der Ebene erzeugt ihr das zweite Rotorblatt, ebenso die drei weiteren. Klickt mit gedrückter Shift-Taste alle fünf Ebenen an und legt sie in eine neue Ebenengruppe.

15 Ausschnitt

Bisher ragen vier der fünf Rotorblätter über die Bildbegrenzung hinaus. Zieht also zunächst eine elliptische Auswahl über den Kreis, also die Fläche, die die Rotorblätter beschreiben. Dann legt ihr eine neue Ebenenmaske in der Gruppe der Rotorblätter an und begrenzt so deren Länge.

16 Mechanik

Fast fertig. Ihr müsst nur noch die Oberkante der Rotorblattanschlüsse entfernen. Leichte Sache, da die Ebene der Mechanik ohnehin schon eine Ebenenmaske besitzt. So wirken die Rotorblätter und die Rotormechanik wie aus einem Guss!

17 Mähbalken

Zieht die Datei des Mähbalkens inklusive Ebenenmaske so ins Bild, dass der Balken mittig vor dem Hubschrauber liegt. Der obere Teil ist bereits maskiert. Bei der Maskierung des unteren Teils ist es wichtig, dass ihr mit einer sehr kleinen Werkzeugspitze von maximal 5 px arbeitet, damit einzelne Ähren sichtbar werden.

18 Stoppelfeld einfügen

Ähnlich geht ihr vor, nachdem ihr die Datei des Stoppelfeldes in die rechte untere Ecke des Bildes gezogen habt. Legt die Ebene über die des Feldes und teilt ihr eine leere Ebenenmaske zu. Nun kommt die Bildlogik ins Spiel: Vor dem Mähbalken kann kein Stoppelfeld sichtbar werden, da das Korn ja noch steht. Es kann also einfach ausmaskiert werden. Ebenso rechts, denn dort wurde bereits gemäht. Nur solltet ihr an dieser Stelle, ebenso wie am Horizont, wieder die gemaserte Feder zum Maskieren benutzen. Im Bild wurde die Ebenenmaske rot dargestellt, um den Verlauf der Maskierung zu verdeutlichen.

Tipp: Dass man sich die Ebenenmaske unabhängig vom Bild ansehen kann, indem man mit gedrückter Alt-Taste in das Thumbnail der Maske klickt, ist vielen Usern bekannt. Wenn aber Maske und Bild gemeinsam zu sehen sein sollen, nehmt ihr zur Alt-Taste noch die Shift-Taste hinzu. So seht ihr nicht nur das Bild, sondern auch die in Rot dargestellte Ebenenmaske. Kombiniert ihr die Alt-Taste mit der Befehlstaste, wird die Maske als Auswahl angezeigt.

19 Schatten

Wenn die Sonne von hinten rechts kommen soll, benötigen wir vorne links noch einen Schatten. Den malt ihr mit mittlerem Grau (alle drei Kanäle stehen auf 128) in eine neue Ebene, die mit Multiplizieren verrechnet wird. Dann radiert ihr einzelne Ähren im Vordergrund wieder frei, um die Schattenkante natürlicher zu gestalten.

20 Sonne mal anders

Legt über der Mähbalken-Ebene eine neue Ebene für die Sonne an. Füllt sie mit mittlerem Grau und verrechnet sie im Modus Hartes Licht Am besten, ihr wandelt sie in ein Smart-Objekt um, bevor ihr den Blendenfleckefilter öffnet. Wendet die Objektivart 105 mm an und platziert die Sonne mit 110% Helligkeit oben rechts.

21 xplosion!

Nun erweckt ihr die Szene zum Leben! Das funktioniert prima mit viel Staub, den ihr mit einer speziellen Pinselspitze ins Bild malt: dem xplosion brush set von qbrushes. Ladet das entsprechende Set in den Pinselordner und wählt einen der wolkigen Pinsel aus. Wichtig: Auch hier solltet ihr einen Größen- sowie einen Winkel-Jitter zuteilen, auch ein wenig Streuung schadet nicht. Die Anzahl der erzeugten Pinseltupfer bei der Streuung solltet ihr gering wählen, da der Pinselstrich ansonsten zu dicht gerät und die Wolkencharakteristik verschwindet. Alternativ zum xplosion-Set könnt ihr auch eine Wolke zur Pinselspitze bestimmen.

22 Staubfahnen malen

Habt ihr schon mal einen Hubschrauber beobachtet, der im Vorwärtsflug Staub aufwirbelt? Der Staub bildet eine regelrechte Schleppe, die sich spiralförmig nach hinten windet. Malt also mit Weiß links und rechts je einen großzügigen Staubbogen, der sich nach oben hin verjüngt. Eine Deckkraft von 10 bis 15% reicht völlig aus.

23 Dunkler Staub

Damit der Staub plastischer erscheint, sollte er, ähnlich wie der Hubschrauber, auf der sonnenabgewandten Seite dunkler sein. Malt mit derselben Pinselspitze in einer neuen Ebene dunklen Staub über den hellen. Versetzt dabei die Staubspur leicht nach links, um den Eindruck von Schatten zu erzeugen. Tipp: Wenn der Staub zu flau wirkt, könnt ihr ihn durch eine Unschärfemaskierung kontrastreicher gestalten, ohne Tonwerte und damit Zeichnung einzubüßen: Wendet den Filter mit einer Stärke von 50% und einem Radius von 50 Pixeln bei einem Schwellenwert von 0 an. Stärke und Radius sind abhängig von der Datei: Je größer das Bild, desto größer die Werte, je kleiner die Datei, desto geringer werden sie gewählt.

24 Stroh

Öffnet die Datei des Strohs. Legt über das Maskenbedienfeld eine neue Ebenenmaske an und klickt auf Farbbereich. Da das Stroh hellgelb ist, der Hintergrund aber dunkel, erzeugt ihr so eine sehr gute Maskierung. Dann fügt ihr das Stroh zweimal ins Bild: einmal links oberhalb des Hubschraubers, einmal rechts darunter.

25 Look

Über die Einstellungsebene Farbton/Sättigung könnt ihr mit wenig Aufwand den passenden Look erzeugen: Verrechnet die Korrekturebene mit Ineinanderkopieren und klickt Färben an. Dann wählt ihr einen warmen Farbton aus und reduziert die Helligkeit um etwa 30%!

… fett: Der MIL24D als Erntehelfer!

Autor: Uli Staiger

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