Klassische Filter in Photoshop

Allgemein 26. Juni 2014 – 0 Kommentare

Die klassischen, schon lang an Bord von Photoshop vorhandenen Filter findet ihr in der Filtergalerie. Eine Ausnahme bildet „Tiefen/Lichter“, ein Dialog, der im Bildmenü zu finden ist. Schlau: Wendet die Filter als Smartfilter an! Die Arbeitsmaterialien zu diesem Tutorial findet ihr beim ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Filter in Photoshop sind ein Kapitel ohne Ende und dieses Tutorial soll euch helfen, die Struktur der Filter zu erkennen, und stellt einige ausgewählte Filter vor. Klickt auf Filter in der oberen Menüleiste und es öffnet sich das Filtermenü.

Das Filtermenü

Ihr erkennt an den dünnen grauen Linien, dass es in 6 Bereiche unterteilt ist. Diese Unterteilung in Photoshop zeigt an, dass die Begriffe (in unserem Tutorial Filter) zwischen 2 grauen Linien irgendwie miteinander verwandt sind.

Im Bereich 1 findet ihr den von euch zuletzt verwendeten Filter.

Für Smartfilter konvertieren (Bereich 2) solltet ihr immer machen, wenn ihr mit Filtern arbeitet, denn dann könnt ihr die Filter jederzeit wieder editieren und verändern.

Bereich 3 beinhaltet die Filter, die nach und nach zum Programm dazugekommen und in ihrer Anwendung etwas komplexer sind, wie zum Beispiel der Verflüssigen-Filter.

Die Filter im Bereich 4 sind schon längere Zeit in Photoshop vorhanden, zum Teil überarbeitet und verbessert, und ihr erkennt an den Pfeilen, dass hier weitere untergeordnete Filtermenüs verborgen sind. Diese Filter findet ihr auch in der Filtergalerie.

Unter Digimarc (Bereich 5) könnt ihr euch Wasserzeichen anzeigen lassen oder euer Bild mit einem Wasserzeichen versehen, um es später im Internet zu schützen.

Und im Bereich 6 könnt ihr, wie es die Bezeichnung schon verrät, online nach weiteren Filtern suchen.

Für Smartfilter konvertieren

Bevor ihr die Filtergalerie öffnet, bzw. einen Filter auf eure Ebene anwendet, solltet ihr die entsprechende Ebene Für Smartfilter konvertieren. Das bedeutet nichts anderes, als dass ihr eure Ebene in ein Smartobjekt umwandelt, welches irgendwo in den Tiefen von Photoshop abgespeichert wird, und ihr könnt es somit jederzeit wieder editieren. Klickt dazu auf die Option Für Smartfilter konvertieren, bestätigt mit OK und ihr erkennt an dem Rahmen um eure Ebenenvorschau, dass diese konvertiert wurde.

Die Filtergalerie

Über Filter>Filtergalerie startet ihr jetzt die Filtergalerie. Hier wurde automatisch der Filter Patchwork übernommen. Das liegt daran, weil dieser zuletzt verwendet wurde. Sieht ein bisschen aus wie Ministeck oder Plastikmosaik. Im Mittelfeld des Screenshots seht ihr, dass die Filter in verschiedene Bereiche untergliedert sind und rechts habt ihr weitere Einstelloptionen zu den entsprechenden Filtern.

Wenn euch der Filter nicht gefällt und ihr einen anderen haben wollt, klickt einfach einen anderen an und der vorherige Filter wird durch den neuen ersetzt. Ihr könnt zwar verschiedene Filter auch übereinanderlegen, aber nicht in der Filtergalerie.

In den folgenden beiden Screenshots seht ihr, wie man mit den Reglern den Filtereffekt z.B. beim Filter Verwackelte Striche verstärken kann.

Der Unterschied ist nicht so groß, ich hoffe, man kann es trotzdem erkennen. Probiert da ruhig mal einiges aus, um euch damit vertraut zu machen.

Mit dem Filter Ozeanwellen kann man Hitzewellen, also dieses Flimmern bei starker Hitze, gut darstellen.

Wenn ihr mit eurem Filter zufrieden seid, bestätigt mit OK, damit verlasst ihr die Filtergalerie und der Filter wird auf euer Bild angewendet.

Falls ihr jetzt euren Filter doch noch ein bisschen verändern möchtet, gelangt ihr durch einen Doppelklick auf Filtergalerie in dem Ebenenmenü zu dem bereits vorhandenen Filter und könnt diesen weiter bearbeiten.

Möchtet ihr einen weiteren Filter hinzufügen, kommt ihr über Filter>Filtergalerie erneut zu den Filtern und könnt einen weiteren Filter über den/die bereits vorhandenen legen.

Unscharf maskieren

Wenn ihr eine Aufnahme im RAW-Format gemacht habt, wird diese Aufnahme in Photoshop in ein Format konvertiert, welches von Photoshop lesbar ist (z.B.: Tiff, Psd oder Jpg). Bei diesem Konvertierungsprozess treten automatisch Unschärfen auf. Der Grund: Euer Chip kennt nur die Farben Rot, Grün und Blau und alle anderen Farben wie z.B.: Hellblau, Gelb, Hellgrün, Grau und auch Weiß werden aus diesen drei Grundfarben zusammengesetzt, man nennt es auch interpoliert. Deshalb muss jedes Bild, das Raw-konvertiert wird, geschärft werden, und dazu hier die nächste Lektion.

Im Menü Filter>Scharfzeichnungsfilter findet ihr verschiedene Filter zum Scharfzeichnen, wobei die oberen vier, also Konturen scharfzeichnen, Scharfzeichnen, Selektiver Scharfzeichner und Stärker Scharfzeichnen nicht empfehlenswert sind.

Hier ein Beispiel, was der Filter Stärker scharfzeichnen mit dem Bild anstellt. Natürlich schärft er das Bild, aber da man keine Einstellmöglichkeiten zu diesem Filter hat, entstehen zum Beispiel unerwünschte Treppeneffekte an den Kanten.

Also bleibt der Filter Unscharf maskieren und hier sind ein paar Hinweise zu den Einstellmöglichkeiten.

Ihr klickt auf Filter>Scharfzeichnungsfilter>Unscharf maskieren und es öffnet sich das Menü mit den Einstelloptionen zu diesem Filter.

Sowie ihr diesen Filter ausgewählt habt, übernimmt Photoshop die Einstellungen des Filters, ihr seht links im Screenshot das Originalbild und rechts die aktivierten Einstellungen. Das sind aber nicht die Einstellungen, die wir zum Schärfen brauchen, sondern kontraststeigernde Optionen.

Welche Einstellungen sind denn nun aber günstig? Nehmt als Faustregel für den Radius 1 Pixel (bei einer normalen Kamera mit 21 Megapixeln). Das hängt davon ab, wie groß euer Bild und wie hoch die Unschärfe ist. Je höher die Auflösung eures Bildes, desto mehr Pixel stellt ihr ein, also bei 85 Megapixeln könnt ihr einen Radius von 2 Pixeln einstellen. Die Faustregel für die Stärke liegt so bei 100%. Zoomt bei diesen Einstellungen weit in euer Bild hinein und probiert, welche Einstellungen ein gutes Ergebnis liefern.

Im Screenshot seht ihr, hier war es zu viel Stärke, es entstehen Linien, die da eigentlich nicht sind, und das ganze Bild wirkt unnatürlich. Dazu die Empfehlung: Lieber einen etwas geringeren Radius und etwas mehr Stärke wählen, aber wie gesagt, probiert es aus.

Was bis hier noch nicht optimal ist, das eist, dass nicht nur die Kanten des Bildes geschärft werden, sondern auch die Flächen, also die Körnung erhöht wird und somit störende Artefakte entstehen. Um dies zu verhindern, brauchen wir den Schwellenwert. Als Faustregel gilt hier: Probiert es mit einem Schwellenwert von 2-3, die Linien bleiben scharf und es entsteht kaum unnötige Körnung.

Gaußscher Weichzeichner

Es gibt ihn schon lange bei Photoshop und er ist einer der unentbehrlichen Helfer, der Gaußsche Weichzeichner.

Am folgenden Bildbeispiel erfahrt ihr, wo man ihn gut gebrauchen kann und wie man ihn sinnvoll einsetzt. Beginnen möchten wir damit, einen Schatten zu erstellen.

Also los geht es. Erstellt eine neue Ebene, sucht euch einen ziemlich harten Pinsel und wählt als Vordergrundfarbe ein Grau, am besten mit einem Tonwert von 128 für alle 3 Kanäle.

Malt die Fläche für den Schatten grau aus. Ein kleiner Tipp: Haltet die Shift-Taste gedrückt, klickt am Anfang und am Ende einer Linie in euer Bild und die Linie wird gerade. Damit das Ganze auch wie Schatten aussieht, ändert ihr jetzt den Ebenenmodus von Normal auf Multiplizieren. Sieht doch schon ganz gut aus, allerdings sind für einen Schatten die Kanten noch viel zu hart.

Konvertiert eure Schattenebene für Smartfilter (siehe Punkt Filtergalerie), wählt unter Filter>Weichzeichnungsfilter den Filter Gaußscher Weichzeichner und probiert mit dem Radiusregler, bis ihr ein schönes Ergebnis erzielt habt. In unserem Beispiel war der Wert von 7,2 Pixeln optimal.

Ein weiteres Beispiel, wofür man den Gaußschen Weichzeichner gut verwenden kann, ist das Erstellen einer Kornebene, also ein Hinzufügen von Rauschen. Ihr werdet euch fragen: „Warum soll ich meinem Bild Rauschen, also Störungen hinzufügen?“ Wie ihr im Screenshot seht, ist der Himmel leicht körnig, die Käsereiben aber sehr glatt. Um das Ganze natürlicher, harmonischer zu gestalten, legen wir eine Kornebene über das Bild.

Legt dazu ganz oben eine neue Ebene an, füllt diese mit Grau (Bearbeiten>Fläche füllen) und ändert den Ebenenmodus in Weiches Licht.

Konvertiert die Ebene wieder für Smartfilter und wählt über Filter>Rauschfilter den Filter Rauschen hinzufügen.

Die Stärke hat hier nichts mit der Korngröße zu tun, sondern beeinflusst den Kontrast. Die Farbe stört auch erst mal nicht, die könnt ihr später eventuell noch entfärben. Ihr seht aber im Zoom-Ausschnitt, dass Rauschen oder auch Körnung so nicht natürlich aussehen und hier kommt jetzt wieder der Gaußsche Weichzeichner ins Spiel.

Sucht euch in den Filtern wieder den Gaußschen Weichzeichner und stellt einen Radius ein, der das Bild harmonisch wirken lässt. In unserem Bild klappt das mit einem Radius von 0,6 Pixeln. Im Hintergrund des Screenshots könnt ihr erkennen, dass das Bild mit der gleichmäßigen Körnung harmonischer aussieht, und an den Vorher-/Nachher-Ausschnitten erkennt ihr die Wirkung des Weichzeichners.

Tiefen/Lichter

Manchmal hat man es in Photoshop mit Bildern zu tun, die sich fast nicht mehr retten lassen, weil sie nur noch im Jpg- oder Tiff-Format vorliegen. In unserem Beispielfoto führt die Gegenlichtsituation dazu, dass sowohl im Fenster als auch an der Unterseite des Helikopters kaum noch etwas zu erkennen ist. Habt ihr das Bild in 16 Bit – wunderbar. Wenn nicht, macht es keinen Sinn, es von 8 Bit künstlich auf 16 Bit zu stellen. Aber hier kann man mit Tiefen/Lichter – Einstellungen oft noch einiges verbessern. Doch bevor es losgeht, konvertiert eure Ebene bitte wieder für Smartfilter (siehe Punkt Filtergalerie), damit ihr sie später jederzeit wieder editieren könnt.

Öffnet jetzt (Achtung – nicht unter Filter) unter Bild>Korrekturen das Menü Tiefen/Lichter. Sollte euer Menü nur den Tiefen- und Lichterregler anzeigen, könnt ihr es durch Klick in Weitere Optionen einblenden erweitern.

Standardmäßig sind beim Öffnen des Menüs bereits Werte eingestellt und euer Bild wird automatisch angepasst. Arbeitet ihr öfter mit den Tiefen/Lichtern, kann es nerven, die Regler jedes Mal wieder auf null stellen zu müssen, damit ihr dann eigene Einstellungen vornehmen könnt. Dies könnt ihr umgehen, indem ihr alle Regler, ausgenommen die Farbkorrektur, auf null schiebt und auf den Button Als Standard speichern klickt. Ab dann kommen immer alle Regler mit dem Wert null.

Beginnen wir mit den Tiefen. Dazu müsst ihr wissen, dass die Stärke abhängig von der Tonbreite ist, das heißt, steht die Tonbreite auf null, werden nur die ganz dunklen Werte eures Bildes bearbeitet und ihr werdet beim Ziehen des Stärkereglers nur unwesentliche Veränderungen wahrnehmen. Erst wenn ihr den Wert der Tonbreite erhöht, werden auch die helleren Bereiche einbezogen und ihr könnt wirklich Veränderungen erkennen.

Ihr werdet allerdings feststellen, dass dem Bild jetzt eine gewisse Knackigkeit fehlt. Das liegt daran, dass feine, tiefe Schatten auch aufgehellt werden, obwohl sie eigentlich schwarz bleiben müssten. Hier kommt der Radius ins Spiel. Der legt fest, wie viele Pixel aneinanderhängen müssen, um verändert zu werden. In unserem Beispiel ist ein Radius von 20 Pixeln optimal, das wird aber von Bild zu Bild verschieden sein.

Genauso wie die Tiefen bearbeitet ihr die Lichter. Auch hier kommt es auf die Qualität des Bildes an und ihr müsst einfach etwas probieren, welche Werte das beste Ergebnis liefern.

Auch mit dem Mittelton-Kontrast könnt ihr Verbesserungen eurer Bilder bewirken, auch wenn man hier im Screenshot nicht wirklich einen Unterschied feststellen kann. Ich wollte es euch aber nicht vorenthalten.

Schaut ihr euch jetzt die Vorher-/Nachher-Versionen des Bildes an, …

…könnt ihr eine deutliche Verbesserung der Qualität feststellen.


Ich hoffe, ihr seid neugierig geworden, und wünsche euch viel Spaß beim Probieren.

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