3D-Druck

Mit Photoshop kann man die bearbeiteten 3D-Objekte sogar drucken. Natürlich braucht ihr dazu entweder einen 3D-Drucker oder ihr nehmt einen Druckservice in Anspruch und lasst euch das Objekt dann per Post zuschicken. Der Druckdialog ist recht übersichtlich und nicht schwer zu verstehen.

Die Arbeitsmaterialien zu diesem Tutorial findet ihr beim zugehörigen Video-Training.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Auch wenn die Darstellung des Bigfoot hier relativ gut aussieht, ist es so, dass sie noch nicht die finale Darstellung ist. Wir können ihn in dieser Position bzw. in dieser Darstellungsoption jederzeit drehen und wenden und sehen trotzdem Lichter und Schatten.

Das ist es aber noch nicht. Es geht auch noch um die Ausgabe bzw. das Rendern. In Photoshop ist das Rendern bzw. die Ausgabe relativ problemlos. Damit meine ich, dass es eigentlich überhaupt keine Pannen gibt. Aber es gibt nicht besonders viele Optionen, die ihr einstellen könnt, wodurch sich aber auch wiederum die Fehleranfälligkeit stark vermindert.

Schritt 1

Ihr solltet auf jeden Fall ein paar Dinge in den Voreinstellungen bei 3D festlegen:

Mit Tiefenqualität ist die Schattenqualität gemeint, und je nachdem, wie lange Photoshop rendern soll, sollte ich hier irgendetwas zwischen Mittel und Hoch einstellen.

Wenn ihr noch in der Testphase seid und rendert, könnt ihr hier ruhig Sehr niedrig einstellen, dann geht das schnell, bietet aber auch nicht so gute Qualität. Wenn ihr aber final rendert bzw. auch für Print, dann solltet ihr auf mindestens Hoch, wenn nicht Sehr hoch einstellen. Das ist relativ wichtig.

Genauso wichtig ist auch der Raytracer. Auch da gibt es einen Schwellenwert für die Qualität und den solltet ihr für die finale Situation am besten ganz auf 10 hochziehen, um die beste Qualität zu bekommen. Ich lasse das mal auf einer niedrigeren Qualität von fünf.

Dann gibt es noch die Kachelgröße beim Rendering, was nicht so fürchterlich wichtig ist. Da könnt ihr einstellen, wie euch das Rendern angezeigt wird – ob sich Photoshop kleine Bildteile vorknüpft oder ob es das ganze Bild auf einmal rendert. Ich lass das mal auf Mittel und bestätige mit OK.

Schritt 3

Wenn ihr das habt, geht es um die Ausgabe. Bevor wir mit dem Rendern weitermachen, möchte ich euch noch eine andere Art der Ausgabe zeigen:

Ihr geht auf 3D>Zeichnen mit aktuellem Pinsel.

Bevor wir das ausprobieren, sollten wir also erst mal schauen, wie unser aktueller Pinsel aussieht: Wir haben einen klassischen runden Pinsel, eine Größe von 13 Pt. Jetzt nehme ich den Befehl Zeichnen mit aktuellem Pinsel und dann bekomme ich das:

Eigentlich eine lustige Nummer. Ich weiß zwar nicht so richtig, woher das Muster kommt, das scheint Photoshop sehr freizügig zu vergeben. Aber das Ding eignet sich auf jeden Fall sehr gut, einen Comicstil zu erstellen.

Jetzt machen wir das rückgängig und vertauschen die Vordergrund- und die Hintergrundfarbe.

Wenn wir jetzt noch mal über 3D>Zeichnen mit aktuellem Pinsel gehen, dann bekommen wir ein anderes Ergebnis. Wir bekommen eine Volltonfarbe und man sieht auch von dem Muster nicht mehr allzu viel.

Die Hintergrundfarbe bildet also die jeweilige Grundfarbe unseres Objekts. Damit kann man richtig schicke Sachen machen, die natürlich eher wie eine Grafik aussehen. Aber das ist ja auch durchaus Sinn und Zweck der Übung.

Schritt 4

Wenn ihr das nicht grafisch, sondern lieber fotorealistisch wollt, dann könnt ihr entweder das ganze Bild rendern, indem ihr einfach auf das Rendering-Symbol unten rechts klickt.

Oder aber ihr wollt einen speziellen Bereich des Bildes auswählen, der gerendert wird. Dazu nehmt ihr einfach das Auswahlrechteck-Werkzeug (oder das Auswahlellipse-Werkzeug, das ginge natürlich auch) und zieht eine Auswahl auf.

Bei Art könnt ihr Normal einstellen, dann könnt ihr das Rechteck aufziehen, wie ihr wollt. Oder ihr definiert ein Festes Seitenverhältnis.

Und wenn ihr dann wieder auf den Rendering-Knopf unten drückt, dann wird nur innerhalb dieser Selektion, die ihr eben aufgerufen habt, gerendert.

Schritt 5

Photoshop hat die Angewohnheit, so lange zu rendern, bis es fertig ist, das heißt, dass die Qualität immer besser und besser und besser wird. Wenn ihr das abwartet, dann bekommt ihr am Ende die Qualität, die ihr in den Voreinstellungen eingestellt habt.

Wenn ihr aber während des Prozesses seht, dass euch die Qualität schon reicht, dann könnt ihr einfach die Esc-Taste drücken und Photoshop hört sofort auf zu rendern.

Hier sieht man auch schon den Unterschied:

Die Partie hier vorne an den Scheinwerfern, die von einem sehr einfachen Licht beleuchtet ist, war im ungerenderten Zustand völlig ausgeschossen. Im gerenderten Zustand passt sie.

Ebenso kommen jetzt die Glanzlichter und Spiegelungen viel mehr raus als vorher.

Schritt 6

Wenn wir das Ganze noch mal rückgängig machen, zum Beispiel, indem wir das Objekt bewegen, dann können wir es von vornherein noch mal rendern, und zwar diesmal das gesamte Ding.

Und dann sieht man auch, dass die Schatten mitgerendert werden.

Wenn ihr einen unscharfen Schatten eingestellt habt, dann wird die Unschärfe auch mitgerendert. Auch die Tiefenschärfe wird besser dargestellt und die Schattenbereiche auf der Karosserie sind viel besser zu sehen.

Das Rendern lohnt sich auf jeden Fall, um die Darstellung realistischer aussehen zu lassen. Und während das Rendering-Rechteck fortschreitet, seht ihr, dass die Körnung verschwindet und man so eine möglichst realistische Darstellung bekommt.

Wenn ihr genug habt, dann könnt ihr wie gesagt die Esc-Taste drücken, wenn ihr aber beste Qualität wollt, dann wartet einfach ab und speichert dann.

Schritt 7

Das Tolle am Arbeiten mit 3D-Dateien ist, dass man sie nicht nur rendern kann, um sie später in anderen 3D- oder 2D-Darstellungen zu versenden, sondern das man sie tatsächlich auch ausdrucken kann. Dann kann man sie als echte Modelle in die Hand nehmen, sie bemalen usw.

Was wir brauchen, ist ein Objekt, das wir drucken wollen. Ich gehe zu 3D>Neue 3D-Ebene aus Datei und lade mir aus den Arbeitsmaterialien den Elefanten.

Ich öffne die Datei und übernehme die Skalierung einfach so, wie sie kommt. Auch die Meldungen bzgl. der Materialien und der Farben bestätige ich mit OK, denn die Materialien und die Farben sind in diesem Fall gar nicht so wichtig, weil wir damit gar nichts mehr anfangen, wenn das Ding gedruckt ist.

Also, Farben, die ihr da draufmalt oder fotografierte Dateien, die ihr auf den Elefanten drau macht, werden nicht mitgedruckt. Das ist irgendwie auch logisch, man kann ja auch schon froh sein, dass dieses Objekt überhaupt gedruckt wird.

So sieht er also aus.

Schritt 8

Wir schauen uns jetzt mal an, wie das mit dem Druck funktioniert.

Da möchte ich euch erst mal den Tipp geben, auf 3D>Weitere Inhalte abrufen zu klicken, denn da bekommt ihr weitere Infos geliefert.

Klickt einfach mal hier auf den 3D-Druck

… und schaut euch das genauer an.

Da könnt ihr das Objekt entweder bei Shapeways ausdrucken lassen oder euch über MakerBot selber einen 3D-Drucker besorgen. Die sind auch gar nicht so teuer, wie man vielleicht denkt.

Oder ihr bekommt bei Sketchfab noch weitere Tipps und Optionen.

Schritt 9

Jetzt müsst ihr natürlich wissen, was ihr in Photoshop eigentlich tun müsst, um 3D zu drucken.

Die Ebene "Elephant…" ist angeklickt. Dann gehen wir über 3D zu den 3D-Druckeinstellungen.

Dann sieht das Ding so aus und die 3D-Druckeinstellungen findet ihr im Eigenschaften-Bedienfeld.

Drucken kann man Local, wenn man einen eigenen 3D-Drucker angeschlossen hat, oder über Shapeways.

Ich hab meinen lokalen Drucker dran, und weil der schon mal gedruckt hat, ist auch das Profil bei Drucker noch angewählt. Ihr könnt bei Drucker aber auch gleich Export STL einstellen, das ist vielleicht gut für Leute, die das später wegschicken wollen, um es bei einem Druck-Dienstleister drucken zu lassen.

Das Druckervolumen steht auf Pixel. Das ist eine etwas kryptische Sache, denn warum sollte das so sein?

Die Angaben in Pixel beziehen sich auf die Darstellungsgröße in Photoshop. Wir wollen den Elefanten aber tatsächlich in den Händen halten und deshalb können wir mit Pixeln nicht viel anfangen.

Wir stellen das Druckervolumen also von Pixeln auf Zentimeter oder Millimeter um. Und jetzt seht ihr, dass der Elefant mit 95 mm gedruckt würde. Aber mein Drucker kann etwas mehr. Ich gehe also auf Druckvolumen skalieren, dann wird das Ding etwas größer (141 mm) bzw. der Druckraum etwas kleiner.

Und damit könnte man jetzt anfangen zu drucken.

Die Oberflächendetails kann man anklicken, wenn man über solche Materialien verfügt. Da ist zwar ein Material drauf, das ist aber nicht wichtig.

Normalmaps sind Materialien, die die Polygonausformung nachahmen, indem sie jeweils die Farbe an der Stelle des Objektes haben, die der Ausformung des Polygons am ehesten entspricht. Ich könnte es noch genauer erklären, aber das würde hier relativ lange dauern und wir haben in diesem Fall sowieso keine Normalmaps.

Dann haben wir noch die Möglichkeit Relief-Kanäle zu nutzen, das gibt es aber in Photoshop gar nicht. Da gibt es nur den Bump-Map, aber der verändert ja nicht wirklich das Polygonverhalten, deshalb können wir das auch ausgeschaltet lassen.

Die Stützstrukturen Gerüst und Raft lasst ihr auf jeden Fall immer angeklickt. Wir kommen darauf gleich noch mal zurück, sobald wir das sehen können.

Schritt 10

Jetzt könnten wir in 3D>Szene für den 3D-Druck vereinheitlichen gehen oder noch besser gleich direkt auf 3D>3D-Drucken.

Dann passiert im Grunde das Gleiche, was auch bei 3D-Szene für den 3D-Druck vereinheitlichen passiert, nur dass ihr weniger Meldungen darüber bekommt.

Wenn Photoshop fertig ist und wie lange es dauert, hängt davon ab, wie komplex das Modell ist. Wenn Photoshop fertig ist, bekommt ihr eine recht genaue Anzeige, wie das Objekt aussehen soll.

Speziell auch, wie dann die Stützstrukturen aussehen sollen und wo genau sich das Raft befindet. Das Raft ist dafür da, dass der Elefant beim Druck die Position nicht verlässt. Das Ganze sieht dann so aus:

Diese bräunlichen Strukturen, die ein bisschen aussehen, als würde der Elefant durchs Unterholz wandern, das sind die Stützstrukturen. Die brauchen wir, denn der Drucker druckt ja Lage um Lage von unten nach oben. Der kann nicht einfach mitten in der Luft anfangen, einen Stoßzahn und einen Rüssel zu drucken, sondern braucht diese lotrechte Verbindung zum Boden, braucht diese feinen Strukturen, um den Kunststoff darauf ablegen zu können.

Wenn man etwas näher heranzoomt, dann sieht man, dass die Stützstrukturen recht wenig Verbindungsauflage zum Objekt haben.

Das soll natürlich auch so sein, damit man sie später leicht entfernen kann.

Rechts in der Übersicht könnt ihr noch mal die genauen Maße ablesen. Dann könnt ihr entweder auf Drucken gehen, wenn ihr euren 3D-Drucker angeschlossen habt, oder ihr geht – wie ich jetzt – auf Exportieren …

Wenn ihr auf Exportieren geklickt habt, könnt ihr die Datei jetzt so abspeichern, wie ihr sie braucht. Macht euch vorher schlau, welches Dateiformat der Dienstleister braucht, bei dem ihr drucken wollt, und dann könnt ihr das per Mail o.Ä. verschicken.

Ich habe den Elefanten selbst ausgedruckt und ihr seht, dass da relativ viele "Spinnfäden" entstanden sind. Das passiert beim Drucken, wenn der Drucker die Düse absetzt und an anderer Stelle wieder aufsetzt. Die könnt ihr aber mit den Fingern gut abschrubbeln. Ich habe das extra nicht gemacht, damit ihr seht, wie das aussieht.

Und ihr könnt noch genau die Stützstrukturen sehen, die nach oben dünner werden und so wenig wie möglich Auflagefläche nutzen, um trotzdem zu garantieren, dass auch solche sich in der Luft befindlichen Strukturen sauber gedruckt werden.

Wer das öfter machen will, für den lohnt sich eventuell ein 3D-Drucker. Ansonsten würde ich eher einen Dienstleister in Anspruch nehmen, um nicht nur Elefanten zu drucken, sondern vielleicht auch funktionelle Teile wie Schlüsselanhänger usw.

Ihr könnt euch im Prinzip alles ausdenken, was man aus Kunststoff herstellen kann und das dann aus Photoshop heraus drucken.

Damit wünsche ich euch viel Spaß!

Im nächsten Tutorial beschäftigen wir uns damit, wie man eine 3D-Szene in Photoshop entwerfen und rendern kann.

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