3D-Kamera-Einstellungen

Die 3D-Kamera ist in vielen Belangen besser als eine reale Kamera. So habt ihr beispielsweise ein Zoomobjektiv zur Verfügung, das ihr zwischen 1 und 1000 mm einstellen könnt. Die Tiefenschärfe könnt ihr legen, wie ihr wollt, selbst Stereobilder sind problemlos mit dieser Kamera zu verwirklichen und machen außerdem mächtig Spaß!

Die Arbeitsmaterialien zu diesem Tutorial findet ihr beim zugehörigen Video-Training.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
In diesem Tutorial geht es darum, herauszubekommen, was man alles mit der 3D-Kamera machen kann.

Öffnet mal dieses Bild "Perspektive.jpg" aus den Arbeitsmaterialien.

Das wurde mit der Kamera draußen fotografiert und um es anzusehen, brauchen wir technisch keine weiteren Hilfsmittel außer Photoshop und einen Monitor.

Wenn wir allerdings eine 3D-Ebene haben, dann betrachten wir das 3D-Objekt stets durch eine virtuelle Kamera. Also eine Kamera, die sich tatsächlich in Bezug auf Brennweite, Position und sicherlich auch Blende usw. einstellen lässt. Man hat also eine richtige, echte Kamera, durch die man die ganze Zeit schaut, ohne dass man sich dessen vielleicht bewusst ist.

Schritt 1

Um euch zu zeigen, was ich damit meine, hole ich mir das Textwerkzeug und stelle die Schriftgröße auf 80 Pt ein.

Damit schreibe ich ein Wort in die Landschaft hinein und mache daraus eine 3D-Ebene, indem ich auf diese Schaltfläche oben rechts klicke.

Und schon habe ich den Schriftzug als 3D-Objekt.

Wenn ich den Schriftzug jetzt auf die Straße setzen möchte, muss ich schauen, dass ich die Kamera so einstelle, dass die Perspektive des Hintergrundbildes und die Perspektive der 3D-Ebene zusammenpassen.

Schritt 2

Schauen wir uns dafür erst mal den Hintergrund an: Ich klicke die Ebene "Hintergrund" an, gehe auf Datei>Dateiinformationen und hole mir die Informationen über das Hintergrundbild, die ich dafür brauche.

Und was ich brauche, ist nur die Brennweite, also "20.0 mm". Das Objektiv steht auf dem gleichen Wert, weil kein Zoom eingestellt war.

Ich bestätige mit OK und jetzt kann es losgehen.

Schritt 3

Ich gehe auf den Reiter Ebenen und klicke die Ebene "STOP" an.

Dann gehe ich auf das 3D-Bedienfeld und sollte erst mal die Kamera anpassen. Das kann man oben in den Eigenschaften, aber nur dann, wenn ich auf die Kamera klicke. Und die Kamera heißt in diesem Fall Aktuelle Ansicht.

Wenn ich da draufklicke, seht ihr, dass ihr oben bei Ansicht ein Auswahlmenü mit verschiedenen Optionen bekommt, aus denen ihr wählen könnt.

Das hilft uns im Moment natürlich nicht weiter, weil das ebenso wie die orthogonale Ansicht alles Ansichten ohne Perspektive sind.

Man kann das auch schon an dem jeweiligen Icon erkennen: Der Würfel links sieht Perspektivisch aus und rechts bei Orthogonal ist er nicht perspektivisch.

Wenn ihr auf Orthogonal klickt, dann sieht der Schriftzug erst mal aus, als wäre er 2D – ist er aber nicht. Er ist nach wie vor in 3D, aber die orthogonale Ansicht stellt keine Perspektive dar.

Wenn ich meinen Schriftzug drehe, sieht man, dass es eben schon noch 3D ist.

Aber wenn ich bei der Ansicht Orthogonal die Linien der Schrift verlängern würde, würden sie nie auf einen Punkt kommen, sondern immer weiter parallel verlaufen, weil sie nicht auf einen Fluchtpunkt zulaufen.

Das ist für uns also nicht sinnvoll, deswegen bleiben wir bei der Ansicht Perspektivisch. Da werden sich die Fluchtlinien in einem Punkt treffen, genauso wie die Straße. Das passt also besser zusammen.

Schritt 4

Man kann jetzt versuchen, Straße und Schrift perspektivisch perfekt aneinander anzupassen:

Das Erste ist, bei FOV die 20 mm für die Kamera einzustellen, denn die brauchen wir auch für die 3D-Kamera.

Und jetzt geht es darum, das Raster so auf die Straße zu legen, dass es passt. Und da kann ich nur sagen: viel Spaß! Wenn ihr das Raster hier drauflegen wollt, passt es entweder links oder rechts und sollte es tatsächlich mal an beiden Seiten passen, passt es in der Mitte nicht mehr.

Eine solche Perspektive zu finden ist nicht so einfach.

Das würde ich auch auf diese Art nie machen, denn dafür gibt es ein ganz tolles Hilfsmittel. …

Schritt 5

Dieses Hilfsmittel heißt Fluchtpunktraster und ihr findet es ebenfalls bei Ansicht.

Das wähle ich an und werde sofort von Photoshop geschimpft, weil ich noch gar kein Fluchtpunktraster festgelegt habe. Aber Photoshop bietet mir auch gleich an, eines zu erstellen. Das möchte ich natürlich tun und bestätige die Meldung mit OK.

Jetzt fange ich an, das Fluchtpunktraster zu erstellen. Dabei ist gar nicht wichtig, dass ihr die Straße komplett mit dem Raster belegt. Da würdet ihr hinten auch mächtig Schwierigkeiten bekommen. Es geht nur darum, dass ihr eine Vorstellung der Perspektive an Photoshop weitergebt.

Und das sieht ungefähr so aus.

Ich sage absichtlich "ungefähr", denn sobald die Linien erscheinen, sehen wir, dass das noch mal veränderungsfähig ist.

Wir müssen wahrscheinlich nicht viel verändern, nur die linke Linie noch ein kleines bisschen nach außen ziehen.

Auch die Mittellinie, diese kleine dünne Linie zwischen den beiden gelben, läuft perfekt bis nach hinten auf der mittleren Schiene. Da brauche ich nichts zu verändern.

Ansonsten könntet ihr das mit der Taste X machen. Dann habt ihr eine sehr feinmotorische Veränderungsmöglichkeit.

So können wir das mal stehen lassen. Das ist genau die Perspektive der Straße.

Ich klicke auf OK

… und bekomme diese Animation, in der das "STOP" noch viel schiefer drinhängt als vorher. Was hat mir das denn jetzt gebracht?

Ihr könnt jetzt – ganz großartig – auf das Verschieben-Werkzeug klicken und den Schriftzug erst mal auf die Straße herunterziehen.

Und schaut mal: Der passt wunderbar, egal, wohin ihr ihn schiebt, er passt immer perfekt zur Perspektive des Hintergrundbildes.

Und darum geht es: Photoshop weiß noch nicht, wo ihr das Ding haben wollt, aber Photoshop weiß, wie es das Ding ausrichten muss, damit es passt.

Ein bisschen ist der Horizont zwar schief geraten, aber da wir den Schriftzug im Vordergrund platzieren wollen und nicht im Hintergrund, müssen wir den Schritt nicht unbedingt rückgängig machen, sondern können damit leben.

Schritt 6

Trotzdem ist mir der Schriftzug noch zu klein. Also schaue ich, dass ich in der richtigen Ebene bin, klicke den Schriftzug an und mache ihn etwas größer.

Und das ist es eigentlich. Damit haben wir ihn sehr schön angepasst.

Schritt 7

Zwei Kleinigkeiten sollte man noch ändern:

Zum einen muss ich das Licht (Gerichtetes Licht 1) anklicken, um das Licht aus der richtigen Richtung kommen zu lassen, nämlich von links. Wenn ich mir nämlich den Schatten der Leitplanke anschaue und auch den Schatten der Wolken, dann sehe ich, dass das Licht relativ flach einfällt und von links kommen muss.

Das zweite, was ich unbedingt tun muss, ist, das Objekt auf die Grundebene auszurichten. Denn hier sieht das ja so aus, als würde das S mitten in seiner eigenen Schattenebene stehen. …

Schritt 8

Deshalb klicke ich den gesamten Komplex "STOP" an, da sind alle Meshes drin, gehe auf 3D>Objekt auf Grundebene verschieben und schon passt das viel besser.

Das Ausrichten auf die Grundebene könnt ihr standardmäßig immer durchführen, weil es entweder nicht schadet oder euch das Bild rettet.

Schritt 9

Wenn man das rendert, wird man feststellen, dass es fast ganz perfekt passt oder vielleicht auch ganz perfekt.

Ich mache das mal und sehe, dass der Schriftzug perfekt in die Perspektive und sogar auch noch perfekt zum Licht passt.

Wenn ihr also versucht, ein 3D-Objekt und ein Hintergrundobjekt zusammenzubringen, solltet ihr auf jeden Fall erst mal die passende Brennweite einstellen und euch dann eventuell vom Fluchtpunktraster helfen lassen.

Schritt 10

Mit der 3D-Kamera von Photoshop habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, Tiefenschärfe einzugeben bzw. euch zeigen zu lassen. Das sieht man oben bei den Eigenschaften und ich zeige euch, wie man das verwendet.

Wenn man den Schriftzug und das Hintergrundbild betrachtet, sieht man gleich, dass man keine Tiefenschärfe braucht, denn das Bild ist sowohl vorne als auch hinten scharf.

Hier wäre Tiefenschärfe also sinnlos bzw. würde dazu führen, dass man die Tiefenschärfe des Schriftzuges optisch nicht mehr mit dem fotografierten Hintergrund in Verbindung bringt und dass das Ganze künstlich wirken würde. Das wollen wir also nicht.

Deshalb gehe ich zu den Ebenen und lösche die Ebene "Hintergrund", indem ich sie auf das Papierkorb-Symbol ziehe.

Und bevor wir weitermachen, bringen wir noch den Schriftzug etwas in Form, damit wir ihn besser sehen und besser damit arbeiten können:

Ich klicke auf das Werkzeug, mit dem ich um die Geschichte herumturnen kann, und zoome den Schriftzug etwas näher zu mir heran.

Jetzt muss ich ihn nur noch verschieben bzw. die Kamera so verschieben, dass der Schriftzug passt.

Man kann ihn allerdings noch schlecht lesen, weil das Licht noch von hinten kommt. Wir klicken also auf die Lichtquelle und verschieben sie so, dass wir wieder schön auf die Vorderseite schauen.

Dabei ist es manchmal sinnvoll, den Regler einmal loszulassen und noch mal neu anzufassen.

So, damit kann man arbeiten:

Schritt 11

Jetzt gehen wir zurück zum Reiter 3D und klicken die Aktuelle Ansicht an.

Die Tiefenschärfe steht auf einem Abstand von 0,5, das bringt uns nichts, denn es ist noch keine Tiefe eingestellt.

Erst wenn ich die Tiefe einstelle und den Wert erhöhe, dann seht ihr, was hier passiert: Jetzt habe ich den Vordergrund unscharf und das P scharf.

Stört euch übrigens nicht an dieser hässlichen Darstellung. Das ist noch nicht gerendert und also nur eine sehr rudimentäre Darstellung dessen, was ihr nach dem Rendern bekommt.

Und jetzt kommt der Abstand ins Spiel.

Mit dem Abstand könnt ihr quasi nach vorne und nach hinten wandern und so die Schärfe genau an die Stelle legen, wo ihr sie gerne hättet.

Bei den kleineren Werten ist das S vorne scharf, das P unscharf.

Wenn man den Regler weiter nach rechts schiebt, sieht man, wie die Schärfe vom S aus nach hinten wandert und dann irgendwann die Schrift komplett verlässt. Würde ein längerer Schriftzug dastehen, würde die Tiefenschärfe auf dem letzten Buchstaben ganz hinten liegen.

Ich stelle mal auf das S scharf.

Ein Tipp: Wenn ihr das rendert, dann stellt die Tiefe etwas stärker ein, als ihr es von der Ansicht her eigentlich tun würdet, denn ich habe immer den Eindruck, dass nach dem Rendern der Unschärfe-Eindruck etwas schwächer ist als vor dem Rendern.

Ich hatte die Tiefe auf 6 stehen, also stelle sie jetzt auf 8 und rendere.

Das sieht sehr gut aus, aber man muss natürlich mehrere Vorgänge des Renderns abwarten, damit diese körnigen Unschärfen verschwinden.

Das ist also die Tiefenschärfe der Kamera. Man kann damit entweder Schriftzüge oder auch andere 3D-Objekte an einen Hintergrund anpassen, der in die Unschärfe verläuft, oder man nimmt diesen Effekt ganz einfach her, um einen Schriftzug etwas interessanter und realistischer aussehen zu lassen.

Schritt 12

Natürlich gibt es in Photoshop auch die Möglichkeit, die 3D-Kamera tatsächlich dreidimensional anmutende Bilder zeigen zu lassen. Das funktioniert über diese Stereo-Schaltfläche.

Wir sollten mal zwei Dinge auseinanderhalten: Wenn ihr mit Photoshops 3D-Teil arbeitet, was wir hier die ganze Zeit getan haben, dann sind das tatsächlich echte 3D-Dateien, wie ihr es auch an diesem Bigfoot sehen könnt, den ihr auch in den Arbeitsmaterialien habt.

Das sind Bilder bzw. Daten, die sich in den Raum erstrecken. Deshalb können wir sie von allen Seiten betrachten.

Wenn ihr das aber jemandem erzählt, der wenig Ahnung davon hat, versteht der meistens "dreidimensionale Darstellung" und das bedeutet, dass man einen Tiefeneindruck hat. Hand aufs Herz: Das haben wir jetzt nicht.

Das ist ein zweidimensionales Bild, auch wenn es sich im dreidimensionalen Raum befindet. Gerade dann, wenn wir es nicht bewegen, ist das ein klassisches 2D-Bild.

Schritt 13

Wenn ich will, dass es nach 3D aussieht, dann klicke ich auf Stereo und finde zuerst einmal heraus, dass es verschiedene Arten der stereoskopischen Darstellung gibt.

Hier haben wir ein Stereogramm, das auf das Anaglyphen-System zurückzuführen ist. Das klingt kompliziert, heißt aber nichts anderes, als dass ihr eine Brille mit einem roten und einem cyanfarbenen Glas habt und die aufsetzt.

Damit könnt ihr dann sehen, dass ein Teil des Bildes dem einen Auge, der andere dem anderen Auge zugeordnet wird. Und das sieht man schon an diesen cyanfarbenen und roten Linien.

Wenn ihr das verwenden wollt, dann müsst ihr eine solche Brille aufsetzen.

Schritt 14

Dann gibt es zwei Regler, an denen wir drehen können:

Ihr habt zum einen den Regler Abst., der bedeutet einfach nur, dass hiermit der Abstand der beiden Kameras, die jeweils das rote und das cyanfarbene Bild aufnehmen, festgelegt wird.

Das könnt ihr mit dem Augenabstand vergleichen, der bei ungefähr 6-7 cm liegt. Und wenn ihr den Abstandsregler mal auf ebensolche (minus oder plus spielt keine Rolle) 6 oder 7 cm stellt, bekommt man schon einen ganz netten Tiefeneindruck.

Allerdings nur dann, wenn man die Tiefe verändert. Der aktuelle Wert 5 ist noch nicht so viel, bei höheren Werten wird das schon interessanter. Aber mehr als 10 oder 12 werdet ihr hier selten brauchen, sonst schießt ihr über das Ziel hinaus.

Wenn ihr die Brille aufhabt und ihr zieht den Regler mal auf 40 oder 50 hinauf, dann bekommt ihr das nicht mehr im Gehirn zusammen. Deshalb bleibt ihr einfach bei etwas geringeren Werten.

Noch ein Wort zum Abstand: Je größer ihr den Abstand wählt, je weiter ihr die Augen bzw. die Kameras auseinanderrückt, desto kleiner scheint das Objekt zu werden. Stellt euch vor, ihr habt ein echtes dreidimensionales Objekt vor Augen und je dichter ihr es an die Augen heranholt, desto gleicher wird der Abstand zwischen Objekt und den Augen.

Je weiter es weg ist, desto größer wird der Abstand zu den Augen und damit verschwindet auch dieser 3D-Eindruck.

Mit dem Abstand regelt ihr also die Größe des Objekts und mit der Tiefe die 3D-Wirkung.

Schritt 15

Das ist es aber noch nicht alleine. Es gibt der Vollständigkeit halber auch noch zwei andere Optionen:

Da ist noch das Linienraster, das kennt jeder von diesen Kipp-Bildern. Man kann sich das von einem Dienstleister errechnen lassen, der das dann auch drucken kann.

Schritt 16

Und dann gibt es noch die Side-by-Side-Darstellung.

Da hat man zwei Bilder, die man mit einer speziellen Linsenbrille betrachten kann, sodass das linke Auge nur das linke Bild und das rechte Auge nur das rechte Bild sieht.

Man kann aber auch einfach genau auf der Mittellinie eine Pappe aufstellen, und wenn ihr ein bisschen übt und lange genug auf die beiden Bilder schaut, dann wird das Gehirn das auch zu einem 3D-Bild zusammensetzen.

Das ist zwar ein bisschen umständlich, aber es gibt keinerlei Farbverschiebung.

Damit könnt ihr ja mal ein bisschen herumprobieren und testen, was euch gefällt. Wahrscheinlich werdet ihr beim Anaglyphen-System bleiben und die Brille aufsetzen, weil es problemlos funktioniert.

Dabei wünsche ich euch viel Spaß.

Und im nächsten Tutorial geht es dann um den 3D-Druck.

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