Text-Werkzeug in Photoshop

Text wird in Photoshop vektorbasiert angelegt. Deshalb lassen sich Textebenen auch als .eps exportieren und in anderen Programmen wie InDesign oder Illustrator als Vektorschrift weiterverwenden. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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In diesem Tutorial möchte ich euch das Text-Werkzeug in Photoshop vorstellen.

Schritt 1

Schrift gehört zwar nicht zu den Kernkompetenzen von Photoshop, denn dafür gibt es andere Programme wie z.B. Illustrator oder InDesign. Trotzdem gehört Schrift ebenfalls zur Gestaltung dazu. Deswegen ist es auch in Photoshop verfügbar, und zwar mit gar nicht so schlechten Möglichkeiten und Eigenschaften, die man vielleicht von einem Pixel-Programm erwarten würde. Ihr kennt das bereits vom Zeichenstift-Werkzeug, dass Photoshop auch Vektoren beherrscht, und genauso ist es auch mit Schrift. Wenn ich also eine Schrift setzen möchte, dann gibt es ein Werkzeug dazu, das Text-Werkzeug.

Schritt 2

Wenn man da reinklickt, dann kann man feststellen, dass man das Text-Werkzeug entweder horizontal oder vertikal ansetzen kann. Dass man damit entweder vollfarbig einen Text schreibt oder eine Auswahl in dieser Textform erzeugt.

Ich möchte jetzt einen Text schreiben und nehme deswegen das Horizontale Text-Werkzeug.

Schritt 3

Sobald ich das angeklickt habe, muss ich nur noch in das Bild klicken und kann sofort drauflosschreiben. Als Vorbereitung wäre es nicht schlecht, sich zu überlegen, mit welcher Schrift man arbeiten möchte. Natürlich könnt ihr das hinterher auch noch einstellen, aber es ist immer ganz gut, wenn man sich vorher Gedanken darüber macht. Im markierten Feld in der Menüleiste könnt ihr, wenn ihr das Drop-down-Menü aufklappt, so ziemlich alles an Schriften finden, was Rang und Namen hat. Natürlich gibt es auch Schriften, die hier nicht vorhanden sind.

Schritt 4

Was ich euch wirklich empfehlen kann: Orientiert euch an den Schriften, von denen ihr vielleicht schon mal gehört habt, die ihr kennt oder die zu den bekannteren Schriftarten gehören, wie z.B. Arial, Verdana oder Courier. Es gibt ganz viele Schriften in diesem Menü, die erst einmal ganz gut klingen, aber nur für relativ wenige Anwendungszwecke geeignet sind.

Also wenn ihr euch nicht so gut mit den Schriften auskennt, dann orientiert euch vielleicht erst mal an der Arial. Das ist eine verhältnismäßig ereignislose Schrift, die trotzdem Charakter hat. Man kann sich nämlich mit Schriften auch sehr schnell fürchterlich vertun, in dem man irgendwelche Roundhand-Schriften oder Frakturen verwendet, die dann hinterher einfach schrecklich aussehen. Also wenn ich ihr euch noch nicht so gut auskennt, dann bleibt erst mal bei der Arial.

Direkt neben der Schriftart kann man den sogenannten Schriftschnitt verändern.

Schritt 5

Der Schriftschnitt ist die Dicke einer Schrift. Da unterscheidet man zwischen Regular und Bold bzw. der normalen Schriftdicke und Fettdruck. Dann gibt es noch Italic, also eine schräg stehende Schrift, man nennt es auch kursiv. Die Unterschiede könnt ihr einfach durch Ausprobieren testen. Nicht jede Schrift hat jeden Schriftschnitt zur Verfügung.

Direkt neben dem Schriftschnitt kann man die Schriftgröße einstellen.

Schritt 6

Voreingestellt ist in den meisten Fällen eine Schriftgröße von 12 Pt. Wir erhöhen die Schriftgröße gleich mal auf 48 Pt. Wie groß die Schrift nun wirklich bei euch erscheint, hängt davon ab, wie groß das Bild ist, mit dem ihr arbeitet.

Unser Bild ist verhältnismäßig groß, es hat 60 MB, was ca. 3500 px in der Höhe entspricht. Bei diesem Bild ist eine Schriftgröße von 48 Pt nicht wirklich groß. Die Bildgröße könnt ihr am unteren linken Bildschirmrand ablesen.

Schritt 7

Bei der Geschichte mit oder ohne Schärfe oder sehr starker Schärfe habe ich persönlich mit der Einstellung Scharf die besten Erfahrungen gemacht. Bei dieser Einstellung wirkt die Schrift noch scharf und sieht nicht so ausgebissen aus. Diese Einstellung möchte ich gerne anwenden.

Schritt 8

Daneben kann man die Schriftausrichtung einstellen: linksbündig, mittig und rechtsbündig. Der erste von den dreien ist der linksbündige Flattersatz.

In der Mitte kommt der zentrierte Satz, hier wird die Schrift sehr regelmäßig gesetzt, also in der Mitte zentriert, und dann haben wir als Letzes den rechtsbündigen Flattersatz. Den linksbündigen Satz kennt ihr aus Büchern und den meisten Prospekten. Vielleicht arbeitet ihr am besten damit.

Schritt 9

Dann gibt es in der Reihe noch die Schriftfarbe. Die ist im Moment auf Schwarz gestellt. Dabei bleiben wir auch.

Schritt 10

Nicht irritieren lassen: Auch wenn unten in der Seitenleiste die Vordergrundfarbe auf Hellblau eingestellt ist, ist trotzdem die oben eingestellte Farbe die relevante für die Schrift.

Schritt 11

Ich klicke mal ins Bild und schreibe den Satz Airports of the World.

Schritt 12

Jetzt würde ich das Geschriebene gerne an eine andere Stelle rücken und ein bisschen größer, dicker bzw. fetter machen. Zum Verschieben habt ihr die Möglichkeit, das Verschieben-Werkzeug zu nutzen.

Schritt 13

Der Kurzbefehl für das Verschieben-Werkzeug ist V, und wenn ihr jetzt den Fehler macht, mit aktivem Text-Werkzeug auf der Tastatur V zu drücken, dann steht das natürlich mit im Text.

Schritt 14

In diesem Fall funktioniert der Kurzbefehl ausnahmsweise mal nicht so, wie er soll, deswegen klickt zum Verschieben auf das Verschieben-Werkzeug.

Die Textebene ist im Moment noch aktiv und das ist auch gut so, die solltet ihr erst dann rastern, wenn es nicht mehr anders geht, wenn ihr also irgendwelche Effekte drauflegen wollt, die nur für Pixel funktionieren. Deswegen würde ich euch empfehlen, nicht zu rastern.

Schritt 15

Einige Hauptvorteile kennt ihr nun schon. Klickt wieder auf das Text-Werkzeug, anschließend klickt hinter das d – den letzten Buchstaben unseres Textes – und markiert mit gedrückter Shift-Taste und Rückschritt-Taste den ganzen Text. Den so markierten Text hätte ich gerne deutlich größer, z.B. 72 Pt.

Wenn die Größe von 72 Pt nicht reicht, könnt ihr – obwohl die Liste nur bis die 72 geht – auch einen höheren Wert eingeben. Hierzu markiert ihr oben in der Leiste die 72 und schreibt z.B. 96 rein.

Schritt 16

Jetzt muss man die Schrift wieder ein bisschen weiter nach oben schieben. Dafür klicke ich wieder auf das Verschieben-Werkzeug und ziehe den Text an die gewünschte Stelle im Bild. Damit ich die Farbe meiner Schrift ändern kann, wähle ich das Text-Werkzeug und fahre mit gedrückter linker Maustaste über die Schrift, bis diese vollständig markiert ist. Oben in der Leiste klicke ich auf die Farbe, damit ich meinen gewünschten Farbton einstellen kann.

An dieser Stelle ein Tipp: Zieht den Farbwähler neben die Schrift, denn der Farbwechsel wird euch in Echtzeit angezeigt, sodass ihr gleich das Ergebnis seht. Probiert die Farben solange aus, bis ihr zufrieden seid. Ist alles in Ordnung, klickt auf OK.

Schritt 17

Wundert euch nicht, wenn die Schrift jetzt grün aussieht; das liegt daran, dass der Text noch markiert ist. Die markierte Schrift wird immer in ihrer Komplementärfarbe angezeigt. Klickt einfach auf die Text-Ebene, damit die Markierung aufgehoben wird.

Schritt 18

Damit hätten wir schon mal das Wichtigste über die Schrift gelernt.

Wenn ihr einen solchen Textblock fertig und ihn für gut befunden habt, dann könnt ihr ihn entweder in einem Photoshop-Format speichern oder auch in einem anderen Format, welches nicht dazu führt, dass die Kanten gerastert werden – aber dazu kommen wir später noch.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, den Textblock zu verändern. Und dafür gibt es im Menü Fenster den Punkt Zeichen.

Schritt 19

Hier gibt es noch einige Sachen, die ihr verändern könnt. Beispielsweise gibt es Dinge, die ihr – wie vorher schon beschrieben – in der horizontalen Befehlsleiste findet. Das sind Schriftart, Schriftgröße und Schriftschnitt.

Schritt 20

Aber es sind auch Dinge darunter, die in der horizontalen Befehlsleiste nicht vorhanden sind, wie z.B. der Zeilenabstand. Setzt man den z.B. auf 6 Pt, dann sieht der Schriftblock wie folgt aus:

Schritt 21

Setzt ihr also den Zeilenabstand wieder auf 72 Pt, dann hängen die Buchstaben noch ein wenig aufeinander, da wir ja vorher eine Schriftgröße von 96 Pt gewählt haben. Entweder gebt ihr nun in dem Feld für den Zeilenabstand die 96 ein oder wir gehen auf den Reiter Absatz, und da habt ihr die Möglichkeit, den Zeilenabstand zu vergrößern, indem ihr den Regler nach rechts zieht (fahrt mit der Maus über das Symbol neben dem Feld, haltet die linke Maustaste gedrückt und bewegt jetzt die Maus nach links oder rechts) und gebt soviel an Pt dazu, bis das Ergebnis harmonisch aussieht.

In unserem Fall bräuchten wir jetzt rein theoretisch 24 Pt. Denn 72 (was vorher eingestellt war) plus 24 ergeben unsere 96. Oft ist es aber so, dass es dann doch ein bisschen netter aussieht, wenn es nicht ganz die 24 sind, sondern es etwas weniger ist, weil es dann ingesamt kompakter aussieht.

Schritt 22

Wenn ihr das Textfeld etwas auseinanderziehen wollt, dann müsst ihr einen größeren Wert eingeben.

Auch die Absatzformate findet ihr in diesem Reiter Absatz. Hier könnt ihr einstellen, welchen Satz ihr nehmen wollt. Gehen wir aber noch einmal zurück zu den Zeichen, denn dort sind noch Dinge zu finden, die sich vielleicht für den ein oder anderen auch lohnen. Obwohl ich auch ein wenig davor warnen möchte, denn ihr könnt die Schrift auch noch verzerren. Entweder in die Länge ziehen oder auch stauchen.

Schritt 23

Manchmal wirkt das super. In der Regel wäre ich damit aber eher vorsichtig, denn oft wirkt es so, als hätte man versucht, einen großen Wurf zu machen, ist aber in Wirklichkeit kläglich gescheitert. Das liegt daran, dass diese Schriften schon sehr gut durchdacht sind. Sie sehen aus, als wären sie irgendwie erfunden, aber in Wirklichkeit steckt viel Wissen, Wahrnehmung und Arbeit dahinter.

Was man in der Höhe verändern kann, geht natürlich auch in der Breite. Manchmal sieht es super aus, manchmal eben auch nicht.

Schritt 24

Wo wir gerade beim Verzerren sind: Da gibt es noch ein paar mehr Möglichkeiten. Beispielsweise das Verformen von Texten.

Schritt 25

Z.B. der Bogen. Die Stärke der Biegung könnt ihr über den Regler Biegung festlegen. Ich bin der Meinung, so etwas sollte man hauptsächlich dann verwenden, wenn man die Schrift auf einen ganz bestimmten Teil, z.B. auf ein Gerät, ein Flugzeug, ein Schiffsnamen platzieren möchte. Hier muss man die Schrift so verzerren, dass sie perspektivisch korrekt darauffällt.

Schritt 26

Für solche Fälle finde ich es eine ganz gute Geschichte, dass man diese verschiedenen Möglichkeiten hat. Probiert einfach ein wenig herum und schaut, was draus wird. Selbstverständlich kann man das auch für jegliche Art von Einladungskarten nutzen. Nur, auch da gilt: Weniger ist mehr. Zu stark zu übertreiben, sieht oft nicht wirklich toll aus, aber ihr könnt auf jeden Fall eine Menge damit anfangen.

Schritt 27

Ich möchte euch zum Schluss noch zeigen, wie man das Ganze am sinnvollsten speichert. Denn wenn wir da mal richtig dicht hineinzoomen, dann haben wir da diesen Treppeneffekt drin, da wir hier in Photoshop sind.

Schritt 28

Diesen Treppeneffekt möchte man vielleicht, will man die Schrift in einem anderen Programm weiter verwenden, nicht unbedingt haben. Nämlich dann, wenn man in einem Programm weiterarbeitet, wo Vektoren sinnvoll sind und ihr vorher noch gar nicht wisst, wie groß die Schrift eigentlich werden soll. Stellt euch vor, das Bild soll ein Plakat werden, dann seid ihr froh, wenn die Schrift auf Plakatgröße gestochen scharf aussieht. Wenn die Schrift gerastert werden würde, sähe man die hässlichen und ungewollten Pixelkanten. Also wenn ihr die Schrift in Photoshop setzt, dann achtet bitte beim Speichern darauf, das richtige Format zu verwenden.

Was heißt richtiges Format? Geht man auf Datei>Speichern unter …,

Schritt 29

… bekommt angezeigt, dass Photoshop daraus ein .psd machen möchte – klar, wir haben verschiedene Ebenen, da ist psd das nächstliegende Format.

Schritt 30

Aber wir verwenden an dieser Stelle nicht das psd-Format. Wir wählen das sogenannte EPS (Encapsulated Postscript-Datei).

Schritt 31

Anschließend werden wir gewarnt, dass die Datei nur als Kopie speicherbar ist. Wir wählen einen Speicherort, in unserem Fall ist es der Desktop, und sichern die Datei.

Schritt 32

Jetzt bekommen wir ein Dialogfeld mit EPS-Optionen. Hier ist angehakt Mit Vektordaten, also enthält unser Bild offenbar Vektordaten. Das Pixelbild im Hintergrund kann es nicht sein, also muss es die Schrift sein. Diese benötigen wir, also lassen wir es angehakt. Denn genau diese Vektoren brauchen wir später für die Weiterverarbeitung z.B. in Illustrator. Dann klicken wir auf OK.

Schritt 33

Jetzt gehen wir mal zu Illustrator. In Illustrator klicken wir Datei>Öffnen

… und holen uns genau diese EPS-Datei, die wir gerade gespeichert haben.

Schritt 34

Da haben wir unser Bild wieder, deutlich größer, aber darauf kommt es hier nicht an. Nehmt euch das Zoom-Werkzeug und zoomt mal schön dicht ran. Jetzt sieht man sehr schön, dass es keinerlei Rasterung mehr gibt, es ist jetzt super gestochen scharf, genauso scharf, wie es sein soll.

Schritt 35

Es ist nicht so dramatisch, wenn das Hintergrundbild (Pixel-Bild) eine gewisse Unschärfe hat, denn das entspricht unseren Sehgewohnheiten. Würde aber diese Schrift genauso gerastert sein wie das Hintergrundbild, würde sie unsauber und verwaschen wirken, weil wir es gewohnt sind, dass Schrift – egal in welcher Größe – super scharf aussieht.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Erstellen von Schriften. Euer Trainer Uli Staiger.

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