Lokalkorrekturen in Camera Raw

Im Raw-Konverter lassen sich nicht nur Korrekturen durchführen, die das gesamte Bild betreffen, sondern auch partielle Verbesserungen. So könnt ihr ungünstige Lichtverläufe beeinflussen oder auf kleinen Raum begrenzte Aufhellungen an besonders dunklen Stellen erzielen. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr beim Film Raw vs. Jpg dieses Grundlagentrainings.

Wir empfehlen:
Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks

Schritt 1

Neben den ganz normalen Korrekturen ist es bereits seit einiger Zeit möglich, in Camera Raw auch lokale Korrekturen vorzunehmen. Also nicht nur Korrekturen, die das gesamte Bild betreffen, beispielsweise Farbe, Licht und Helligkeit, sondern auch Korrekturen in ausgewählten Bereichen des Bildes.

Das kommt uns in diesem Bild sehr entgegen. Die gesamte Lichtsituation geht von der linken Seite aus und lässt die Wand nach rechts hin immer grauer und dunkler werden. Prinzipiell ist das auch richtig und natürlich, das Auge würde diese Helligkeitsunterschiede im Raum auch wahrnehmen. Auf diesem Foto allerdings wird der Raum nach rechts hin allzu finster und flau und das Bild enthält kaum noch Zeichnung.

Schritt 2

Hier würde ich gerne Abhilfe schaffen. Ich habe zwei Möglichkeiten, lokale Korrekturen vorzunehmen:

Einmal den Korrekturpinsel, mit dem wir auf kleinem Raum sehr genau Einfluss auf Kontrast, Farbe und Helligkeit nehmen können. Oder aber den Verlaufsfilter, den wir uns jetzt als Erstes ansehen werden.

Schritt 3

Nachdem ich den Verlaufsfilter angeklickt habe, sehen wir rechts eine Menge Einstellungsmöglichkeiten.

Schritt 4

Als Erstes ziehe ich den Verlaufsfilter bei gedrückter Maustaste von der rechten Bildseite her Richtung Mitte auf. Ich kann die Lage bestimmen, indem ich nach oben oder unten ziehe. In diesem Fall aber möchte ich, dass der Filter ganz gerade und ungefähr bis zur Mitte verläuft (siehe Pfeil). Dort lasse ich die Maus dann los.

Zunächst passiert gar nichts. Erst wenn wir mit der Korrektur beginnen, werden Veränderungen sichtbar. An der grünen Linie werden die Korrekturen zu 100% umgesetzt, an der roten Linie zu 0% und dazwischen nimmt die Intensität graduell ab.

Schritt 5

Ich stelle nun die Tiefen auf einen Wert von +7 …

… und wir sehen eine starke Aufhellung.

Schritt 6

Wenn ich jetzt das Häkchen bei Vorschau herausnehme, dann seht ihr, dass die Vorschau nicht mehr zwischen dem ursprünglichen Zustand und dem jetzigen Ergebnis hin- und herstellt, sondern sich auf den Zustand direkt vor der aktuellen Korrektur bezieht. Die Vorschau zeigt uns also nur das, was das aktuelle Werkzeug macht.

Schritt 7

So schön das Bild nun auch ist, es hat in der rechten Hälfte einen leichten Magenta-Stich. Zusätzlich zur Aufhellung der Tiefen solltet ihr deshalb auch die Sättigung heruntersetzen. Ich würde sie sogar ein gutes Stück unter null stellen, auf -21, weil das hier einfach besser aussieht.

Nun sieht das Bild erheblich besser aus. Der Vergleich (Vorschau aktiv / inaktiv) zeigt, dass der hintere Bereich des Bildes ein klein wenig heller geworden ist. Genau das wollte ich.

Schritt 8

Eine weitere Möglichkeit der Lokalkorrektur haben wir mit dem Korrekturpinsel. Dieser ist sinnvoll für kleine Korrekturen wie beispielsweise bei den Bildern hier an der Wand. Auf unserem Foto sieht man von Weitem nur dunkle, eingerahmte Kleckse, aber es sind sicherlich sehr tolle Bilder, deren Originale übrigens im Museum of Modern Art in New York hängen.

Sobald wir in diese Bilder hinein zoomen, sehen wir das schöne Ultramarinblau. Die Farben kommen im Ganzen nur nicht gut zur Geltung, weil es schlichtweg zu finster im Raum ist. Wir müssen also ein klein wenig aufhellen, um die Bilder besser zu betonen.

Schritt 9

Jetzt kommt der Korrekturpinsel ins Spiel. Ich klicke ihn in der Werkzeugleiste an und sehe als Erstes einen schwarzen und einen weißen gestrichelten Kreis.

Schritt 10

Wenn wir nun rechts bei den Einstellungen etwas nach unten scrollen, sehen wir folgende Einstellmöglichkeiten.

Der Regler Größe bezieht sich auf den schwarzen Kreis und der Regler Weiche Kante auf den weißen Kreis. Weiche Kante bei 100% bedeutet, einen weichen Pinsel ohne Kantenschärfe zu haben. Je kleiner der Wert wird, umso härter wird der Pinsel.

Zum Korrigieren würde ich in der Regel eine Weiche Kante mit 100% empfehlen.

Schritt 11

Als Nächstes reduziere ich die Größe auf 6 und die Dichte auf 52. Die Dichte reguliert, wie stark der Pinsel arbeiten soll. Und damit kann ich nun arbeiten.

Schritt 12

Nachdem ich wieder nach oben gescrollt und Sättigung und Tiefen auf null gestellt habe – am einfachsten mit einem Doppelklick auf den Schieberegler – beginne ich, in einem dieser Ultramarin-Bilder zu malen. Und Photoshop weist mich sofort darauf hin, dass all meine Regler auf null stehen.

Schritt 13

Ich ändere also die Belichtung auf +0,40 und fange nochmals an zu zeichnen.

Schritt 14

Sobald ich in dem Bild male, wird es heller und es erscheint ein kleiner Pin. Dieser zeigt an, dass ich hier bereits eine Korrektur vorgenommen habe.

Schritt 15

Wenn ich jetzt den Regler Belichtung weiter nach oben ziehe, wird die Änderung im Bild direkt vorgenommen.

Schritt 16

Die Belichtung von +2,75 ist allerdings definitiv zu viel. Ein Wert von 0,30 hingegen würde etwa einer 1/3 Blende entsprechen. Das sieht gut aus.

Wenn ich nun noch die Tiefen auf +27 und Klarheit auf +28 einstelle, habe ich das Bild deutlich aufgewertet, ohne dass es unnatürlich leuchtet.

Schritt 17

Das wird deutlich, wenn wir die Vorschau deaktivieren und wieder aktivieren.

Um den Unterschied noch besser zu sehen, kann ich weiter hinein zoomen. Ihr seht auch, dass ich nicht viel weiter aufhellen dürfte, denn ansonsten würde das Rauschen hier zu stark zunehmen. Ansonsten finde ich die Korrektur in Ordnung.

Und ihr habt gesehen, dass sowohl über Verlaufsfilter als auch mit Korrekturpinsel großflächige und lokale Korrekturen vorgenommen werden können.

Das ist die vertextlichte Version eines Videos von Uli Staiger.

Wir empfehlen:
Camera Raw-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Photoshop für Einsteiger & Aufsteiger

Du möchtest deine Bilder und Fotos bearbeiten, darin einzelne Elemente auswählen und entfernen, bestimmte Effekte erzeugen oder Retuschen durchführen und bei all dem das Programm verwenden, das als Flaggschiff der Bildbearbeitung gilt?!

  • Photoshop für Anfänger: 46 Lektionen in einem 5,5-stündigen Video-Tutorial von Gabor Richter
  • Verschaffe dir Überblick: Menüs und Funktionen, die für deinen Einstieg wichtig sind
  • Verstehe das Prinzip von Ebenen und Masken, lerne alle für dich relevanten Werkzeuge und Filter kennen
  • Inklusive: 35 Übungsdateien zum Mitmachen und zum praktischen Lernen

Zum Training