Pinselgrundlagen in Photoshop

Hier erfahrt ihr die Grundlagen zum Umgang mit dem Pinsel-Bedienfeld. Es erfordert ein wenig Einarbeitungszeit, doch wenn ihr erst mal wisst, wie ihr verschiedene Pinselbibliotheken laden und deren Pinselspitzen verformen oder drehen könnt, habt ihr ein wichtiges Werkzeug zu eurer Verfügung. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Vor vielen Versionen hat Adobe die Pinselwerkzeuge verändert, verbessert und geradezu revolutioniert. Diese Revolution ist an vielen Leuten so ein bisschen vorübergegangen, weil viele Nutzer das Potenzial der Pinsel nicht wirklich voll ausschöpfen. Das liegt vermutlich daran, dass man es eigentlich gar nicht voll ausschöpfen kann. Es beinhaltet so viele Möglichkeiten, dass sicherlich nicht jeder alles gebrauchen kann.

Trotzdem möchte ich euch die Grundprinzipien dieser riesigen Pinselfabrik etwas näher bringen, damit ihr seht, was ihr mit diesen Pinseln so alles anfangen könnt bzw. könntet.

Schritt 1

Hier sehen wir die Schaltflächen der Pinsel (oben) und der Pinselvorgaben (darunter).

Schritt 2

Wenn diese beiden Schaltflächen dort nicht zu sehen sind, dann holt sie euch über den Menüpunkt Fenster>Pinselvorgaben, damit euch die Schaltflächen als Bedienfelder vorliegen.

Schritt 3

Nachdem nun die Schaltflächen sichtbar sind, kommt ihr über die obere Schaltfläche zu den Pinseln, über die untere Schaltfläche zu den Pinselvorgaben.

Wenn ihr keine Pinselspitzen an- bzw. auswählen könnt, …

Schritt 4

… dann liegt das daran, dass ihr noch keinen Pinsel ausgewählt habt. Den holen wir uns links in der Werkzeugleiste, indem wir mit der linken Maustaste auf die Schalfläche Pinsel klicken.

Schritt 5

Dann öffnen wir rechts wieder unsere Pinsel und sehen dort, dass jetzt die Pinselspitzen anwählbar sind. Um die derzeit ausgewählte Pinselspitze (Schneeflocke) liegt ein quadratischer Rahmen.

Schritt 6

Wir möchten nun aber nicht so einen speziellen, sondern lieber einen einfacheren Pinsel haben. In diesem Fall kommen wir über die Pinselvorgabe zu einer anderen Pinselbibliothek.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wir klicken auf Pinselvorgaben

Schritt 7

… oder wir klicken direkt in der Pinselpalette auf Pinselvorgaben.

Schritt 8

Die Pinselvorgaben zeigen dir die aktuelle Pinselbibliothek. Das heißt, alle Pinsel, die du dort siehst, stehen dir derzeit zur Verfügung.

Wenn du andere Pinselspitzen suchst, dann gibt es die Möglichkeit, im Bedienfeld oben rechts auf diese kleine Schaltfläche zu klicken.

Schritt 9

Dort öffnet sich dann ein Menü, in dem man alle anderen Pinselbibliotheken findet.

Schritt 10

Die beiden untersten Pinselspitzen sind durch eine dünne Trennlinie im Menü von den oberen getrennt. Bei den unteren handelt es sich um selbst angelegte Pinselspitzen, die man dank der Trennlinie leichter finden bzw. so von den normalen Pinselspitzen besser unterscheiden kann.

Jetzt klicken wir mal auf Pinsel allgemein. Das sind die normalsten Pinsel.

Schritt 11

Photoshop fragt mich jetzt, ob die aktuellen Pinsel durch die Bibliothek Pinsel allgemein ersetzen oder ob ich Letztere anfügen möchte …

Anfügen würde bedeuten, dass die jetzige Liste der Pinselspitzen um die neue Pinselbibliothek erweitert wird. Dann hätte man zwei (oder je nachdem, wie viele man noch anklickt) in der Auswahl. Allerdings wird die Suche nach dem gewünschten Pinsel unübersichtlicher, je mehr Pinselbibliotheken man hier geöffnet hat.

Da mir normalerweise eine oder maximal zwei Bibliotheken reichen, klicke ich auf OK

Schritt 12

… und lasse die alten Pinsel durch die neuen ersetzen.

Schritt 13

Durch einfaches Anklicken kannst du jetzt einen Pinsel anwählen, so groß und so scharf du ihn haben möchtest.

Die Zahlen unter den Pinseln zeigen die jeweilige Größe an. Die Größe wird außerdem oben noch mal angezeigt: Bei dem derzeit ausgewählten Pinsel sind es 60 Px (Pixel). Mit dem darunterliegenden Schieberegler lässt sich die Größe verstellen. Eine andere Möglichkeit, die Größe einzustellen, ist durch Tasteneingabe, nachdem man ins Feld der Größenangabe geklickt hat (die Zahl muss blau markiert sein).

Ich finde es etwas überflüssig, so viele allgemeine Pinsel mit unterschiedlichen Größen in dieser Bilbiothek zu haben, denn die Pinselgröße und -härte kann man relativ schnell durch Shortcuts verändern oder, …

Schritt 14

… indem man links oben auf die Größenangabe neben dem Pinselsymbol klickt. Daher würde eigentlich ein einziger Pinsel in der Pinselbibliothek Pinsel allgemein genügen.

Schritt 15

Jetzt könnt ihr einfach mit dem ausgewählten Pinsel zeichnen, malen, ausprobieren oder was auch immer ihr machen möchtet. Wenn ihr andere Pinsel braucht, sucht ihr euch einfach wie vorhin durch Klick auf das kleine Symbol oben rechts im Bedienfeld eine andere Pinselbibliothek aus.

Schritt 16

In diesem Menü findet ihr oberhalb der Pinselspitzen vier Befehle. Die wichtigsten davon sind zunächst Pinsel laden… und Pinsel speichern…

Stellt euch vor, jemand gibt euch eine tolle Pinselspitze auf einem USB-Stick, auf einer Speicherkarte o.Ä. Dann könnt ihr euch diesen Pinsel laden und auch direkt damit arbeiten. Wenn euch die neue Pinselspitze gefällt und ihr sie speichern wollt, dann klickt ihr auf Pinsel speichern und die Spitze wird direkt in der aktuellen Pinselbibliothek gespeichert.

Schritt 17

Dann haben wir noch sechs wichtige Befehle darüber. Dort könnt ihr euch aussuchen, wie eure Darstellung der Pinsel aussehen soll. Ob nur als Text, als kleine oder große Miniatur, als kleine oder große Liste oder als Miniatur und Pinselstrich, wo man direkt sehen kann, wie der Pinsel aussieht, wenn man damit zieht.

Schritt 18

Das war das Wichtigste für den Anfang: In den Pinselvorgaben bzw. einer Bibliothek (1) holt ihr euch die passende Pinselspitze und hier (2) könnt ihr weiter definieren, wie sie dann aussehen soll.

Teil 2

Schritt 19

In diesem Teil wollen wir uns an einem Beispiel anschauen, wie man mit ganz normalen runden bzw. klassischen Pinseln arbeiten kann.

Dazu legt ihr euch durch Klick auf das Symbol Neue Ebene erstellen… eine neue Ebene an.

Schritt 20

Nun legen wir mit dem Auswahlellipse-Werkzeug eine kreisförmige Form an. Dazu zieht ihr einfach einen Kreis so auf, dass es ungefähr passt, oder ihr haltet die Shift-Taste gedrückt, damit der Kreis perfekt wird, …

Schritt 21

… oder ihr drückt die Shift- und die Alt-Taste, dann könnt ihr den Kreis von einem vorher definierten Punkt aus nach außen aufziehen. Das ist eigentlich das Intuitivste und ich empfehle euch, es genau so zu machen.

Schritt 22

Diese Form fülle ich jetzt über Bearbeiten>Fläche füllen

Schritt 23

… mit einer beliebigen Farbe, zum Beispiel mit Blau.

Schritt 24

Jetzt ist meine Auswahl mit einer Farbe gefüllt und ich kann diesen Schritt mit Auswahl>Auswahl aufheben abschließen.

Schritt 25

Jetzt kommen unsere Pinsel wieder ins Spiel. Dazu gehe ich auf das Bedienfeld Pinsel und ihr seht sofort, dass alle Pinselspitzen noch grau sind, weil ich noch gar keinen Pinsel ausgewählt habe.

Also schnell mal links in der Werkzeugleiste auf das Werkzeug Pinsel klicken, dann klappt es auch mit der Auswahl.

Schritt 26

Jetzt wählen wir einen Pinsel aus und schauen uns an, was man alles einstellen kann.

Natürlich erst mal die Größe: Über den Schieberegler kann ich die Pinselspitze verkleinern oder vergrößern. Das wird auch oberhalb des Reglers angezeigt und hat eine sofortige Auswirkung auf meine Pinselspitze.

Schritt 27

Das Ganze lässt sich auch über Shortcuts verändern: Über Bearbeiten>Tastaturbefehle kommt ihr in diesen Dialog, wo ihr die Tastaturbelegungen der Anwendungsmenüs, Bedienfeldmenüs oder eben die Werkzeuge verändern könnt.

Wenn ihr viel malt, dann kann die Größenänderung der Werkzeuge via Tastatur eine gute Hilfe sein. In meinem Fall liegt Pinselgröße verkleinern auf ö und Pinselgröße vergrößern auf #.

Wenn ihr da etwas einstellen bzw. ändern möchtet, dann klickt einfach mit der linken Maustaste darauf und ändert es.

Schritt 28

Mit dem mittleren Schieberegler lässt sich die Härte des Pinsels verändern.

Verwendet mal eine kleine Pinselspitze (etwa 100 Px) und schaut unten in die Pinselvorschau. Ihr seht dort, dass der Pinselstrich eine geriffelte Kante bekommt, welche ihr auch sehen könnt, wenn ihr mit dem Pinsel in eurem Bild malt.

Schritt 29

Wenn ich jetzt den Abstand zur Verdeutlichung mal auf 114% hochsetze, dann seht ihr in der Vorschau und auch beim Malen, dass die Farbe nicht permanent aus dem Pinsel fließt, sondern eben mit besagtem Abstand.

Schritt 30

Wir haben gerade 114% vom Pinseldurchmesser eingestellt und Perlen mit leichtem Abstand voneinander erhalten. Wenn wir jetzt genau auf 100% gehen, dann ist exakt Perle an Perle bzw. Kugel an Kugel. Das sind die 100% des Pinseldurchmessers als Abstand. Wenn ihr eine schöne Linie ohne Riffelung haben möchtet, müsst ihr den Abstand so weit wie möglich reduzieren, den Schieberegler also auf 1% einstellen.

Schritt 31

Um die Möglichkeit des Spiegelns zu zeigen, brauche ich erst mal eine andere Pinselspitze. Wir holen uns also über die Pinselvorgaben noch eine weitere Bibliothek dazu (z.B. die Faux-Spitzen) und klicken auf Anfügen.

Tipp: Doppelklick auf eine Pinselspitze und man sieht, wie sie heißt.

Schritt 32

Dann wähle ich eine asymmetrische Pinselspitze, verlasse die Pinselvorgaben und gehe zurück auf Pinsel.

Schritt 33

Wenn ich jetzt mit diesem Pinsel einen Punkt in mein Bild mache, anschließend ein Häkchen bei x-Achse spiegeln setze und einen weiteren Punkt daneben platziere, dann zeichnet der Pinsel diesen Punkt gespiegelt in mein Bild.

Setze ich nun auch noch ein Häkchen bei y-Achse spiegeln, steht der nächste Punkt auf dem Kopf.

Schritt 34

Jetzt nutzen wir den zu Anfang erzeugten Kreis, um daraus eine Kugel zu machen, die über dem weißen Untergrund schwebt. Das geht mit wenigen Pinselstrichen.

Dazu legen wir noch eine neue Ebene an, stellen die Vordergrundfarbe auf Grau und wählen einen runden Pinsel mit etwa 200 Px aus.

Schritt 35

Dann schließen wir das Pinselmenü und beginnen. Da ich nur auf dem blauen Kreis (und nicht auf dem weißen Hintergrund) malen möchte, muss ich eine Schnittmaske erstellen. Diese bekomme ich über Ebene>Schnittmaske erstellen.

Schritt 36

Außerdem möchte ich keine graue Farbe draufmalen, sondern ich möchte, dass es dunkler wird. Dazu stelle ich vom Modus Normal auf Multiplizieren, um eine Art Schatten zu erzeugen.

Schritt 37

Jetzt seht ihr schon, dass unser Kreis allmählich wie eine Kugel aussieht. Ganz besonders unten brauchen wir viel Schatten, da die Kugel dort ja in Bodennähe liegt.

Wenn ich an einer Stelle zu viel Schatten aufgetragen habe, kann ich mit dem Radiergummi-Werkzeug über die Stelle gehen und den Schatten vorsichtig abradieren.

Schritt 38

Ich lege nochmals eine neue Ebene an und stelle die Vordergrundfarbe ein, das ist ein helles Grau. Tipp: Taste X wechselt zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe.

Dann nehme ich einen Pinsel der Größe 175 Pixel mit sehr, sehr weicher Kante und male mit einer Deckkraft von ca. 50% einen Glanzpunkt auf unsere Kugel.

Schritt 39

Dann verkleinere ich den Pinsel ein- bis dreimal und wiederhole den Punkt noch mal, aber jetzt mit der Vordergrundfarbe Weiß.

Im Prinzip habe ich meine Kugel jetzt fertig, …

Schritt 40

… aber sie soll ja schweben, und das tut sie im Moment noch nicht. Dazu fehlt noch der Schatten unter der Kugel.

Zuerst stellen wir die Vordergrundfarbe auf Grau. Dann legen wir unterhalb der Kugel, also unterhalb der Ebene 1, eine neue Ebene an.

Anschließend gehen wir wieder in unsere Pinselbibliothek und beschäftigen uns mit den beiden Einstellungen Rundheit und Winkel.

Schritt 41

Den Winkel zu verändern, ist eigentlich nur bei einer asymmetrischen Pinselspitze sinnvoll bzw. erst dann, wenn man die Rundheit verändert hat.

Ich gehe deshalb jetzt mit der Rundheit mal auf ca. 12-13%. Die Pinselgröße ändere ich auf ca. 700% und male mit einem Punkt einen Schatten.

Sobald der Schatten da ist, scheint die Kugel zu schweben.

Das ist die vertextlichte Version eines Videos von Uli Staiger.

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