Bridge: Werkzeuge in Photoshop

Die Werkzeuge der Bridge sind nicht schwer zu erlernen, manchmal aber nicht ohne Weiteres in der Tiefe ihrer Funktionalität zu erkennen. Es gibt eine ganze Reihe von Kniffen, die euch das Organisieren und Verwalten eurer Bilddaten erleichtern können. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

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Photoshop-Video-Training - Basics & Tricks
Mit der Bridge zu arbeiten bedeutet, dass man sich eine ganze Menge Arbeitsschritte sparen oder sich die Arbeit mächtig erleichtern kann.

Schritt 1

Ich möchte euch das am Beispiel dieser beiden Reiter hier oben zeigen, Ordner und Favoriten. Vielleicht gehört ihr auch zu den Leuten, die bisher immer nur mit dem Ordner-Reiter gearbeitet haben, was ja auch gut funktioniert.

Schritt 2

Ich klicke also den Ordner-Reiter an, darin auf das Bildmaterial, und wenn ich auf diesen nach rechts zeigenden Pfeil klicke …

… sehe ich meine Unterordner. Da ist alles drin, was ich brauche, und jetzt kann ich mir all die Sachen hier anzeigen lassen.

Ich kann z.B. durch einen Doppelklick ein Bild öffnen und alles ist gut. So kann man arbeiten.

Schritt 3

Stellt euch aber mal vor, ihr arbeitet jetzt nicht mit eurem gesamten Bildbestand, sondern ihr arbeitet an einem ganz bestimmten Projekt und dafür möchtet ihr erstens alle Bilder sammeln und zweitens auch jederzeit wieder Zugriff darauf haben. Spätestens dann ist es sinnvoll, einen sogenannten Favoriten-Ordner anzulegen. Speziell dann, wenn der Bildbestand nicht jedes Mal dupliziert werden soll, sondern wenn ihr mit Aliasen arbeiten wollt.

Ich zeige euch jetzt mal ganz praktisch, was ich meine: Wir klicken auf den Reiter Favoriten, gehen hier auf den Ordner Bilder

… und stellen uns vor, dass wir ein neues Projekt anlegen. Dazu erstelle ich durch Klick auf das Ordner-Symbol oben rechts einen neuen Ordner …

… und nenne diesen Ordner Projekt alpha, denn so heißt mein Projekt. Da hinein möchte ich jetzt sämtliche Bilder laden.

Schritt 4

Im Moment ist es ein Unterordner von Bilder, das könnte auch einfach so bleiben, aber ich ziehe den jetzt mal mit gedrückter Maustaste in die linke Ordnerübersicht.

Jetzt habe ich in meinen Favoriten den Ordner Projekt alpha, in dem logischerweise noch nichts drin ist. Bisher haben wir diesen Ordner ja auch nur angelegt. Er braucht nicht viel Platz, ist einfach nur mal da.

Schritt 5

Jetzt gehe ich zurück auf den Ordner-Reiter. Da springt die Bridge automatisch schon zu diesem neu angelegten Ordner Projekt alpha, aber wie gesagt: Es ist noch nichts drin. Das sieht man in der Ordner-Ansicht genauso wie in der Favoriten-Ansicht.

Schritt 6

Deshalb gehen wir wieder zurück zum Bildmaterial, wo wir jetzt Folgendes tun können: Wir klicken das Bildmaterial>Elemente in Unterordnern anzeigen an, denn so können wir sämtliche Bilder mit sämtlichen Unterordnern sehen.

Und jetzt habe ich alle Bilder aus den Unterordnern in meinem mittleren Fenster. Die Unterordner sind hier noch zu sehen, aber hier drin sind jetzt sämtliche Bilder, sodass ich mir aussuchen kann, welches dieser Bilder ich für mein alpha-Projekt verwenden möchte.

Schritt 7

Wir gehen also wieder in den Reiter Favoriten, wo mein Projekt alpha-Ordner ist. Jetzt kann ich ganz einfach Bilder, die ich brauche, hier reinziehen. Und im Vergleich zu früheren Versionen brauche ich dabei keine weitere Taste mehr zusätzlich zu drücken.

Dieses Bild wird nämlich auch nicht dupliziert, sondern es wird einfach ein Alias in meinem Ordner Projekt alpha angelegt. Alle weiteren Bilder, die ich für mein Projekt brauche, ziehe ich jetzt einfach genauso in meinen Projektordner.

Ihr seht: Das geht rasend schnell, denn der Rechner braucht weder Zeit, dieses Bild zu kopieren noch die Kapazität auf der Festplatte freizugeben, denn es wird ja nicht kopiert, es wird einfach nur ein Alias angelegt.

Wenn wir jetzt auf den Ordner Projekt alpha klicken, seht ihr in der Ansicht sämtliche Bilder, die wir gerade herübergezogen haben.

Selbstverständlich kann ich sie auch von hier aus ganz einfach durch einen Doppelklick öffnen und dann sind wir bereits in Photoshop. Aber ich kann eben auch genauso meine Bilder nur in der Bridge verwalten.

Ich brauche sie also nicht aus meinem eigentlichen Bestand hineinzukopieren, sondern ich habe alle Bilder als Alias in diesem Favoritenordner gespeichert. Sie sind nach wie vor da, wo sie vorher auch waren, aber sie stehen mir jetzt als Alias zur Verfügung. Sobald ich sie in Photoshop lade, sind sie natürlich wieder echte Bilder.

Schritt 8

Wir gehen wieder zurück zur Bridge. Das Nächste, was ich euch hier noch zeigen wollte, sind die Bewertungen.

Um mit Bewertungen zu arbeiten, gehe ich wieder in meine Ordnerstruktur und zu meinem Ordner Bildmaterial. Dort habe ich einen Unterordner Architektur mit einer interessanten Aufnahmeserie. Ich öffne diesen Ordner mit einem Doppelklick und möchte jetzt auswerten oder bestimmen, welches dieser Bilder infrage kommt. In diesem Fall ist es ganz sinnvoll, wenn man mit sogenannten Bewertungen arbeitet.

Ich klicke auf Ansicht>Sortieren>Nach Bewertungen.

Wenn ich selbst bewerten möchte, mache ich das sinnvollerweise so, dass ich das Bild anklicke und mit der Tastatur beispielsweise Strg+1 anklicke. Jetzt habe ich ein Sternchen vergeben, aber ich könnte auch Strg+2, Strg+3 oder – wenn ich es wieder rausnehmen möchte – Strg+0 anklicken, damit ist die Bewertung gelöscht.

Stellt euch vor, wir hätten in diesem Ordner nicht nur diese sieben Bildchen, sondern 700 Bilder, die sich einigermaßen ähneln. Dann ist es ganz toll, wenn man einfach durchblättern und Bewertungen verteilen kann.

Die Bilder ordnen sich dann in der Ansicht auch sofort in der Reihenfolge ihrer Bewertungen an, weil ich bei Ansicht>Sortieren>Nach Bewertung angeklickt habe.

Ich könnte nach wie vor natürlich auch Nach Erstellungsdatum sortieren, dann sehe ich, dass diese beiden Bilder beispielsweise zeitlich nacheinander erstellt worden sind.

Aber wenn es jetzt – wie gesagt – darum geht, aus unseren imaginären 700 Bildern auszuwählen, hilft uns eine qualitative Bewertung mehr.

Wir haben nun also 30 Bilder ausgewählt und aus diesen 1-Stern-Bildern möchte ich jetzt die auswählen, die wirklich die besten sind, dann kann man natürlich sagen: Ansicht>Sortieren>Nach Bewertung.

Jetzt werden all die Bilder hier unten angezeigt und ich kann ein Bild auswählen, das ich wirklich nehmen werde. Um es entsprechend zu markieren, gebe ich ihm gleich einen zweiten Stern dazu und habe meinen Favoriten gefunden. Natürlich hat Favorit in diesem Fall nichts mit unserem Favoritenordner zu tun, sondern es ist einfach das Bild, das wir am höchsten bewertet haben.

So kann man mehrere Bewertungsrunden vergeben, bis man hinterher bei dem richtigen Bild gelandet ist.

Schritt 9

Schauen wir noch kurz rüber zu den Metadaten. Die Metadaten sind manchmal ganz wichtig, wenn ihr wissen wollt, wie es mit dem Bild eigentlich steht.

Schauen wir uns doch die Daten dieses Bildes einmal an, indem wir die Metadaten relativ weit nach oben ziehen. All das möchten wir hier gar nicht durchnehmen, sondern wir beschränken uns auf die wichtigsten Punkte.

Dieses Bild wurde mit einer Blende 10 aufgenommen, mit 1/8 Sekunde.

Schauen wir jetzt mal auf die Brennweite – da unten ist sie: 24 mm. Wenn das Bild richtig scharf ist, dann wisst ihr, dass das mit einem Stativ aufgenommen wurde bzw. mit aufgelegter Kamera, denn eine 1/8 Sekunde bei 24 mm Brennweite zu halten, traue ich wenigen Leuten zu. Viele machen es und trotzdem ist die letzte Schärfe im Bild höchstwahrscheinlich nicht drin.

Dann hatten wir eine Belichtungskorrektur von 1/3 Blende bei ISO 400.

Das ist meine Dateigröße, das ist die Größe in MB. Eigentlich müssten das eher 60 MB sein, es sind aber nur 25 – daran seht ihr, dass das RAW-Format etwas komprimiert, zwar verlustfrei komprimiert, aber immerhin komprimiert.

Andere wichtige Dinge sind noch das Erstellungsdatum, die Bittiefe und der Farbmodus.

Und hier unten seht ihr sogar nicht nur, mit welcher Brennweite, sondern auch, mit welchem Objektiv fotografiert wurde. Es gibt also eine ganze Menge zu sehen, was dieses Bild mit sich herumträgt. All das könnt ihr in der Bridge auslesen.

So, ich denke, jetzt habt ihr eine ganze Menge darüber erfahren, wie man mit der Bridge am sinnvollsten arbeiten kann. Es ist auf jeden Fall immer eine Alternative zu Datei>Öffnen. Macht das lieber in der Bridge, denn ihr seht sämtliche Bilder, die euch zur Verfügung stehen, und es ist sehr, sehr angenehm, damit zu arbeiten.

Das ist die vertextlichte Version eines Videos von Uli Staiger.

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