Stapelmodus verwenden in Photoshop

Der Stapelmodus verrechnet die einzelnen Ebenen eines Smart-Objekts auf Basis unterschiedlichster Algorithmen. In diesem Beispiel könnt ihr mehrere Aufnahmen, die voller Menschen sind, median zusammenrechen lassen und so alle Personen entfernen. Toll!

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In diesem Tutorial möchte ich euch die Kombination zweier ziemlich interessanter Werkzeuge vorstellen, die gleichzeitig den hohen Standard der Photoshop-Werkzeuge demonstrieren. Das sind Werkzeuge, die den Anschein erwecken, selbst zu denken. Eines der beiden ist verhältnismäßig neu, aber beide sind – wie ich immer wieder feststelle – relativ unbekannt.

Schritt 1

Als Erstes müssen wir aus Photoshop heraus in das Programm Adobe Bridge gehen. Das machen wir über Datei>In Bridge suchen….

Schritt 2

In der Bridge habe ich 12 Aufnahmen für euch vorbereitet. Auf diesen Aufnahmen ist sehr viel Bewegung und wir wollen die Bilder jetzt automatisch miteinander verrechnen lassen, sodass keiner der Fußgänger oder Radfahrer mehr auf dem Ergebnis-Bild zu sehen ist.

Schritt 3

Ihr könnt damit Aufnahmen von großen Gebäuden und/oder Plätzen voll von Menschen und Verkehr realisieren. Wenn ihr genügend Aufnahmen macht, dann könnt ihr tatsächlich den ganzen Verkehr und alle Personen herausrechnen und das Ganze absolut menschenleer erscheinen lassen.

Um das überhaupt machen zu können, lade ich alle Bilder als Ebenen in Photoshop rein. Ich markiere alle Bilder in der Bridge mit einem Shift+Klick auf dem letzten Bild.

Schritt 4

Mit dem Befehl Dateien in Photoshop-Ebenen laden werden alle Dateien in die Ebenen hineingeladen: Werkzeuge>Photoshop>Dateien in Photoshop-Ebenen laden…

Schritt 5

Alle Ebenen sind nun in Photoshop übereinandergelegt.

Schritt 6

Wenn man die Ebenen nacheinander mit Klick auf das Augensymbol vor der Ebene ein- und ausblendet, stellt man fest, dass die Bilder wackeln.

Schritt 7

Um das zu beheben, müssen die Ebenen aufeinander ausgerichtet werden. Markiere die oberste Ebene und mit Shift+Klick die unterste, damit du alle Ebenen auswählst.

Gehe anschließend auf Bearbeiten>Ebenen automatisch ausrichten …

Schritt 8

Im nächsten Dialog könnt ihr die Projektionsart wählen. Der Auto-Modus von Photoshop ist von Haus aus so gut, dass man damit fast immer ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Wir belassen es bei der Auto-Einstellung.

Ebenfalls könnt ihr noch Einfluss auf die Objektivkorrektur nehmen und, wenn nötig, eine Vignettierung und/oder eine Geometrische Verzerrung entfernen.

Bei unseren Bildern ist beides nicht notwendig. Die Entfernung der Vignettierung habe ich bereits durchgeführt, als ich die Aufnahmen von Raw nach Jpeg konvertiert habe. Das muss also jetzt in diesem Beispiel nicht noch mal angeklickt werden.

Die geometrische Entzerrung ist dann sinnvoll, wenn dieser Ausrichtungs-Dialog aus dem Tool Photomerge heraus gestartet wird. Über Photomerge kann man einen sehr ähnlichen Dialog starten, denn in dem Prozess der Kombination von Einzelfotos zu einem Panoramabild gibt es ebenfalls die Entfernung der geometrischen Verzerrung. Dort muss die Geometrische Verzerrung entfernt werden, damit Bild an Bild an Bild gerechnet werden kann. Anders in unserem Fall: Hier wird Bild über Bild über Bild gelegt, sodass die Verzerrungen überall dieselben sind.

Schritt 9

Nachdem ihr OK geklickt habt, fängt Photoshop an zu rechnen. Wie lange der Prozess dauert, hängt von der Größe und der Menge der Bilder ab. Habt ihr noch die Geometrische Verzerrung angewählt, dauert es noch länger. Die Entfernung der Vignettierung geht verhältnismäßig schnell.

Schritt 10

Wenn Photoshop fertig ist, sind alle Bilder perfekt aufeinander ausgerichtet. Das Einzige, was sich in allen Bildern nicht ändert, sind die unveränderbaren Teile wie z.B. die Gebäude, der Laternenmast, der Zaun ….

Was sich verändert: die Position der Menschen und die Wolken. Die Wolken ziehen während der Aufnahmen am Himmel vorüber, da muss man ein bisschen vorsichtig sein. Eventuell ist es schlau, später mit einer Maske den Wolkenhimmel noch mal neu draufzulegen.

Schritt 11

Jetzt möchte ich alle Ebenen so miteinander verrechnen, dass alle Dinge, die unterschiedlich sind, rausfliegen und alle Dinge, die gleich sind, drin bleiben. Es sollen alle beweglichen Teile und Personen rausfliegen. Um das zu erreichen, muss ich wieder alle Ebenen markieren:

Klicke auf die oberste Ebene und mit Shift+Klick auf die unterste.

Schritt 12

Damit ich den sogenannten Touristenfilter anwenden kann, muss ich alle eben markierten Ebenen in ein Smartobjekt konvertieren: Ebene>Smartobjekte>In Smartobjekt konvertieren.

Schritt 13

Erst, wenn ich das Smartobjekt habe, kann ich den Stapelmodus auswählen.

Schritt 14

Ebene>Smartobjekte>Stapelmodus. Hier gibt es eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten. Testet diese ruhig mal alle aus.

Maximum z.B. rechnet alles ineinander. Sieht total crazy aus.
Median macht genau das Gegenteil; behält nur das im Bild, was sich nicht bewegt.

Wir wählen in unserem Beispiel Median.

Schritt 15

Anschließend rechnet Photoshop wieder eine Zeit lang. Jetzt komme ich mit einer weniger schönen Nachricht: Das alles funktioniert leider nur, wenn ihr die Extended Version von Photoshop habt.

Ob ihr im Besitz einer Extended Version seid, könnt ihr daran erkennen, ob in der Menüleiste das Menü 3D existiert.

Schritt 16

Jetzt ist alles aus dem Bild, was sich bewegt hat, bis auf die eine Person im Bild. Der hat sich tatsächlich während all der Aufnahmen nicht bewegt. Wenn ihr das Bild menschenleer haben wollt, müsst ihr ihn rausretuschieren.

Letztendlich bleibt all das, was sich nicht bewegt hat, im Bild drin und all die Dinge, die veränderlich sind, fliegen mitsamt ihren Schatten raus.

Eine schicke Sache, um eine Stadt oder einen großen Platz menschenleer zu bekommen.

Probiert’s mal aus! Das ist die vertextlichte Version eines Videos von Uli Staiger.

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