Verlauf und Abwedler in Photoshop

Verlauf und Abwedler können nicht nur auf Pixelebenen angewendet werden. Auch auf Masken oder grauen, mit der Füllmethode Ineinanderkopieren verrechneten Ebenen kann man non-destruktiv abwedeln oder nachbelichten. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings.

Hinweis: Die Textversion dieses Tutorials ist im Rahmen unseres Vertextlichungsaufrufs entstanden und basiert auf ein Video von Uli Staiger. Die Texte können daher durchaus auch einen umgangssprachlichen Stil aufweisen.

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Schritt 1

Zu den etwas älteren Werkzeugen in Photoshop zählt das Verlaufswerkzeug und, ebenfalls in der gleichen Kiste, das Füllwerkzeug.

Beide sind, wie gesagt, schon relativ lange an Bord von Photoshop und beide sind nach wie vor relativ wichtige Werkzeuge, wobei ich dem Verlaufswerkzeug da den Vorrang geben würde. Diesen Verlauf brauche ich relativ häufig, das Füllwerkzeug dagegen nicht ganz so häufig. Man kann das ab und zu mal einsetzen, aber das Verlaufswerkzeug ist wirklich wichtig und mit dem würde ich auch ganz gerne mal beginnen.

Ich klicke also das Verlaufswerkzeug mal an und könnte jetzt beispielsweise einen Verlauf in dieses Bild hier hineinziehen – ich muss natürlich erst mal schauen, was wir für Verläufe haben und schnappe mir mal diesen lustigen Blau-weiß-blau-weiß-blau-Verlauf (Stahlblau) hier.

Ich ziehe einfach mal einen Verlauf in mein Bild rein, dann seht ihr: Das Bild wird überlagert, und zwar lotrecht zur Zugrichtung. Ich habe also von rechts oben nach links unten gezogen und genau quer zu meiner Zugrichtung verlaufen dann diese Streifen.

Schritt 2

Jetzt habt ihr natürlich auch gesehen, dass damit mein Bild zerstört wäre. Es wäre also schlau, das auf einer getrennten Ebene zu machen und mal zu sehen, was es hier sonst noch so an Verlaufsarten gibt, z.B. den Radialverlauf (1) oder auch den Verlaufswinkel (2), manchmal ganz toll, um damit mal schnell Hintergründe zu bauen. Bekommt man damit toll hin, sieht ein bisschen aus wie ein Sonnenuntergang oder -aufgang. Die anderen könnt ihr noch ausprobieren, ich konzentriere mich jetzt mal auf den, den ich verhältnismäßig häufig brauche. Der sieht ein klein wenig anders aus.

Schritt 3

Ihr kennt wahrscheinlich diesen Effekt, dass man eine Vignette erzeugen möchte, es also nach außen hin an den Ecken dunkler wird und in der Mitte heller bleibt. Dafür gibt es nämlich, wenn euch diese Verläufe nicht gefallen oder ihr die nicht gebrauchen könnt, die Möglichkeit, andere auszuwählen (1). Das möchte ich jetzt mal tun. Wovon ich gerade gesprochen habe, nennt sich Neutrale Dichte (2).

Das sind die Verläufe, die ich brauche, um eine Vignette anzulegen, die klicke ich jetzt mal an. Photoshop fragt mich, ob die Verläufe ersetzt werden sollen (OK – dieses ist bereits aktiviert) oder ich sie Anfügen möchte. Ich möchte ersetzen und habe jetzt nur diese Neutraldichten hier drin.

Neutraldichten nennt man übrigens in der Fotografie die Folien oder Filter, die man verwendet, um Helligkeitsunterschiede auszugleichen – sei es, um einer Vignettierung entgegenzuwirken oder um sie zu produzieren. Auch im Studio hängt man, wenn man mit einem Blitzgerät arbeitet und das trotz geringster Leistung immer noch zu hell ist, eine sogenannte Neutraldichte davor.

Das ist dann eine Folie, die entweder eine, zwei oder drei Blenden schluckt. Der Name kommt also aus der Fotografie. Die Neutralen Dichten sind jetzt genau die Verläufe, die ich wählen möchte. Ich darf aber jetzt nicht den Fehler machen, hier außerhalb des Auswahlfeldes zu klicken, denn dann sind sie wieder weg.

Ich muss also einen davon auswählen und ich wähle mal einen schönen weichen Verlauf. Wir sehen mal, was passiert, wenn ich den jetzt hier reinsetze.

Jetzt kann ich einfach den Verlauf in das Bild ziehen. Ich habe hier schon mal Umkehren angehakt.

Das ist wichtig – schaut mal, was passiert, wenn ich es nicht mache. Ich hatte jetzt meinen Verlauf von links oben nach rechts unten gezogen; das ist keine Vignettierung, das ist das Gegenteil.

Ich muss also aus der Mitte heraus ziehen. Wenn man das macht, wird es in der Mitte dunkler – genau das möchte ich nicht. Deswegen muss man, wenn man eine Vignette erzeugen möchte, hier auch Umkehren anklicken.

Ich mache das jetzt noch mal, ungefähr aus der Mitte (es muss jetzt nicht genau die Mitte sein) und habe damit meine Vignette fertig.

Jetzt könntet ihr sagen: Na ja, ist jetzt vielleicht ein bisschen grau geworden, außen herum. Stimmt auch, doch ihr habt immer die Möglichkeit, weil es ja auf einer eigenen Ebene passiert, diese noch mal zu ändern. Allerdings nicht die Ebene, sondern deren Füllmethode, und diese beispielsweise auf Ineinanderkopieren zu setzen. Dann seht ihr, dass es nicht mehr die reine Dunkelheit ist, die jetzt hier zum Vorschein kommt, also dieser Grauwert, sondern auch noch zusätzlich eine Farbintensität. Diesen Effekt finde ich ganz hübsch, das eignet sich selbstverständlich nicht immer, aber manchmal schon.

Wenn ihr das jetzt noch mit einer Ebenenmaske kombiniert, könnt ihr beispielsweise hier unten mit einem normalen weichem Pinsel und schwarzer Farbe vielleicht noch ein bisschen von der Vignettierung wegnehmen, damit diese nicht ganz so heftig kommt.

Der Modus eures Pinsels sollte natürlich auf Normal stehen. Dann kann man hier ein bisschen der ursprünglichen Helligkeit wieder reinbringen und damit fast so was wie einen Nebeleffekt über dieser Wüstenmetropole zum Vorschein bringen. Einfach, indem ihr ein Stück weit eure Vignettierung über eine Ebenenmaske wieder ausblendet.

Das ist aber gar nicht das, was ich in diesem Fall vorhatte mit diesem Bild, ich wollte eigentlich was ganz anderes machen. Ich wollte eigentlich ganz gerne den Himmel in einen blauen Himmel übergehen lassen, sodass man dieses teilweise ein bisschen langweilige Orange im oberen Teil des Bildes wieder etwas aufbricht.

Zum Vergleich kann ich die Vignettierungsebene ausblenden und alleine, wenn ich die ausblende, wird das Bild sofort langweiliger – und dem möchte ich entgegenwirken.

Schritt 4

Ich lege eine neue leere Ebene an und jetzt kommt unser Füllwerkzeug wieder in den Ring, das, worüber ich vorhin schon mal ganz kurz gesprochen hatte. Ich klicke das Füllwerkzeug (1) an und möchte euch mal zeigen, was das noch kann.

Ich könnte jetzt einfach diese Fläche in der neuen Ebene füllen. Auch wenn ich das relativ selten brauche, möchte ich es euch der Vollständigkeit halber zeigen. Ich klicke mal die Hintergrundebene an und wähle mir eine neue Vordergrundfarbe (2). Dazu nehme ich mir eine Farbe, die ich ganz gerne hätte – ungefähr so was (R: 85, G: 161, B: 204) hier (3).

Wenn ich jetzt direkt auf dieser Hintergrundebene füllen wollte (was man normalerweise natürlich nicht macht), dann kann ich hier mit geringer Toleranz (33) (1) diese Pixel füllen (2); wenn ich die Umschalt-Taste drücke und in diesen Bereich (3) klicke, kommt das noch dazu.

Eine andere Möglichkeit ist, dass ich die Schritte von oben wieder zurückgehe und die Toleranz ein bisschen erhöhe. Dann treffe ich gleich auf Anhieb mehr Pixel (1) und kann jetzt mit gedrückter Umschalt-Taste den gesamten Himmel (2) auswählen. So schnell kann es doch gehen, eben weil dieses Werkzeug über eine Toleranzeinstellung verfügt – oben in der Werkzeugleiste (3).

Diese Art des Füllens möchte ich euch aber nur der Vollständigkeit halber zeigen, es ist nicht das, was ich euch eigentlich zeigen wollte. Ich nehme diese Schritte wieder zurück und gehe an den Punkt, wo ich die leere Ebene angelegt habe.

Schritt 5

Wir gehen auf die leere Ebene 2 und ich fülle diese Ebene auch noch mal mit Farbe, indem ich einfach in die Ebene klicke. Jetzt haben wir keine Pixel mehr in der Ebene, es gibt also nichts, was eine Toleranz auswerten könnte. Damit wird alles auf einmal gefüllt (1). Dann kann ich die Füllmethode von Normal auf Farbe (2) schalten.

Jetzt ist alles in ein nächtliches, dunkles, ziemlich cyanmäßiges Blau getaucht, das möchte ich jetzt natürlich nicht haben, aber ihr seht, wie schnell das gehen kann mit dem Füllwerkzeug.

Schritt 6

Jetzt kommt der Verlauf wieder dazu. Ich schalte also wieder um auf Verlaufswerkzeug (1) und lege hier drin schnell mal eine neue Ebenenmaske an (2). Jetzt muss ich natürlich darauf achten, nicht einen Radialverlauf, sondern einen Linearen Verlauf zu finden (3), der auch nicht so ein zartes Grau zeigt, sondern ein tiefes Schwarz (4), wie im Bild unten.

Umkehren nehme ich jetzt weg (1) und ziehe den Verlauf meinetwegen von links oben zur Mitte von Schwarz nach Weiß, also hier einfach mal runter (2). Damit hätte ich unten das ganze Blau drin gelassen und oben ist es wüstenhaft geworden.

Ich möchte es aber lieber anders herum haben und ziehe deswegen aus der Mitte heraus (1) nach links oben. Jetzt seht ihr, dass hier dieses Himmelblau langsam wieder ins Spiel kommt (2).

Wenn euch das nicht gefällt, dann könnt ihr einfach noch mal oder noch mehrere Male aus der Mitte nach oben ziehen und noch mehr dieser Tonwerte dazu nehmen, also langsam den Verlauf verändern.

Oder ihr arbeitet über Bearbeiten>Fläche füllen (1) mit reinem Weiß (2), dann habt ihr eure Maske wiederhergestellt.

Jetzt könnt ihr von vorne beginnen und noch mal aus der Mitte nach oben ziehen und vielleicht ein bisschen weiter unten ansetzen. Damit lasst ihr diesen Blauverlauf so aussehen (2). Wenn ich jetzt noch die Deckkraft etwas zurücknehme, damit es nicht allzu kitschig aussieht, dann bekommt es so langsam eine richtig schöne Natürlichkeit bei ca. 55% (3).

Damit habe ich meinen, nun ja, ein bisschen langweiligen Sonnenuntergang etwas aufgepeppt, einfach nur mit dem Füllwerkzeug und einem sehr einfachen Verlauf.

Schritt 7

Wenn man auf der Suche nach einer relativ schnellen Retusche ist, dann wird man auf jeden Fall immer bei diesen drei Werkzeugen hier fündig. Das ist das Abwedler- und das Nachbelichter-Werkzeug; manchmal kann man auch noch das Schwamm-Werkzeug ganz gut einsetzen. Natürlich kann man sich mit diesen Werkzeugen auch sehr viel Mühe geben, aber trotzdem gehören sie meiner Meinung nach zu den Dingen, mit denen man doch relativ schnell tolle Sachen machen kann. Da es destruktive Werkzeuge sind, empfehlen sich zwei unterschiedliche Arbeitsweisen.

Schritt 8

Die eine ist ganz simpel: Ich dupliziere meine Ebene (1) (indem ich die Hintergrundebene mit gedrückter Maustaste auf das Symbol für Neue Ebene erstellen ziehe oder Strg+J drücke). Wenn ich jetzt beispielsweise etwas nachbelichten möchte, vielleicht diese Stelle (2) hier, dann hab ich ein Ebenenduplikat, das ich jederzeit wieder wegschmeißen kann, um erneut mit einem weiteren neuen Ebenenduplikat weiterzuarbeiten.

Die andere Möglichkeit, die etwas kompliziertere, aber sicherlich nicht weniger interessante Möglichkeit, ist, mit einer leeren Ebene zu arbeiten (1) und diese über Bearbeiten>Fläche füllen (2) mit 50 % Grau zu füllen (3).

Dann wird erst mal alles supergrau (1) , aber wenn ich jetzt weitermache und die Füllmethode beispielsweise auf Ineinanderkopieren ändere (2), dann habe ich die Möglichkeit, diese graue Ebene nachzubelichten.

Ich mache das mal, dann sieht das aus wie im folgenden Bild. Das Ergebnis ist im Prinzip identisch mit dem, was ich gerade eben gezeigt habe, nur dass es jetzt natürlich einfacher ist, durch Übermalen mit grauer Farbe an dieser Stelle den Urzustand wiederherzustellen.

Der Unterschied in der Arbeitsweise dieser beiden Methoden besteht darin, dass, sobald ich hier eine graue Ebene verwende, die Art und Weise, wie sich meine Abdunklung auswirkt, durch die Füllmethode bestimmt wird, also eher farbkräftig bei Ineinanderkopieren und eher ziemlich soft bei Weiches Licht, sehr kräftig bei Strahlendes Licht. Dabei werden dann hauptsächlich auch nur die extremen Tonwerte, also die Tiefen oder die Lichter, beeinflusst.

Schritt 9

Ich möchte euch jetzt allerdings die etwas einfachere, ein klein wenig durchschaubarere Methode des Duplizierens genauer zeigen. Dabei gilt das Auswahlfeld oben, der Bereich: Mitteltöne, Tiefen oder Lichter (1). Wie gesagt, wenn ich eine graue Ebene habe, die nur aus Mitteltönen besteht, muss ich auch nur mit diesen Mitteltönen arbeiten. Die Tiefen- oder Lichter-Beeinflussung entsteht dann nicht mehr durch dieses Menü, sondern, wie gerade erwähnt, durch die Art und Weise der Füllmethode (2). Dabei könnt ihr ein bisschen experimentieren. Aber jetzt geht es erst mal darum, dieses Werkzeug grundsätzlich darzustellen.

Was können wir machen? Nun ja, bei diesem Bild gibt es doch so ein paar Kleinigkeiten, die man machen kann. Es ist ein sehr einfaches Bild, dreigeteilt in Himmel (1), Meer (2) und Sand (3). Nicht ganz im goldenen Schnitt, aber zumindest klar positioniert, sitzt in der rechten Bildhälfte dieses Mädel. Es sitzt am Strand und schaut – und das ist natürlich ein Bild, das relativ viele Assoziationsmöglichkeiten eröffnet. Ich möchte ganz gerne den Betrachter etwas in seiner Wahrnehmung unterstützen.

Wie geht das? Ich fang einfach mal an und möchte das Meer ein bisschen farbenfroher gestalten. Das ist nämlich das Schöne an diesen Werkzeugen: Es gibt hier das Schwamm-Werkzeug(4), bei dem ich verschiedene Einstellungsmöglichkeiten habe. Ich kann entweder die Sättigung verringern oder ich kann die Sättigung erhöhen (5). Der Fluss, also damit sozusagen die Wirksamkeit, ist mit 100% vielleicht ein bisschen hoch; gehen wir auf 60% (6).

Jetzt fangen wir einfach an, hier über das Meer zu malen. Ihr seht, was passiert: Sofort nimmt die Farbsättigung zu. Super, genau das wollte ich haben. Die Sättigung nimmt zu und damit bin ich auch schon fertig.

Schritt 10

Gehen wir mal ein bisschen dichter an das Gesicht ran, dann seht ihr, dass es natürlich auch mächtig an Sonnenbrand beziehungsweise an Abendsonne zugenommen hat. Das ist jetzt vielleicht ein bisschen zu stark farbgesättigt, da möchte ich ganz gerne meine Sättigung wieder etwas verringern (1), nur an dieser Stelle (2), ganz vorsichtig. Damit bin ich ganz wunderbar fein raus und habe bisher nur das Meer etwas farbenfroher gestaltet.

Jetzt hab ich grad gesagt, ich möchte ganz gern ein bisschen in der Wahrnehmung unterstützen. Das bekommt man dadurch ganz gut hin, dass man den Hintergrund aufhellt und den Vordergrund abdunkelt, denn dunkle Tonwerte treten in der Wahrnehmung immer eher nach vorne, während helle Tonwerte in den Hintergrund treten. Also mache ich das mal und hole mir jetzt das Nachbelichter-Werkzeug (1).

Ich möchte jetzt in diesem Fall nicht diese eh schon grauen Mitteltöne noch dunkler haben, sondern ich möchte ganz gerne die Tiefen (2) ein wenig abdunkeln. Dazu wähle ich die Tiefen im Auswahlfeld Bereich aus. Ich wähle eine größere Spitze (zum Beispiel mit der #-Taste) und probiere das mal und dadurch bekomme ich mehr dunkle Tonwerte in den Tiefen (3) und nicht nur die Mitteltöne werden dunkler. Natürlich wird auch alles etwas farbintensiver, aber genau das wollte ich ja ganz gerne haben.

Schritt 11

Jetzt gibt es noch die gleiche Möglichkeit, den Himmel dort hinten aufzuhellen – mit dem Abwedler-Werkzeug (1). Aber ihr müsst nicht unbedingt jedes Mal hier in diese Werkzeugkiste reinklicken, ihr könnt ruhig bei dem Nachbelichter-Werkzeug bleiben und einfach nur die Alt-Taste drücken.

Es darf euch nicht irritieren, dass das zwar funktioniert, aber das Werkzeug sich nicht ändert, also es wird nach wie vor dieses Faustsymbol (2) gezeigt zum Nachbelichten (das übrigens aus einem alten Schwarz-Weiß-Fotolabor kommt). Doch wenn ihr die Alt-Taste drückt, habt ihr das Abwedler-Werkzeug und die Mitteltöne werden aufgehellt.

So, wenn ich das jetzt mal anschaue, mal vorher und nachher im Vergleich, dann finde ich, dass das Bild erstens an Farbsättigung und zweitens natürlich auch an Menüführung, beziehungsweise wie ich meinen Betrachter durch das Bild führe, ein Stück weit gewonnen hat.

Schritt 12

Was mir noch gar nicht gefällt, ist die Rückseite des Shirts; die ist so finster, dass man fast den Eindruck hat, dass hier zur anderen Seite so ein „Lichtwegzieher“ ist, also so was wie ein Schattenspender, und deswegen möchte ich das auf jeden Fall noch ein Stückchen aufhellen. Dazu muss ich aber jetzt wieder unbedingt – und zwar mit dem Abwedler-Werkzeug (1) – in die Tiefen (2) gehen, denn ich möchte ganz gerne die Tiefen hier aufhellen (3).

Wenn ich das jetzt mache, mit einer etwas größeren Spitze, dann funktioniert das durchaus, man sieht es: Es wird deutlich heller und trotzdem geht es nicht über einen gewissen Wert hinaus (1). Also heller als das, was ich jetzt grade gemacht habe, bekommen wir es kaum hin. Das liegt daran, dass wir ein Häkchen bei Tonwerte schützen gesetzt haben (2).

Dieses Häkchen, das kann ich euch nur raten, das solltet ihr in jedem Fall setzen, wenn ihr direkt auf der Pixelebene arbeitet. Es ist nicht notwendig, wenn ihr mit einem Grauwert arbeitet, also mit einer grauen Ebene, aber wenn ihr direkt auf einer Bildebene arbeitet, dann schon.

Zum Vergleich nehme das jetzt nämlich einmal weg. Wenn ich jetzt weitermache, dann kann ich diese Tiefen soweit aufhellen, wie ich Lust habe. Die werden dann mal irgendwann so hell, wie ich eben möchte. Das kann es nicht sein, auf gar keinen Fall – das sieht grausig aus. Also schnell wieder zurück (Bearbeiten>Rückgängig) und schnell wieder dieses Häkchen gesetzt.

Das sorgt dafür, dass die Tonwerte ungefähr bei dem bleiben, was ihr sehen könnt (1), und es verhindert, dass ihr plötzlich Tonwerte seht, mit denen ihr auf gar keinen Fall gerechnet habt. Wenn ich den Regler Belichtung noch etwas weiter runterziehe (2), kann ich noch bisschen in diesen Schatten reingehen (3) und diesen aufhellen.

So, noch einmal ein Vergleich von vorher und nachher, dann seht ihr: Es hat auf jeden Fall eine Menge gewonnen und ich habe es etwas begehbarer und etwas begreifbarer gemacht mit diesen Werkzeugen, dem Abwedeln-Werkzeug, dem Nachbelichter-Werkzeug und dem Schwamm-Werkzeug.

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