3D-Objekte rendern in Photoshop

Wenn ein 3D-Objekt fertig positioniert und beleuchtet ist, wird es gerendert. Das bedeutet, dass sämtliche Lichter, Reflexionen und Schatten zu einem realistischen Gesamtbild zusammengerechnet werden. Auch Tiefenschärfe und Stereobilder lassen sich in CS6 rendern! Die Arbeitsdateien zu diesem Video-Training findet ihr im Film Einführung in Photoshop 3D in diesem Photoshoptraining.

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In diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man 3D-Objekte in Photoshop rendert.

Schritt 1

Wenn ihr mit eurer Szene fertig seid und alles so aussieht, wie ihr das wollt (ich gehe mal davon aus, ihr wolltet in diesem Fall nichts weiter tun, als eine Vase auf eine weiße Fläche zu stellen), …

Schritt 2

… wenn das also so ist, dann müsst ihr diese Szene rendern. Rendern bedeutet, dass sämtliche Lichter, Reflexionen, Schatten und die Weichheit des Schattens zusammengerechnet werden und einen eher fotorealistischen Eindruck liefern, was im Moment noch nicht der Fall ist. Man kann es ganz besonders deutlich am Schatten sehen, der vorne, wo die Vase steht, ganz besonders scharf ist.

Schritt 3

Das ist im Prinzip auch richtig so, aber selbst ganz hinten am Ende ist er immer noch genauso scharf.

Schritt 4

Das ist etwas, was eigentlich nicht sein kann. Denn keine Lichtquelle würde solch einen scharfen Schatten werfen, es sei denn, es wäre ein Spot, der fokussiert ist.

Ist es aber nicht, wir haben hier eine gerichtete Lichtquelle. Die kommen manchmal auf Englisch daher, diese Lichtquellen, je nachdem, welches Objekt ihr geladen habt, das heißt auf Englisch dann Infinite Light.

Schritt 5

Diesen Schatten kann man natürlich beeinflussen; wenn ich das tue, dann seht ihr auch sofort, warum das Ding noch gerendert werden muss. Denn wenn ich den jetzt mal nach oben fahre, …

Schritt 6

… wird der zwar weich, und zwar wird der vorne nicht so weich wie hinten, weil das nahe am Objekt liegt, das ist auch physikalisch korrekt. Nur diese Weichheit ist nicht besonders chic.

Schritt 7

Das darf man eigentlich gar nicht so genau angucken, und wenn wir mit dem Regler noch weiter nach oben fahren, …

… dann wird das immer schlimmer.

Schritt 8

Wäre das eine weiche Lichtquelle, wie z.B. eine Softbox im Fotostudio, dann wäre der Schatten noch wesentlich weicher, …

… dann würde der ungefähr so aussehen:

Schritt 9

Wir können es ruhig mit einem weichen Schatten rendern, um mal zu sehen, wie dann der Schattenverlauf gerendert aussieht. Wir stellen die Weichheit wieder zurück auf 39%.

Schritt 10

Zum Thema Rendern möchte ich noch mal ganz kurz auf etwas zurückgreifen, was ihr in den Voreinstellungen von Photoshop findet, hier in der Voreinstellung 3D.

Schritt 11

Da gibt es nämlich die Möglichkeit für das sogenannte Raytracing, also die Tatsache, dass ein Lichtstrahl nicht nur einen Gegenstand erhellt, sondern von diesem auch reflektiert wird. Vielleicht einen Boden, auf den er fällt, auch noch ein bisschen erhellt. Für dieses sogenannte Ratracing kann man einen Schwellenwert festlegen.

Schritt 12

Je niedriger ihr den Schwellenwert setzt, desto schneller geht euer Rendering, aber desto schlechter ist auch dieser Raytracer und damit die fotorealistische Anmutung.

Schritt 13

Das bedeutet: Wenn ihr nur eine kleine Szene habt, lasst es auf jeden Fall bitte bei 10 stehen, und wenn ihr sehr häufig testrendern müsst, nur dann ist es vielleicht nicht schlecht oder ganz sinnvoll, wenn ein bisschen weiter runtergeht, aber bleibt da mal lieber von der Tendenz her bei einem hohen Wert (hier 10), um eine möglichst gute Qualität zu bekommen. Die Voreinstellungen könnt ihr wieder mit einem Klick auf OK verlassen.

Schritt 14

Bevor ich jetzt aber meine gesamte Szene rendere (könnte ich tun, aber ich weiß ja noch gar nicht, ob ich die so haben will), möchte ich erst mal sehen, wie denn der Schatten oben an der Vase aussieht.

Schritt 15

Genau beim Einlass dieser Vase, bei der oberen Öffnung, da möchte ich es ganz gerne sehen, denn wenn ich nur diesen kleinen Teil rendere, dann geht das sehr viel schneller, als wenn ich das gesamte Ding rendere.

Ich hole mir deswegen die klassische Auswahl und ziehe eine Auswahl um die Öffnung drum herum.

Schritt 16

Jetzt drücke ich den Rendern-Button …

Schritt 17

… und jetzt passt auf, jetzt wird nur diese kleine Geschichte hier oben gerendert und ihr seht, wie schnell das funktioniert, und ihr seht auch, wie schön weich der Schatten in Wirklichkeit fällt, und wenn ich lange genug warte, dann verschwindet diese gesamte Körnigkeit und es ist nichts mehr von dieser Körnigkeit zu sehen.

Ich habe das Ganze abgebrochen, um zu sehen, wie es eigentlich aussieht. Man hätte vielleicht noch ein klein wenig länger warten können, um es noch feinkörniger zu gestalten, aber ich finde es schon mal ganz gut.

Schritt 18

Jetzt interessiert mich noch, wie es mit dem hinteren Schatten aussieht. Ich schnappe mir also noch mal das Auswahlrechteck-Werkzeug

… und mache das Gleiche noch mal und rendere auch hier.

Schritt 19

Jetzt seht ihr, wie superweich dort hinten der Schatten fällt und was auch der Grund dafür ist, dass das ungerenderte so zerfusselt aussieht. Das ist natürlich sehr sehr einfach gerechnet, aber eben auch sehr schnell gerechnet, und jetzt seht ihr, wenn man das dort hinten testrendert: So weich wird der Schatten.

Schritt 20

Das entspricht eigentlich genau dem, was ich eigentlich machen wollte, denn ich wollte dieser Vase eine weiche Lichtquelle verpassen. Was mir noch nicht ganz gefällt, ist die Ausrichtung, also muss ich da an der Position noch mal was ändern und kann meine Auswahl jetzt aufheben: einfach über Auswahl>Auswahl aufheben.

Schritt 21

Und wenn ich jetzt allerdings wieder in die Position hineingehe, also hier auf Umgebung klicke …

Schritt 22

… und das Verschieben-Werkzeug aktiviere, um es dann auch noch mal zu verschieben, dann, sehr ihr, verrutscht das Ganze wieder und mein Schatten ist wieder ungerendert.

Schritt 22

Das macht aber nichts, ich habe gesehen, was ich sehen wollte, und kann jetzt meine gesamte Datei rendern. Das heißt, ich muss keine Auswahl mehr nehmen, also nicht mehr über das Auswahlrechteck-Werkzeug mir irgendwas aussuchen, sondern kann einfach entweder über 3D>Rendern

Schritt 23

… oder über den schicken kleinen Render-Button das Ganze anklicken …

Schritt 24

… und jetzt zuschauen, wie meine Datei langsam besser und besser wird.

Schritt 25

Wenn ihr sagt Ok, das reicht mir so, diese Körnigkeit, die jetzt noch gut zu sehen ist im Schatten und auch oben an der Vase, die ist nicht weiter wild, das wird ein Internetbild, das wird viel kleiner dargestellt, dann klickt ihr einfach ins Bild, und wenn ihr sagt Ne, ich möchte das superfeinkörnig haben, dann wartet ihr einfach solange, bis diese Körnigkeit verschwunden ist und der Schatten und das gesamte Bild so aussieht, wie ihr euch das vorstellt. Erst dann klickt ihr ins Bild und das Ganze ist fertig.

Schritt 26

Hätten wir jetzt noch eine weiße Ebene genommen, dann würde man auch diese weiße Ebene anstatt des Gitters sehen. Ihr könnt das Gitter aber auch anders ausblenden, indem ihr einfach das Gitter über Ansicht>Anzeigen>3D-Grundebene ausblendet.

Schritt 27

Und jetzt könnt ihr euer Bild speichern.

Schritt 28

Der Renderer kann natürlich noch ein bisschen mehr als nur einfach rendern, also als nur einfach Lichter, Reflexionen, Schatten usw. zusammenrechnen. Und damit wir ein bisschen mehr haben, was wir hier rendern, möchte ich vielleicht hier die Oberfläche ein klein wenig anpassen. Ich klick also mal hier auf dieses Wort STEREO …

Schritt 29

… und ändere hier oben einfach nur die Kante ein klein wenig. Ich klicke mal hier drauf und schaue, wie das aussieht.

Schritt 30

Das gefällt mir ganz gut. Jetzt sieht man ein klein wenig mehr. Dieses Wort STEREO einfach geschrieben und über diesen Button, der dann hier oben im Text-Werkzeug erscheint, in 3D Text umgewandelt, …

Schritt 31

… genau dieses Wort möchte ich jetzt ein wenig anders rendern, als ihr das erwartet. Denn klicke ich mal auf die aktuelle Ansicht, dann seht ihr, dass wir hier eine Tiefenschärfe angeben können und das ist wirklich eine feine Sache.

Schritt 32

Ihr könnt nämlich jetzt festlegen, wo denn eigentlich die Schärfe für dieses Wort liegen soll. Das braucht man natürlich auch dann, wenn man beispielsweise Objekte in eine Szene einbaut, die nicht komplett von vorne bis hinten scharf ist, auch dann sollte sich natürlich die Tiefenschärfe dieser Objekte an der des back blades, also des Bildes, in das ihr sie einbaut, orientieren.

Ich kann hier den Abstand verändern, ich klicke hier mal drauf und verändere den Wert auf 0,55.

Schritt 33

Ihr merkt, da passiert nicht viel, kann auch noch nicht, erst dann, wir Tiefe dazugeben. Sobald ich das mache, seht ihr, das wird hier vorne unscharf:

Schritt 34

Ich kann jetzt festlegen, wo denn diese Tiefe eigentlich sein soll, und jetzt hat der Abstand plötzlich einen Sinn. Ich kann den Abstand ganz nach vorne legen, auf 0.15, dann ist das S scharf, das T schon weniger, und nach hinten wird es immer unschärfer.

Schritt 35

Oder ich kann meine Schärfe da richtig durchwandern lassen, indem ich den Regler Abst.: hin- und herbewege.

Schritt 36

Ihr kennt das von einer richtigen Kamera. Da kann ich meine Schärfe über das ganze Objekt verteilen. Wenn ich eine kleine Blende habe, würde es hier bedeuten, dass ich meine Tiefe recht weit runtersetze oder ich kann mein Objekt sozusagen auflösen, sodass nur noch die Ebene scharf ist, die ich gerne haben möchte. Das würde bedeuten, dass ich die Tiefe noch ein bisschen nach oben ziehe, auf 4.8, und dann wird es nach vorne immer unschärfer und ich kann immer deutlich unterscheiden zwischen scharf und unscharf. Spielt mal ein bisschen mit der Schärfe, indem ihr den Abstand- und Tiefe-Regler mit verschiedenen Werten belegt.

Schritt 37

Besonders schön wird es natürlich dann, wenn es gerendert ist; jetzt kommt es noch ein wenig zackelig daher, aber es funktioniert natürlich auch dann sehr gut, wenn es gerendert ist.

Die Tiefenschärfe – tolles Ding. Ich klicke sie mal wieder runter auf Tiefe: 0, denn ich möchte euch noch was anderes zeigen, das ist das hier: Stereo.

Schritt 38

Guckt hier mal drauf – es ist wirklich total irre, dass das funktioniert, damit könnt ihr auch arbeiten. Es gibt insgesamt 3 verschiedene Verfahren der Stereografie, wie Stereogramm (Anaglyph), Linsenraster und Side-by-Side.

Schritt 39

Die anaglyphische Variante, ist die, die ihr kennt, mit irgendwelchen Brillen, wo entweder Gläser oder meistens Folien drin sind. Das ist zwar eine recht einfache Geschichte, aber sie funktioniert natürlich hervorragend und deswegen würde ich die jetzt auch mal nehmen wollen. Ansonsten gibt es noch das Linsenraster, das kennt ihr von diesen Abziehbildchen, die kippt man hin und her und dann ändert sich jeweils das Bild, und dann gibt es noch das technisch unabhängige Side-by-Side-Verfahren, aber ich bleibe hier bei dem anaglyphischen Verfahren.

Schritt 40

Sobald ich das anklicke, seht ihr schon, dass ich hier diese lustige Verschiebung bekomme …

Schritt 41

… die jetzt ein bisschen grün daherkommt, nur deswegen, weil mein Objekt selbst diesen warmen Ton hat. In Wirklichkeit ist es eigentlich cyan, rot ist es sowieso, das bleibt ja vor diesem orangen Hintergrund auch rot, und jetzt könnt ihr damit die Tiefe verändern, es besonders 3-dimensional aussehen lassen, indem ihr die Dinger weiter auseinanderzieht.

Schritt 42

Vorsicht, ab einem ganz gewissen Punkt, der abhängig von der Größe eurer Darstellung ist, das müsst ihr einfach ausprobieren, kriegen es eure beiden Augen nicht mehr als 3D-Bild hin. Am besten setzt ihr dafür die Brille auf und dann könnt ihr sehen, wie sich diese Tiefe hier verändert.

Schritt 43

Dann gibt es noch den Abstand, den man verändern kann. Auch das ist eine schicke Sache, damit verändere ich sozusagen den Augenabstand und damit bekommt man den Eindruck, dass das Objekt, also dieser Schriftzug hier, größer oder kleiner ist.

Schritt 44

Bleibt bei diesem Abstand ein bisschen vorsichtig, versucht dabei, irgendwo um die 0% rum zu bleiben, zwischen -10 und +10 ist das, glaube ich, ganz OK, 15 gehen auch noch, aber geht hier nicht zu weit, und bei der Tiefe ebenso.

Abstand: 11.3
Tiefe: 8.2

Schritt 45

Ihr müsst diese beiden Werte in Abhängigkeit zueinander in ein gutes Verhältnis bringen, das müsst ihr ein bisschen ausprobieren. Setzt euch die lustige bunte Brille dazu auf und habt viel Spaß mit der Stereographie.

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