Freistellwerkzeuge in Photoshop

Zauberstab und Schnellauswahl sind bewährte Auswahlwerkzeuge. Neu in CS6 ist jedoch das überarbeitete Freistellwerkzeug, mit dem Bilder sehr komfortabel beschnitten werden können. Die Arbeitsmaterialien zu diesem Video-Training findet ihr im ersten Film dieses Grundlagentrainings. Das ist die vertextlichte Version eines Video-Tutorials von Uli Staiger.

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Wenn man in Photoshop Bilder bearbeiten möchte, dann bearbeitet man entweder das gesamte Bild oder auch nur einzelne Ebenen. In unserem Fall geht das jedoch nicht, denn wir haben nur eine Ebene – die Hintergrundebene.

Man kann aber auch nur spezielle Auswahlen bearbeiten, also Bildteile, die man vorher definiert hat, um sie zu verändern.

Schritt 1

Das schauen wir uns anhand dieses Bildes an. Ich zoome mal ein bisschen dichter an diesen Papierkorb heran und wir schauen mal, was man überhaupt für Auswahlmöglichkeiten hat. Fangen wir im Auswahlen-Menü oben an mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug.

Das Auswahlrechteck-Werkzeug würde ich z.B. einsetzen, wenn ich ein Textfeld über die beiden Bänke setzen wollte. Bspw., indem ich einfach ein Rechteck (1) aufziehe. Jetzt könnte ich es z.B. mit Farbe füllen, aber das macht man am besten in einer neuen Ebene. Ich kann jetzt eine neue Ebene aufrufen, was keinerlei Auswirkung auf diese Auswahl hat. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die Auswahl unabhängig von Ebenen existiert. Sie ist also keiner bestimmten Ebene zugeordnet. (2)

Erst dann, wenn ich mit dieser Auswahl etwas anfange, sie bspw. über Bearbeiten>Fläche füllen (1) – Weiß (2) mit einer Farbe fülle. Erst dann ist sie einer Ebene zugeordnet und nun kann ich etwas ein- und ausblenden und kann natürlich auch meine Auswahl aufheben. Über das Ebene-sichtbar-Auge (Pfeil) z.B. die Ebene ein- oder ausblenden, sodass mein Textfeld sichtbar oder unsichtbar wird (3). Ich könnte z.B. auch noch die Deckkraft heruntersetzen (4), egal, was ich damit anstellen will.

Schritt 2

Manchmal möchte man keine rechteckige, sondern eine quadratische Auswahl. Das schafft ihr dadurch, dass ihr ganz einfach die Shift-Taste drückt, und schon bekommt ihr eine quadratische Auswahl. Übrigens kann man jetzt seit CS6 genau sehen, wie groß die jeweiligen Auswahlen werden, im Bild z.B. hätten wir im Moment 2,62 cm mal 2,62 cm. Das ist jetzt nicht der ganz große Wurf, aber auf jeden Fall ist es eine weitere Information.

Schritt 3

Das ist eine Möglichkeit, ein Quadrat aufzuziehen, weil wir bisher die ganze Zeit im Modus Normal gearbeitet haben. Jetzt gibt es noch ein paar andere Modi. Z.B. Festes Seitenverhältnis,

… da könnt ihr ein fest definiertes Seitenverhältnis festlegen – wie ihr seht, ist im Moment 16:9 eingestellt …

… oder im Hochformat (Doppelpfeile klicken) (1) 9:16 – das gleiche Seitenverhältnis, nur eben umgekehrt (2), also einmal als Quer- und einmal als Hochformat.

Der dritte Modus ist der Modus Feste Größe. Hier haben wir 64 x 64 Pixel, man muss also nur noch ins Bild klicken (2) und hat sofort ein Quadrat, das 64 x 64 Pixel groß ist.

Schritt 4

Ich würde trotzdem sagen, in der Mehrzahl der Fälle hat man den Modus auf Normal stehen, da man diese Auswahl doch lieber frei wählen möchte.

Direkt unter der Rechteck-Auswahl haben wir das Auswahlellipse-Werkzeug (1), was prinzipiell natürlich genauso funktioniert. Auch da könnt ihr eine Auswahl aufziehen (2), wenn es z.B. ein elliptisches Textfeld werden soll oder eine andere elliptische Form. Und auch hier ist es so, …

…. wenn man dabei die Shift-Taste drückt, dann entsteht ein Kreis. Dieser Kreis hat jedoch – genau wie das Rechteck – einen Nachteil: Während die Auswahl aufgezogen wird, könnt ihr sehen, dass dieser Kreis in die Richtung wandert, in die ich ziehe. Das ist manchmal schon ein bisschen nervig, wenn ich beispielsweise ein Objekt ganz genau auswählen möchte.

In unserem Fall nehmen wir einmal das Logo auf dem Papierkorb. Wenn ich das auswählen möchte, dann nutze ich dafür ebenfalls mein Auswahlellipse-Werkzeug. Wenn es aber genau in der Mitte landen soll, drücke ich die Shift-Taste für den Kreis und zusätzlich die Alt-Taste (1), denn dann zieht sich mein Kreis genau aus der Mitte heraus auf (2).

Schritt 5

Sieht ganz gut aus, passt aber noch nicht genau. Aber sobald ich mit meinem Werkzeug in diese Auswahl klicke (1), kann ich sie verändern oder verschieben. Wenn ich außerhalb meiner Auswahl klicke, geht das nicht (2), denn dann wird meine Auswahl direkt wieder aufgehoben und ich bekomme eine Warnung (3) angezeigt, also schnell wieder zurück zum Kreis.

Nun ist unser Kreis aber noch ein klein wenig zu groß, ich muss ihn ein bisschen kleiner machen: In Auswahl>Auswahl transformieren

… könnt ihr ihn sowohl in der Höhe (1+2), als auch in der Breite (3+4) so skalieren, dass die Auswahl ganz genau passt.

Schritt 6

Was macht man mit so einer Auswahl? Bspw. könnte man jetzt eine Korrekturebene aufrufen (1) und hier Farbton/Sättigung (2) anklicken und einfach mal die Auswahl verändern, bspw. die Sättigung etwas verändern (3). Alles, was ihr macht, passiert nur in der Auswahl. Die Auswahl selbst allerdings verschwindet und wird in die Ebenenmaske übernommen (4). Deswegen passiert alles, was ich hier mit meiner Korrekturebene mache, nur an der Stelle, wo zuvor meine Auswahl war.

Schritt 7

Zoomen wir ein bisschen raus aus unserem Bild und schauen uns an, was wir noch für Werkzeuge haben. Z.B. das Lasso-Werkzeug, damit kann ich eine sehr lockere Auswahl erstellen.

Schritt 8

Oder das Polygon-Lasso-Werkzeug (1). Damit kann ich eine eher eckige Form beschreiben, also jede Menge Ecken reinbringen (2). Seid vorsichtig, wenn ihr das macht, denn wenn ihr zu schnell klickt, also so etwas Ähnliches wie einen Doppelklick ausführt, dann schließt sich die Auswahl automatisch, das ist manchmal gewollt, manchmal aber nicht.

Und wer das Polygon-Lasso benutzt, um bspw. solch eine Bank freizustellen, der kann das natürlich machen, aber es ist nicht unbedingt das richtige Werkzeug dafür. Auch hier Vorsicht mit dem Doppelklicken oder damit, schnell zu arbeiten.

Schritt 9

Nur der Vollständigkeit halber möchte ich noch gerne das Magnetisches-Lasso-Werkzeug (1) erwähnen. Das magnetische Lasso ist ein Werkzeug, das doch schon ein paar Tage alt ist. Man kann damit bspw. unregelmäßige Kanten freistellen – ich versuche es mal mit der Graskante (2). Da stelle ich erst einmal die Breite ein. Nicht besonders groß, denn diese Grashalme haben keine besonders große Länge, man muss also nicht besonders viel machen; 20 Pixel reichen auf jeden Fall (3).

Wäre die Kante unregelmäßiger, müsste ich eine größere Breite einstellen. Den Kontrast kann ich ungefähr auf 45-50% legen (4), denn je nachdem, wie stark der Kontrast dessen ist, was ich hier einstellen möchte, muss ich ihn eher höher oder eher niedriger wählen. In diesem Fall kann man ruhig weit runtergehen, weil wir hier zwischen Gras und Himmel einen ganz klar definierten Kontrast haben.

Und dann gibt es noch die Frequenz, die festlegt, wie viele Pünktchen eigentlich gesetzt werden sollen (5) und damit, wie schnell das Werkzeug arbeitet bzw. wie sauber das Werkzeug arbeitet. Also setzen wir die Frequenz ein bisschen rauf und dann können wir schon anfangen.

Jetzt setzt dieses Lasso von sich aus Punkte und man sieht, dass hier eine gewisse Unregelmäßigkeit zustande kommt.

Man sieht, wenn man dichter an die Kante herangeht, dass sie unregelmäßig geworden ist und damit – zumindest von Weitem betrachtet – dieser Grasnarbe doch ganz gut gerecht wird. Kommt man ein bisschen dichter ran, sieht man, dass die Grashalme zum Teil nicht ausgewählt sind (1), das ist auch der Grund, weshalb ich mit diesem Werkzeug ein bisschen vorsichtig bin.

Aber um grobe Auswahlen zu treffen, eignet sich es eigentlich ganz gut. Das sind mal die einfachen Auswahl-Werkzeuge, die man immer wieder braucht, mit denen ihr ein bisschen warm werden solltet, wenn ihr sie noch nicht kennt. Ganz speziell mit diesen beiden: Auswahlrechteck-Werkzeug und Auswahlellipse-Werkzeug (2).

Schritt 10

Wenn ihr in Photoshop freistellen wollt, bzw. das bisher immer wolltet in CS5, 4, 3 usw., war es relativ easy: Ihr habt einfach das Werkzeug (1) genommen, habt dann eine Auswahl aufgezogen, vielleicht noch die vier Kanten (2) ein bisschen verschoben und dann habt ihr einfach nur noch bestätigt und fertig.

Das ist jetzt ein bisschen anders und in Photoshop CS6 gibt es wirklich genügend Gründe, zu diesem Werkzeug zu greifen. Ich möchte euch zeigen, welche Möglichkeiten ihr mit diesem Tool habt. Es ist einiges verändert worden, es gibt mehr Optionen, die ihr nutzen könnt, und es ist eines von den Werkzeugen, die man sich am besten einmal einrichtet und dann bei diesen Einstellungen bleibt.

Was kann man einstellen? Allein durch Anklicken des Werkzeugs ist jetzt bereits das gesamte Bild freigestellt. Ihr müsst nicht mehr diesen Rahmen aufziehen, sondern der Rahmen ist bereits da. Ihr müsst jetzt nur noch die Kante (2) verschieben, damit nur das freigestellt wird, was ihr gern haben möchtet.

Schritt 11

Jetzt werdet ihr sehen, dass sich nicht nur die Kante verschiebt, sondern das ganze Bild. Sollte euch das nicht zusagen, könnt ihr auch einfach den Classic-Modus aktivieren, dann verhält sich dieses Werkzeug genau so wie immer …

… oder ihr versucht es einfach mal, deaktiviert den Classic-Modus und hakt die beiden Optionen Automatisch zentrierte Vorschau und Freigestellten Bereich einblenden an. Diese beiden sind nämlich genau dafür verantwortlich, dass sich Bild und Rahmen verschieben.

Am besten probiert ihr mal Folgendes aus: Lasst die Option Freigestellten Bereich einblenden weg (1) und aktiviert dafür die Automatisch zentrierte Vorschau (2). Wenn ihr dann freistellt, zieht ihr den Rahmen oder die Kante, die ihr ziehen wollt, und lasst dann die Maustaste los. Denn erst wenn ihr loslasst, seht ihr, wie das Bild tatsächlich aussehen würde (3). Dadurch, dass das Bild immer im Zentrum der Arbeitsfläche liegt, sieht das Ganze natürlich sehr harmonisch aus.

Schritt 12

Unter Anzeigen haben wir verschiedene Arten, wie überlagert wird (1). Man sieht ein Raster aus insgesamt 4 Linien – in diesem Fall der goldene Schnitt. Dieser besagt nichts anderes, als dass sich die kurze Distanz (2) zur langen Distanz verhält wie die lange Distanz zur Gesamtstrecke.

Das muss man nicht auswendig lernen, das muss man auch nicht unbedingt mathematisch herleiten, denn der goldene Schnitt macht nichts weiter, als dass er besagt, dass genau an den vier Punkten (3) ein besonders bildwichtiger oder als harmonisch empfundener Punkt liegen sollte.

Wenn ihr also wollt, dass das Stopp-Schild möglichst harmonisch wiedergegeben wird bzw. die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird, solltet ihr so beschneiden, dass es danach auf einem dieser bildwichtigen Punkte liegt. So könnt ihr euch sicher sein, dass der Betrachter dort als Erstes hinschaut. Natürlich sind auch noch andere Komponenten wichtig wie bspw. Helligkeit. So bietet es sich unter anderem an, das Werbeschild ebenfalls an einen bildwichtigen Punkt zu legen, um die Bildharmonie weiter zu fördern.

Schritt 13

In anderen Kulturkreisen, hauptsächlich in den USA, verwendet man nicht den goldenen Schnitt, sondern die Goldene Spirale. Das ist ein etwas anderer Punkt, der ein bisschen weiter außerhalb des Zentrums liegt. Aber auch hier ist es so, dass in diesem Punkt eine besondere Harmonie zu Tage tritt. Also alles, was sich auf diesem Punkt befindet, wird hervorgehoben.

Oder anders ausgedrückt: Wenn ihr einen bildwichtigen Punkt habt, sollte er sich in dieser Gegend befinden. Das ist zwar ein gewisser Widerspruch zu unserem goldenen Schnitt, aber daran könnt ihr sehen, dass es eben nicht messbar ist, sondern aufgrund von Empfindungen, die sich eingebürgert haben.

Schritt 14

Aber zurück zum Thema Freistellwerkzeuge. Ich finde diese Entscheidungshilfen eigentlich ganz schön, wenn es aber um Architektur geht, wie in unserem Fall, hat man oft stürzende Linien. Ich blende also das Raster (1) ein, wodurch man besser sehen kann, dass wir die besagten stürzenden Linien haben. Gerade auf der rechten Bildseite stürzt es ganz gewaltig. Das ist nicht so toll. Was ich jetzt aber als Erstes mache, bevor ich mein Bild beschneide – ich möchte es erst einmal gerade ausrichten und dazu gibt es das Tool (2). Einfach anklicken, dann kann ich entlang der Brücke, die über die Straße führt, eine Linie legen, und wenn ich jetzt loslasse (3), …

… dann wird mein Bild automatisch gerade gerichtet. Jetzt sehe ich auch in meinem Raster, dass meine stürzenden Linien gar nicht mehr ganz so wild sind und ich kann das Ganze über das Häkchen (1) bestätigen.

Schritt 15

Das Werkzeug kann aber noch ein bisschen mehr. Wenn wir die Maustaste kurz gedrückt halten, dann wird ein Untermenü angezeigt, wo wir das sogenannte Perspektivische Freistellungswerkzeug (1) finden.

Damit kann man jetzt bspw. seinen Rahmen aufziehen und die Eckpunkte getrennt voneinander verschieben, kann also bspw. den Eckpunkt (2) etwas schräg nach oben ziehen. Das hat dann den Vorteil, dass nach der Bestätigung dieses Schrittes (3) die gesamte Problematik der stürzenden Linien aus der Welt geschafft ist. Wenn man nun noch den rechten Eckpunkt (4) parallel zu den Häuserfenstern und -kanten ausrichtet, …

… dann sieht man, gibt es keinen einzigen Sturz mehr, alles sieht gerade aus (Pfeil rechts) und ist schön ausgerichtet. Das ist das Verdienst dieses Perspektivischen Freistellungswerkzeugs.

Fazit: Bei Architekturbildern oder immer dann, wenn es stürzende Linien gibt, ist dieses Tool das Werkzeug eurer Wahl. Ansonsten verwendet man das ganz normale Freistellungswerkzeug, entweder zum Beschneiden oder Geraderichten. Dazu kann man entweder im Classic-Modus oder im jetzigen neuen Modus des Freistellungswerkzeugs in Photoshop CS6 arbeiten.

Schritt 16

Angenommen, ihr wolltet in diesem Bild den Himmel auswählen. Dafür gibt es natürlich eine Menge an Werkzeugen, aber es gibt zwei Klassiker, die sich vielleicht ganz gut dafür eignen. Diese beiden findet man in der linken Werkzeugleiste. Da wäre einmal der Zauberstab und auch die Schnellauswahl.

Beides sind Werkzeuge, die schnell und einfach anzuwenden sind, wenn eine Auswahl benötigt wird. Doch oft liefern diese beiden Tools nicht ganz die gewünschten Ergebnisse, weshalb man sie mit Vorsicht verwenden sollte.

Manchmal ist der Zauberstab ein großartiges Tool und manchmal braucht man einfach mehr Zeit, um die damit entstandenen Fehler auszubessern, als dass man Zeit gespart hätte.

Ich habe für jedes der beiden Werkzeuge einmal ein perfektes Bild herausgesucht.

Wir fangen mal mit diesem Schiffswrack in der Magellanstraße an und versuchen hier, mit dem Zauberstab den Himmel auszuwählen, was gar nicht so einfach ist, wie es den Anschein hat. Viele von den Tonwerten, die in den Wolken vorhanden sind, gibt es auch im Wasser und in den Pflanzen.

Grundsätzlich sollte man immer eher mit einer geringeren Toleranz (1) beginnen, denn je weiter die Tonwerte (hier Blau und Grau) verteilt sind, desto höher sollte auch die Toleranz gewählt werden. Beginnen wir mit einer Toleranz um etwa 14 (1) und klicken in das Blau. Jetzt drücken wir mit gedrückter Shift-Taste in die Wolken und sammeln uns immer mehr Tonwerte zusammen.

Und schon bekommen wir ein Problem, denn wir haben inzwischen auch eine ganze Menge ausgewählt, was gar nicht mehr zum Himmel gehört (2).

Also verringern wir die Toleranz auf etwa 6, sodass immer weniger Tonwerte ausgewählt werden. Man muss nun aber auch entsprechend häufiger klicken. Jeweils immer die Shift-Taste gedrückt halten. Trotz allem kommen wir aber nicht wirklich weiter, denn sobald man die Wolken oben auswählt, bekommt man unten die gleiche Auswahl auch, was also suboptimal ist und so nicht funktioniert.

Erst wenn man Benachbart (1) anklickt, markiert das Werkzeug nur noch Pixel, die mit den bereits ausgewählten irgendwie in einem örtlichen Zusammenhang stehen. Das heißt: Klicken wir – wie vorher – jetzt mit einer Toleranz von 14 (2) in den blauen Himmel, so wird ein viel größerer Bereich markiert.

Doch auch hier gibt es einen Nachteil: Man muss jetzt alle Löcher im Wrack einzeln auswählen (3), doch das geht verhältnismäßig schnell. Dafür gibt es aber nun in den Wolken die Garantie, dass nur dort oben Pixel ausgewählt werden, obwohl es im Wasser und in den Pflanzen Pixel gibt, die sehr ähnlich aussehen. Doch diese haben keinen örtlichen Zusammenhang, es gibt keine dazwischen liegenden Pixel, die genau gleich aussehen und deswegen kann man sich jetzt so langsam an den Horizont heranarbeiten und so nur den Wolkenhimmel auswählen.

Gehen wir nun mit der Toleranz höher auf etwa 21 und wählen den Rest des Himmels aus. Scheint doch ganz gut zu funktionieren. Man muss zwar immer noch x-mal klicken, aber trotzdem haben wir damit fast den gesamten Himmel ausgewählt. Immer darauf achten, dass Benachbart angeklickt ist.

Schritt 17

Sehen wir uns einmal diese Maske an, um z.B. all die Einschlüsse zu reparieren. Um die Maske einzublenden, geht man entweder auf den Maskierungsmodus (1) oder man drückt einfach die Taste Q. Jetzt kann man mit dem Radiergummi ganz bequem noch die Sachen wegradieren (2), die man nicht haben möchte, die also nicht in die Maske hineingehören. Damit ist unsere Maske bereinigt bzw. die Auswahl fertig und man kann beginnen, den Himmel umzufärben.

Schauen wir uns doch mal an, wie das mit der Schnellauswahl funktioniert. Mit einer etwas größeren Pinselspitze (1) versuchen wir einmal, nur den Himmel auszuwählen. Funktioniert und geht recht schnell. Ein paar Kleinigkeiten (2) sind noch nicht optimal ausgewählt, aber das Ergebnis ist doch schon recht gut. Für die Auswahl der Wracklöcher (3) müsste ich mit unterschiedlich großen Spitzen arbeiten, doch an dieser Stelle ist der Zauberstab einfach besser geeignet.

Schritt 18

Aber wo verwendet man nun die Schnellauswahl am besten? Überall dort, wo man klare Verhältnisse hat, also z.B. im folgenden Bild. Zwei-, dreimal in den Himmel geklickt und schon ist alles ausgewählt. Es ist verblüffend, wie wunderbar dieses Werkzeug funktioniert. Vor allem, wenn wir uns einmal den Horizont über dem Wagen näher anschauen. Selbst diese kleinen Verkehrszeichen sind sehr genau umrandet. Lediglich am Autodach fehlt etwas, was sich aber ganz einfach beheben lässt.

Der Strommast ist leider nicht mit maskiert, den müsste man noch getrennt ausarbeiten. Also wieder Taste Q drücken, einen ganz normalen Pinsel nehmen und den Mast einfach nachmalen. Dieses Nacharbeiten ist für den Gesamteindruck eines Bildes notwendig und auch nicht wirklich schwer, man drückt einfach die Taste Q und kann so oft nachbessern, wie man möchte.

Wenn ihr euch jetzt wundert, dass die Auswahl über dem Himmel liegt (1), die Maske aber den Rest anzeigt (2), so liegt das an einer Einstellung, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Klickt man zweimal auf das Maskensymbol links unten, so wird zwischen Maske und Auswahl hin- und hergeschaltet. In dem eingeblendeten Menü hat man die Möglichkeit, zwischen Maskiertem Bereich oder Ausgewähltem Bereich zu wechseln. Ebenso kann man die Maskenfarbe und die Deckkraft einstellen.

Wählt man die Ausgewählten Bereiche und schaltet zwischen Maske und Auswahl hin und her, dann ist die Anzeige identisch – meiner Meinung nach die logischere Einstellung. Man sollte einfach mit der Variante arbeiten, an die man sich gewöhnt hat.

Das waren die Freistellungswerkzeuge in Photoshop CS6 – der Zauberstab und die Schnellauswahl. Mit ein wenig Übung findet man sehr schnell heraus, welches Werkzeug für welches Bild besser geeignet ist. Für Bilder mit klaren Kontrastkanten ist das Schnellauswahl-Werkzeug sicherlich die bessere und schnellere Wahl.

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