3D-Objekte: Kleiner Praxisworkshop in Photoshop

Dieser kleine Praxisworkshop beinhaltet die wichtigsten Techniken, die ihr braucht, wenn ihr ein 3D-Objekt in eine 2D-Datei integrieren wollt. Neben der 3D-Technik kommt auch klassisches 2D-Photoshop zum Einsatz. Die Arbeitsdateien zu diesem Video-Training findet ihr im Film Einführung in Photoshop 3D in diesem Photoshoptraining.

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Schritt 1

In diesem Tutorial möchte ich euch mal zeigen, wie man 3D- und 2D-Dinge zusammen bringt, also eine 3D-Datei in ein 2D-Bild einbaut.

Das Grundbild zeigt einen Lastwagen, den finde ich nur ein klein wenig zu dünn, ich möchte deshalb ein wesentlich größeres Gerät einbauen, dafür muss der kleine LKW nicht einmal herausretuschiert werden, da er später von dem neuen verdeckt wird.

Schritt 2

Über 3D>Weitere Inhalte abrufen… öffnet sich eine Homepage und unter Modelle und Meshes kommt man zum Archive 3D. Wenn ihr hier draufklickt, könnt ihr nach diesem Ding suchen. Die Datei heißt Panther Truck und ihr könnt sie auch gleich abspeichern.

Schritt 3

Jetzt holen wir dieses Gerät einfach mal und laden es über 3D>Neue 3D-Ebene aus Datei mit einem Doppelklick auf die Datei Panther Truck herein. Es erscheint sogleich auf unserem Bild. Ob der jetzt schön ist oder nicht, ist jetzt mal egal, ich finde ihn relativ fett.

Schritt 4

Ich habe diesen Truck ausgewählt, weil es doch ganz typisch ist, dass solche Dateien mit kleinen Fehlern kommen. Von vorn betrachtet erkennt ihr schon, dass es die ganze rechte – von uns aus linke – Reifenbatterie gebrezelt hat. Da müssen wir erst mal ein wenig Reparaturarbeit leisten, und das ist auch das Erste, was ich euch zeigen möchte.

Schritt 5

Mit dem 3D-Objekt ziehen-Werkzeug unter 3D-Werkzeuge hole ich das Ding etwas dichter nach vorn.

Schritt 6

Ich gehe also neben den Ebenen auf 3D [1] und dort zu den Meshes [2]; jetzt seht ihr jede Menge Meshes (Gitternetze). Wir klicken den Torus 02 [3] an, gehen gleich zu den Koordinaten [4] und geben dort 90° [5] ein und wir haben ihn damit auch schon umgedreht.

Das könnt ihr auch bei Torus 05, 07 und 09 so machen – das geht recht schnell und schon ist das Gefährt fahrbereit.

Schritt 7

Jetzt stellen wir den LKW einigermaßen richtig ins Bild. Dazu gehen wir zurück zur Umgebung, damit wir uns mit der Kamera um das Objekt und nicht das Objekt selbst drehen. Das hat den großen Vorteil, dass wir nach wie vor die Grundebene nutzen können, um das Objekt anzupassen. Die Grundebene blenden wir am besten gleich mal unter Ansicht>Anzeigen>3D-Grundebene ein.

Schritt 8

Jetzt können wir wieder zum 3D-Objekt drehen-Werkzeug gehen und das Ding so ins Bild stellen, wie wir es gerne hätten.

Schritt 9

Die Richtung unseres Trucks passt schon mal ganz gut, aber was gar nicht passt, ist die Brennweite. Wir haben hier dieses Gitternetz eingeblendet – die 3D-Grundebene. Wenn ich diese Grundlinien mit dem Bild vergleiche, dann passt das für die Straße schon ganz gut, aber in der rechten Bildhälfte laufen die irgendwie ins Gelände, und das stimmt noch nicht. Es sollte so sein, dass sich die Fluchtlinien einigermaßen hinter dem hinteren Schild treffen.

Schritt 10

Wir müssen deshalb die Kamerabrennweite verändern. Im Moment ist die klassische 43-mm-3D-Kamerabrennweite von Photoshop eingestellt. Die ändern wir jetzt, aber zuvor noch ein Hinweis: Ihr habt in der Anwendungsleiste dieses 3D-Objekt skalieren-Werkzeug. Hier klicken wir im Bedienfeld auf die Aktuelle Ansicht und das Werkzeug wird zur Kamera; jetzt können wir die Brennweite verändern. Bei dem Werkzeug steht aber – wenn ihr kurz mit der Maus draufbleibt – noch immer 3D-Objekt skalieren. Es wird jedoch nicht skaliert, es sieht nur so aus, da durch das Ändern der Brennweite das Objekt kleiner wird.

Schritt 11

Wir ziehen mit dem 3D-Objekt skalieren-Werkzeug (das aussieht wie eine Kamera) im Bild nach unten und wir sehen, dass die Brennweite nach unten geht, bis auf sagen wir mal 22. Das entspricht übrigens fast der Brennweite, mit der ich diese Szene fotografiert habe. Jetzt schauen wir mal, was die Fluchtlinien machen: Die sind viel viel besser zum Gelände hin ausgerichtet.

Schritt 12

Nun stimmt die Größe und die Position unseres Trucks nicht mehr und das bessern wir jetzt mal aus. Dazu klicken wir wieder auf Umgebung und wählen das 3D-Objekt drehen-Werkzeug, um die Linien noch genauer auf unser Gelände hin ausrichten zu können.

Schritt 13

Jetzt steht der Truck ein bisschen weit am Wegesrand, also müssen wir hier auf Szene klicken, um ihn an die richtige Stelle schieben zu können. Entweder benutzt ihr die Pfeilspitzen oder wir fahren mit der Maus auf den vorderen Teil der sogenannten Bounding-Box, wobei diese gehighlightet wird, und wir können nun den Truck nach vorne ziehen.

Schritt 14

Das Ganze gleich noch mal mit der linken Seite (von uns aus gesehen der rechte Seite) der Bounding-Box. Ihr seht, der Truck passt sich hervorragend dem Gelände und der Kamerabrennweite an. Jetzt machen wir ihn mit dem 3D-Objekt ziehen-Werkzeug noch etwas fetter und nun ist er so, wie wir ihn haben möchten.

Schritt 15

Jetzt muss noch etwas am Licht gemacht werden, aber nicht allzu viel. Wir klicken das Licht an und sehen, welche Lichter die Datei enthält, in unserem Fall das erwartbare gerichtete Licht, auf englisch Infinite Light 1, es könnten auch 2 oder 3 sein, je nachdem, mit wie vielen Lichtern das Objekt ankommt, manchmal auf Deutsch, manchmal auf Englisch – je nachdem, wie die Datei abgespeichert wurde.

Schritt 16

Jetzt müssen wir dieses Licht ein wenig anpassen; schaut euch einfach mal die Schatten in der Umgebung an. Leider sind hier sehr wenige zu sehen, aber man sieht an dem vorderen Schild, dass die Sonne offenbar von rechts kommt. Das ist bei unserem Licht auch der Fall und man sieht weiterhin, dass die Sonne relativ von oben kommt, was an dem recht südlichen Gefilde der Aufnahme liegt, und die Sonne wahrscheinlich ungefähr ihren Zenit erreicht hatte.

Unser Licht ist eigentlich nicht schlecht, nur dass der Schatten zu weit nach vorne geworfen wird. Infinite Light 1 ist angeklickt und jetzt können wir einfach den Schatten schieben und auch an der Lichtquelle ein bisschen ziehen. Dann sind wir relativ schnell da, dass der Truck einen kürzeren Schatten wirft.

Schritt 17

Nun haben wir das Licht wie bei der Holzstange des Schildes: stark auf der Seite des Trucks und weniger vorne. Das kann man nie wirklich exakt machen, weil wir natürlich keine exakte Angabe der genauen Koordinaten der Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme haben.

An der Front des Trucks find ich, dass ein paar Stellen noch zu dunkel sind, die kriegen wir auch beim Rendern nicht besser hin. Deshalb wollen wir das Hintergrundbild als ein IBL – Image Base Light –, also ein Bild passiertes Licht laden, um unsere Szene noch ein klein wenig zu erhellen. Wir gehen dazu zur Umgebung, und hier können wir das IBL laden. Sinnvoll wäre ein Panorama oder sogar ein Kugelpanorama. Da wir das aber nicht haben, nehmen wir eine Behelfslösung, die aber auch recht gut funktioniert. Wir holen einfach genau diese Textur, die ich als Hintergrund verwendet habe, herein.

Schritt 18

Jetzt liegt das IBL als Geisterbild hinten drin, das IBL ist geladen und das Bild ist um einiges heller geworden. Also müssen wir mit der Intensität ein bisschen runtergehen. Sie ist mit 100 % in den allermeisten Fällen viel zu hoch, wir brauchen nur 15 %. Ja, sieht gleich besser aus, jetzt sieht man sogar die Spiegelungen in den Fenstern des Trucks ganz gut. Durch Ziehen im Bild können wir die Position des IBL noch verändern, da die Datei hier zu einer Art Kugel zusammengerechnet wird. Funktioniert schon gut, aber besser eben mit einem Panorama oder Kugelpanorama.

Schritt 19

Jetzt ändern wir nur noch die Farbe, damit dieser blaue Himmel noch ein bisschen stärker die Farbgebung unterstützt. Wir klicken also unter dem IBL auf die Farbe und suchen ein Blau ähnlich dem Himmel, ich habe mal den Farbwert #017db1 genommen. Damit haben wir das Ganze ein klein wenig blauer gemacht.

Schritt 20

Mit der Lichtsetzung sind wir erst mal fertig. Jetzt können wir mal testrendern. Wir klicken wieder auf Infinite Light 1 [1], dann verschwindet dieses gesamte Geisterbild. Jetzt möchten wir uns vergewissern, ob die Schattenkante richtig aussieht, also nicht mehr ganz so hart ist, wie sie gerade war. Mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug ziehen wir eine Auswahl [2] um den linken vorderen Reifen und drücken den Rendering-Button [3] Jetzt sehen wir den Schatten dieses Reifenprofils, aber eben nicht mehr pixelscharf, sondern einigermaßen weichgezeichnet, weil wir diesem Schatten eine Weichheit von 5 % [4] zugeteilt haben.

Schritt 21

Wir brechen den Test ab, indem wir ins Bild klicken, heben die Auswahl auf und beginnen, das ganze Bild zu rendern, indem wir wieder auf den Rendering-Button klicken. Jetzt werden die blauen Quadrate über das gesamte Bild gezogen. Weil hauptsächlich der Schatten gerendert wird, sollte das recht schnell gehen. Im Nachhinein hätten wir noch ein bisschen mehr Licht vorne auf die Reifen bringen können, das bleibt aber euch überlassen. Wenn Photoshop beim hinteren Reifen angekommen ist, können wir das Rendering durch einen Klick ins Bild wieder abbrechen.

Schritt 22

Wir haben ja noch andere Sachen vor mit diesem Bild, also möchte ich euch auch noch ein paar andere Dinge zeigen, was man nach der eigentlichen 3D-Arbeit mit solch einem Bild noch anstellen kann. Jetzt kommt die klassische 2D-Bildbearbeitung. Das Heck des LKWs ist noch unstimmig, da es eigentlich vom Schild verdeckt sein müsste. Dazu gehen wir zu den Ebenen, nehmen uns das Zoom-Werkzeug und zoomen uns zur Ecke des Schildes und dem Heck des LKWs. Jetzt klicken wir die 3D-Ebene an und fahren mit der Deckkraft so weit runter, dass man nur noch leicht erkennen kann, wo sich der LKW befindet. Das funktioniert auch mit 3D-Ebenen.

Schritt 23

Jetzt legen wir eine ganz klassische Ebenenmaske an, auch das geht mit einer 3D-Ebene, holen uns das Polygon-Werkzeug und klicken einfach mal am Rand des Schildes entlang. Mit welchem Werkzeug ihr lieber arbeitet, ist euch überlassen (würde z.B. mit einem Pfad noch besser gehen, aber es reicht jetzt mal so).

Schritt 24

Wir geben unserer Auswahl eine klassische weiche Kante von 0,5 Pixel über Auswahl>Auswahl verändern>Weiche Kante und füllen die Fläche mit Schwarz über Bearbeiten>Fläche füllen…

Schritt 25

So schnell geht das und wir können die Auswahl wieder aufheben. Jetzt geben wir der 3D-Ebene wieder 100 % Deckkraft zurück und nun stimmt das auch mit dem Schild im Vordergrund.

Schritt 26

Was kann man noch tun? Na ja, wir könnten noch ein bisschen Staub einzeichnen. Ihr seht im Hintergrund noch den aufgewirbelten Staub des kleinen LKWs und wir möchten natürlich auch, dass es der große tut. Wir legen also eine neue Ebene an, welche man jetzt Staub nennen könnte, und das machen wir auch gleich mal.

Schritt 27

Da malen wir jetzt Staub rein. Wir holen also einen Pinsel, mit der Pinselform, die wie eine Wolke aussieht (man kann sich das auch aus einer Wolke selbst basteln).

Schritt 28

Wir gehen in die Formeigenschaften und stellen als Steuerung nicht die Schrägstellung sondern den Zeichenstift-Druck ein (der funktioniert nur, wenn ihr mit einem Zeichenstift arbeitet). Den Mindestdurchmesser stellen wir noch ein Stück herunter, um große und kleine Staubwölkchen zu malen, den Größen-Jitter auf 100 %. Und damit verlassen wir die Formeigenschaften.

Schritt 29

Nun malen wir mit weichem Pinsel und einer Deckkraft von 10 oder besser 15% mit weißer Farbe Staub ins Bild. Einfach über alles drüber.

Schritt 30

Sobald wir hier Staub reinmalen, wirkt das Bild sofort wesentlich authentischer. Weiter hinten im Bild können die Wolken etwas größer und dicker werden, denn da ist der Staub schon mehr aufgewirbelt.

ENDE

Man müsste eigentlich vor dem Schild den Staub wieder wegnehmen und dafür noch eine Ebenenmaske anlegen, doch das überlasse ich ganz euch und auch, wie viel Authentizität ihr ins Bild bringen wollt. Ich hoffe, dass euch der kleine Ausflug in den Workshop gefallen hat.

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